{"id":5215,"date":"2009-11-02T20:14:13","date_gmt":"2009-11-03T01:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=5215"},"modified":"2025-02-27T12:22:16","modified_gmt":"2025-02-27T17:22:16","slug":"ein-ganz-normaler-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=5215","title":{"rendered":"Ein ganz normaler Tag (by Adam4Ever)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Summary: \u00a0<\/span>Es geht um einen Tag im Leben der Cartwrights, der aber entgegen dem Titel, welcher ironisch gemeint ist, alles andere als &#8220;normal&#8221; ist.<\/p>\n<p style=\"color: #000000;\">Es ist ein chaotischer, abenteuerlicher\u00a0aber auch\u00a0gef\u00e4hrlicher Tag.<\/p>\n<p style=\"color: #000000;\"><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Rated:<\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00a0K+ (11,920 words)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"color: #000000;\"><strong>Ein ganz normaler Tag\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"pagetitle\"><\/div>\n<div class=\"chapter\">\n<p><strong>Es war fr\u00fch am Morgen. Irgendwo in der Ferne kr\u00e4hte ein junger Hahn.<\/strong> Die Sonne kam langsam hinter den Bergen hervor und tauchte die weiten Grasebenen in ein sanftes Morgenrot. Die Ranch lag noch still im sch\u00fctzenden Schatten der gro\u00dfen Tanne. Nicht mehr lang und auch sie w\u00fcrde von hellem Sonnenlicht zum Leben erweckt. Auf den umliegenden Ranches war noch alles ruhig. Doch auf der Ponderosa begann der Tag fr\u00fch. Hop Sing, der chinesische Koch war der erste, der sich morgens aus dem Bett erheben musste um das Fr\u00fchst\u00fcck vorzubereiten, Speck, R\u00fchrei und Brot. W\u00e4hrend er in der K\u00fcche zu werkeln begann, regte sich drau\u00dfen das erste Vieh. Die Pferde waren erwacht. Ein freudiges Wiehern drang aus dem Stall in den Vorhof, wo schon die Hennen flei\u00dfig nach Futter pickten.<\/p>\n<p>Im Haus lag bereits der Geruch von gebratenem knackigem Speck in der Luft. Kaum war er nach oben gedrungen, wo sich die Schlafr\u00e4ume befanden, erwachte Hoss aus seinem Tiefschlaf. Der leckere Geruch drang ihm in die Nase und lockte ihn im Nachthemd hinunter, wo Hop Sing schon den Fr\u00fchst\u00fcckstisch gedeckt hatte.<\/p>\n<p>\u201eNehmen Sie Platz Mistel Hoss\u201c, begr\u00fc\u00dfte er ihn mit einem freundlichen Lachen im Gesicht.<\/p>\n<p>\u201eMorgen Hop Sing. Oh Mann habe ich einen Hunger. Das riecht verdammt gut.\u201c<\/p>\n<p>\u201eFangen Sie nur schon an Mistel Hoss, die anderen kommen sicher gleich\u201c, sagte Hop Sing und verschwand wieder in der K\u00fcche um den Kaffe zu holen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Hoss schon seinen Teller kr\u00e4ftig voll lud, kam Ben im Morgenmantel die Treppe heruntergeschlendert. \u201eGuten Morgen Hoss, schon wach?\u201c. \u201eJa Pa, der k\u00f6stliche Geruch hat mich geweckt. Du kennst mich ja.\u201c. \u201eJa, ja.\u201c, entgegnete er lachend. \u201eLang nur ordentlich zu, wir haben eine Menge Arbeit vor uns.\u201c Hop Sing kam mit einer Kaffeekanne aus der K\u00fcche zur\u00fcck. \u201eGuten Morgen Mistel Carthwright, m\u00f6chten Sie Kaffee?\u201c. \u201eGuten Morgen, ja ich brauch jetzt einen starken Kaffee um richtig wach zu werden.\u201c Schon hatte Hop Sing Ben und Hoss Kaffee eingeschenkt und war wieder in der K\u00fcche verschwunden. Ben griff gerade nach dem R\u00fchrei, als Adam schon fertig angezogen, die Treppe hinunter kam. \u201eMorgen Pa, morgen Hoss.\u201c Wie aus einem Munde entgegneten Ben und Hoss: \u201eGuten Morgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGut geschlafen?\u201c, fragte Ben. \u201eNicht wirklich, das Pferd macht mir Sorgen.\u201c, antwortete er mit einem besorgten Blick. \u201eKannst du dir Sport gleich mal ansehen?\u201c, fragte er Hoss.<\/p>\n<p>\u201eJa klar. Ich fr\u00fchst\u00fccke nur noch zu ende.\u201c, nuschelte Hoss mit vollem Mund. \u201eWas hat er denn?\u201c, meldete sich Ben zu Wort. \u201eEr hat sich doch vorgestern beim Viehtrieb einen spitzen Stein eingetreten und die Wunde hat sich gestern entz\u00fcndet.\u201c \u201eIch habe doch f\u00fcr Shubber<\/p>\n<p>diese neue Salbe beim Viehh\u00e4ndler gekauft, die hilft gegen alles M\u00f6gliche.\u201c, sagte Hoss und schob sich einen weiteren Speckstreifen in den Mund. \u201eAch ja stimmt. Darf ich davon f\u00fcr Sport was nehmen?\u201c. \u201eJa nehme sie nur, ich habe davon in rauen Mengen gekauft, weil sie zum g\u00fcnstigen Einf\u00fchrungspreis angeboten wurde. Watson meinte, er w\u00fcrde sie nur viertelj\u00e4hrlich neu geliefert bekommen.\u201c Nach ein paar Happen verschwand Adam in der Scheune um nach Sport zu sehen. Als Hoss sein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck beendet hatte, wischte er sich den Mund mit der Serviette ab und erhob sich vom Tisch: \u201ePa, ich gehe mal in die Scheune und schaue wie es Sport geht.\u201c \u201eMach das, bis Joseph aus den Federn kommt dauert es ohnehin noch eine ganze Weile\u201c, entgegnete Ben. Hoss verlie\u00df das Haus und machte sich auf den Weg zur Scheune, wo Adam bei Sport stand und ihn striegelte. \u201eNa, wie geht\u2019s ihm?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNicht gut, sch\u00e4tze ich. Sein Huf sieht \u00fcbel aus.\u201c \u201eKeine Sorge Adam den werden wir schon wieder hinbekommen.\u201c Hoss ging hin\u00fcber zum Regal und entnahm eine Salbentube.<\/p>\n<p>\u201eDas Zeug wird ihm helfen.\u201c Er reichte Adam die Tube und sah sich dann den Huf genauer an. \u201eDu hast Recht, das sieht wirklich nicht gut aus. Am besten du versuchst es erstmal mit der Salbe und wenn es morgen nicht etwas besser ist, w\u00fcrde ich ihn zum Viehdoktor bringen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOK Hoss, das werde ich machen.\u201c W\u00e4hrend Adam Hoss\u2019 Rat befolgte, ging Hoss zu Shubber hin\u00fcber um auch ihn mit frischem Wasser und Hafer zu versorgen.<\/p>\n<p>Im Haus hatte Ben das Fr\u00fchst\u00fcck ebenfalls beendet und begann in der Tageszeitung von Virginia City zu st\u00f6bern, als sich endlich Joe dazu bequemt hatte aufzustehen. schlaftrunken und sich die Augen reibend kam er die Treppe hinunter gewankt. G\u00e4hnend setze er sich an den Tisch und schenkte sich Kaffee ein, denn Hop Sing hatte l\u00e4ngst mit anderen Arbeiten begonnen. \u201eGuten Morgen Joseph, es ist gestern Abend mal wieder ziemlich sp\u00e4t geworden was?\u201c \u201eHm ja Pa\u201c, antwortete er erneut g\u00e4hnend. \u201eJoe, wir haben eine Menge Arbeit vor uns, du darfst abends nicht so sp\u00e4t ins Bett gehen. Die Arbeit macht sich schlie\u00dflich nicht von alleine.\u201c \u201eAber Pa, wir ackern schon seit Wochen mit den Viehherden und da sind immer noch jede Menge K\u00e4lber die gebranntmarkt werden m\u00fcssen.\u201c \u201eDann wei\u00dft du ja, was du heute zu tun haben wirst\u201c, entgegnete Ben mit strenger Stimme. \u201eSag Adam er soll die neugeborenen K\u00e4lber durchz\u00e4hlen und notieren. Wir m\u00fcssen bald wieder Rinder nach Kentucky bringen und dort das neue Zuchtvieh abholen.\u201c \u201eOK Pa\u201c, sagte Joe, w\u00e4hrend er sich R\u00fchrei auf den Teller schaufelte. \u201eIch werde inzwischen mal zu den Baumf\u00e4llern hin\u00fcber reiten und nach dem Rechten sehen. Der 3-Hektar-Auftrag muss in 3 Tagen erf\u00fcllt sein\u201c, sagte Ben w\u00e4hrend er sich seinen Pistolenhalfter umschnallte und seinen Hut nahm. \u201eBis sp\u00e4ter Joe und beeile dich mit dem Fr\u00fchst\u00fcck, deine Br\u00fcder warten schon auf dich.\u201c Mit diesen Worten verlie\u00df Ben das Haus, sattelte Buck und machte sich dann auf den Weg.<\/p>\n<p>Hoss und Adam warteten schon auf dem Vorhof auf Little Joe, der sich wie \u00fcblich viel Zeit lie\u00df. Hoss hatte Shubber gesattelt, w\u00e4hrend Adam einen noch jungen, gerade erst eingerittenen Hengst fertig machte, sodass Sport sich ausruhen konnte. Nach einer Weile erschien Joe dann endlich. Schnell sattelte er Cochise und die Br\u00fcder machten sich auf den Weg zu einem Teil der Ponderosa-Herde auf der Nordweide. Ein einst\u00fcndiger Ritt lag vor ihnen um den derzeitigen Weideort der Viehherde zu erreichen. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und brannte den Dreien m\u00e4chtig auf den Pelz, auch die Pferde hatten mit der Hitze zu k\u00e4mpfen und schwitzten. Es war schon au\u00dfergew\u00f6hnlich hei\u00df f\u00fcr diese Uhrzeit.<\/p>\n<p>Am Zielort angekommen mussten erstmal die Pferde am Flussufer getr\u00e4nkt werden. Auch die Herde hatte sich zum Fluss begeben auf der Suche nach Wasser. Joe, Adam und Hoss nahmen einen kr\u00e4ftigen Schluck aus ihren Feldflaschen. \u201eJoe, fang du wieder die K\u00e4lber ein, Hoss du h\u00e4ltst sie fest und ich branntmarke sie, wie gestern OK?\u201c \u201eJa ist gut Adam\u201c, entgegnete Hoss.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Joe mit einem Lasso los ritt um das erste noch ungekennzeichnete Kalb ausfindig zu machen, begannen Hoss und Adam ein Feuer zu entfachen um das Ponderosa-Brannteisen zu erhitzen. \u201ePuh, bei der Hitze brauchen wir bald kein Feuer mehr\u201c, scherzte Adam dem die Schwei\u00dfperlen von der Stirn rannen. \u201eJa, es ist heute verdammt hei\u00df. Viel zu hei\u00df zum Arbeiten\u201c, entgegnete Hoss. Kaum war das Eisen im Feuer, kam Joe schon mit dem ersten Kalb im Schlepptau angeritten. Hoss packte es mit seinen kr\u00e4ftigen Armen und hielt es Adam hin, der dem Kalb das hei\u00dfe Eisen auf den Pelz dr\u00fcckte. Das Kalb zappelte und versuchte sich aus Hoss\u2019 Griff zu befreien, doch dieser hielt es fest umschlungen. Es dampfte und zischte, schon war der Ponderosa-Baum, das Branntzeichen im Fell des Kalbes zu erkennen.<\/p>\n<p>Hoss t\u00e4tschelte das Kalb, befreite es aus der Lasso-Schlinge und rief freudig: \u201eSo das war\u2019s schon Kleiner. Los, lauf zur\u00fcck zu deiner Mama, die vermisst dich sicher schon!\u201c Er gab dem Kalb einen leichten Klaps auf das Hinterteil und schon lief es zur\u00fcck zur Herde und verschwand in der Masse. So ging es dann einige Stunden bis endlich das letzte Kalb gekennzeichnet war. Inzwischen war es Mittagszeit. Hoss, Joe und Adam lie\u00dfen sich im Schatten eines Baumes nieder und a\u00dfen ihre mitgebrachten H\u00e4hnchenkeulen mit Brot.<\/p>\n<p>Joe hatte nicht viel Appetit. Deshalb zog er seinen Hut tief in die Stirn und begann ein Nickerchen. \u201eUnser kleiner Bruder hat wohl immer noch nicht genug geschlafen\u201c, machte sich Hoss lustig. \u201eKein Wunder! Pa hat erz\u00e4hlt, dass er gestern Nacht erst gegen 12 Uhr nach Hause gekommen ist\u201c, sagte Adam. \u201eWo treibt er sich denn nachts immer so lange herum? Er wei\u00df doch das Pa das nicht gerne sieht. Jedenfalls nicht unter der Woche\u201c, entgegnete Hoss.<\/p>\n<p>Joe bekam von dem Gespr\u00e4ch nichts mit, denn er schlief bereits tief und fest.<\/p>\n<p>\u201eNa, lassen wir ihn eine Weile d\u00f6sen. Wir k\u00f6nnen ja derweil mal nach dem Allgemeinzustand der Herde schauen. Die Rinder die wir in ein paar Wochen nach Kentucky bringen m\u00fcssen, d\u00fcrfen auf keinen Fall krank sein\u201c, sagte Adam. Beide erhoben sich. Hoss wischte sich den Schwei\u00df mit einem Tuch von der Stirn. Dann schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten zur Herde hin\u00fcber, die derweil schon ein St\u00fcck weiter gezogen war.<\/p>\n<p>Die Tiere sahen trotz der Hitze recht munter aus und grasten ruhig auf der Weide, einige Rinder s\u00e4ugten ihre K\u00e4lber, andere lagen im Gras und ruhten sich aus.<\/p>\n<p>Als Hoss und Adam aber n\u00e4her heran ritten, erhoben sie sich und die Herde setze sich in Gang. So konnten die beiden sehen, ob alle Tiere wohl auf waren und keines lahmte oder dergleichen. Nun trennten Hoss und Adam sich um jeweils in einer anderen Richtung abseits geratene Tiere ausfindig zu machen und sie zur\u00fcck zur Herde zu bringen. Es dauerte nur einige Minuten da hatte Hoss schon 3 verirrte Tiere aufgesp\u00fcrt und trieb sie zur\u00fcck zum Rest der Herde. Auch Adam hatte eine verirrte Kuh und ihr Kalb gefunden, jedoch gab es auch mehrere Kadaver, die sich im Schatten eines Baumes h\u00e4uften. Adam trieb die beiden Tiere zur\u00fcck und berichtete Hoss \u00fcber seinen Fund. Zusammen ritten sie zu dem Ort.<\/p>\n<p>\u201eDas waren Bergl\u00f6wen, die aus den Bergen dort gekommen sind\u201c, stellte Adam fest und wies mit dem Arm in Richtung Gebirge. \u201eJa du hast Recht Adam. Sie weisen alle einen Kehlbiss auf\u201c, entgegnete Hoss. \u201eDieses Jahr haben wir schon sehr viele K\u00e4lber durch die Pumas verloren. Das wird Pa sicher nicht gefallen\u201c, sagte Adam. \u201eGebranntmarkt haben wir heute 53 K\u00e4lber, \u00fcberleben werden davon sicher h\u00f6chstens zwei Drittel bis zum Winter.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas denke ich auch\u201c, sagte Hoss \u201edie Pumabest\u00e4nde sind wieder stark angewachsen. Die Rancher haben das Jagen vernachl\u00e4ssigt\u201c, stellte Hoss fest.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich sahen sie, dass sich etwas zwischen einigen Felsen bewegte.<\/p>\n<p>\u201eSieh mal Adam! Da hinten ist einer von den Mistviehchern!\u201c<\/p>\n<p>Beide sprangen von ihren Pferden ab und nahmen ein Gewehr zur Hand.<\/p>\n<p>Sie trennten sich wieder auf in zwei verschiedene Richtungen um den Puma von zwei Seiten her einzuschlie\u00dfen. Adam schlich geduckt durch das hohe Gras. So n\u00e4herte er sich dem Puma auf einige Meter Entfernung. Gerade wollte er sein Gewehr zum Schuss ansetzen, als er feststellte, dass es mehr als ein Puma war. Zudem hatten einige wei\u00dfen Schaum am Maul.<\/p>\n<p>\u201eHoss!\u201c, rief er zu seinem Bruder hin\u00fcber, der sich auf der anderen Seite der Felsens befand.<\/p>\n<p>\u201ePass auf, es sind mehr als einer und einige scheinen tollw\u00fctig zu sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOK Adam, schie\u00dfen wir so viele wie wir k\u00f6nnen.\u201c schrie Hoss in Adams Richtung.<\/p>\n<p>Die Pumas hatten die Gefahr gewittert. Einige versuchten zwischen den Felsen zu verschwinden. Andere duckten sich im Gras. \u201eWarte in der Grasebene, ich versuche sie dir von den Felsen aus zu zutreiben\u201c, rief Adam und verschwand hinter einem gro\u00dfen Steinbrocken. Hoss stand geduckt im hohen Gras und wartete darauf, dass Adam einen Puma aufscheuchte, den er abschie\u00dfen konnte. Es dauerte nicht lange, da kamen schon die ersten beiden Bergl\u00f6wen aus ihrem Versteck hervor gelaufen. Hoss er\u00f6ffnete das Feuer, auch Adam feuerte von den Felsen aus. Die beiden Pumas waren sofort getroffen und sanken im Gras zusammen. Hoss rannte sofort zu ihnen. \u201eEiner von den beiden hatte Tollwut\u201c, rief er Adam zu. \u201eJa, pass auf da sind noch mehr\u201c, hallte es von den Felsen. Ein Schuss war zu h\u00f6ren, aber Hoss konnte keinen Puma entdecken. \u201eAdam?\u201c schrie Hoss. \u201eAlles OK bei dir?\u201c<\/p>\n<p>Doch kaum war der Hall seines Rufes verstummt, war ein neuer Schuss gefallen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAdam? Wo bist du?\u201c, schrie Hoss besorgt in Richtung des Schusses.<\/p>\n<p>Adam erschien auf einem Felsen. \u201eAlles OK Hoss. Ich habe noch zwei tollw\u00fctige erwischt.\u201c<\/p>\n<p>Adam wollte gerade den Felsen hinunterklettern als aus dem Dickicht ein weiterer Puma mit dickem Schaum vor dem Maul erschien. Er rannte in Richtung der Grasebene, wo Hoss wartete. Er lief direkt auf ihn zu. \u201eHoss, Vorsicht!\u201c, rief Adam erschrocken. Doch Hoss hatte nicht damit gerechnet und reagierte zu sp\u00e4t. Doch der Puma lief an ihm vorbei in Richtung des offenen Graslandes. Hoss reagierte nun und feuerte. Er verfehlte aber den fl\u00fcchtenden Puma.<\/p>\n<p>Hoss und Adam sahen, wie der Puma auf ihre Pferde zu lief. \u201eHoss, die Pferde! Schie\u00df!\u201c schrie Adam, der aus den Felsen zu Hoss gerannt kam. Hoss feuerte drei Sch\u00fcsse kurz hintereinander ab, aber auch diese verfehlten den fl\u00fcchtenden Puma. Er wankte, rannte in merkw\u00fcrdigen Kurven, denn die Tollwut setze ihm zu. Mit einem Satz sprang er Adams Pferd an und biss es in das linke Hinterbein. Das Pferd wieherte und trat mit den Hufen aus.<\/p>\n<p>Es hatte den Puma am Kopf erwischt. Adam und Hoss rannten auf die Pferde zu. Schwei\u00df gebadet und au\u00dfer Atem erreichten sie Shubber und den jungen Hengst. Der Bergl\u00f6we war bereits tot. Sein Sch\u00e4del war zertr\u00fcmmert. Hoss beruhigte den aufgebrachten Shubber, nahm ihn an den Z\u00fcgeln und redete ihm bes\u00e4nftigend zu. Adam hatte den jungen Hengst ebenfalls an den Z\u00fcgeln gepackt. Das Pferd war noch immer wild und schlug mit den Hinterhufen aus.<\/p>\n<p>\u201eRuhig mein Junge, ruhig\u201c, redete er auf das Pferd ein. Hoss kam Adam zu Hilfe und packte den Hengst auf der anderen Seite am Halfter. Langsam beruhigte sich das Pferd.<\/p>\n<p>Hoss n\u00e4herte sich vorsichtig dem Hinterbein des Hengstes.<\/p>\n<p>\u201eMisst, das Vieh hat ihn gebissen. Hoffentlich ist er noch nicht infiziert.\u201c<\/p>\n<p>Schnell nahm er die Feldflasche, die an Shubbers Sattel hing und goss sie \u00fcber der Bissstelle aus. \u201eHoffentlich ist es noch nicht zu sp\u00e4t.\u201c, sagte Hoss. \u201eGlaubst du er hat eine Chance zu \u00fcberleben, Hoss?\u201c, fragte Adam ihn mit wenig Hoffnung in der Stimme. \u201eWenn er nicht zu tief gebissen hat, hat er eine Chance. Komm wir bringen ihn zur Ranch.\u201c<\/p>\n<p>Die Br\u00fcder schwangen sich in die S\u00e4ttel und ritten zu dem Ort zur\u00fcck an dem sie Joe zur\u00fcck gelassen hatten. \u201eWo ist Joe?\u201c, fragte Hoss. \u201eEr sa\u00df doch vorhin noch dort am Baum.\u201c<\/p>\n<p>Adam und Hoss stiegen von ihren Pferden ab. \u201eHey, da liegt er doch!\u201c, Adam deutete mit einer Armbewegung auf eine Stelle im Gras. Joe war in das hohe Gras eingesunken und schlief tief und fest mit dem Hut im Gesicht.<\/p>\n<p>\u201eHey Joe, aufwachen du Faulpelz\u201c, schrie Hoss ihn an.<\/p>\n<p>Joe schreckte aus dem Schlaf auf und fragte verdutzt: \u201eWas ist denn, musst du mich so erschrecken. Warum weckt ihr mich \u00fcberhaupt auf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum lieber Bruder? Weil wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben und du hier d\u00f6st w\u00e4hrend wir uns mit tollw\u00fctigen Bergl\u00f6wen herumschlagen m\u00fcssen, die auch noch den Hengst angefallen haben.\u201c, fuhr Adam Joe w\u00fctend an. \u201eWas sagst du? Tollw\u00fctige Bergl\u00f6wen?\u201c \u201eJa tollw\u00fctige Bergl\u00f6wen Joe\u201c, sagte Hoss mit ernster Stimme.<\/p>\n<p>\u201eKomm jetzt aus dem Gras raus, wir m\u00fcssen das Pferd zur Ranch bringen\u201c, sagte Hoss und half Joe hoch. Die drei Br\u00fcder schwangen sich in die S\u00e4ttel und ritten los. An einer Weggabelung entschieden sie sich, dass Adam mit dem verwundeten Pferd alleine zur Ranch zur\u00fcck reitet und Hoss und Joe w\u00e4hrend dessen schon mal in die Stadt reiten, wo Vorr\u00e4te abzuholen waren. \u201eIch komme dann sp\u00e4ter mit der Kutsche nach, holt ihr schon mal Geld von der Bank ab und bezahlt die Sachen\u201c, rief Adam seinen Br\u00fcdern zu und bog dann an der Weggabelung links ab, w\u00e4hrend Joe und Hoss rechts abbogen in Richtung Virginia City.<\/p>\n<p>\u201eKomm halt durch mein Junge\u201c, sagte er zu seinem Pferd und t\u00e4tschelte seinen Hals. Das Pferd galoppierte tapfer vorw\u00e4rts trotz seiner Bisswunde. Die Sonne knallte vom Himmel. Es war eine unertr\u00e4gliche Hitze, die dem Pferd sichtlich zusetzte. Doch es hielt tapfer durch.<\/p>\n<p>Die Vegetation an der Adam auf dem staubigen Pfad vorbei ritt, sah verdorrt und ausgetrocknet aus. Es hatte schon seit Wochen nicht mehr geregnet. Nach einer Weile fing der junge Hengst an zu straucheln. Adam wollte ihn gerade abbremsen, als das Pferd immer st\u00e4rker wankte und schlie\u00dflich im vollen Galopp das Gleichgewicht verlor. Es brach zusammen. Adam wurde ein paar Meter \u00fcber den staubigen Boden geschleudert und traf dann mit dem R\u00fccken gegen einen Felsen, der ihn abbremste. Reglos blieb er liegen. Das Pferd lag in sich zusammengesackt am Stra\u00dfenrand. Es wurde umh\u00fcllt von einer dicken Staubwolke, die der Sturz aufgew\u00fchlt hatte. Mit weit ge\u00f6ffneten N\u00fcstern sog es die staubige Luft ein, wieherte vor Schmerzen, aber Adam r\u00fchrte sich nicht.<\/p>\n<p>Joe und Hoss waren w\u00e4hrend dessen in Virginia City angekommen.<\/p>\n<p>Trotz der Hitze herrschte ein reges Treiben in der Stadt.<\/p>\n<p>Miss Abigail Jones fegte gerade ihre Veranda und gr\u00fc\u00dfte Hoss und Joe.<\/p>\n<p>\u201eHallo, Miss Jones! Wie geht\u2019s?\u201c entgegneten die beiden.<\/p>\n<p>An der Stra\u00dfenecke war gerade die Postkutsche aus San Francisco angekommen.<\/p>\n<p>Mehrere gut gekleidete Herren in Anz\u00fcgen und zwei Damen in edlen Kleidern und mit Sonnenschirm stiegen aus der Postkutsche aus und gingen in Richtung Hotel.<\/p>\n<p>\u201eSieh mal Hoss, die ist aber h\u00fcbsch.\u201c, sagte Joe und schaute der Dame mit den blonden langen Haaren hinterher. \u201eKomm schon Joe, wir haben jetzt keine Zeit sch\u00f6ne Damen auszuf\u00fchren. Pa h\u00e4lt uns heute Abend wieder eine Standpauke, wenn wir nicht unsere Arbeit erledigen.\u201c Hoss nahm Joe am Arm und riss ihn in die andere Richtung. Dieser blickte der Dame trotzdem mit vertr\u00e4umtem Blick hinterher. \u201eKomm jetzt, wir m\u00fcssen das Geld von der Bank abholen.\u201c \u201eAch, Hoss. Wie w\u00e4r\u2019s wenn du das Geld abholst und ich uns beiden im Saloon schon mal ein kaltes Bier bestelle?\u201c schlug Joe vor.<\/p>\n<p>\u201eHm, ein kaltes Bier k\u00f6nnte ich jetzt auch vertragen. Na gut, aber nur, wenn du mir versprichst, die Damen in Ruhe zu lassen und dich nicht in sonst irgendwelche Schwierigkeiten zu bringen.\u201c mahnte Hoss seinen Bruder. \u201eOK, ich versuch\u2019s\u201c, antwortete Joe mit einem Grinsen und zwinkerte seinem Bruder zu.<\/p>\n<p>Hoss trat in die Bank von Virginia City ein um das Geld f\u00fcr die Vorr\u00e4te zu holen, w\u00e4hrend Joe sich auf den Weg zum Saloon machte. Dort ging er an den Tresen und sagte: \u201eZwei Bier, kalt!\u201c. Einige Minuten sp\u00e4ter standen zwei gro\u00dfe kalte Bierkr\u00fcge vor ihm. Er nahm einen kr\u00e4ftigen Schluck. \u201eAh, das tut gut. Ziemlich hei\u00df hier oder?\u201c, fragte er den Wirt.<\/p>\n<p>\u201eJa, Joe ist zwar ganz sch\u00f6n nervig auf Dauer, aber gut f\u00fcr die Kasse.\u201c<\/p>\n<p>Joe legte zwei M\u00fcnzen auf den Tresen und setze sich dann mit den Bierkr\u00fcgen an einen der zahlreichen Tische um auf Hoss zu warten. An einigen Tischen unterhielten sich Cowboys spielten Karten oder am\u00fcsierten sich mit den Saloon-Girls. Jemand spielte am Klavier ein<\/p>\n<p>typisches Saloonlied und der Wirt schenkte weiter flei\u00dfig kaltes Bier aus.<\/p>\n<p>Hoss stand sich w\u00e4hrenddessen in der Bank buchst\u00e4blich die Beine in den Bauch. Es war ziemlich voll, anscheinend wollte halb Virginia City ausgerechnet jetzt Geld abholen oder einzahlen. Hoss stand genervt in einer langen Schlange. Als er endlich an der Reihe war, nannte er den Geldbetrag, den er f\u00fcr die Vorr\u00e4te von dem Konto seines Vaters abheben durfte und unterschrieb mit einer schwungvollen Handbewegung mit dem Namen \u201eCartwright\u201c. Er bekam das Geld ausgeh\u00e4ndigt, stopfte es eilig in seine Brieftasche und verlie\u00df die Bank. Drau\u00dfen blickte er in die Sonne, die hei\u00df auf seiner Haut brannte. Er blinzelte und wischte sich dann mit einem Halstuch den Schwei\u00df von der Stirn. Dann ging er zum Saloon hin\u00fcber.<\/p>\n<p>Er blickte zum Tresen, Joe war nicht zu sehen. Hoss\u2019 Blick suchte die Tische ab und er entdeckte ihn mitten in einer Runde von Cowboys, die Poker spielten. Das waren allesamt zwielichtige Typen, die Hoss nur allzu oft schon schlecht aufgefallen waren. St\u00e4ndig pr\u00fcgelten sie sich herum, bel\u00e4stigten betrunken Leute oder betrugen beim Kartenspielen.<\/p>\n<p>Was Vern\u00fcnftiges war mit den Trunkenbolden nicht anzufangen.<\/p>\n<p>Hoss schritt sofort auf Joe zu und sagte: \u201eKomm, wir m\u00fcssen die Vorr\u00e4te abholen.<\/p>\n<p>Adam kommt sicher gleich.\u201c \u201eAber Hoss, ich bin gerade mitten in einem Pokerspiel und ich glaube, ich habe eine Gl\u00fccksstr\u00e4hne. Au\u00dferdem hast du dein Bier noch nicht getrunken. Ich w\u00fcrde mich aber nicht wundern, wenn es inzwischen warm ist, so lange wie du gebraucht hast\u201c, meckerte Joe. \u201eIch konnte nicht schneller kommen, in der Bank stand eine riesige Schlange Leute.\u201c Kaum hatte Hoss diesen Satz beendet knallte ein Cowboy sein Blatt auf den Tisch und rief: \u201eFull-House!\u201c<\/p>\n<p>Alle anderen M\u00e4nner am Tisch deckten ihre Karten auf, sie hatten verloren, Joe eingeschlossen. \u201e\u00c4hm \u2026ich habe wohl doch keine Gl\u00fccksstr\u00e4hne\u201c, gab Joe zu.<\/p>\n<p>\u201eLos Joe r\u00fcck die M\u00e4use raus. Du hast 400$ gesetzt\u201c, fuhr ihn der Sieger der Pokerrunde an.<\/p>\n<p>\u201eDu hast doch nicht etwa um Geld gespielt, Little Joe?\u201c fragte Hoss nerv\u00f6s.<\/p>\n<p>\u201eDoch\u201c, antwortete Joe etwas kleinlaut und nahm eine Abwehrhaltung ein, weil er damit rechnete, dass Hoss w\u00fctend werden w\u00fcrde. \u201eNa sch\u00f6n kleiner Bruder, dann sieh mal zu, wie du die 400 Moneten zusammen bekommst. Wie ich dich kenne, bist du doch wieder blank\u201c, sagte Hoss mit aufgebrachter Stimme. \u201eIch will mein Geld sofort\u201c, raunzte der halb betrunkene Cowboy Joe an. \u201eWer garantiert mir sonst, dass ihr euch wieder blicken lasst?!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAlso gut Joe, ich habe eben 300$ von der Bank geholt f\u00fcr die Vorr\u00e4te. Wir gehen noch mal hin und holen den Rest, dann zahlen wir deine Schulden ab. Du kannst dir in der Zwischenzeit ja schon mal eine Ausrede f\u00fcr Pa \u00fcberlegen, was du mit den 400 Riesen gemacht hast\u201c, sagte Hoss zu seinem j\u00fcngeren Bruder. \u201eNein halt, der Kleine bleibt hier und du holst das Geld\u201c, warf der Cowboy ein. \u201eSonst seid ihr nachher beide spurlos verschwunden, dass kenne ich.\u201c<\/p>\n<p>Hoss wollte gerade losgehen um das fehlende Geld zu besorgen, als Joe ihn am Arm packte und ihm zufl\u00fcsterte: \u201eDu Hoss, ich glaube, die spielen mit gezinkten Karten. Das Geld hat er nicht ehrlich gewonnen.\u201c \u201eJoe du wei\u00dft doch, dass im Saloon selten ehrlich gespielt wird. Das h\u00e4ttest du dir vorher \u00fcberlegen m\u00fcssen. Bleib jetzt ruhig hier sitzen, w\u00e4hrend ich das Geld hole. Nicht, dass es noch eine Schie\u00dferei hier gibt. Denk daran, sie sind zu zehnt und du bist alleine wenn ich jetzt gehe. Also bleib ruhig und warte auf mich\u201c, warnte ihn Hoss.<\/p>\n<p>Hoss verlie\u00df den Saloon und machte sich erneut auf den Weg zur Bank.<\/p>\n<p>Joe aber wollte den Falschspielern beweisen, dass die Karten gezinkt waren.<\/p>\n<p>\u201eNa dann zeigt mal die Karten her, damit ich mich davon \u00fcberzeugen kann, dass du das Geld ehrlich gewonnen hast.\u201c Joe griff nach dem Kartenstapel, aber Ed, der Sieger der Pokerrunde<\/p>\n<p>packte Joes Hand und hielt sie fest. \u201eNiemand betr\u00fcgt hier. Lass die Karten in Ruhe\u201c, fuhr er Little Joe an. \u201eWenn ihr sauber seid, warum darf ich dann die Karten nicht anschauen?\u201c fragte Joe zu Recht. \u201eWeil ich mir ungern von einem kleinen Pimpf wie dir in die Karten schauen lasse\u201c, schrie der Cowboy ihn halbtrunken an. \u201eDas ist kein Argument und au\u00dferdem bin ich kein Pimpf du m\u00f6chte gern Pokerface!\u201c schrie Joe zur\u00fcck. Doch ehe Joe sich versehen hatte, kam es zu einer Pr\u00fcgelei. Ed packte ihn am Kragen und hob ihn vom Stuhl. Joe reagierte blitzschnell schon hatte Ed seine linke Faust zu sp\u00fcren bekommen. Aber dieser berappelte sich schnell wieder und schlug auf Joe ein. Dieser b\u00fcckte sich rasch und die Faust flog an seiner rechten Gesichtsh\u00e4lfte vorbei. Doch ein rechter Haken folgte so gleich, der Joe mitten auf die Nase traf. Nun mischten sich auch die neun Kumpel von Ed ein. Zwei hielten Joe fest.<\/p>\n<p>Dieser werte sich, konnte sich aber nicht aus dem Griff der beiden befreien. Ed drosch auf ihn ein.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Pr\u00fcgelei im Saloon ihren Lauf nahm, kam Adam auf dem staubigen Pfad langsam wieder zu Bewusstsein. M\u00fchsam rappelte er sich auf und schleppte sich zu seinem Pferd, das reglos am Rand der Stra\u00dfe lag. Adam streichelte ihm sanft \u00fcber die N\u00fcstern und fl\u00fcsterte ihm zu: \u201eBist du verletzt Dynamit?\u201c Adam erblickte seine Feldflasche, die einige Meter entfernt in einem dornigen Busch gelandet war. Er nahm sie, trank einen kr\u00e4ftigen Schluck und goss dann dem Pferd das letzte Wasser ins Maul. Dann untersuchte er die Beine des Pferdes. Der linke Vorderlauf war mehrfach gebrochen. \u201eDas sieht \u00fcbel aus\u201c, stellte Adam fest. Das Pferd regte sich kaum noch, so beschloss Adam nach einer Weile das Pferd von seinen Qualen zu erl\u00f6sen. Er nahm dem Pferd die Satteltasche und sein Gewehr vom R\u00fccken, fl\u00fcsterte ihm zu: \u201eTut mir leid, mein Junge, aber glaube mir, so ist es besser.\u201c Er trat einen Schritt zur\u00fcck, zielte und dr\u00fcckte ab.<\/p>\n<p>Der Gewehrschuss durchbrach die Stille der ausgetrockneten Landschaft.<\/p>\n<p>Adam packte die Satteltasche, schwang sie \u00fcber seine Schulter und begann sich die Stra\u00dfe entlang zu schleppen. Sein Hemd war von dem Sturz teilweise zerrissen und er war \u00fcber und \u00fcber mit Staub bedeckt. Es waren noch gut vier Kilometer bis zur Ranch. Die Sonne brannte noch immer von oben herab. Adam k\u00e4mpfte sich eine halbe Stunde die endlose, staubige Stra\u00dfe entlang. Der Schwei\u00df rann ihm unentwegt \u00fcber die Stirn. Die Hitze setzte ihm zu, aber weit und breit war keine Wasserquelle, dass wusste Adam genau.<\/p>\n<p>Nach einer Weile h\u00f6rte er das Galoppieren von Pferdehufen. Er blickte \u00fcber seine Schulter nach hinten. Dort kam tats\u00e4chlich ein Pferdewagen. Dieser wurde langsamer und hielt neben Adam an: \u201eHallo, wir haben ein totes Pferd zwei Kilometer von hier gesehen, geh\u00f6rte es Ihnen?\u201c \u201eJa\u201c, sagte Adam mit staubiger Kehle. \u201eIch musste es erschie\u00dfen. Sein Vorderlauf war mehrfach gebrochen. K\u00f6nnten Sie mich ein St\u00fcck mitnehmen?\u201c fragte Adam den Kutscher. \u201eJa wir fahren sowieso in diese Richtung. Steigen sie auf den Wagen\u201c, entgegnete der Mann und half Adam auf die Kutsche.<\/p>\n<p>Nach etwa zwei Kilometern Fahrt lie\u00df er sich wieder absetzen, dankte dem Mann und ging auf die Ponderosa-Ranch zu, die nicht weit vor ihm lag. Auf dem Vorhof nahm er eine gro\u00dfe Kelle Wasser und goss sie sich \u00fcber den Kopf, dann nahm er ein paar Schlucke und ging ins Haus. Dort lie\u00df sich aber keine Menschenseele blicken. Weder Hop Sing noch Ben waren aufzufinden. Auf dem Esstisch entdeckte Adam einen Zettel. Er war von Ben:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kommt schnell zum \u00f6stlichen Holzf\u00e4llercamp.<\/p>\n<p>Die Arbeiter streiken aufgrund der Hitze.<\/p>\n<p>Ich brauche eure helfenden H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Es ist dringend, kommt sobald ihr eure Arbeiten erledigt habt.<\/p>\n<p>Euer Pa<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Adam hatte die Nachricht seines Vaters gerade zu ende gelesen, als ihm einfiel, dass Hoss und Joe ja in der Stadt auf ihn warteten. Er holte schnell zwei frische Pferde aus der Scheune, spannte sie vor die Kutsche und machte sich auf den Weg nach Virginia City.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Stadt wollte Hoss gerade in die Bank eintreten um das Geld f\u00fcr Joe abzuheben, als ihm ein relativ kleiner Mann hektisch entgegen gerannt kam. In seiner Aufregung rannte er Hoss in die Arme. Hoss wollte sich gerade bei dem Mann entschuldigen, als er sah, dass dieser maskiert war. Kaum hatte er realisiert, was passiert war, kam ihm schon der Bankier aufgebracht entgegen gerannt: \u201eHilfe! \u00dcberfall! Die Bank wurde ausgeraubt! \u00dcberfall!\u201c<\/p>\n<p>Hoss verstand und reagierte blitzschnell. Kaum konnte der maskierte Mann davon laufen, warf Hoss sich auf ihn und hielt ihn mit seinen kr\u00e4ftigen Armen fest. Der Bankr\u00e4uber hatte keine Chance. Schon hatte Hoss ihm den Colt abgenommen. Inzwischen hatte sich eine Traube Menschen am Ort des Geschehens versammelt. Aufgeschreckt und wild diskutierend rannten die Leute wie eine aufgebrachte H\u00fchnerschar vor der Bank herum. Der Bankier kam zu Hoss gelaufen. \u201eHoss, du hast ihn eingefangen! Das ist der Dieb!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer ist mir doch glatt in die Arme gelaufen, Henry\u201c, entgegnete Hoss lachend und mit einem Hauch von Stolz in der Stimme. \u201eBring ihn zum Sheriff! Der geh\u00f6rt ins Kittchen\u201c, sagte der Bankier v\u00f6llig au\u00dfer Atem und nahm dem Banditen die Beute ab. \u201eIst gut Henry. Los geh schon du Ganove\u201c, sagte Hoss mit ernster Stimme und dr\u00fcckte dem Bankr\u00e4uber die Pistole in den R\u00fccken. Sie steuerten geradewegs auf das Gef\u00e4ngnis zu. Im Haus sa\u00df der Deputy, der Hilfssheriff. \u201eHallo Smith! Der Kerl hier hat gerade versucht die Bank auszurauben\u201c, sagte Hoss. \u201eWas? Alleine?\u201c, fragte der Hilfssheriff verwundert. \u201eJa, da war nur der eine\u201c, entgegnete Hoss. Mr. Smith trat dem Bankr\u00e4uber gegen\u00fcber, riss ihm die Maskierung herunter und sagte: \u201eAh, das ist wieder einer von den Wilson-Br\u00fcdern. Die machen schon seit Tagen die Stadt unsicher. Gut, dass wir wenigstens einen der Drei schon mal aus dem Verkehr ziehen k\u00f6nnen. Ich habe nur darauf gewartet, dass die irgendetwas anstellen.\u201c Der Deputy ging zum Schreibtisch, schloss eine Schublade auf und entnahm einige Scheine. \u201eHier Hoss, du hast eine Belohnung verdient. Das sind 300$. Coffee meinte, ich solle ihm sofort bescheid geben, wenn die Wilson-Br\u00fcder irgendeine Aktion starten. Leider kann ich hier jetzt nicht mehr weg, weil ich jetzt auf den hier aufpassen muss\u201c, er deutete auf den Bankr\u00e4uber. \u201eSonst erscheinen noch seine Br\u00fcder hier und befreien ihn.\u201c \u201eHoss kannst du zu Sheriff Coffee gehen und ihn \u00fcber den Bank\u00fcberfall unterrichten?\u201c fragte Mr. Smith. \u201eHm, ja OK, aber ich muss erst noch etwas erledigen, danach kann ich mich darum k\u00fcmmern, wenn du mir verr\u00e4tst, wo Sheriff Coffee ist\u201c, antwortet Hoss. \u201eJa also ich habe Mr. Coffee schon einige Stunden nicht mehr gesehen. Er wollte eigentlich nur seinen Rundgang in der Stadt machen und nach dem Rechten sehen.<\/p>\n<p>Er m\u00fcsste eigentlich dort irgendwo sein. Falls er hier auftaucht, bevor du ihn gefunden hast, berichte ich es ihm selbst\u201c, sagte der Deputy. \u201eDanke Hoss.\u201c Dann schob er den Gefangenen in eine der Gef\u00e4ngniszellen und schloss sie ab.<\/p>\n<p>\u201eOK, bis dann Deputy.\u201c Hoss verlie\u00df das Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Adam hatte inzwischen die Kutsche vor dem Kaufladen abgestellt. Er sprang vom Wagen und ging in den Laden hinein in dem Glauben er w\u00fcrde Hoss und Joe schon beim zusammenpacken der gekauften Waren antreffen. \u201eHallo Luke, waren meine Br\u00fcder schon hier?\u201c fragte Adam. \u201eHoss und Joe? Nein, die waren heute nicht hier\u201c, antwortete der Verk\u00e4ufer. \u201eKomisch, wo stecken die beiden nur wieder?\u201c fragte Adam sich laut.<\/p>\n<p>\u201eWenn ich sie sehen sollte, sage ich ihnen bescheid, dass du sie suchst, Adam.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOK, danke Luke. Kannst du schon diese Sachen aus dem Lager holen? Das sind die Vorr\u00e4te, die unser Pa bestellt hat.\u201c Er reichte dem Verk\u00e4ufer eine lange Liste. \u201eIch muss meine Br\u00fcder suchen, ich komme gleich wieder\u201c, sagte Adam. \u201eOK, mach\u2019 das Adam. Bis gleich.\u201c<\/p>\n<p>Adam verlie\u00df den Laden. Die Glocken an der T\u00fcr bimmelten. Die T\u00fcr fiel ins Schloss.<\/p>\n<p>Adam \u00fcberlegte, wo seine Br\u00fcder stecken k\u00f6nnten und entschloss sich im Saloon nach ihnen zu suchen. Im Saloon, hatte sich die kleine Pr\u00fcgelei inzwischen zu einer Massenpr\u00fcgelei entwickelt. Der Wirt versuchte verzweifelt teure Brandy-Flaschen und Wertgegenst\u00e4nde in Sicherheit zu bringen und mahnte die Leute vergeblich wieder und wieder dazu, die Pr\u00fcgelei drau\u00dfen anstatt in seinem Laden fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Doch niemand reagierte auf ihn. Kaum ein M\u00f6belst\u00fcck war noch ganz, die Gardinen hingen neben den Fenstern, etliche Gl\u00e4ser waren zertr\u00fcmmert und lagen in Scherben \u00fcberall im Saloon verstreut. Einige betrunkene Cowboys standen auf den wenigen Tischen, die noch ganz waren und pr\u00fcgelten sich, andere w\u00e4lzten sich auf dem Boden. Adam trat durch die Saloont\u00fcr. Sein Blick \u00fcberflog die pr\u00fcgelnde Masse. In einer Ecke entdeckte er einen betrunkenen Kerl, der auf Joe eindrosch. Sofort eilte Adam zu ihm, riss den Kerl an der Schulter herum und schlug ihm mit voller Kraft seine rechte Faust ins Gesicht. Der Betrunkene sank bewusstlos zu Boden. Joe sa\u00df zusammengeschlagen in der Ecke. Seine Nase blutete und sein Auge war dick angeschwollen. \u201eJoe, h\u00f6rst du mich\u2026Joe!\u201c rief Adam und klopfte ihm sachte auf die Backe, sodass er langsam zu sich kam. \u201eAdam\u2026bist du das?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa Joe\u201c, antwortete Adam. \u201eKomm, ich helfe dir hoch.\u201c Er legte Joes Arm um seine Schulter und schleppte seinen Bruder aus der Gefahrenzone. Hoss entdeckte die beiden auf der Stra\u00dfe vor dem Saloon und kam ihnen entgegen gerannt. \u201eJoe, Adam! Was ist passiert?\u201c rief Hoss aufgebracht. \u201eIch wei\u00df es nicht Hoss. Ich fand ihn so hergerichtet im Saloon. Er war wohl in eine Pr\u00fcgelei verwickelt\u201c, antwortete Adam. \u201eOh Mann, Joe ich habe dir doch gesagt du sollst ruhig bleiben.\u201c rief Hoss \u00e4rgerlich. \u201eHoss k\u00fcmmere du dich um die Bestellung im Warenladen. Luke schafft die Sachen f\u00fcr uns schon aus dem Lager. Ich war eben bei ihm.<\/p>\n<p>Dann bring ich Joe w\u00e4hrend dessen zu Dr. Martin\u201c, schlug Adam vor.<\/p>\n<p>\u201eJa OK, dann treffen wir uns gleich bei Luke\u201c, sagte Hoss und machte sich auf den Weg.<\/p>\n<p>Adam schleppte seinen Bruder eine Stra\u00dfe weiter zum Arzt. Dieser war gl\u00fccklicherweise in seiner Praxis und hatte sofort Zeit um sich Joe anzusehen.<\/p>\n<p>\u201eOh, was ist denn mit Joe passiert?!\u201c sagte Dr. Martin sofort, als er sah wie Joe hergerichtet war. \u201eEr ist in eine Pr\u00fcgelei geraten. Er hat ganz sch\u00f6n was abbekommen. Sehen Sie sich ihn mal an Dr.\u201c bat Adam. \u201eSetze ihn hierher auf die Liege.\u201c Der Doktor untersuchte Joe einige Minuten, dann stellte er fest: \u201e Sieht schlimmer aus als es ist. Die Nase blutet zwar und sein Auge ist angeschwollen, aber das wird wieder. Da kann er froh sein, dass er nicht mehr abbekommen hat.\u201c Adam war froh, dass es seinem Bruder besser ging als erwartet. Joe konnte nach einer Weile auch wieder besser laufen, sodass Adam ihn nur noch leicht st\u00fctzen musste. Gemeinsam gingen sie zu Luke, wo Hoss schon die ersten Mehls\u00e4cke auf den Wagen auflud.<\/p>\n<p>\u201eNa wie steht\u2019s um Joe?\u201c fragte Hoss besorgt. \u201eEs geht ihm besser als er aussieht.\u201c Lachte Adam. \u201eDr. Martin meinte, er h\u00e4tte Gl\u00fcck gehabt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWo sind denn die Typen geblieben, denen du die 400$ schuldest Joe?\u201c fragte Hoss seinen j\u00fcngeren Bruder. \u201eIch wei\u00df nicht. Ich wollte die Karten sehen, ob sie in Ordnung sind und dann kam es zu einer Pr\u00fcgelei. Irgendwann sind die Kerle dann verschwunden\u201c, erz\u00e4hlte Joe.<\/p>\n<p>\u201eDu hast 400 Tacken verspielt Joe?\u201c fragte Adam ungl\u00e4ubig. \u201eJa, aber nur weil Hoss so lange gebraucht hat um das Geld f\u00fcr die Vorr\u00e4te zu holen und ich mich gelangweilt habe\u201c, entgegnete Joe. \u201eIch war eben auf der Ranch um die Kutsche zu holen. Dabei habe ich eine Nachricht von Pa im Haus gefunden. Er will, dass wir sofort zum \u00f6stlichen Holzf\u00e4llercamp kommen, wenn wir die Arbeit erledigt haben, weil die Holzf\u00e4ller wegen der Hitze die Arbeit verweigern.\u201c \u201eDen Streik kann ich diesmal ausnahmsweise verstehen, es ist wirklich verdammt hei\u00df\u201c, sagte Hoss. \u201eIch habe aber dem Deputy versprochen Sheriff Coffee zu suchen um ihm \u00fcber den Bank\u00fcberfall zu berichten\u201c, erw\u00e4hnte Hoss. \u201eWelcher Bank\u00fcberfall?\u201c fragten Joe und Adam wie aus einem Munde.<\/p>\n<p>\u201eStimmt, ich bin noch gar nicht dazu gekommen euch davon zu erz\u00e4hlen. Ich habe vorhin einen Bankr\u00e4uber geschnappt. Der hat sich aber auch ziemlich dumm angestellt. Der Kerl ist mir mit samt der Beute doch glatt in die Arme gelaufen. War wohl ein Anf\u00e4nger. Der Deputy meint er ist einer von den Wilson-Br\u00fcdern. Na ja und ich soll Coffee dar\u00fcber bescheid geben, weil der Deputy das Gef\u00e4ngnis nicht unbeaufsichtigt lassen kann\u201c, berichtete Hoss.<\/p>\n<p>\u201eIch habe 300$ Belohnung f\u00fcr den Fang bekommen. Au\u00dferdem habe ich noch die 400$, die Joe eigentlich verspielt hat. Damit k\u00f6nnen wir jetzt die Vorr\u00e4te bezahlen\u201c, f\u00fcgte Hoss hinzu.<\/p>\n<p>Gemeinsam luden die Br\u00fcder die verschiedenen Dinge die Ben bestellt hatte auf den Wagen.<\/p>\n<p>Darunter waren verschiedene Konserven, Mehl, Pfeifentabak f\u00fcr Ben, Kartoffeln, Bohnen etc.<\/p>\n<p>Als alles auf den Wagen geladen war bezahlte Hoss die Sachen bei Luke und die drei Br\u00fcder sprachen ab, dass Hoss die Kutsche mit samt den Waren zur Ranch fahren sollte, w\u00e4hrend Joe und Adam nach Sheriff Coffee Ausschau halten wollten.<\/p>\n<p>\u201eAm besten du stellst die Sachen nur schnell ab und f\u00e4hrst dann zu Pa ins Holzf\u00e4llercamp, denn er meinte es w\u00e4re dringend. Du wirst ihm am besten weiterhelfen k\u00f6nnen, du bist der Kr\u00e4ftigste von uns Dreien\u201c, sagte Adam. \u201eAch, ihr wollt euch doch nur vor der Arbeit dr\u00fccken\u201c, klagte Hoss die beiden scherzhaft an. \u201eKeine Angst Dicker, wir kommen ja nach sobald wir Coffee gefunden haben\u201c, sagte Joe lachend und zwinkerte ihm zu.<\/p>\n<p>Hoss schwang sich auf den Kutschbock und fuhr mit der voll beladenen Kutsche los.<\/p>\n<p>\u201eLass uns mal schauen, ob Coffee wieder in sein B\u00fcro zur\u00fcck gekehrt ist\u201c, schlug Adam vor.<\/p>\n<p>Im Gef\u00e4ngnis war aber nur der Deputy, der weiterhin Wache schob.<\/p>\n<p>\u201eHallo Mr. Smith\u201c, \u201eHallo\u201c, begr\u00fc\u00dfte sie der Deputy.<\/p>\n<p>\u201eWir wollten nur wissen, ob Sheriff Coffee inzwischen aufgetaucht ist. Unser Bruder konnte ihn n\u00e4mlich nicht auffinden\u201c, erz\u00e4hlte Adam. \u201eNein, bisher nicht. Langsam mache ich mir Sorgen. Sein Rundgang dauert nie l\u00e4nger als zwei Stunden. Es muss irgendwas vorgefallen sein, dass er so lange braucht. Es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn die Wilson-Br\u00fcder dahinter stecken. Sie kommen aus dem benachbarten Bundesstaat. Coffee hat letzte Woche erst ein Warnschreiben bekommen, dass die Br\u00fcder wieder auf freiem Fu\u00df sind. Seht ihr?!\u201c<\/p>\n<p>Der Deputy nahm das Schreiben aus der Schublade und hielt es den Cartwrightbr\u00fcdern hin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An den Sheriff von Virginia City:<\/p>\n<p>Lieber Mr. Coffee,<\/p>\n<p>ich muss Ihnen mitteilen, dass ich die Gebr\u00fcder Wilson letzte Woche aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen musste, da sie ihre Strafe sachgem\u00e4\u00df und vollst\u00e4ndig abgeb\u00fc\u00dft haben. Sie befinden sich also seit Montag wieder auf freiem Fu\u00df. Daher bin ich verpflichtet alle umliegenden Bundesstaaten vor den Br\u00fcdern zu warnen. Auch Ihre Stadt k\u00f6nnte von ihnen heimgesucht werden. Sollten die Br\u00fcder wieder aufgrund einer Straftat verhaftet werden, bitte ich um umgehende Benachrichtigung.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>Mr. Tea<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWenn ich das so lese, h\u00f6rt es sich aber nicht gerade so an, als w\u00e4ren die Kerle harmlos.<\/p>\n<p>Warum begeht dann einer alleine einen Bank\u00fcberfall. Das w\u00e4re doch viel einfacher, wenn drau\u00dfen einer Schmiere steht und der andere beim Einpacken hilft oder nicht?\u201c \u00fcberlegte Adam. \u201eJa, das frag ich mich eben auch Adam. Entweder sind die so dumm oder das ist Teil eines Plans.\u201c Der Deputy hatte den Satz kaum zu ende gebracht als eine Frau aufgebracht und v\u00f6llig durch den Wind ins Gef\u00e4ngnis gest\u00fcrmt kam. \u201eDeputy! Deputy! Sheriff Coffee und mein Mann wurden gekidnappt!\u201c Die Frau konnte kaum reden, so schnell war sie gelaufen.<\/p>\n<p>\u201eBeruhigen Sie sich Madam\u201c, redete Mr. Smith auf sie ein. \u201eWann wurde Coffee, wo und von wem gekidnappt? Alles der Reihe nach.\u201c \u201eSie haben sich in der Poststation verschanzt und drohen Coffee und meinem Mann, dem B\u00fcrgermeister etwas anzutun, wenn der Gefangene nicht mit samt dem Geld frei gelassen wird. Mein Mann wollte etwas mit dem Sheriff besprechen, dabei scheint er wohl in die Geiselnahme geraten zu sein.\u201c, keuchte die Frau v\u00f6llig au\u00dfer Atem. \u201eDa stecken 100%-ig die anderen beiden Wilson-Br\u00fcder dahinter\u201c, sagte Mr. Smith. \u201eMadam sagen Sie, wissen Sie wie viele M\u00e4nner sich auf der Poststation aufhalten? Sind es nur seine Br\u00fcder oder noch mehr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas wei\u00df ich leider nicht\u201c, antwortete die Frau.<\/p>\n<p>\u201eTun Sie was Deputy mein Mann schwebt in Lebensgefahr!\u201c<\/p>\n<p>\u201eJoe, Adam ich ernenne euch hiermit zu meinen Gehilfen, wenn ihr einverstanden seid. Nehmt euch einen Deputy-Stern.\u201c Mr. Smith ging zu einem Schrank und holte zwei gl\u00e4nzende silberne Deputy-Sterne hervor.<\/p>\n<p>\u201eDie Br\u00fcder wollten sicher gehen, dass sie das Geld bekommen und haben sich daher mit der Geiselnahme abgesichert, dass sie das Geld auch bekommen w\u00fcrden, wenn ihr Bruder bei dem \u00dcberfall geschnappt werden sollte. Gar nicht so dumm die Kerle.<\/p>\n<p>Joe, Adam wir m\u00fcssen uns ein Bild von der Lage machen. Ich bleibe hier und bewache den Wilson-Bruder und ihr schaut, ob ihr herausfinden k\u00f6nnt, wie viele Leute sich in der Poststation befinden und wie sie sich die Geiselfreilassung vorstellen. Ich versuche inzwischen per Telegrafie Verst\u00e4rkung zu bekommen. Viel Gl\u00fcck Jungs!\u201c<\/p>\n<p>Adam und Joe entsicherten ihre Pistolen und rannten dann in Richtung Poststation.<\/p>\n<p>Einige Leute standen in sicherem Abstand dort und hatten anscheinend einen Kontakt zu den Geiselnehmern hergestellt. Ein ziemlich gro\u00dfer Mann mit einem rot karierten Hemd rief hin\u00fcber: \u201eWas wollt ihr den mit der Geiselnahme erreichen? Ihr kommt niemals lebend aus dieser Stadt heraus. Eine ganze Meute aufgebrachter Leute ist bereit euch zu lynchen!\u201c<\/p>\n<p>Adam und Joe mischten sich unter die Menge und h\u00f6rten das Gespr\u00e4ch mit an.<\/p>\n<p>Nach einer Weile zog Adam Joe zur Seite: \u201eJoe ich glaube, ich habe eine Idee. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir aber unsere Deputy-Sterne abnehmen. Man darf uns nicht als Komplizen des Hilfssheriffs erkennen.\u201c Beide nahmen ihren Stern von der Brust und schoben ihn in ihre Hosentasche.<\/p>\n<p>Adam erkl\u00e4rte Joe seinen Plan und versuchte dann so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich zu dem Mann mit dem karierten Hemd zu gelangen: \u201ePsst.\u201c Der Mann drehte sich um \u201eMein Bruder und ich sind vom Deputy zu Hilfssheriffs ernannt worden. Deshalb w\u00e4re es gut, wenn du mir einige Fragen beantworten k\u00f6nntest. Damit wir den Sheriff und den B\u00fcrgermeister da heil herausholen k\u00f6nnen\u201c \u201eHilfssheriffs?\u201c fragte der Mann ungl\u00e4ubig. \u201eWo sind denn eure Sterne?\u201c Joe und Adam zogen jeweils ihren Stern unauff\u00e4llig ein kleines St\u00fcck aus der Tasche hervor. \u201eDen sollen die Geiselnehmer nicht unbedingt sehen.\u201c fl\u00fcsterte Joe. \u201eWissen die Geiselnehmer, dass die zweite Geisel der B\u00fcrgermeister von Virginia City ist?\u201c begann Adam zu fragen.<\/p>\n<p>\u201eNein, diese Kerle haben sich schon als Wilson-Br\u00fcder zu erkennen gegeben und sie sind nicht von hier, daher denke ich nicht, dass sie wissen um wen es sich handelt\u201c, antwortete der Cowboy. \u201eIch und einige andere M\u00e4nner haben schon versucht ihnen zu verstehen zu geben, dass sie ohnehin keine Chance haben ungeschoren davon zu kommen. Aber die Kerle bleiben hartn\u00e4ckig.\u201c \u201eOK und wei\u00dft du auch wie viele Personen sich im Geb\u00e4ude befinden?\u201c fragte Joe weiter. \u201eJa, nur die beiden Wilson-Br\u00fcder, der Sheriff und der B\u00fcrgermeister.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSicher werden sie schon an der Aufmachung des B\u00fcrgermeisters erkennen, dass es sich um eine h\u00f6her gestellte Person handelt. Vermutlich haben wir dann keine Chance wenigstens eine der Geiseln als unbedeutende Person auszugeben und so freizubekommen\u201c \u00fcberlegte Adam.<\/p>\n<p>\u201eDann machen wir es etwas anders, dann klappt es vielleicht doch. Du h\u00e4ltst den Kontakt zu den Geiselnehmern, Joe du wartest hier und versuchst alles unter Kontrolle zu halten und ich informiere den Deputy.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem Gef\u00e4ngnis hatte sich bereits ein aufgebrachter Mopp versammelt, der den Deputy anklagte, er w\u00fcrde seiner Aufgabe nicht nachkommen und tatenlos in seinem B\u00fcro sitzen.<\/p>\n<p>Adam dr\u00fcckte sich durch die Menge und schaffte es schlie\u00dflich in das Geb\u00e4ude zu kommen.<\/p>\n<p>\u201eDeputy! Ein Mann h\u00e4lt zurzeit den Kontakt mit den Geiselnehmern aufrecht. Mein Bruder versucht die Situation unter Kontrolle zu bringen. Wir haben erfahren, dass sehr wahrscheinlich nur die beiden Wilson-Br\u00fcder die Geiseln bewachen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten es also so versuchen.\u201c Adam erz\u00e4hlte dem Deputy von einem m\u00f6glichen Plan den sich Joe, er und der Mann mit dem karierten Hemd ausgedacht hatten.<\/p>\n<p>\u201eOK Adam, ich habe auch keine bessere Idee. Also versuchen wir es so. Josh du und deine M\u00e4nner ihr umstellt das Geb\u00e4ude!\u201c wies er einen Mann an, der zu dem zusammengetrommelten Trupp an Verst\u00e4rkung geh\u00f6rte. \u201eAlso los!\u201c rief der Deputy und gab Adam ein best\u00e4tigendes Kopfnicken f\u00fcr den Beginn der Durchf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Adam befreite den Wilson-Bruder aus dem Gef\u00e4ngnis, legte ihm Handschellen an und f\u00fchrte ihn aus der Zelle, w\u00e4hrend Mr. Smith zur Bank lief um das Geld zu holen.<\/p>\n<p>Der Bankier wollte das Geld nur widerwillig herausgeben, aber schlie\u00dflich konnte der Deputy ihn davon \u00fcberzeugen, dass er sein Geld wiederbekommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Adam dr\u00fcckte dem Gefangenen den Colt in den R\u00fccken, so f\u00fchrten sie den Wilson-Bruder vor die Poststation. Der Deputy \u00fcbergab Adam die Tasche mit dem Geld, trat dann n\u00e4her an die Poststation heran und rief: \u201eWilson! Kannst du mich h\u00f6ren? Ich mache dir einen Vorschlag.\u201c \u201e\u2026und der w\u00e4re?\u201c hallte eine Stimme aus dem Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>\u201eWir geben euch euren Bruder gegen die eine Geisel zur\u00fcck und das Geld gegen den Sheriff.<\/p>\n<p>Erst wird Geisel gegen Geisel getauscht, dann das Geld gegen die zweite Geisel.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Deputy einen der Wilson-Br\u00fcder durch das Gespr\u00e4ch ablenkte, umstellten einige M\u00e4nner, die sich freiwillig zur Beihilfe bereiterkl\u00e4rt hatten, die Poststation.<\/p>\n<p>Joe schlich unauff\u00e4llig zu dem einzigen Fenster das der Raum, in dem sich die Geiseln befanden aufwies. \u201eAlso Adam wird euren Bruder jetzt aus den Handschellen befreien und ihr schickt uns die erste Geisel im Gegenzug heraus\u201c, schrie der Deputy. Einer der Wilson-Br\u00fcder trat ein St\u00fcck mit dem B\u00fcrgermeister als Schutzschild vor sich aus der T\u00fcr heraus.<\/p>\n<p>Wie besprochen schloss Adam die Handschellen auf, nahm den Wilson-Bruder als Schutzschild vor sich und ging einige Schritte auf den B\u00fcrgermeister zu.<\/p>\n<p>\u201eBei drei, lasst ihr beide die Geiseln los. Eins\u2026zwei\u2026\u201c z\u00e4hlte Mr. Smith. \u201e\u2026.und drei!\u201c<\/p>\n<p>Adam lie\u00df den Wilson-Bruder los, auch der B\u00fcrgermeister wurde losgelassen.<\/p>\n<p>Schnell wurde der B\u00fcrgermeister in die sch\u00fctzende Masse der Leute gezogen und seine Frau viel ihm erleichtert um den Hals: \u201eOh Darling, ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist. Geht es dir gut?\u201c \u201eJa, ja Liebling, nichts passiert.\u201c antwortete der B\u00fcrgermeister etwas au\u00dfer Atem und tupfte sich den Schwei\u00df mit einem Tuch von der Stirn.<\/p>\n<p>\u201e So, jetzt das Geld her!\u201c, hallte eine tiefere Stimme aus der Poststation.<\/p>\n<p>\u201eWir verlangen au\u00dferdem drei Pferde und eine Stunde Vorsprung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEinverstanden! Wir besorgen die Pferde.\u201c, rief der Deputy.<\/p>\n<p>Joshs M\u00e4nner und Joe hatten sich inzwischen hinter und seitlich der Poststation postiert.<\/p>\n<p>Sie warteten nur auf den richtigen Augenblick f\u00fcr den \u00dcbergriff.<\/p>\n<p>Rasch wurden drei Pferde vom Pferdeh\u00e4ndler organisiert. Der Deputy befestigte die Tasche mit dem Geld an einem der S\u00e4ttel. \u201eDie Pferde sind bereit. Das Geld ist aufgeladen.\u201c, rief der Deputy. \u201eOk, meine Br\u00fcder nehmen die Pferde und das Geld in Empfang. Danach \u00fcbergebe ich euch den Sheriff.\u201c Zwei mittelgro\u00dfe M\u00e4nner traten aus dem Hauseingang hervor. Sie trugen abgewetzte, staubige Kleidung. Langsam und voller Misstrauen in den Augen schritten sie auf die bereitgestellten Pferde mit dem Geld zu. Adam hielt die Z\u00fcgel der Pferde in der Hand und \u00fcberreichte sie ihnen. \u201eOk, Blake wir haben sie.\u201c schrie einer der beiden.<\/p>\n<p>Die beiden Wilson-Br\u00fcder bestiegen ihre Pferde und ritten au\u00dfer Schussweite.<\/p>\n<p>Blake, der dritte der Wilson-Br\u00fcder war noch in der Poststation mit Sheriff Coffee.<\/p>\n<p>Langsam kam er den halb bewusstlos geschlagenen Mr. Coffee sch\u00fctzend vor sich haltend einige wenige Schritte aus dem Haus hervorgetreten. \u201eIch werde Coffee ein St\u00fcck auf dem Pferd mitnehmen und ihn dann absetzen um sicher zu gehen, dass mir niemand in den R\u00fccken schie\u00dft, wenn ich mit meinen Br\u00fcdern davon reite.\u201c, hallte die Stimme des Ganoven \u00fcber den Platz vor der Poststation. \u201eDas war nicht Teil der Abmachung.\u201c, schrie der Deputy emp\u00f6rt.<\/p>\n<p>In diesem Moment st\u00fcrmten die Hinterm\u00e4nner das Geb\u00e4ude. Joe hatte die Fensterscheibe eingeschlagen und war durch das Fenster gesprungen. Ehe sich Blake versehen hatte, standen er und die anderen M\u00e4nner hinter ihm. Joe dr\u00fcckte ihm seine Pistole in den R\u00fccken.<\/p>\n<p>\u201eLassen Sie Mister Coffee los, wenn Ihnen ihr Leben lieb ist.\u201c, drohte Joe mit bitterem Ernst in der Stimme. Adam lief auf den Sheriff zu und zog ihn von Blake weg. Blake stand mit seiner Waffe in der Hand da. Er wusste, dass seine Lage aussichtslos war. \u201eLass den Revolver fallen!\u201c, schrie der Deputy. Kaum war das Wort verklungen hallte ein Schuss \u00fcber den Platz.<\/p>\n<p>Der Deputy brach zusammen. Blake hatte auf ihn geschossen. Der Widerhall des Schusses war noch nicht ganz verklungen als der n\u00e4chste Schuss losging. Diesmal war es Blake der heftig blutend zusammensackte. Joe hatte auf ihn geschossen.<\/p>\n<p>Sofort l\u00f6sten sich einige Leute aus der abseits stehenden Menschentraube und eilten zu Mr. Smith. Abgelenkt durch die beiden am Boden liegenden M\u00e4nner, wollten sich die beiden verbliebenen Wilson-Br\u00fcder mit samt dem Geld aus dem Staub machen.<\/p>\n<p>Gott sei Dank, hatte man vorgesorgt und gen\u00fcgend Pferde zur Verfolgung bereitgestellt.<\/p>\n<p>Sofort nahmen zehn M\u00e4nner die Verfolgung auf. Die Hufe der Pferde donnerten \u00fcber den Boden und die Gruppe verschwand in der Ferne in einer Wolke von Staub.<\/p>\n<p>Joe stellte fest, dass Blake tot war. Der Deputy keuchte und atmete schwer vor Schmerzen.<\/p>\n<p>Rasch war Dr. Martin herbeigeeilt und k\u00fcmmerte sich erst um Mr. Smith, dann um Sheriff Coffee. \u201eEin Durchschuss. Er hat Gl\u00fcck. Es wurde keines der inneren Organe besch\u00e4digt. Bringt ihn in meine Praxis.\u201c Sofort eilte ein kr\u00e4ftiger Mann herbei. Adam packte den Deputy unter den Armen, der andere Mann griff nach den F\u00fc\u00dfen. Gemeinsam schleppten sie ihn in Richtung der Arztpraxis. Sheriff Coffee war bereits wieder bei vollem Bewusstsein.<\/p>\n<p>\u201eSie haben eine heftige Platzwunde am Hinterkopf Sheriff.\u201c stellte der Dr. fest. \u201eJa, die Mist-Kerle haben mir einen mit dem Revolver \u00fcber den Sch\u00e4del gezogen\u201c, entgegnete Coffee.<\/p>\n<p>\u201eNicht reden. Sie m\u00fcssen zur Behandlung in meine Praxis.\u201c Joe war sofort zur Stelle und st\u00fctzte Coffee um ihn zur Praxis zu begleiten.<\/p>\n<p>In der Praxis hatte der Arzt die beiden Verletzten rasch versorgt. Mr. Smith wurde verbunden und Coffees Platzwunde gen\u00e4ht.<\/p>\n<p>Die Leute beruhigten sich allm\u00e4hlich wieder. Joe und Adam viel mit einem Male wieder die Bitte ihres Vaters ein, so schnell wie m\u00f6glich zum Holzf\u00e4llercamp zu kommen. Also machten sie sich auf den Weg zu den Pferden. Gerade wollten sie sich in die S\u00e4ttel schwingen, als der Verfolger-Trupp zur\u00fcck kehrte mit zwei Gefangenen im Schlepptau. Sie hatten die geflohenen Willson-Br\u00fcder tats\u00e4chlich \u00fcberw\u00e4ltigt und zur Stadt zur\u00fcck gebracht.<\/p>\n<p>Auch das Geld hatten sie dabei. \u201eHey, Adam, Joe! Schaut mal wir haben die Kerle erwischt.\u201c, sagte der Mann mit dem karierten Hemd mit sichtlichem Stolz. \u201eSollen wir sie jetzt gleich aufh\u00e4ngen?\u201c fragte einer der M\u00e4nner. \u201eNein.\u201c, sagte Adam. \u201eSie bekommen einen fairen Gerichtsprozess und werden rechtm\u00e4\u00dfig verurteilt.\u201c \u201eAch komm Adam du kennst die Kerle, die drehen ein krummes Ding nach dem anderen und beinahe h\u00e4tte es Tote gegeben.<\/p>\n<p>Wir sollten sie jetzt auf der Stelle lynchen, bevor sie weiteres Unheil anrichten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, mein Bruder hat Recht. Wir k\u00f6nnen die Wilson-Br\u00fcder nicht wie ein aufgebrachter Mopp am n\u00e4chst besten Baum aufkn\u00fcpfen. Oder willst du vielleicht daf\u00fcr verantwortlich sein und selbst vor Gericht gestellt werden?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa gut Joe, aber wenn die Kerle noch mal zuschlagen wird es bestimmt Tote geben\u201c, entgegnete der Mann. \u201eEs wird keine Toten geben, weil die beiden in den Knast wandern werden.\u201c, entgegnete Adam mit einer festen, \u00fcberzeugten Stimme.<\/p>\n<p>\u201eOK M\u00e4nner, \u00fcbergebt die beiden den Cartwrights! Das Geld auch Jack\u201c, befahl der Mann im karierten Hemd.<\/p>\n<p>Sofort stiegen mehrere M\u00e4nner des Verfolgertrupps von ihren Pferden und hievten die beiden Gefangenen von den Pferden. \u201eSo hier sind die Kerle und die Kohle. Bringt sie zum Sheriff, wenn ihr sie nicht lynchen wollt.\u201c \u201eGute Arbeit\u201c, sagte Joe.<\/p>\n<p>Der Trupp l\u00f6ste sich rasch auf. Die M\u00e4nner verschwanden in verschiedene Richtungen, einige wollten noch gemeinsam ein Bier im Saloon trinken gehen um ihren Erfolg zu feiern.<\/p>\n<p>\u201eKomm Adam, wir bringen die Kerle zu Sheriff Coffee.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBist du sicher, dass Coffee nach der Aktion schon wieder bei der Arbeit ist? Er wird sich doch hoffentlich erst mal ausruhen. Er hat ganz sch\u00f6n was abbekommen\u201c, antwortet Adam seinem Bruder. \u201eWie ich Coffee kenne sitzt er an seinem Schreibtisch und geht die Post durch. Wollen wir wetten?\u201c forderte Joe seinen Bruder heraus.<\/p>\n<p>\u201eJa, ich f\u00fcrchte du hast Recht.\u201c Die Br\u00fcder brachten die gefesselten Wilsons zum Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Kaum hatten sie die T\u00fcre ge\u00f6ffnet best\u00e4tigte sich Joes Vermutung. Coffee sa\u00df tats\u00e4chlich an seinem Schreibtisch mit einem Kaffee und durchforstete einen Stapel Papiere.<\/p>\n<p>\u201eOh, hallo Jungs!\u201c begr\u00fc\u00dfe sie der Sheriff. \u201eHallo Mr. Coffee.\u201c entgegneten die Br\u00fcder.<\/p>\n<p>\u201eWie geht es Ihnen?\u201c fragten sie beinahe gleichzeitig. \u201eAch schon besser, aber was habt ihr mir denn da mitgebracht?\u201c \u201eDer Verfolgertrupp hat die Wilson-Br\u00fcder geschnappt.\u201c sagte Joe. \u201eGute Arbeit. Dann bring ich sie mal in die Zellen.\u201c Gerade wollte Coffee aufstehen als Adam und Joe anboten, diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen, damit Coffee sich schonen konnte.<\/p>\n<p>\u201eNa gut Jungs, wenn ich ehrlich bin schwirrt mit der Sch\u00e4del noch ein wenig.\u201c gab Coffee zu.<\/p>\n<p>\u201eWarum gehen Sie nicht nach Hause und ruhen sich erstmal aus?\u201c schlug Adam vor.<\/p>\n<p>\u201eUnd wer passt auf die Gefangenen auf?\u201c entgegnete er. \u201eWir k\u00f6nnten das \u00fcbernehmen, wenn Sie wollen.\u201c bot Joe an. \u201eNein, nein Jungs, das ist nett von euch, aber so schlecht geht es mir auch wieder nicht. Ich mag schon \u00e4lter sein, aber so schnell lass ich mich nicht unter kriegen.\u201c<\/p>\n<p>Adam und Joe mussten grinsen. Das war typisch Sheriff Coffee.<\/p>\n<p>Schnell waren die beiden Wilson-Br\u00fcder in die Zellen gesperrt. Joe \u00fcbergab den Zellenschl\u00fcssel an Sheriff Coffee. \u201eDann machen Sie es gut und sagen Sie uns bescheid, wenn Sie Hilfe brauchen\u201c, sagte Joe. \u201eBis dann\u201c, sagte Adam und die Br\u00fcder verlie\u00dfen das Gef\u00e4ngnis. \u201eOb Pa und Hoss die Holzf\u00e4ller wohl wieder zum Arbeiten gekriegt haben?\u201c fragte Adam. \u201eHm. Vielleicht. Lass uns nachsehen.\u201c Beide schwangen sich auf ihre Pferde und machten sich auf den Weg zum Holzf\u00e4llercamp. Doch sie hatten kaum das Ende der Stadt erreicht, als ihnen ein Trupp M\u00e4nner auf Pferden den Weg versperrte.<\/p>\n<p>Ein Mann mit brauner Lederweste auf einem gr\u00e4ulichen Pferd dr\u00e4ngte sich nach vorne. Es war Ed.<\/p>\n<p>\u201eNa, da sind ja die feinen Herren Carthwright. Ihr schuldet uns Geld. Ganz genau 400 Piepen.\u201c \u201eIst das der Kerl gegen den du das Spiel verloren hast, Joe?\u201c fl\u00fcsterte Adam seinem Bruder zu. \u201eJa, aber die Kerle haben mit Sicherheit nicht fair gespielt. Sie wollten mich die Karten nicht untersuchen lassen. Die waren 100%-ig gezinkt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas ist? Hat es euch die Sprache verschlagen? Habt wohl nicht gedacht, dass ich auf mein Geld bestehe\u201c, raunze Ed sie an. \u201eSoll ich ihnen das Geld geben?\u201c, fragte Joe seinen Bruder. \u201eTja, du hast keine andere Wahl, es sei denn du h\u00e4ttest Beweise. Wenn wir uns mit der Horde nicht herumpr\u00fcgeln wollen, wirst du es ihnen geben m\u00fcssen\u201c, riet ihm Adam.<\/p>\n<p>\u201eWenn ich es mir so \u00fcberlege, w\u00fcrde ich mich lieber pr\u00fcgeln, als den Falschspielern die 400$ zu \u00fcberlassen.\u201c \u201eJoe, zwei Verletzte reichen. Lass den Bl\u00f6dsinn. Die schlagen dich nieder und nehmen sich das Geld. Wir haben keine Chance gegen 15 Mann.\u201c Joe h\u00f6rte zur Abwechslung mal auf den Rat seines Bruders. Er stieg langsam von Cochise ab und wollte gerade nach dem Geld greifen. \u201eOh verfluchter Mist. Adam, Hoss hat das Geld.\u201c \u201eOh man Joe, das ist nicht wahr oder?\u201c \u201eIch f\u00fcrchte doch.\u201c sagte Joe besch\u00e4mt.<\/p>\n<p>\u201eDann muss einer von uns noch mal in die Bank. Ich habe nur 100$ bei mir.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAlso h\u00f6r zu Ed. Wir haben nur 100$ dabei. Den Rest bekommst du ein anders mal, wir haben jetzt keine Zeit.\u201c rief Joe. \u201eIch will die 400 Piepen bar auf die Hand sofort!\u201c schrie Ed aufgebracht. \u201eDiesmal bleibt aber dein Bruder hier und du gehst die Kohle holen.\u201c legte Ed fest. \u201eDas ist ja wohl unsere Sache wer das Geld holen geht.\u201c raunzte Joe zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ed bekam vor Wut einen roten Kopf. \u201eSchon gut Joe. Hol einfach schnell das Geld, damit wir die Sache aus der Welt schaffen k\u00f6nnen\u201c, sagte Adam um eine Pr\u00fcgelei zu verhindern. \u201eDemn\u00e4chst l\u00e4sst du einfach das Gl\u00fccksspiel, dann bringst du dich auch nicht st\u00e4ndig in Schwierigkeiten.\u201c Joe machte sich auf den Weg zur Bank um noch mal 300$ abzuholen.<\/p>\n<p>Rasch war das Geld besorgt. Ed bekam sein Geld und der Trupp machte sich davon.<\/p>\n<p>\u201ePa wird sich sicher freuen, wenn er sieht, dass sein Konto um ein paar hundert Dollar leichter ist.\u201c \u00fcberlegte Adam. \u201eNein, wir m\u00fcssen Hoss dazu \u00fcberreden, dass er uns das Geld gibt, das er als Belohnung bekommen hat.\u201c schlug Joe vor w\u00e4hrend sie sich auf dem Weg zum Holzf\u00e4llercamp befanden. \u201eUNS? Du hast das Geld doch verspielt. Au\u00dferdem glaube ich nicht, dass Hoss dir das Geld so einfach gibt.\u201c \u201ePa wird mir das Fell \u00fcber die Ohren ziehen, wenn er dahinter kommt.\u201c, bef\u00fcrchtete Joe. Sie ritten gerade an einigen d\u00fcrren B\u00e4umen auf einem erdigen Pfad entlang. Langsam n\u00e4herten sie sich dem Holzf\u00e4llercamp. Die ersten Ponderosa-Tannen tauchten vor ihnen auf. Sie hatten das Waldgebiet erreicht.<\/p>\n<p>Einige Minuten sp\u00e4ter trafen sie auf eine kleine Gruppe M\u00e4nner, die in der Hitze m\u00fchsam die dicken Tannen f\u00e4llten. Es waren kaum mehr als 10 Mann, soweit Little Joe und Adam die zwischen den B\u00e4umen schuftenden M\u00e4nner \u00fcberblicken konnten.<\/p>\n<p>Adam sah einen der Gruppenleiter, den sie als solchen bestimmt hatten, denn er war schon \u00e4lter, um die 40 Jahre alt und hatte schon eine Menge Erfahrung.<\/p>\n<p>Er sprang von seinem Pferd ab und ging zu ihm. \u201eHallo Sack. Wie l\u00e4uft\u2019s?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHallo Adam. Nicht gut. Wir sind die einzigen, die bei der Hitze noch weiter f\u00fcr deinen Vater arbeiten wollten. Der Rest hat die Arbeit verweigert.\u201c<\/p>\n<p>Nun kam auch Joe mit den beiden Pferden n\u00e4her. \u201eHallo Joe!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHallo Sack!\u201c antwortete er. \u201eWei\u00dft du wo Hoss und Pa sind?\u201c fragte Adam schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>\u201eJa, sie wollten sich eine kurze Verschnaufpause oben in der H\u00fctte g\u00f6nnen, einen Schluck trinken und ein paar Minuten ausruhen.\u201c antwortete Sack. Er war sichtlich ersch\u00f6pft, denn er und seine M\u00e4nner arbeiteten schon seit dem Morgen oben in den W\u00e4ldern.<\/p>\n<p>\u201eKomm Joe wir gehen zu ihnen\u201c, schlug Adam vor und klopfte Sack dankend f\u00fcr seine Treue auf die Schulter zur Verabschiedung. Sack angestrengter, m\u00fcder Blick hellte sich kurz zu einem L\u00e4cheln auf, bevor er mit seiner Arbeit fortfuhr.<\/p>\n<p>Adam und Joe stiegen auf ihre Pferde und ritten die Anh\u00f6he weiter hinauf, wo sich die kleine Holzf\u00e4llerh\u00fctte befand. Vor der H\u00fctte fanden sie Buck und Shubber vor. Sie standen dort und grasten gen\u00fcsslich. Joe und Adam stellten ihre Pferde dazu und betraten die H\u00fctte.<\/p>\n<p>\u201eHallo Jungs, da seid ihr ja endlich!\u201c rief Ben erfreut. \u201eIhr kommt etwas sp\u00e4t. Ist was dazwischen gekommen?\u201c \u201eJa.\u201c sagte Joe. Er wollte gerade erl\u00e4utern, was passiert war, aber Ben lie\u00df ihn nicht ausreden. \u201eKommt Jungs. Hoss und ich k\u00f6nnen eure Hilfe gut gebrauchen.<\/p>\n<p>Wenn wir den 3-Hektar-Auftrag noch heute erf\u00fcllen, hat uns Mr. Mortensen einen 50%-igen Zuschlag versprochen, d.h. wir bekommen nicht 2000$, sondern 3000$ f\u00fcr den Auftrag. Ist das nicht ein gro\u00dfz\u00fcgiges Angebot?! Wir m\u00fcssen den Auftrag aber bis heute Abend um 6PM erf\u00fcllt haben. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. Es fehlen noch 22 Tannen.\u201c<\/p>\n<p>Ben stand sofort auf und packte entschlossen seine Axt. Hoss tat es ihm gleich.<\/p>\n<p>Joe und Adam folgten ihnen. \u201eDie M\u00e4nner, die uns noch geblieben sind machen gleich Feierabend und sie schaffen noch ca. 10 Tannen, sch\u00e4tze ich. Die anderen 12 m\u00fcssen wir zu viert in der vorgegeben Zeit schlagen, sonst ist das Angebot ung\u00fcltig. Mr. Mortensen besteht darauf, dass wir sie bis 6PM liefern. Wir schlagen also jeder drei der Tannen, dann haben wir den Auftrag erf\u00fcllt. Uns bleiben noch 1,5 Stunden Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Hastig eilte Ben mit seinen drei S\u00f6hnen im Schlepptau in den n\u00f6rdlichen Teil der Waldfl\u00e4che.<\/p>\n<p>\u201eHier ist der Bestand dicht. Hier k\u00f6nnen wir die Tannen schlagen. Adam du schl\u00e4gst diese Tannen.\u201c Dabei deutete Ben auf drei gewaltige Tannen vor ihnen, die schon doppelt so alt sein mussten, wie Ben selbst. \u201eHoss, Joe ihr geht auf die andere Seite des Flusses! Dort sind<\/p>\n<p>bereits einige Tannen, die gef\u00e4llt werden sollen, gekennzeichnet.\u201c<\/p>\n<p>Die S\u00f6hne folgten ihrem Vater auf\u2019s Wort und begannen die \u00c4xte in das alte Holz der m\u00e4chtigen Tannen zu rammen. Obwohl die Sonne ganz allm\u00e4hlich begann unter zu gehen, herrschte noch immer eine dr\u00fcckende Hitze. Die ersten Tannen waren schnell gef\u00e4llt. Aber bald lie\u00dfen die Kr\u00e4fte nach. Immer h\u00e4ufiger mussten sie einen Schluck Wasser nehmen.<\/p>\n<p>Nach einer Weile tauchte Sack auf. \u201eWir sind fertig Mr. Cartwright. Wir haben bis Punkt halb sechs gearbeitet, wie es im Vertrag vereinbart ist.\u201c \u201eDanke Sack. Ihr seid die einzigen, auf die wir uns auch jetzt verlassen konnten. Ich werde euch einen Gehaltszuschuss auszahlen. Gute Arbeit!\u201c sagte Ben. \u201eDanke Sir.\u201c Dann verschwand Sack um seine Sachen zu holen und in den Feierabend zu gehen. \u201eLos Jungs, jeder noch eine Tanne, dann haben wir es geschafft.<\/p>\n<p>Beeilt euch! Wir haben nur noch eine halbe Stunde.\u201c Die Br\u00fcder legten sich ins Zeug und gaben ihr Bestes um die Tannen so schnell wie m\u00f6glich zu f\u00e4llen. Allen Vieren rann der Schwei\u00df \u00fcber die Stirn, dennoch kamen sie gut voran.<\/p>\n<p>Joe wollte sich gerade einen Schluck Wasser nehmen, als er unten im Tal auf der Stra\u00dfe eine Kutsche entdeckte. \u201ePa! Pa!\u201c rief er sofort. \u201eMr. Mortensen ist bald hier. Er ist schon im Tal.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas?\u201c rief Ben etwas erschrocken. \u201eWenn er bereits im Tal ist, bleiben uns keine zehn Minuten mehr. Los!\u201c trieb er seine S\u00f6hne an und rammte die Axt mit voller Kraft in den Stamm der riesigen Tanne. Hoss war als erstes fertig. Er rannte sofort zu Joe, der die Tanne neben ihm f\u00e4llte. \u201eJoe, ich helfe dir von der anderen Seite.\u201c Er rammte die Axt auf der anderen Seite in die Tanne. Man h\u00f6rte bereits das Aufschlagen der Pferdehufe auf den felsigen Boden, als die letzten Tannen schlie\u00dflich zu Boden vielen. Keine Minute sp\u00e4ter standen zwei M\u00e4nner vor ihnen. \u201eHallo Mr. Cartwright. Mein Name ist Wood, Jonathan Wood.\u201c Stellte sich der Mann vor und gab Ben die Hand. \u201eHallo Mr. Wood.\u201c entgegnete Ben.<\/p>\n<p>\u201eGuten Tag.\u201c begr\u00fc\u00dfte er Bens S\u00f6hne. \u201eIch komme wegen des Holzauftrages von Mr. Mortensen. Er wartet in der Kutsche auf sie um das Gesch\u00e4ftliche zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Bitte folgen Sie mir.\u201c Ben ging sofort zu Buck. W\u00e4hrend er sich auf den R\u00fccken seines Pferdes schwang, rief er seinen S\u00f6hnen zu: \u201eJungs, ihr k\u00f6nnt schon mal zur Ranch reiten, ich komme dann sp\u00e4ter nach.\u201c Dann verschwand er mit Mr. Wood und dem anderen Mann hinter den Tannen. Joe, Adam und Hoss machten sich auf den Weg zur\u00fcck zur Ranch.<\/p>\n<p>\u201ePuh, wir konnten den Auftrag gerade noch rechtzeitig erf\u00fcllen\u2026\u201c, sagte Joe und wischte sich den Schwei\u00df von der Stirn. \u201eJa, das ist wahr.\u201c sagte Hoss. \u201eEin paar Minuten weniger und wir w\u00e4ren nicht fertig geworden.\u201c sagte Adam. W\u00e4hrend sich die Br\u00fcder auf dem R\u00fcckweg befanden, war Ben mit seinen beiden Begleitern bei der Kutsche unten im Tal angekommen. Ben hatte noch nie zuvor einen Auftrag von Mr. Mortensen erhalten, denn dieser war neu im Gesch\u00e4ft, aber er galt als schlauer und gleichzeitig gerechter und gro\u00dfz\u00fcgiger Gesch\u00e4ftsmann.<\/p>\n<p>Mr. Wood klopfte an die T\u00fcre der Kutsche. \u201eMr. Mortensen?\u201c \u201eJa, kommen Sie herein Wood.\u201c entgegnete eine Stimme aus der Kutsche. Mr. Wood \u00f6ffnete die T\u00fcre und wies Ben mit einer Handbewegung an in die Kutsche zu steigen. \u201eHallo Mr. Cartwright, ich habe auf Sie gewartet.\u201c sagte er ruhig, aber bestimmt. Ben begr\u00fc\u00dfte den Mann und musterte ihn dabei kurz. Er trug einen edlen Anzug und einen Hut. Gerade war er dabei sich eine Zigarre anzuz\u00fcnden. Alles deutete darauf hin, dass er ein ziemlich erfolgreicher junger Gesch\u00e4ftsmann war. \u201eKonnten Sie den Auftrag zu dem fr\u00fcheren Zeitpunkt fertig stellen?<\/p>\n<p>Es war ja doch recht kurzfristig.\u201c fragte er, als w\u00fcrde er daf\u00fcr Verst\u00e4ndnis haben, wenn es nicht so w\u00e4re. \u201eJa, wir haben es noch knapp geschafft.\u201c Sagte Ben leicht verlegen.<\/p>\n<p>\u201eSehr gut! M\u00f6chten Sie auch eine Zigarre?\u201c fragte er, w\u00e4hrend der Zigarrenrauch seinem Mund entfloh. Er nahm gen\u00fcsslich einen weiteren Zug, als Ben sagte: \u201eNein danke. Ich rauche nur gelegentlich Pfeife.\u201c \u201eMr. Cartwright Sie haben gute Arbeit geleistet. Ich wei\u00df Flexibilit\u00e4t und Spontanit\u00e4t, wie Sie sie aufweisen sehr zu sch\u00e4tzen. Wie versprochen werde ich Ihnen den 50%-igen Zuschlag dazu geben. Ich hoffe wir werden auch weiterhin Partner bleiben, denn ich kann zuverl\u00e4ssige Gesch\u00e4ftspartner gut gebrauchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDanke Mr. Mortensen selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen wir Partner bleiben.\u201c sagte Ben.<\/p>\n<p>\u201eIch k\u00f6nnte ab n\u00e4chster Woche noch mal gut die doppelte Menge Holz gebrauchen.<\/p>\n<p>Im Westen soll eine Br\u00fccke zur Ostverbindung f\u00fcr die Eisenbahn gebaut werden.<\/p>\n<p>Wenn Sie Interesse haben, k\u00f6nnten wir den Vertrag schon jetzt abschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>sagte Mr. Mortensen und nahm erneut einen Zug an seiner Zigarre.<\/p>\n<p>\u201eEs tut mir leid, wenn wir diese Menge schlagen w\u00fcrden, w\u00e4ren unserer W\u00e4lder in ihrem Bestand gef\u00e4hrdet. Eine solch gro\u00dfe Menge k\u00f6nnen wir nicht schlagen. Dieses Jahr d\u00fcrften es noch maximal 2 Hektar sein, aber nicht mehr.\u201c antwortete Ben selbstbewusst.<\/p>\n<p>\u201eWirklich Mr. Cartwright? Sie k\u00f6nnen doch im Gegenzug n\u00e4chstes Jahr mehr B\u00e4ume anpflanzen. \u00dcberlegen Sie es sich, ich mache ihnen einen sehr guten Preis.\u201c<\/p>\n<p>Sagte Mr. Mortensen, w\u00e4hrend ein Schwall Rauch aus seinem Mund quoll.<\/p>\n<p>\u201eNein, ausgeschlossen. Sehen Sie, f\u00fcr jeden Baum den wir f\u00e4llen wird ein neuer Baum gepflanzt. Nur so k\u00f6nnen wir die W\u00e4lder f\u00fcr unsere Kinder, Enkel und Urenkel erhalten.<\/p>\n<p>Ich werde keine Ausnahme machen. Ich kann Ihnen lediglich die 2 Hektar Holz zugestehen, aber nicht mehr.\u201c antwortet Ben fest entschlossen.<\/p>\n<p>\u201eWenn ich den Auftrag vergebe\u2026\u201c, sagte Mr. Mortensen \u201eWill ich, dass er komplett erf\u00fcllt wird. Das hei\u00dft im Klartext, entweder Sie nehmen ihn so an, wie ich es Ihnen sage oder gar nicht. Dann vergebe ich den Auftrag anderweitig. Sie haben zwar hier in der Gegend eins der besten H\u00f6lzer, aber d.h. nicht, dass andere Leute kein gutes Holz liefern k\u00f6nnen. Also \u00fcberlegen Sie es sich. Ich mache Ihnen ein einmaliges Angebot. 6000$ das k\u00f6nnen Sie nicht abschlagen. So einen Preis erzielen Sie mit Ihrem Holz nirgendwo.\u201c Er legte seine Zigarre bei Seite. \u201eWas ist? Nehmen Sie an?\u201c. \u201eNein, ich bleibe bei meiner Entscheidung. Im n\u00e4chsten Jahr bin ich gerne bereit Ihnen eine gr\u00f6\u00dfere Menge zu liefern, aber f\u00fcr dieses Jahr haben wir genug B\u00e4ume gef\u00e4llt.\u201c sagte Ben. \u201eIch habe noch nie so einen bewundernswerten Sturkopf erlebt. Jeder andere h\u00e4tte bei dem Preis nicht lange gefackelt. Nun gut, es ist Ihre Entscheidung.\u201c Mr. Mortensen zog ein Lederetui hervor. Er entnahm einige Scheine.<\/p>\n<p>\u201eSo hier sind, wie versprochen Ihre 3000$. Es w\u00fcrde mich freuen irgendwann wieder mit Ihnen ins Gesch\u00e4ft zu kommen.\u201c Ben erhob sich. \u201eJa, auf Wiedersehen. Es war mir eine Freude dieses Gesch\u00e4ft mit Ihnen abzuschlie\u00dfen.\u201c Ben verlie\u00df die Kutsche und machte sich auf den Weg zur\u00fcck zur Ranch. Inzwischen d\u00e4mmerte es. Die Sonne ging langsam aber sicher hinter den Bergen unter. Ben erreichte die Ranch im Halbdunkel.<\/p>\n<p>Er trat durch die massive Holzt\u00fcr der Ponderosa. Am Kamin sa\u00dfen Joe und Hoss. Sie spielten Dame und tranken Kaffee. \u201eHallo Pa, da bist du ja endlich. Wir dachten schon du kommst gar nicht mehr.\u201c \u201eHallo Joe, hallo Hoss. Mr. Mortensen wollte gleich einen neuen Vertrag aushandeln, daher hat es l\u00e4nger gedauert.\u201c Ben legte seinen Hut und seinen Pistolenhalfter auf der Kommode ab. \u201eSchon wieder? Hast du ihn angenommen\u201c fragte Joe leicht verwundert.<\/p>\n<p>\u201eNein, so viel Holz h\u00e4tten wir dieses Jahr nicht mehr schlagen k\u00f6nnen. Das ist f\u00fcr den Baumbestand nicht gut.\u201c sagte Ben. \u201eAch so.\u201c Sagte Joe und nahm einen Schluck Kaffee, w\u00e4hrend Hoss einen Stein in eine Dame verwandelte. \u201eDame!\u201c rief dieser erfreut.<\/p>\n<p>\u201eMist.\u201c Sagte Joe und konterte sogleich mit einem Sprung \u00fcber zwei von Hoss\u2019 Steinen.<\/p>\n<p>\u201eWo ist eigentlich Adam?\u201c fragte Ben w\u00e4hrend er sich Kaffee in eine Tasse goss.<\/p>\n<p>\u201eAch, der ist noch mal in den Stall gegangen um nach Sport zu sehen.\u201c antwortete Hoss.<\/p>\n<p>\u201eJoe kannst du bitte Buck in den Stall bringen und ihn versorgen?\u201c sagte Ben und griff sich mit einer Hand an den Nacken um zu verstehen zu geben, dass er Nackenschmerzen hatte.<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich, Pa.\u201c sagte Joe und stand sofort auf. Er nahm die Z\u00fcgel von Buck. Dieser wieherte leise und schnaubte dann. \u201eNa komm alter Junge. Jetzt gibt es erstmal eine Portion Hafer.\u201c Sagte Joe bes\u00e4nftigend und streichelte dem Tier \u00fcber die lange M\u00e4hne.<\/p>\n<p>Im Stall hockte Adam neben Sport und verband dessen Bein.<\/p>\n<p>\u201eHallo Adam. Na wie geht\u2019s Sport?\u201c \u201eSchon viel besser. Hoss\u2019 Wundermittel hat gewirkt.<\/p>\n<p>Ich sch\u00e4tze noch einen Tag ausruhen und Pflege, dann ist er wieder ganz der Alte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas wird Hoss bestimmt freuen, Adam.\u201c Sagte Joe, w\u00e4hrend er Buck begann zu striegeln.<\/p>\n<p>\u201eSoll ich dir helfen?\u201c fragte Adam und griff schon nach dem Hafersack. \u201eJa, er braucht noch Futter.\u201c Adam sch\u00fcttete eine gro\u00dfz\u00fcgige Portion in Bucks Futtertrog. Buck fing sofort an zu fressen. \u201eAdam, was machen wir, wenn Pa wissen will, was wir mit dem Geld gemacht haben? Wir k\u00f6nnen ja schlecht behaupten die Preise bei Luke w\u00e4ren so stark gestiegen.<\/p>\n<p>Hast du eine Idee? Pa wird sich f\u00fcrchterlich aufregen, wenn er herausbekommt, dass ich das Geld verspielt habe.\u201c sagte Joe und neigte den Kopf, womit er seine Reue zeigte.<\/p>\n<p>\u201eSelbst wenn Hoss und ich dir Geld leihen w\u00fcrden, w\u00fcrde Pa die Geldbewegung auf seinen Kontopapieren sehen. Du wirst ihm also so oder so eine Erkl\u00e4rung abliefern m\u00fcssen.\u201c sagte Adam. \u201eMist das habe ich gar nicht bedacht. Und wenn wir einfach eine kleine Notl\u00fcge erfinden und sagen, dass mir das Geld gestohlen wurde oder ich es verloren habe?\u201c zog Joe in Betracht. \u201eWas? Du holst doch nicht einfach so 400$ vom Konto ab um es dann zu verlieren oder es dir stehlen zu lassen. Du brauchst einen plausiblen Grund, weshalb du die 400$ \u00fcberhaupt erst abgehoben hast.\u201c Sagte Adam. \u201eStimmt. Oh Mann, Pa hat mir schon so oft gesagt, dass ich keine Gl\u00fccksspiele spielen soll\u2026.er wird tierisch sauer sein, wenn er erf\u00e4hrt, dass ich es doch wieder getan habe.\u201c \u201eWie w\u00e4re es, wenn Hoss und ich dir jeder 200$ leihen.<\/p>\n<p>Das Geld bringst du zur Bank und erz\u00e4hlst Pa dann die Wahrheit. Versprich ihm, dass du aus dem Fehler nun endlich gelernt hast. Das wird ihm lieber sein, als wenn er irgendwann herausbekommt, dass du ihn angelogen hast.\u201c \u201eJa du hast Recht Adam. Man muss f\u00fcr seine Fehler gerade stehen. Hoffentlich regt er sich nicht zu sehr auf.\u201c<\/p>\n<p>Als Joe und Adam den Stall verlie\u00dfen und ins Haus zur\u00fcckkehrten, sagte Ben:<\/p>\n<p>\u201eDa seid ihr ja. Kommt lasst uns endlich zu Abend essen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist schon fast alles kalt\u201c, meckerte Hop Sing. \u201eWarum immer kommen zu sp\u00e4t zu Hop Sings Essen?\u201c fragte er und rannte emp\u00f6rt zwischen K\u00fcche und Tisch umher.<\/p>\n<p>\u201eDas seien schon zweites Mal diese Woche. Wenn so weiter gehen Hop Sing gehen zur\u00fcck nach China.\u201c schrie er aufgebracht. \u201eBeruhig dich doch Hop Sing.\u201c Sagte Ben bes\u00e4nftigend.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt diese Woche nicht noch mal vor, versprochen.\u201c<\/p>\n<p>Hop Sing war noch immer sauer und verschwand in der K\u00fcche, woraufhin lautes Fluchen zu h\u00f6ren war w\u00e4hrend er ger\u00e4uschvoll Geschirr in die Schr\u00e4nke einsortierte.<\/p>\n<p>Ben, Adam, Hoss und Joe luden ihre Teller mit Rinderbraten, Erbsen und Kartoffelp\u00fcree voll und begannen zu essen.<\/p>\n<p>\u201eWas habt ihr eigentlich den lieben langen Tag getrieben? Ihr solltet doch blo\u00df die letzten K\u00e4lber branntmarken, die Z\u00e4une etwas ausbessern und die Vorr\u00e4te abholen.\u201c sagte Ben.<\/p>\n<p>Keiner der Dreien wollte auf diese Frage antworten, da alle bef\u00fcrchteten, dass er sich aufregen w\u00fcrde, wenn die Sache mit dem Geld herauskommen w\u00fcrde. Hop Sing kam zum Tisch und nahm die So\u00dfe um sie noch einmal aufw\u00e4rmen zu gehen. Noch immer machte keiner der Dreien anstallten auf die eben gestellte Frage zu antworten. Die Br\u00fcder warfen sich gegenseitig unsichere Blicke zu bis schlie\u00dflich Hoss begann: \u201eJa, Pa also es ist einiges dazwischen gekommen.\u201c Hoss berichtete von allen Vorf\u00e4llen, Joe und Adam erz\u00e4hlten ebenfalls ihre Erlebnisse, aber den Teil mit dem verspielten Geld lie\u00dfen sie dabei aus, denn keiner der Dreien hatte heute noch Nerven f\u00fcr eine Standpauke von ihrem Vater.<\/p>\n<p>Als sie mit dem Essen fertig waren und sich gerade in Richtung Kamin begaben, fragte Ben:<\/p>\n<p>\u201eJoe?\u201c \u201eJa Pa?\u201c sagte Joe. \u201eWas ist das f\u00fcr ein blauer Fleck an deiner Schl\u00e4fe? Hast du dich etwa gepr\u00fcgelt?\u201c \u201e\u00c4hm\u2026ja Pa.\u201c Stammelte Joe und ging ein paar Schritte auf Sicherheitsabstand. \u201eUnd wieso, wenn ich fragen darf?\u201c sagte Ben, wobei er eine d\u00fcstere Miene aufsetzte, denn er ahnte, dass etwas im Busch war.<\/p>\n<p>Joe \u00fcberlegte nerv\u00f6s, was er antworten sollte, als ihm einfiel, dass er eben in der Scheune mit Adam vereinbart hatte, die Wahrheit zu sagen. So begann also Joes Beichte.<\/p>\n<p>Er versprach schlie\u00dflich, dass Geld zur\u00fcck zu geben und nie wieder ein Gl\u00fccksspiel anzur\u00fchren. Ben war entgegen der Erwartungen der Br\u00fcder, relativ gelassen.<\/p>\n<p>\u201eJoe, ich kann es nicht gut hei\u00dfen, dass du das getan hast, aber immerhin siehst du deinen Fehler ein und hast mir die Wahrheit gesagt.\u201c Er ging einen Schritt auf seinen j\u00fcngsten Sohn zu. \u201eJoe?\u201c sagte er, nahm ihn in den Arm und sagte: \u201eIch bin stolz auf dich. Genau wie ich stolz auf Hoss und Adam bin. Du bist noch jung und hast viele Flausen im Kopf, die hatten Hoss und Adam in deinem Alter auch. Aus Fehlern lernt man. Verspreche mir, dass du in Zukunft keine Karte mehr anr\u00fchrst.\u201c \u201eOK Pa. Ich r\u00fchre keine Karte mehr an, zumindest nicht, wenn es um Geldeinsatz geht.\u201c antwortete er und alle mussten lachen.<\/p>\n<p>So fand der turbulente und ereignisreiche Tag einen ruhigen Ausklang vor dem Kamin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>The End<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"toplink\"><\/div>\n<div id=\"copyright\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Disclaimer:<\/span>\u00a0All publicly recognizable characters and settings are the property of their respective owners. The original characters and plot are the property of the author. No money is being made from this work. No copyright infringement is intended.<\/div>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5215\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5215\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" version=\"1.0\" viewBox=\"0 0 502 315\" preserveAspectRatio=\"xMidYMid meet\"><g transform=\"translate(0,332) scale(0.1,-0.1)\" fill=\"\" stroke=\"none\"><path d=\"M2394 3279 l-29 -30 -3 -207 c-2 -182 0 -211 15 -242 39 -76 157 -76 196 0 15 31 17 60 15 243 l-3 209 -33 29 c-26 23 -41 29 -80 29 -41 0 -53 -5 -78 -31z\"\/><path d=\"M3085 3251 c-45 -19 -58 -50 -96 -229 -47 -217 -49 -260 -13 -295 52 -53 146 -42 177 20 16 31 87 366 87 410 0 70 -86 122 -155 94z\"\/><path d=\"M1751 3234 c-13 -9 -29 -31 -37 -50 -12 -29 -10 -49 21 -204 19 -94 39 -189 45 -210 14 -50 54 -80 110 -80 34 0 48 6 76 34 21 21 34 44 34 59 0 14 -18 113 -40 219 -37 178 -43 195 -70 221 -36 32 -101 37 -139 11z\"\/><path d=\"M1163 3073 c-36 -7 -73 -59 -73 -102 0 -56 133 -378 171 -413 34 -32 83 -37 129 -13 70 36 67 87 -16 290 -86 209 -89 214 -129 231 -35 14 -42 15 -82 7z\"\/><path d=\"M3689 3066 c-15 -9 -33 -30 -42 -48 -48 -103 -147 -355 -147 -375 0 -98 131 -148 192 -74 13 15 57 108 97 206 80 196 84 226 37 273 -30 30 -99 39 -137 18z\"\/><path d=\"M583 2784 c-38 -19 -67 -74 -58 -113 9 -42 211 -354 242 -373 16 -10 45 -18 66 -18 51 0 107 52 107 100 0 39 -1 41 -124 234 -80 126 -108 162 -133 173 -41 17 -61 16 -100 -3z\"\/><path d=\"M4250 2784 c-14 -9 -74 -91 -133 -183 -95 -150 -107 -173 -107 -213 0 -55 33 -94 87 -104 67 -13 90 8 211 198 130 202 137 225 78 284 -27 27 -42 34 -72 34 -22 0 -50 -8 -64 -16z\"\/><path d=\"M2275 2693 c-553 -48 -1095 -270 -1585 -649 -135 -104 -459 -423 -483 -476 -23 -49 -22 -139 2 -186 73 -142 361 -457 571 -626 285 -228 642 -407 990 -497 242 -63 336 -73 660 -74 310 0 370 5 595 52 535 111 1045 392 1455 803 122 121 250 273 275 326 19 41 19 137 0 174 -41 79 -309 363 -465 492 -447 370 -946 591 -1479 653 -113 14 -422 18 -536 8z m395 -428 c171 -34 330 -124 456 -258 112 -119 167 -219 211 -378 27 -96 24 -300 -5 -401 -72 -255 -236 -447 -474 -557 -132 -62 -201 -76 -368 -76 -167 0 -236 14 -368 76 -213 98 -373 271 -451 485 -162 444 86 934 547 1084 153 49 292 57 452 25z m909 -232 c222 -123 408 -262 593 -441 76 -74 138 -139 138 -144 0 -16 -233 -242 -330 -319 -155 -123 -309 -223 -461 -299 l-81 -41 32 46 c18 26 49 83 70 128 143 306 141 649 -6 957 -25 52 -61 116 -79 142 l-34 47 45 -20 c26 -10 76 -36 113 -56z m-2057 25 c-40 -58 -105 -190 -130 -263 -110 -324 -59 -707 132 -981 25 -35 42 -64 37 -64 -19 0 -241 119 -326 174 -188 122 -406 314 -532 468 l-58 71 108 103 c185 178 428 349 672 473 66 33 121 60 123 61 2 0 -10 -19 -26 -42z\"\/><path d=\"M2375 1950 c-198 -44 -350 -190 -395 -379 -18 -76 -8 -221 19 -290 114 -284 457 -406 731 -260 98 52 188 154 231 260 27 69 37 214 19 290 -38 163 -166 304 -326 360 -67 23 -215 33 -279 19z\"\/><\/g><\/svg><\/i> <img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bonanzabrand.info\/library\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif?resize=16%2C16&#038;ssl=1\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Summary: \u00a0Es geht um einen Tag im Leben der Cartwrights, der aber entgegen dem Titel, welcher ironisch gemeint ist, alles andere als &#8220;normal&#8221; ist.<\/p>\n<p>Es ist ein chaotischer, abenteuerlicher\u00a0aber auch\u00a0gef\u00e4hrlicher Tag.<\/p>\n<p>Rated:\u00a0K+ (11,920 words)<\/p>\n","protected":false},"author":156,"featured_media":1264,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"template-full-width-post.php","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-5215","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-german","wpcat-11-id"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":1691,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/bonanzabrand.info\/library\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bonanza24.jpg?fit=526%2C372&ssl=1","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[{"id":5223,"url":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=5223","url_meta":{"origin":5215,"position":0},"title":"Ein Vater und (s)ein Sohn (by Adam4Ever)","author":"Adam4ever","date":"July 1, 2010","format":false,"excerpt":"Summary: \u00a0Es geht um ein Erlebnis das Adam hat. 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