{"id":5255,"date":"2009-03-04T11:55:05","date_gmt":"2009-03-04T16:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=5255"},"modified":"2025-02-27T12:13:31","modified_gmt":"2025-02-27T17:13:31","slug":"wenn-ein-lowe-sein-haupt-senkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=5255","title":{"rendered":"Wenn Ein L\u00f6we sein Haupt senkt (by angelina)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Summary: \u00a0<\/span>Ben hat seinen Lebenswillen verloren. Erst als ein tragischer Unfall geschieht, wird ihm bewusst wie sehr er gebraucht wird.<\/p>\n<p><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Rated:<\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00a0K+ (2,930 words)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"pagetitle\"><strong>Wenn Ein L\u00f6we sein Haupt senkt\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"chapter\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Abendsonne hatte die Ponderosa und das Land,<\/strong> das sie umgab in ein warmes, sanftes rotschimmerndes Licht getaucht. Ben lie\u00df sich auf einen der beiden Holzst\u00fchle nieder und seufzte. Die Last des Tages wollte nicht von seinen Schultern weichen. Er f\u00fchlte sich m\u00fcde und alt. Mit leichtem Unbehagen sp\u00fcrte er seinen schmerzenden R\u00fccken, die tauben Beine und die schweren Arme. Eines Tages, das wusste er, w\u00fcrden seine S\u00f6hne die Ponderosa erfolgreich weiterf\u00fchren, doch alles in ihm wehrte sich gegen den Gedanken diesen Tag allzu fr\u00fch willkommen zu hei\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8221; Soll Hop Sing ein Bad fertig machen?&#8221; fragte der chinesische Koch mit gewohnt strenger Stimme und riss Ben aus seinen Gedanken.<\/p>\n<p>Nur zu gern h\u00e4tte er den Kopf gehoben und genickt, doch selbst diese Bewegung schien ihm unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>&#8220;Ja, Hop Sing, sei so gut.&#8221;<\/p>\n<p>Der Koch machte auf dem Absatz kehrt ohne ein Wort zu sagen. Worte, das hatte er schnell gelernt, waren meist \u00fcberfl\u00fcssig wenn es um die k\u00f6rperlichen Wehwechen seiner Familie ging. Ja, er hatte sie in den Jahren lieben gelernt, sein Herz hatte akzeptiert, dass sie ihm wichtiger waren als seine Verwandten, seine Freunde und er wollte es nicht offen zugeben, doch insgeheim wusste er das er f\u00fcr jeden von ihnen sein Leben geben w\u00fcrde.<br \/>\nHop Sing hielt inne und schaute zur\u00fcck auf den traurigen Anblick, den ihm Ben Cartwright bot und es schauderte ihn bei dem Gedanken daran, dass vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft sich das Leben auf der Ponderosa dramatisch \u00e4ndern w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Mit gewohntem Tempo ritt Joe in den Hof der Ponderosa, griff Cochise Z\u00fcgel straff und lie\u00df sich elegant vom Sattel ab. Nach einem langen, harten Tag sehnte er sich nach nichts sehnlicher als nach einem guten Eintopf und seinem Bett. Als er sich umdrehte sah er seinen Vater auf der Veranda sitzen.<\/p>\n<p>&#8220;Abend, Pa! Das war vielleicht ein Tag. Haben dir Adam und Hoss schon davon erz\u00e4hlt? Ich hoffe nicht. Diese Geschichte muss von mir erz\u00e4hlt werden!&#8221;<\/p>\n<p>Der Wortschwall, den Joe \u00fcber seinen Vater ergoss lie\u00df Ben die Augen zusammen kneifen. Dort stand sein J\u00fcngster, kaum \u00e4lter als er selbst bei der Hochzeit mit Elizabeth war, so voller Tatendrang und jugendlicher Lebenfreude, dass es Ben fast das Herz brach. Ob er Joe genug beigebracht hatte? Ihm genug Werte mit auf dem Weg gegeben hatte? Er hoffte es inst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>&#8220;Oh ja? Was was war denn heute los? Deine Br\u00fcder sind noch nicht zur\u00fcck. Ehrlich gesagt dachte ich ihr w\u00fcrdet zusammen nach Hause kommen.&#8221; antwortete Ben.<\/p>\n<p>Joe lie\u00df sich auf den Stuhl neben seinem Vater nieder. Wie sch\u00f6n die Abendsonne gl\u00e4nzte, Joe glaubte fast sie belohnte ihn f\u00fcr den harten, arbeitsreichen Tag.<\/p>\n<p>&#8221; Ach, die Zwei wollten sich nochmal den Zaun bei McCarthy&#8217;s ansehen. Trotzdem dachte ich sie w\u00e4ren schon hier und h\u00e4tten mir den ganzen Spa\u00df verdorben. Also, pass auf. Diese Geschichte wird dich umhauen&#8230;&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Wirre Gedanken schossen durch seinen Kopf. Joe, der auf dem Pferd sitzt, es versucht zu z\u00e4hmen, Joe dessen Hand nach oben schie\u00dft, Joe dessen K\u00f6rper sich geschmeidig an den Rhythmus des w\u00fctenden Rebellen anpasst<\/p>\n<p>Joe.<\/p>\n<p>Seine Augen \u00f6ffneten sich langsam. Hatte er getr\u00e4umt? Es war so dunkel. Er konnte nicht einmal die eigene Hand vor den Augen erkennen. Nur z\u00f6gerlich registrierte er seine Umgebung. Es roch nach K\u00e4lte und Abend, der Grund unter ihm war noch warm von der Sonne, doch langsam sp\u00fcrte er die K\u00e4lte der Nacht in seinem K\u00f6rper. Warum lag er r\u00fccklings auf dem offenen Feld? Sollte er nicht zu Hause sein, den Magen gef\u00fcllt mit einem von Hop Sings ber\u00fchmten Abendessen, den K\u00f6rper befreit von Dreck und Schwei\u00df eingeh\u00fcllt in eine Decke in seinem Bett?<\/p>\n<p>Hoss?<\/p>\n<p>War er nicht mit Hoss zusammen nach Hause geritten? Aber ja, sie hatten Joe ziehen lassen und waren zur McCarty Farm geritten. Schon seit Tagen hatte Pa ihnen in den Ohren gelegen, sie sollen sich endlich den maroden Zaun ansehen und wenn n\u00f6tig ihn reparieren. Und war es nicht Hoss gewesen, der Adam an die Bitte des Vaters erinnert hatte?<\/p>\n<p>Wo war Hoss?<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Ben&#8217;s Augen tr\u00e4nten vom st\u00e4ndigen Blick in die tiefe, dunkle Nacht. Er war es gewohnt auf seine S\u00f6hne zu warten, egal wie sp\u00e4t sie nach Hause kamen. Es war wahrscheinlich eine Angewohnheit ,die er nie ablegen k\u00f6nnen w\u00fcrde, egal wie alt sie wurden. Joe war schon lange im Bett, sein K\u00f6rper zu ersch\u00f6pft um noch eine Minute l\u00e4nger ausharren zu k\u00f6nnen, sein Geist zu m\u00fcde um noch einen weiteren Satz \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen. Er hielt es dem Jungen nicht vor. In der tat war sein Tag aufregend und anstrengend gewesen und er hatte es seinem J\u00fcngsten geg\u00f6nnt. Doch nun war auch er m\u00fcde und hoffte seine beiden S\u00f6hne w\u00fcrden den Weg zur Ponderosa bald finden. Wenigstens war die Nacht mild genug um drau\u00dfen sitzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Klimpern des Porzellans verriet Hop Sing und so blieb er stehen und sah Ben an. Doch dieser schien ihn nicht zu bemerken und so stellte er die Tasse mit dem hei\u00dfen Kaffee auf den alten Holztisch und verschwand zur\u00fcck in die K\u00fcche. Auch er wartete auf Adam und Hoss. Er kannte beide gut genug um zu wissen, dass sie niemals einfach so nicht nach Hause kommen w\u00fcrden, Doch Hop Sing wusste auch das beide ausgezeichnet allein in der Wildnis zurecht kommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Hoss?&#8221;<\/p>\n<p>Stille umgab ihn. Wie oft hatte er nach ihm gerufen? Er wusste es nicht mehr. Mit den letzten Kr\u00e4ften, die ihm blieben, raffte er sich auf und kroch \u00fcber den sandigen Boden, tastete ihn nach allem ab, lie\u00df seine H\u00e4nde \u00fcber die Sandk\u00f6rner wandern, vorbei an scharfkantigen Steinchen und stacheligen Pflanzen.<br \/>\nKein Schmerz h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnen als das Wissen seinen Bruder in einer dunklen Nacht verlieren zu k\u00f6nnen. Wenn er sehen k\u00f6nnte wohin er kroch, es w\u00e4re um so vieles einfacher. Doch die Nacht blieb unbarmherzig schwarz und das Mondlicht gab nichts von dem hellen Schimmern preis.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich fuhren seine H\u00e4nde \u00fcber etwas Weiches, Warmes.<\/p>\n<p>&#8220;Hoss?&#8221;<\/p>\n<p>Ein leises Seufzen drang ein sein Ohr, nicht mehr aber auch nicht weniger. Er lie\u00df seine Arme einknicken um n\u00e4her an dem Ger\u00e4usch zu sein.<\/p>\n<p>&#8220;Hoss?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Adam, Gott hast du mich erschreckt.&#8221; Das Fl\u00fcstern war kaum zu h\u00f6ren und Adam war froh nah genug an seinem Bruder zu sein um dessen warmen Atem auf seiner Wange zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Er lebt, Gott sei Dank, er lebt.<\/p>\n<p>&#8220;Was ist passiert?&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Der Kaffee tat gut. Die Nacht hatte die K\u00e4lte mit sich gebracht und Ben zog die Wolldecke enger um sich. Wie oft hatte er in diese Richtung gesehen, hatte die B\u00e4ume beobachtet, hatte seinen \u00c4rger abk\u00fchlen lassen, seiner Angst freien Lauf gelassen? Es musste Jahre her sein, dass er das letzte Mal so ungeduldig auf seine zwei \u00c4ltesten gewartet hatte. Adam und Hoss. Sie waren seit Hoss&#8217; Geburt ein Team, wie Pech und Schwefel, f\u00fcr ein Leben zusammen geschweisst. Sie w\u00fcrden nicht in Schwierigkeiten geraten. Vielleicht haben sie gedacht es w\u00e4re besser die Nacht im Freien zu verbringen, vielleicht w\u00fcrden sie morgen fr\u00fch in den Hof hineinreiten und sich \u00fcber ihren alten Vater am\u00fcsieren, der sich die Nacht um die Ohren geschlagen hatte um auf sie zu warten. Er blickte hoch und sah Licht in Joe&#8217;s Zimmer. Ein mildes L\u00e4cheln flog \u00fcber seine Lippen.<\/p>\n<p>Joe rieb sich die Augen. Die paar Stunden Schlaf hatten ihn nur m\u00fcder gemacht als er vorher gewesen war. Er hatte sich von einer Seite auf die Andere gew\u00e4lzt, hatte sich eingeredet seine Br\u00fcder w\u00fcrden drau\u00dfen \u00fcbernachten, doch er wusste das Hoss und Adam dies niemals tun w\u00fcrden. Schon als Kind hatte er es nicht gemocht wenn nur einer von ihnen nicht zu Hause war. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er abends zu Adam oder Hoss ins Bett gekrochen war, in der Hoffnung seine Br\u00fcder w\u00fcrden ihm die Angst um seinen Vater nehmen. Jetzt war er alt genug um mit den D\u00e4monen zu k\u00e4mpfen, um zu handeln wenn er das Gef\u00fchl hatte es nicht mehr auszuhalten. Etwas stimmte nicht.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>&#8221; Der Zaun war morsch. Du wolltest ihn wieder flicken und pl\u00f6tzlich ist diese Herde Rinder aus dem Nichts gekommen. Ich habe sie vorher nicht mal geh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Ich kann mich an gar nichts erinnern. Das Letzte, das sich wei\u00df ist das Joe den Hengst zugeritten hat.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Ja. Danach sind wir eine Weile zusammengeritten. Dann ist mir eingefallen, dass Pa sich Sorgen um den Zaun machte. Wir haben Joe nach Hause geschickt und sind allein zu McCarthy.&#8221;<\/p>\n<p>Adam nickte, obwohl er sich noch immer an nichts erinnern konnte. Wie Hoss es beschrieben hatte, war die ganze Herde ausgebrochen und hatte ihn und Hoss dabei \u00fcberrannt. Sie konnten sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen mit dem Leben davon gekommen zu sein. Ein paar blaue Flecken hier und da waren nichts im Vergleich zu der Gefahr, der sie entronnen waren.&#8221;<\/p>\n<p>&#8221; Gut. Ich denke wir sollten uns auf den Weg machen. Wie ich Pa kenne wird er auf uns warten. Und ehrlich gesagt, w\u00fcrde ich ganz gern in meinem Bett schlafen anstatt hier.&#8221;<\/p>\n<p>Hoss sah seinen Bruder verst\u00e4ndnislos an. Wie konnte er erwarten er k\u00f6nne laufen? Hatte er sein Bein nicht gesehen? Den unnat\u00fcrlichen Winkel in dem es verdreht war? Und hatte er nicht bemerkt das er selbst auch verletzt war? Er konnte sich ja kaum auf den Beinen halten.<\/p>\n<p>&#8221; Adam, ich denke es w\u00e4re das beste mir erst einmal einen Stock zu besorgen um mein Bein zu schienen. Vielleicht kann ich dann laufen. Wir k\u00f6nnten versuchen zu McCarthy zu laufen. Es ist n\u00e4her als die Ponderosa und ich bin sicher er wird uns aufnahmen.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Du hast Recht Hoss. Die Herde k\u00f6nnen wir sowieso vergessen.&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Joe hatte sich angezogen, ein paar Decken aus der alten Truhe geholt und die Waffe angelegt.<\/p>\n<p>&#8221; Du kannst nicht einfach mitten in der Nacht losreiten, Joe. Lass uns bis morgen fr\u00fch warten. Vielleicht haben sie wirklich drau0en \u00fcbernachtet. Vielleicht war irgendwas mit McCarthy oder der Herde.&#8221;<\/p>\n<p>Joe sch\u00fcttelte den Kopf. &#8220;Pa, selbst wenn ist es besser zu ihnen zu reiten. Egal was ist, ob die Herde, McCarthy oder sie selbst, sie werden Hilfe brauchen.&#8221;<\/p>\n<p>Ben schloss f\u00fcr einen Moment die Augen. Er war so m\u00fcde, so unsagbar m\u00fcde. Er konnte seinen J\u00fcngsten nicht hinaus reiten lassen, doch seine Kr\u00e4fte reichten nicht aus um irgendeine Art Gegenwehr zu haben. Joe war alt genug um f\u00fcr sich selbst zu entscheiden und das hatte er schon oft bewiesen. Ben verga\u00df dann und wann wie erwachsen Joe bereits war. Doch sein Wesen machten es Ben leicht in ihm noch immer den kleinen Lockenkopf zu sehen, der hinter jeder Ecke ein Abenteuer vermutete, immer in irgendeine Art Schlamassel verwickelt war und sich seinen Weg hinausschmeichelte.<\/p>\n<p>&#8220;Also gut, Little Joe. Bring deine Br\u00fcder nach Hause.&#8221;<\/p>\n<p>&#8221; Ich versprech&#8217;s, Pa.&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Der Krampf in seinem Bein hatte nachgelassen, doch die Schmerzen schienen sich nur noch zu intensivieren. Er h\u00e4tte viel darum gegeben jetzt eine von Hop Sings Wunderkr\u00e4uterpackungen zur Hand gehabt zu haben. Stattdessen hatte er sich ein St\u00fcck Holz zwischen die Z\u00e4hne geklemmt und die Woge von Schmerz \u00fcber sie ergehen lassen. Seine Gedanken kreisten um Adam, der noch immer mit geschlossenen Augen an einen Baum gegen\u00fcber lehnte. Wie er sich fortbewegt hatte. Ganz vorsichtig hatte er sich Meter um Meter auf Knie und Arme gest\u00fctzt dem baum gen\u00e4hert, hatte ihn abgetastet, sich umgedreht und sich vorsichtig an ihn gelehnt. Nur eine kleine Weile, hatte er gesagt. Nur einmal kurz ausruhen ehe sie sich aufmachen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&#8220;Adam?&#8221;<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Pause, in der Hoss die Luft angehalten hatte, antwortete sein Bruder: &#8221; Mhm? Was ist Hoss?&#8221;<\/p>\n<p>&#8221; Vielleicht sollten wir bis Tagesanbruch warten. Du siehst m\u00fcde aus und ich bin es auch. Lass uns ausruhen.&#8221;<\/p>\n<p>Adam&#8217;s Augen waren pl\u00f6tzlich weit aufgerissen und er sah Hoss direkt an: &#8221; Was meinst du mit &#8216;Du siehst m\u00fcde aus.&#8217;?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Na so wie ich es meine. Es macht keinen Sinn sich zu qu\u00e4len. Du siehst doch wie mein Bein aussieht und deinem Kopf geht es bestimmt nicht viel besser.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Wie&#8230;?&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Ben hatte sich auf die Couch gelegt, die Decke \u00fcber seinen K\u00f6rper gebettet und starrte in den Kamin, dessen Feuer schon vor langer Zeit verloschen war. Little Joe w\u00fcrde die beiden finden und er w\u00fcrde mit ihnen zur\u00fcckkehren. Die Selbstsicherheit mit der er das zum Ausdruck gebracht hatte, lie\u00df Ben zur Ruhe kommen. Seine S\u00f6hne passten aufeinander auf, so wie er es ihnen beigebracht hatte. Er konnte nun seine Augen schlie\u00dfen. Nur f\u00fcr einen Moment w\u00fcrde er sich und seinem K\u00f6rper Ruhe g\u00f6nnen. Nur einen kleinen Moment.<\/p>\n<p>Die schweren Lider wurden wie durch magische H\u00e4nde sanft nach unten gedr\u00fcckt und Ben sp\u00fcrrte das dringende Verlangen sich dem Frieden und der Ruhe hinzugeben.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Joe hatte Cochise an einem Baum lose festgemacht und lief die letzten Meter zu Fuss. Schon von Weitem hatte er den durchbrochenen Zaun gesehen, hatte einzelne Rinder auf einer nahe liegenden Weide entdeckt und war zu dem Schluss gekommen,dass seine Br\u00fcder den Zaun wohl nicht repariert hatten. Erst als er Chubb und Sport gesehen hatte, die ziellos in der Gegend gestreunt hatten, war ihm das ungute Gef\u00fchl gekommen, seine Br\u00fcder k\u00f6nnten in Schwierigkeiten stecken. Langsam n\u00e4herte er sich einer Lichtung und sah im aufgehenden Morgenrot zwei Gestalten. Beide lehnten an einem Baum, es sah fast aus als seien sie ineinander verschlungen. Joe schlich n\u00e4her heran und erkannte seine beiden Br\u00fcder.<br \/>\nFassungslos blieb er stehen.<\/p>\n<p>&#8220;Hoss! Adam!&#8221; rief er, doch nur Hoss drehte sich nach ihm um. Das Beben in seiner Stimme lie\u00df Joe erschaudern.<\/p>\n<p>&#8221; Little Joe! Komm schnell her. Wir m\u00fcssen Adam helfen!&#8221;<\/p>\n<p>Joe tat wie ohm gehie\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8220;Was ist passiert Hoss?&#8221; Wieder und wieder lie\u00df er seinen Blick von Bruder zu Bruder wandern und war sich doch des gesamten Ausma\u00dfes nicht bewusst.<\/p>\n<p>&#8220;Kannst du laufen, Hoss? Ich kann dich st\u00fctzen, vielleicht schaffen wir es zu McCarthy.&#8221; sagte Joe und schaute dann Adam an:&#8221; Du kannst doch laufen, oder? Ich kann euch beide st\u00fctzen. Wir schaffen das schon.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Joe.&#8221; Der Tonfall in dem Hoss ihn ansprach lie\u00df ihn zusammen zucken und inne halten. Es erinnerte ihn an etwas, dass er nicht fassen konnte, eine Erinnerung, die zu weit in der Vergangenheit lag als das er sie h\u00e4tte greifen k\u00f6nnen, doch das Gef\u00fchl das es in ihm wachrief erf\u00fcllt ihn mit Grauen.<\/p>\n<p>&#8220;Joe, es ist Adam. Ich glaube er ist blind.&#8221;<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg zur Ponderosa war weit gewesen und so unendlich still, dass Joe gedacht er w\u00fcrde explodieren.Weder McCarthy noch Hoss hatten etwas gesagt. Adam, der im hinteren Teil des Wagens lag, schlief noch immer und so langsam fragte Joe sich ob er jemals wieder aufwachen w\u00fcrde. Er w\u00fcnschte Doc Martin w\u00e4re schon da, w\u00fcrde mit einer Behandlung alles wieder in Ordnung bringen. Und er w\u00fcnschte sich nichts sehnlicher als die B\u00fcrde der Verantwortung an seinen Vater \u00fcbergeben zu k\u00f6nnen. Er hatte ihm versprochen seine Br\u00fcder nach Hause zu bringen, h\u00e4tte er gewusst in welchem Zustand, h\u00e4tte er sie nie allein gelassen.<\/p>\n<p>Der Wagen hielt und Joe sprang heraus. Er lief zur T\u00fcr und schrie nach seinem Vater und Hop Sing.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Ben hatte einen seltsamen Traum. Er war umringt von seinen drei Frauen, seiner Mutter und seinem Vater. In ihm herrschte v\u00f6llige Ruhe und Zufriedenheit und er war so gl\u00fccklich wie seit langem nicht mehr.<br \/>\nEine Stimme durchbrach den Frieden, zerrte an seinen Nerven, an seinen Armen und Beinen und riss ihn aus der Harmonie.<\/p>\n<p>&#8220;Pa! Wach auf, Pa! Es ist Adam, Pa! Pa, wach doch endlich auf!&#8221;<\/p>\n<p>Als er die Augen aufschlug waren mit einem Mal all seine Schmerzen wieder da, sein Kopf pochte, seine Arme schmerzten, seinen R\u00fccken f\u00fchlte sich als ob er jeden Moment zerbarst.<\/p>\n<p>&#8220;Was?&#8221;<\/p>\n<p>Er sah seinen J\u00fcngsten, wie er mit weit aufgerissenen, vor Angst fast starren Augen auf ihn einredete. Hinter ihm lief Hop Sing aus dem Haus und lie\u00df die T\u00fcr offen stehen. Ben sah von Joe zur T\u00fcr und erinnerte sich an das Versprechen. Er wollte ihn zufrieden anl\u00e4cheln, ihm die Hand auf die Schulter legen, doch dann sah er Hop Sing, der mit fast \u00fcbermenschlichen Kr\u00e4ften seinen Mittleren st\u00fctzte. Sein Verstand wollte seinen Augen nicht trauen und verstand erst als McCarthy Adam hineintrug was eigentlich los war.<\/p>\n<p>Kein Schmerz der Welt, keine Sehnsucht nach Ruhe und Harmonie, h\u00e4tte Ben Cartwright in diesem Moment davon abhalten k\u00f6nnen seine geschundenen Kinder in die Arme zu schlie\u00dfen und Gott daf\u00fcr zu danken das sie noch am Leben waren.<\/p>\n<p><strong>Epilog<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Wie lange wird es noch dauern?&#8221;<\/p>\n<p>Ben nahm vorsichtig Adam&#8217;s Hand und legte sie in die seinige. Er wusste sein \u00c4ltester war kein Mensch, der v\u00e4terliche Ber\u00fchrungen genoss. Es lag einfach nicht in Adam&#8217;s Wesen diese Liebe zu akzeptieren und zu zulassen und so war er umso erstaunter als Adam seine Hand dr\u00fcckte.<br \/>\nDie letzten Wochen waren eine Probe gewesen, die die ganze Familie n\u00e4her zusammen r\u00fccken lassen hatte. Hoss&#8217; Bein hatte sich gut erholt und Doc Martin war zuversichtlich gewesen, dass Hoss in einem Moment wieder richtig laufen k\u00f6nnen w\u00fcrde. Nur Adam&#8217;s Blindheit blieb bestehen. Doc Martin hatte ihm versichert er w\u00fcrde alles in seiner Macht stehende tun um ihm zu helfen, doch die Schwellung in seinem Kopf war nur langsam zur\u00fcckgegangen und so musste Adam sich noch gedulden.<\/p>\n<p>&#8220;Ich wei\u00df es nicht, mein Sohn. Aber ich werde hier sein und mit dir warten. Egal wie lange es dauert. Ich werde hier sein.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Ende<\/strong><\/p>\n<p>This post has been edited by\u00a0<strong>angelina<\/strong>: Mar 4 2009, 11:55 AM<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"toplink\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Disclaimer:<\/span>\u00a0All publicly recognizable characters and settings are the property of their respective owners. The original characters and plot are the property of the author. No money is being made from this work. No copyright infringement is intended.<\/div>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5255\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5255\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" version=\"1.0\" viewBox=\"0 0 502 315\" preserveAspectRatio=\"xMidYMid meet\"><g transform=\"translate(0,332) scale(0.1,-0.1)\" fill=\"\" stroke=\"none\"><path d=\"M2394 3279 l-29 -30 -3 -207 c-2 -182 0 -211 15 -242 39 -76 157 -76 196 0 15 31 17 60 15 243 l-3 209 -33 29 c-26 23 -41 29 -80 29 -41 0 -53 -5 -78 -31z\"\/><path d=\"M3085 3251 c-45 -19 -58 -50 -96 -229 -47 -217 -49 -260 -13 -295 52 -53 146 -42 177 20 16 31 87 366 87 410 0 70 -86 122 -155 94z\"\/><path d=\"M1751 3234 c-13 -9 -29 -31 -37 -50 -12 -29 -10 -49 21 -204 19 -94 39 -189 45 -210 14 -50 54 -80 110 -80 34 0 48 6 76 34 21 21 34 44 34 59 0 14 -18 113 -40 219 -37 178 -43 195 -70 221 -36 32 -101 37 -139 11z\"\/><path d=\"M1163 3073 c-36 -7 -73 -59 -73 -102 0 -56 133 -378 171 -413 34 -32 83 -37 129 -13 70 36 67 87 -16 290 -86 209 -89 214 -129 231 -35 14 -42 15 -82 7z\"\/><path d=\"M3689 3066 c-15 -9 -33 -30 -42 -48 -48 -103 -147 -355 -147 -375 0 -98 131 -148 192 -74 13 15 57 108 97 206 80 196 84 226 37 273 -30 30 -99 39 -137 18z\"\/><path d=\"M583 2784 c-38 -19 -67 -74 -58 -113 9 -42 211 -354 242 -373 16 -10 45 -18 66 -18 51 0 107 52 107 100 0 39 -1 41 -124 234 -80 126 -108 162 -133 173 -41 17 -61 16 -100 -3z\"\/><path d=\"M4250 2784 c-14 -9 -74 -91 -133 -183 -95 -150 -107 -173 -107 -213 0 -55 33 -94 87 -104 67 -13 90 8 211 198 130 202 137 225 78 284 -27 27 -42 34 -72 34 -22 0 -50 -8 -64 -16z\"\/><path d=\"M2275 2693 c-553 -48 -1095 -270 -1585 -649 -135 -104 -459 -423 -483 -476 -23 -49 -22 -139 2 -186 73 -142 361 -457 571 -626 285 -228 642 -407 990 -497 242 -63 336 -73 660 -74 310 0 370 5 595 52 535 111 1045 392 1455 803 122 121 250 273 275 326 19 41 19 137 0 174 -41 79 -309 363 -465 492 -447 370 -946 591 -1479 653 -113 14 -422 18 -536 8z m395 -428 c171 -34 330 -124 456 -258 112 -119 167 -219 211 -378 27 -96 24 -300 -5 -401 -72 -255 -236 -447 -474 -557 -132 -62 -201 -76 -368 -76 -167 0 -236 14 -368 76 -213 98 -373 271 -451 485 -162 444 86 934 547 1084 153 49 292 57 452 25z m909 -232 c222 -123 408 -262 593 -441 76 -74 138 -139 138 -144 0 -16 -233 -242 -330 -319 -155 -123 -309 -223 -461 -299 l-81 -41 32 46 c18 26 49 83 70 128 143 306 141 649 -6 957 -25 52 -61 116 -79 142 l-34 47 45 -20 c26 -10 76 -36 113 -56z m-2057 25 c-40 -58 -105 -190 -130 -263 -110 -324 -59 -707 132 -981 25 -35 42 -64 37 -64 -19 0 -241 119 -326 174 -188 122 -406 314 -532 468 l-58 71 108 103 c185 178 428 349 672 473 66 33 121 60 123 61 2 0 -10 -19 -26 -42z\"\/><path d=\"M2375 1950 c-198 -44 -350 -190 -395 -379 -18 -76 -8 -221 19 -290 114 -284 457 -406 731 -260 98 52 188 154 231 260 27 69 37 214 19 290 -38 163 -166 304 -326 360 -67 23 -215 33 -279 19z\"\/><\/g><\/svg><\/i> <img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bonanzabrand.info\/library\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif?resize=16%2C16&#038;ssl=1\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Summary: \u00a0Ben hat seinen Lebenswillen verloren. 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