{"id":7291,"date":"2013-05-09T22:20:45","date_gmt":"2013-05-10T02:20:45","guid":{"rendered":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=7291"},"modified":"2026-07-22T09:00:36","modified_gmt":"2026-07-22T13:00:36","slug":"erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bonanzabrand.info\/library\/?p=7291","title":{"rendered":"Erinnerungen (by Sibylle)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Summary: \u00a0<\/span>Adam und Ben denken beide aus gegebenem Anlass an ihre gemeinsame Fahrtzeit zur\u00fcck (1844).<\/p>\n<p><span class=\"label\" style=\"color: #000000;\">Rated:<\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00a0K+ \u00a0WC 4000<\/span><\/p>\n<div class=\"chapter\" style=\"color: #000000;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Erinnerungen<\/strong><\/p>\n<p>Hoss hatte gerade sein Milchglas angehoben und betrachtete mit einer Mischung aus Unglauben und Entsetzen, was mit seiner Milch vorging.<\/p>\n<p>Sie war pl\u00f6tzlich helllblau geworden und sch\u00e4umte und sprudelte in seinem Glas.<\/p>\n<p>Der Achtj\u00e4hrige war v\u00f6llig verbl\u00fcfft, \u201ePa?&#8221; fragte er mit unsicherer Stimme.<\/p>\n<p>Schon begann die Milch \u00fcber den Rand herauszusch\u00e4umen und am Glas herunterzuflie\u00dfen. Ben starrte auf das Glas und auch Marie drehte sich zum Tisch, weil Little Joe, den sie gerade zu f\u00fcttern versuchte, begeistert in die H\u00e4nde klatschte und sich zur Seite lehnte, um besser an ihr vorbeischauen zu k\u00f6nnen. \u201eBlubber, blubber!&#8221; rief\u00a0 er und deutete fr\u00f6hlich aus seinem Hochstuhl auf das sch\u00e4umende Milchglas. Adam sah Hoss\u00b4 fassungsloses Staunen und brach in Gekicher aus.<\/p>\n<p>Hoss stellte sein Glas nun abrupt ab, als h\u00e4tte es ihn gebissen, und versch\u00fcttete dabei eine Menge der blauen Fl\u00fcssigkeit auf den Tisch und auf seinen Teller mit R\u00fchrei.<\/p>\n<p>Die Milch sch\u00e4umte immer noch wie in einem Topf in einer Hexenk\u00fcche und verteilte sich weiter auf dem Tisch. \u201eMon dieu, was f\u00fcr ein Chaos!&#8221; Marie hob den Brotkorb hoch, der in der blauen Milch stand und nun heftig tropfte. \u201eHoss, lauf schnell in die K\u00fcche und hole einen Lappen!&#8221; Sie ergriff mit der anderen Hand das Milchglas und stellte es auf ihren Teller, aber das war jetzt auch egal, denn es war nur noch ein kleiner Rest Milch im Glas. \u201eSchade um die sch\u00f6nen Croissants&#8221;, klagte Marie mit einem Blick auf das feuchte Backwerk, \u201e wie \u00e4rgerlich, all die M\u00fche heute morgen umsonst.&#8221;<\/p>\n<p>Hoss war mit dem Lappen zur\u00fcck und Marie begann den Tisch abzuwischen und die dort stehenden Sachen zur Seite zu r\u00e4umen. Ben hatte sich w\u00e4hrend der ganzen Hektik nicht ger\u00fchrt, stattdessen hatte er seinen \u00e4ltesten Sohn am gegen\u00fcberliegenden Ende des Esstisches mit zusammengezogenen Augenbrauen misstrauisch gemustert. Adams Vergn\u00fcgen \u00fcber die Situation schien etwas weniger geworden zu sein, er half nun Marie, indem er das Geschirr zur Seite r\u00fcckte.<\/p>\n<p>\u201eAdam!&#8221;<\/p>\n<p>Der Vierzehnj\u00e4hrige sah hoch und ihm war klar, dass seinem Vater sein kleiner Streich nicht gefallen hatte. Das Grinsen verschwand aus seinem Gesicht.<\/p>\n<p>\u201eBist du f\u00fcr diese Schweinerei verantwortlich?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eMh, Sir, f\u00fcr die Milch schon, aber nicht daf\u00fcr, dass Hoss sie umgesch\u00fcttet hat&#8221;, antwortete er und h\u00e4tte sich am liebsten auf die Zunge gebissen, aber die Antwort lie\u00df sich nicht mehr zur\u00fcckholen.<\/p>\n<p>\u201eWillst du jetzt auch noch die Schuld auf deinen kleinen Bruder schieben, das ist ja unglaublich! Was hast du mit der Milch gemacht?&#8221; Ben hatte jetzt den Lautst\u00e4rkepegel erreicht, der zeigte, dass er\u00a0zornig war.<\/p>\n<p>Marie nahm den zweij\u00e4hrigen Joe, der erschreckt von dem pl\u00f6tzlichen Stimmungsumschwung seine Arme seiner Mutter entgegenreckte, aus dem Hochstuhl und dr\u00fcckte ihn an sich, inst\u00e4ndig hoffend, dass es nicht zu einer Eskalation der Situation zwischen ihrem Mann und ihrem \u00e4ltesten Stiefsohn kam.<\/p>\n<p>\u201eWir haben in der Schule Experimente gemacht und da &#8230;, da habe ich ein bisschen was mitgenommen und hab es in Hoss\u00b4 Milch &#8230;. Es war doch nur ein kleiner Streich, Pa. Was ist denn schon Schlimmes dabei?&#8221;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Marie hielt die Luft an, das war eindeutig die falsche Antwort f\u00fcr Ben.<\/p>\n<p>\u201eMeinst du, Lebensmittel sind dazu da, dass man damit Experimente macht oder dumme Streiche? Dass man sie vergeudet und verdirbt?&#8221; donnerte Ben los. \u201eH\u00e4ltst du es f\u00fcr nichts Schlimmes, dass unser Sonntagsfr\u00fchst\u00fcck so endet! Dass das, was Marie f\u00fcr uns gebacken hat, nun weggeworfen werden muss? Ich glaube, du hast in letzter Zeit die Ma\u00dfst\u00e4be verloren f\u00fcr das, was wichtig ist und was nicht.&#8221;\u00a0 Ben musterte seinen Sohn mit gerunzelter Stirn aus \u00e4rgerlich zusammengekniffenen Augen. Adam war zwar blass geworden, hielt aber dem Blick seines Vaters stand, was Ben nur noch mehr aufregte.<\/p>\n<p>\u201eDamit du wieder lernst, dein Essen zu sch\u00e4tzen, das du hier t\u00e4glich bekommst, wirst du heute auf alles, was nicht unbedingt n\u00f6tig ist, verzichten: kein Braten und kein Nachtisch heute Mittag und zum Abendessen nur trockenes Brot. Vielleicht bringt dich das zum Nachdenken \u00fcber den Wert von Lebensmitteln!Und jetzt geh raus und spann die Kutsche an, dass wir nicht noch zu sp\u00e4t zur\u00a0 Kirche kommen&#8221;, Ben machte eine Geste, die Adam zeigte, dass das \u201eGespr\u00e4ch&#8221; beendet war.<\/p>\n<p>\u201eUnd du, Hoss, kannst meine Eier haben, die Eier auf deinem Teller kann man dank deinem Bruder nicht mehr essen.&#8221; Und damit reichte Ben Hoss seinen Teller und w\u00fcrdigte seinen \u00c4ltesten keines Blickes mehr.<\/p>\n<p>Adam\u00a0 biss sich auf die Unterlippe, um nicht zu zeigen, wie sehr er in seinem Stolz durch das Ausgeschimpftwerden vor seinen j\u00fcngeren Br\u00fcdern getroffen war, stand wortlos auf und drehte dem Tisch mit seiner Familie den R\u00fccken zu. Er lie\u00df die Haust\u00fcr ger\u00e4uschvoll ins Schloss fallen, allerdings nicht so laut, dass man behaupten konnte, er habe die T\u00fcr geknallt. Er war gekr\u00e4nkt \u00fcber die Behandlung, aber nicht lebensm\u00fcde.<\/p>\n<p align=\"center\">&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>Der Gottesdienst verlief ohne weitere Vorkommnisse oder Pannen, was bei drei Jungen nicht selbstverst\u00e4ndlich war. Ben gab nach dem Gottesdienst Hoss und Adam ihr w\u00f6chentliches Taschengeld und lie\u00df ihnen wie \u00fcblich die anderthalb Stunden vor der R\u00fcckfahrt Zeit, damit sie sich mit ihren Freunden treffen konnten.<\/p>\n<p>Adam hatte seit dem Fr\u00fchst\u00fcck nicht mehr gesprochen und Marie \u00e4rgerte sich \u00fcber die\u00a0 verdorbene Stimmung an diesem vielleicht letzten sch\u00f6nen Herbstsonntag.<\/p>\n<p>\u201eBen, musst du mit Adam denn immer gleich so streng sein? Er ist schlie\u00dflich ein Junge. Kannst du ihm denn nicht mal eine Dummheit durchgehen lassen?&#8221;<\/p>\n<p>Ben sah seine Frau missbilligend an: \u201eEs waren unter anderem deine Croissants und deine Arbeit, die er zu nichte gemacht hat. Ich wei\u00df nicht, warum du mir jetzt in den R\u00fccken f\u00e4llst! Du warst schlie\u00dflich selbst sauer auf ihn!&#8221; \u201eJa, nat\u00fcrlich, aber es h\u00e4tte gereicht, ihm zu sagen, dass es falsch war. Adam h\u00e4tte es bestimmt eingesehen und sich entschuldigt und alles h\u00e4tte wieder normalement sein k\u00f6nnen. Ja, c\u00b4est vrai, Adam hat das sch\u00f6ne Sonntagsfr\u00fchst\u00fcck, f\u00fcr das ich extra gebacken hatte, mit seinem dummen Experiment zerst\u00f6rt, aber durch deine Ma\u00dfnahme verdirbst du uns jetzt zwei weitere Mahlzeiten und so den ganzen Tag, Benjamin.&#8221; \u201eIch will und ich werde es nicht dulden, dass der Junge meint, mit Lebensmitteln k\u00f6nne man ungestraft so umgehen, Marie! Dazu habe ich und mit Verlaub auch er zu schlechte Zeiten erlebt. Mit einer schnellen Entschuldigung ist es nicht getan, es geht hier ums Prinzip! Und er soll es nur wagen motzig zu sein und uns die Mahlzeit zu verderben!&#8221;<\/p>\n<p>\u201eOh ja, mit deinen Drohungen wirst du die Stimmung unbedingt heben!&#8221; konterte Marie \u00e4rgerlich.<\/p>\n<p>Sie war sich bewusst, dass der Krach, den sie mit Ben angefangen hatte, kontraproduktiv f\u00fcr ihre Ziele war, aber sie \u00e4rgerte sich nun mal \u00fcber ihren Mann, der manchmal ein so ungeheurer sturer Prinzipienreiter war und sich zudem von Adams vorlauten oder frechen Bemerkungen so schnell provozieren lie\u00df.<\/p>\n<p>Marie hatte sich vorgenommen in der Woche, in der Hop Sing weg war, ganz besonders gut f\u00fcr das leibliche Wohl ihrer Familie zu sorgen. Manchmal nagte es n\u00e4mlich schon an ihrer Ehre als Hausfrau, dass Hop Sing das Sagen in der K\u00fcche hatte, und sie w\u00fcnschte sich, dass ihre Familie wahrnahm, dass sie durchaus auch eine gute K\u00f6chin war. Gerade f\u00fcr den Sonntag hatte sie einiges vorbereitet, das jetzt wahrscheinlich niemand w\u00fcrdigte.<\/p>\n<p>\u201eEntschuldige mich Ben, aber ich sehe gerade Sarah Devlin, ich denke, du hast nichts dagegen, wenn ich mich heute auch noch ein wenig nett unterhalten will&#8221;, fl\u00f6tete Marie und drehte ihrem Mann br\u00fcsk mit raschelnden R\u00f6cken den R\u00fccken zu.<\/p>\n<p>\u201eSarah, oh wie niedlich sieht dein Mitch aus, was f\u00fcr eine h\u00fcbsche neue Jacke er hat.&#8221; Und damit waren die beiden Frauen in ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Schnittmuster, Kn\u00f6pfe und Borten vertieft.<\/p>\n<p>Ben blieb mit finsterer Miene zur\u00fcck, er w\u00fcrde sich nicht reinreden lassen, wie er seine S\u00f6hne erzog! Er kannte Adam besser und wusste, was richtig f\u00fcr ihn war! Adam war nicht so leicht zu handhaben wie Hoss, man musste gegenhalten, damit der Junge ins \u00dcberlegen kam! Seine Frau hatte keine Ahnung!<\/p>\n<p>Ben sch\u00fcttelte sich leicht und sah sich um. In einiger Entfernung stand Ronald Devlin, sie hatten noch einiges wegen des n\u00e4chsten Viehtriebs zu besprechen. \u201eWarum nicht jetzt?&#8221; dachte er und steuerte auf ihn zu.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>Marie hatte den Braten im lauwarmen Rohr stehen gehabt, sodass sie schon eine halbe Stunde nach ihrer R\u00fcckkehr essen konnten. Ben tranchierte den Braten, wie er es immer tat, und verteilte die Scheiben auf die Teller mit Ausnahme von Adams.<\/p>\n<p>Der Junge sah w\u00e4hrend des gesamten Essens nicht auf, sondern a\u00df stumm mit gesenktem Blick seine Kartoffeln mit Mais. War er trotzig, gekr\u00e4nkt, ver\u00e4rgert oder nur bem\u00fcht,\u00a0Gutwetter zu machen? Schwer zu sagen, dachte Ben.<\/p>\n<p>Das Essen verlief schweigsam. Schlie\u00dflich stand Marie auf und brachte aus der K\u00fcche einen gro\u00dfen Schokoladenkuchen zum Nachtisch. H\u00e4tte Ben nicht Adam gegen\u00fcber gesessen, so w\u00e4re ihm das unwillk\u00fcrliche Aufleuchten in Adams Augen beim Anblick des Kuchens wahrscheinlich entgangen und das schnelle Senken der Augenlider, bevor er rasch wegsah.<\/p>\n<p>Adams Miene wirkte unbeteiligt und v\u00f6llig beherrscht, als er kurz darauf fragte, ob er aufstehen d\u00fcrfe. \u201eNein, du bleibst, bis alle fertig sind mit essen.&#8221; Der Junge nickte kurz und ergeben und blieb dann regungslos sitzen. Die Luft war so dick, dass man meinte, sie schneiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Warum hatte er ihn nicht gehen lassen?, fragte sich Ben. Weil er sich \u00fcber Marie ge\u00e4rgert hatte, das war klar. Aber war da noch etwas anderes? Der Junge wirkte nicht trotzig und hatte h\u00f6flich gefragt, das war es nicht. Warum hatte ihn das schnelle Abwenden des Blickes so irritiert und dieses Senken der Augenlider?<\/p>\n<p>\u201eHoss, m\u00f6chtest du noch ein St\u00fcck Kuchen?&#8221; \u201eNein danke, Ma. Ich bin satt&#8221; murmelte der gro\u00dfgewachsene Achtj\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Marie sah anklagend zu Ben, der sein St\u00fcck Schokoladenkuchen a\u00df, ohne ihm\u00a0\u00fcberhaupt Beachtung zu schenken, und mit zusammengezogenen Brauen in Gedanken versunken zu sein schien. Genau das hatte sie bef\u00fcrchtet, sie legte ihre Gabel auf ihren Teller zu ihrem halb gegessenen St\u00fcck Kuchen und h\u00e4tte heulen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eJoseph, mon Petit, komm, wir machen jetzt einen Mittagsschlaf.&#8221; \u201eNein, Mama, Joe nich m\u00fcde, nich slafen&#8221;, protestierte der Kleine und begann zu strampeln, als Marie ihn aus dem Hochstuhl heben wollte. \u201eDu kannst deinen Mittagsschlaf bei uns in unserem Bett machen, Little Joe!&#8221; Mit diesem Versprechen lie\u00df sich\u00a0der kleine Junge\u00a0tats\u00e4chlich ohne Gegenwehr hochheben.<\/p>\n<p>Aha, dachte Ben, das war deutlich! Marie holt\u00a0das Kind\u00a0zu\u00a0ihnen ins Bett zu einer Zeit, die sie sich am Sonntag nach dem Essen sonst ungest\u00f6rt zu zweit g\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ben unterdr\u00fcckte ein Seufzen, ja, die Stimmung war tats\u00e4chlich verdorben.<\/p>\n<p>\u201eR\u00e4umt den Tisch ab, Jungs, und keine lauten Spiele f\u00fcr die n\u00e4chsten anderthalb\u00a0Stunden&#8221; und damit folgte Ben seiner Frau nach oben.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Ben wachte auf mit einem unangenehmen Gef\u00fchl der Besch\u00e4mung und wusste f\u00fcr einen Moment nicht, wo er war.<\/p>\n<p>Gerade noch hatte er Adam vor sich gesehen, der sehns\u00fcchtig, aber stumm ein Glas mit Lakritz betrachtete. Er wusste, er konnte sich kein Lakritz leisten, nicht einmal die billigsten Zuckerbonbons und er f\u00fchlte sich schuldig als Vater. \u201eM\u00f6chtest du ein Lakritz?&#8221; und die freundliche Verk\u00e4uferin reichte dem Vierj\u00e4hrigen ein Lakritzst\u00fcck. Ben sp\u00fcrte wieder die Scham, dass er auf Almosen angewiesen war, dass er seinem Kind nicht einmal ein paar S\u00fc\u00dfigkeiten kaufen konnte.<\/p>\n<p>Es war nur ein Traum, wurde ihm erleichtert bewusst. Er lag in seinem eigenen Bett auf seiner eigenen Ranch und hatte bei seinem Nachmittagsschlummer einfach schlecht getr\u00e4umt, weil er in schlechter Stimmung eingeschlafen war. Neben ihm lag sein J\u00fcngster und nuckelte im Schlaf zufrieden am Daumen. Ob er von dem Schokoladenkuchen tr\u00e4umte, dessen Spuren auf seinem Gesicht noch zu sehen waren? Marie hatte ihnen den R\u00fccken zugewendet und schien auch fest zu schlafen. Ben legte sich wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Warum hatte er von Adams Kindheit getr\u00e4umt? Er wusste pl\u00f6tzlich, es waren Adams Augen, die ihn zu diesem Traum gef\u00fchrt hatten. Der sehns\u00fcchtige Blick, das Aufleuchten, als er bekam, was er sich gew\u00fcnscht hatte. Aber was war daran Besonderes, diese Freude konnte er auch in Hoss\u00b4 Augen sehen, auch solch begehrliche Blicke. Allerdings waren die bei Hoss immer gekoppelt mit direkten Fragen, mit Bitteln und Betteln um Geld f\u00fcr S\u00fc\u00dfigkeiten.<\/p>\n<p>Hatte Adam je um S\u00fc\u00dfigkeiten gebettelt? Heutzutage w\u00fcsste er nicht, dass er von sich aus in der Stadt \u00fcberhaupt um etwas fragte. Selbstverst\u00e4ndlich gab er, wenn Hoss sich etwas erbettelt hatte, Adam der Gerechtigkeit halber auch dasselbe Geld, manchmal sogar mehr, weil er \u00e4lter war, aber er erinnerte sich nicht, dass Adam je von sich aus nach Extras gefragt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Joe bettelte auch, alle kleinen\u00a0 Kinder taten es, \u00fcberlegte er weiter.<\/p>\n<p>Wann hatte Adam aufgeh\u00f6rt, es zu tun? Sein Traum war realistisch, bemerkte er, mit vier Jahren schon hatte es nur noch\u00a0sehns\u00fcchtige Blicke gegeben. Blicke, die ihm durch Mark und Bein gegangen waren.\u00a0Und dann, wo waren diese verr\u00e4terischen Blicke hin verschwunden? Sie gab es\u00a0 schon ein Jahr sp\u00e4ter bestimmt nicht mehr, als er f\u00fcnf war, stattdessen ein schnelles Senken der Augenlider, ein Wegsehen und eine unbeteiligte Miene, wenn sein Vater in seine Richtung sah. Ja, das war typisch f\u00fcr Adam bis heute. Ben hielt es nicht mehr aus im Bett, er f\u00fchlte sich furchtbar unruhig, er setzte sich auf die Bettkante.<\/p>\n<p>Er hatte nie dar\u00fcber nachgedacht, es einfach hingenommen, dass Adam ein bescheidenes Kind war, doch jetzt wurde ihm pl\u00f6tzlich klar, was sein Junge schon als kleines Kind f\u00fcr ihn geleistet hatte: Um ihm kein schlechtes Gewissen zu machen, um ihn nicht zu besch\u00e4men, hatte er seine W\u00fcnsche vor ihm verheimlicht! Ben stand auf und trat ans Fenster.<\/p>\n<p>Was hatte er seinem Sohn alles abverlangt? Und wie sehr hatte das Kind noch versucht, ihm zu helfen anstatt umgekehrt? Er sp\u00fcrte, wie sich seine Kehle zusammenzog.<\/p>\n<p>Ben zog sich energisch die Stiefel an. \u201eWas ist los, Benjamin?&#8221; murmelte seine Frau schlaftrunken. \u201eIch muss nochmal weg, Marie, ich werde es vor dem Abendessen nicht schaffen, bitte wartet nicht auf mich.&#8221; Marie sah ihn fragend an. \u201eBitte, Marie, lass mich! Ich habe etwas vergessen, aber mach dir keine Sorgen. Ich werde vor Einbruch der Dunkelheit zur\u00fcck sein.&#8221;<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>\u201ePa?&#8221; Ben schaute sich auf die leise Frage hin um und sah im D\u00e4mmerlicht der Scheune Adam auf der Haferkiste sitzen. Er schlang die Z\u00fcgel seines Pferdes um einen Balken.<\/p>\n<p>\u201eWas ist, mein Junge?&#8221; Ben n\u00e4herte sich seinem Sohn und sah, dass er etwas Hafer von Hand zu Hand gleiten lie\u00df. \u201eIch habe auf dich gewartet. Pa, es tut mir leid wegen der Milch heute morgen. Ich habe nicht nachgedacht, entschuldige!&#8221; \u201eEs ist gut, mein Junge.&#8221; \u201ePa, ich musste an die Zeit denken, als wir &#8230;&#8221; und er \u00f6ffnete die Hand, in der die Haferk\u00f6rner lagen. \u201eDamals, Pa, w\u00e4re ich tats\u00e4chlich froh gewesen um die Milch. Es fiel mir pl\u00f6tzlich ein, als ich die Pferde gef\u00fcttert habe&#8221;, sagte er leise den Blick noch immer auf den K\u00f6rnern in seinen H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Ben sah wieder den spelzigen, fast ungenie\u00dfbaren Brei vor sich, den er aus dem Futterhafer mit Wasser und Salz gekocht hatte. Es war der Tiefpunkt ihrer Reise nach Westen gewesen. Das Pferd hatte sich einen Stein eingetreten und lange Zeit gelahmt und er selbst hatte eine Woche Fieber gehabt und sie waren nicht weiter gekommen, so waren ihre Nahrungsvorr\u00e4te zu schnell aufgebraucht gewesen und der Hafer f\u00fcrs Pferd war buchst\u00e4blich alles, was sie noch hatten. Da er nicht wusste, ob er Jagdgl\u00fcck haben w\u00fcrde, und sie durch Jagen noch mehr Zeit auf dem Weg zur n\u00e4chsten Siedlung verloren h\u00e4tten, hatte er entschieden, dass es der Hafer tun musste. Sie hatten damals drei Tage gebraucht. Seitdem\u00a0 hatten sie nie mehr dar\u00fcber gesprochen und er hatte gehofft, dass sein Sohn diese Zeit aus seinem f\u00fcnften Lebensjahr l\u00e4ngst vergessen h\u00e4tte. Ben legte eine Hand auf Adams Schulter. \u201eIch bin so froh, mein kleiner gro\u00dfer Junge, dass wir, Marie und deine kleinen Br\u00fcder jetzt immer genug zu essen haben. Gott gebe, dass es so bleiben m\u00f6ge. Und ich bin stolz auf dich, dass du deinen Fehler eingesehen und dich entschuldigt hast.&#8221; Ben dr\u00fcckte einen vorsichtigen Kuss auf den Scheitel seines Sohnes. Adam strich sich schnell durchs Haar, wo der Kuss gelandet war, schien aber nicht wirklich verstimmt deswegen.<\/p>\n<p>\u201eAdam, bitte versorge mein Pferd. Ich werde schnell eine Kleinigkeit essen und dann Hoss seine Gutenachtgeschichte vorlesen. Danach w\u00fcrde ich gern mit dir noch reden, denn auch ich habe \u00fcber unsere gemeinsame Wanderzeit nachgedacht.&#8221;<\/p>\n<p>Adams Blick war fragend: \u201eBist du noch b\u00f6se auf mich, Pa!&#8221; \u201eNein, im Gegenteil, mein Junge.&#8221;<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>Ben legte seine Satteltaschen und seinen Revolvergurt auf die Kommode und h\u00e4ngte seinen Hut auf. \u201eMarie, ich bin zur\u00fcck!&#8221; rief er.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIch bade gerade Joe, komm in die K\u00fcche.&#8221;<\/p>\n<p>Ben folgte der Stimme. \u201eIst das f\u00fcr mich?&#8221; er deutete auf einen Teller mit kaltem Braten, Brot und Butter. \u201eJa&#8221;, sagte Marie, w\u00e4hrend sie Joe aus dem Zuber hob und in ein Handtuch h\u00fcllte. \u201eWie war euer Abendessen?&#8221; fragte Ben, w\u00e4hrend er sich an den K\u00fcchentisch setzte und zu essen begann, \u201edein Braten ist \u00fcbrigens hervorragend!&#8221; \u201eNun ja, besser als das Mittagessen. Adam hat sich an deine Trockenbrotregel gehalten, hat aber trotzdem ganz normal mit uns gesprochen. Trotzdem Ben, es bleibt einem der Bissen im Hals stecken, selbst Hoss.&#8221; \u201eEs tut mir leid, Marie, ich wollte deinen Tag nicht verderben.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eGib deinem Papa einen Gutenachtkuss, Joe! Mama bringt dich rauf und wir lesen noch eine sch\u00f6ne Geschichte.&#8221; Marie trat mit dem frisch gewickelten und in ein\u00a0warmes Nachthemd gekleideten Joe im Arm an Ben heran und der kleine Junge legte seine Arme um Bens Hals und gab ihm einen feuchten Kuss. \u201eGute Nacht, Joe, schlaf gut!&#8221;\u00a0 Ben erwiderte den Kuss.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWo ist eigentlich Hoss?&#8221; \u201eEr macht sich bettfertig, er wird runterkommen, wenn er soweit ist.&#8221; Und damit war Marie gegangen.<\/p>\n<p>Als Marie die K\u00fcche verlassen hatte, stand Ben schnell auf und setzte einen halben Liter Milch auf. W\u00e4hrend die Milch warm wurde, holte er vier Teller und verteilte vier gro\u00dfe St\u00fccke von Maries Kuchen darauf. Schlie\u00dflich f\u00fcllte er die warme Milch in zwei gro\u00dfe Tassen und f\u00fcgte reichlich Honig hinzu und r\u00fchrte kr\u00e4ftig um. Dann brachte er alles auf einem Tablett zum Tisch vor dem Kamin. Zum Schluss goss er noch zwei Gl\u00e4schen Brandy ein und legte Holz im Kamin nach.<\/p>\n<p>In diesem Augenblick kam Adam ins Haus, sein Blick fiel auf den gedeckten Couchtisch und er steuerte schnell die Treppe an. \u201eIch bin in meinem Zimmer, Pa, wenn du noch mit mir sprechen willst.&#8221;\u00a0 \u201eHey Adam, ich dachte, du h\u00e4ttest vielleicht auch Lust auf ein St\u00fcck Kuchen und w\u00fcrdest vielleicht auch zuh\u00f6ren wollen, wenn\u00a0 ich Hoss vorlese&#8221;, sagte Ben, w\u00e4hrend er weiter im Kamin hantierte. \u201eOh, &#8230; sicher, gern, Pa&#8221;, antwortete der Junge z\u00f6gernd und kam langsam Richtung Kamin.<\/p>\n<p>\u201eKuchen, Pa? Es gibt Kuchen f\u00fcr uns alle als Betthupferl!&#8221; jubelte in diesem Augenblick eine frohe Kinderstimme und Hoss kam polternd im Bademantel die Treppe runtergerannt und setzte sich erwartungsvoll auf seinen Platz aufs Sofa, wo er immer sa\u00df, wenn sein Vater vorlas. Adam setzte sich in den blauen Sessel. \u201eLasst es euch schmecken, Jungs! Ich hole nur gerade das Buch.&#8221;<\/p>\n<p>Adam blickte seinem Vater verwundert hinterher, als er nicht zum Regal ging, sondern ein Buch aus seiner Satteltasche holte.<\/p>\n<p>\u201ePa, du hast ja sogar Honig in die Milch getan&#8221;, stellte Hoss zufrieden schl\u00fcrfend fest.<\/p>\n<p>Wieder traf Ben ein verwunderter Blick seines \u00e4ltesten Sohnes.<\/p>\n<p>\u201eJa, Hoss, ich habe heute viel an die Zeit gedacht, als Adam und ich und dann wir drei unterwegs waren, und da fiel mir wieder ein, wie gern ihr beide s\u00fc\u00dfe Milch getrunken habt.&#8221; Ben nickte Adam zu und dieser l\u00e4chelte zur\u00fcck. Beide wussten, dass es nicht gerade ein allt\u00e4gliches Getr\u00e4nk auf ihrer Fahrt gewesen war, aber in der Tat ein hoch gesch\u00e4tztes.<\/p>\n<p>Adam nippte gerade an seiner hei\u00dfen Milch und Hoss kaute mit vollen Backen, als Ben zu lesen begann. Er hatte den Einband extra so gehalten, dass man den Titel nicht lesen konnte. \u201eTom Sawyer&#8221;, durchfuhr es Adam, \u201edas Buch, auf das ich schon gewartet habe. Es ist ganz neu herausgekommen. Wo hat Pa es nur pl\u00f6tzlich her?&#8221; Aber gleichzeitig f\u00fchlte er sich, wie sich eine Katze f\u00fchlen musste, wenn sie zu schnurren begann, satt, zufrieden und ganz und gar sicher aufgehoben.<\/p>\n<p>Ben sah beim Lesen hoch und freute sich, dass die \u00dcberraschung gelungen war, Adam wirkte so entspannt und gl\u00fccklich in seinem Sessel, wie er ihn selten gesehen hatte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Lesens hatte sich Marie zu ihnen gesellt, ohne zu unterbrechen. Sie sah die leeren Kuchenteller ihrer Familie und fragte sich, warum alles so kompliziert hatte sein m\u00fcssen, und war froh, dass der Haus und- Familiensegen endlich wieder gerade hing.<\/p>\n<p>Nach den ersten drei Kapiteln beendete Ben das Vorlesen. \u201eHat es dir gefallen, Hoss?&#8221; \u201eJa, dieser Tom, das ist schon einer, der kommt vielleicht auf Ideen. Liest du morgen weiter, Pa?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eJa sicher, es wird jetzt schon ziemlich fr\u00fch dunkel, da k\u00f6nnen wir abends vielleicht immer ein bisschen mit der Familie zusammen sitzen und vorlesen oder Adam?&#8221; Ben hoffte, dass sein \u00c4ltester zustimmen w\u00fcrde, mit vierzehn Jahren war das nicht so sicher. Aber Adam nickte nachdr\u00fccklich.<\/p>\n<p>Marie geleitete Hoss, nachdem er allen Gutenacht gesagt hatte, nach oben.<\/p>\n<p>\u201eDanke, Pa&#8221;, sagte Adam, als die beiden au\u00dfer H\u00f6rweite waren. \u201eBitte, mein Junge. Geh doch mal und hole aus meiner linken Satteltasche die zwei P\u00e4ckchen und bring sie mir.&#8221; \u201eSicher, Pa.&#8221;<\/p>\n<p>Adam brachte eine gro\u00dfe gedrehte T\u00fcte und ein kleines viereckiges P\u00e4ckchen und legte sie auf den Tisch.<\/p>\n<p>\u201eDie sind f\u00fcr dich.&#8221; Adam sah seinen Vater fast entsetzt an. \u201eWarum, Pa? Ich habe doch keinen Geburtstag.&#8221; \u201eEs ist f\u00fcr all die Male, wo ich dir nichts Richtiges zum Geburtstag habe schenken k\u00f6nnen und f\u00fcr all die Male, wo du schon als kleines Kind klaglos verzichtet hast.&#8221; \u201ePa, ich habe nichts vermisst in meiner Kindheit, wirklich nicht!&#8221;<\/p>\n<p>\u201eDoch Junge, das hast du, gemessen an dem, was andere Kinder, was deine Br\u00fcder haben. Ich denke, ich bin dir einfach was schuldig.&#8221; Adam wirkte verlegen. \u201eEs ist Sonntag, Pa, wie kommst du heute an Geschenke?&#8221; fragte er ablenkend. \u201eWenn einem was wirklich wichtig ist, Junge, dann findet man Mittel und Wege. Und es ist mir wichtig! Ich glaube, ich hatte es noch viel n\u00f6tiger als du, \u00fcber einiges nachzudenken.&#8221;<\/p>\n<p>Adam \u00f6ffnete jetzt endlich die gro\u00dfe T\u00fcte und sah hinein. \u201ePa, das ist ja mindestens ein halbes Kilo Lakritz, au\u00dfer dir und mir mag doch keiner Lakritz.&#8221; \u201eJa, dann kannst du mir ja ab und an mal was abgeben&#8221;, grinste Ben. Adam\u00a0langte in die T\u00fcte und bot seinem Vater auch davon an. Beide lutschten mit Genuss, Adam griff noch einmal zu. \u201eWillst du das andere P\u00e4ckchen nicht auch aufmachen?&#8221;<\/p>\n<p>Das kleine P\u00e4ckchen wirkte teuer. Adam war es beinahe unangenehm, es zu \u00f6ffnen. Sein Vater konnte ihm doch nicht einfach Geschenke au\u00dfer der Reihe machen. Das war doch nicht richtig! Adam l\u00f6ste vorsichtig den Knoten und wickelte das Papier von der kleinen Pappschachtel ab, er hielt die Luft an. Das war doch nicht tats\u00e4chlich &#8230; .<\/p>\n<p>\u201eDanke Pa!&#8221; platzte er heraus. \u201eWoher hast du gewusst, dass ich mir solch einen neuartigen F\u00fcllfederhalter so sehr w\u00fcnsche?&#8221; Adams Augen leuchteten.<\/p>\n<p>\u201eNun ja, mein kleiner gro\u00dfe Junge, zum Gl\u00fcck habe ich gelernt, auch dich ein wenig zu lesen und ich habe meine Informanten&#8221;, l\u00e4chelte Ben seinem \u00c4ltesten zu. \u201eAdam, gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen wir uns heute mehr leisten, und ich w\u00fcrde mich freuen, wenn du es einfach sagst, wenn du etwas gern h\u00e4ttest. Es gibt Weihnachten und Geburtstage und, wenn etwas trotzdem zu teuer ist, k\u00f6nnen wir dar\u00fcber reden, es beleid\u00edgt mich nicht und es ist vielleicht leichter f\u00fcr uns beide.&#8221; Adam war aufgestanden und umarmte seinen Vater. Ben erwiderte die Umarmung und beide verharrten so eine Weile.<\/p>\n<p>Marie stand oben auf der Plattform der Treppe und beobachtete die beiden. Manchmal war sie so unglaublich froh dar\u00fcber, was f\u00fcr eine harmonische Familie sie hatte und wie sch\u00f6n gerade die Sonntage waren, dachte sie zufrieden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"copyright\" style=\"color: #000000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Disclaimer:<\/span>\u00a0All publicly recognizable characters and settings are the property of their respective owners. The original characters and plot are the property of the author. No money is being made from this work. 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