Ein Vater und (s)ein Sohn (by Adam4Ever)

Summary:  Es geht um ein Erlebnis das Adam hat. Er lernt etwas zu verstehen.  Die Geschichte begleitet ihn bei diesem Prozess.  Aber er ist nicht der einzige, der etwas lernt. Auch Ben macht eine Feststellung.

Rated: K+ (5,340 words)

 

Ein Vater und (s)ein Sohn

Adam ran der Schweiß von der Stirn, während er den Hammer fast schon mechanisch auf und ab schwang. Das Geräusch des niederschmetternden Hammers dröhnte in seinem Kopf. Die Sonne stach ihm ins Gesicht und erschwerte die Arbeit hier oben auf dem Dach der Messourri-Ranch.

Die ganzen letzten Tage war er schon mit den Arbeiten beschäftigt.

 

„Mr. Cartwright! Schlagen Sie die Nägel gerade ein. Das Holz muss auch noch gehackt werden.“ rief eine alte krächzende Stimme von unten. Sie gehörte dem alten Mr. Pook.

Die Stimme war für Adam in den letzten Tagen unausstehlich geworden, da Mr. Pook den gesamten Tag nichts zu tun hatte, als hinter Adam her zu scheuchen.

 

„Ja Sir, dass wird erledigt, wenn ich hier oben fertig bin.“ entgegnete Adam matt. Er fühlte sich müde und hungrig. „Das will ich auch hoffen!“ sagte er boshaft und schlug seinen Stützstock ein paar mal drohend gegen die hölzerne Außenwand der Ranch.

Mr. Pook verschwand wieder im Haus, aber Adam wusste, er würde in einigen Minuten wieder dort stehen und ihm sagen, dass das Holz gehackt werden muss.

 

Am Horizont begann die Sonne bereits unter zu gehen als Adam den letzten Nagel im widerspenstigen Holz versenkte. Verschwitzt und dreckig packte er die restlichen Nägel zusammen und stieg die Leiter hinab, wobei er aufpassen musste, denn der Leiter fehlten mehrere Sprossen.

Das Arbeitswerkzeug schien genauso alt zu sein wie Mr. Pook selbst.

Er hatte wohl Jahre lang nichts mehr an der Ranch getan. Das Dach war löchrig, die Scheune marode und alles schien ein wenig verwahrlost.

Mit anderen Worten es gab einen Haufen Arbeit zu erledigen.

 

Mittlerweile war es Zeit zum Abendessen. Das Licht wurde spärlich. Die Sonne war schon halb hinter den Bergen versunken.

Adam brachte das Werkzeug in die Scheune, wo er heute wie auch die letzten Nächte schlafen würde. Er wollte gerade die Axt nehmen, als er das quietschende, knarrende Geräusch des Scheunentors hörte.

„Mr. Cartwright, ich habe hier etwas zu Essen für Sie.“ sagte die alte Mrs. Pook mit sanfter Stimme und hielt ihm einen Teller und Besteck hin.

„Ach Sie sind es!“ entgegnete Adam beinahe erleichtert. „Ich dachte es, wäre wieder mal ihr Mann, um mir auf die Finger zu schauen.“

„Ja, ja.“ sagte die alte Frau in einem Anflug von Lachen. „Sie wissen ja wie er ist. Das ist nichts Persönliches, so geht er immer mit seinen Arbeitern um.“

Aber Adam, der dieses Verhalten schon seit Tagen ertragen musste, brach aufgebracht heraus: „Mrs. Pook ich komme von einer großen Ranch. Ich bin hier draußen aufgewachsen. Ich weiß wie man die Arbeit zu machen hat.“

Sie überhörte den Tonfall und stellte eine Kanne Wasser und einen Becher auf einen Heuballen.

„Hier haben Sie Wasser zum Trinken und Waschen.“

Adam nahm einen großen Schluck.

„Junger Mann, das bezweifle ich nicht, aber mein Mann ist, wie er ist, den ändern Sie nicht mehr.“ Und wieder stand ihr ein Anflug eines Lächelns in ihrem faltigen Gesicht.

„Entschuldigen Sie.“ sagte Adam. „Sie können ja nichts dafür.“

Er nahm die Axt, schwang sie über die Schulter und wollte zum Scheunentor hinübergehen. Mrs. Pook hielt ihn sachte am Arm zurück.

„Macht nichts. Sie sind sicher müde und überarbeitet.“ Sie schenkte ihm ein

warmes Lächeln. „Aber wollen Sie nicht erst essen, bevor es kalt wird?“

„Wenn ihr Mann nichts dagegen hat.“ entgegnete Adam zu müde um das Lächeln zu erwidern. „Essen Sie ruhig. Ich sage ihm Bescheid.“ Sie verließ die Scheune. Adam warf sich auf den nächst besten Strohballen und nahm den Teller. Während er aß stellte er sich die Frage, die er sich in den letzten Tagen schon mehrfach gestellt hatte: Wie kommt eine solch liebevolle Frau an einen solchen Mann? Er verstand nicht, was sie bei ihm hielt. Lustlos schlang er den Eintopf hinunter und machte sich dann ans Holzschlagen.

 

Draußen war es schon finstere Nacht, als Adam die Öllampe nahm und sich zum Schlafen in die Scheune begab. Müde und völlig fertig kauerte er sich mit einer Decke auf das Stroh, den Kopf auf dem Sattel liegend neben Sport und

schlief augenblicklich ein.

 

Die nächsten Tage verliefen ähnlich. Er brachte sie in der Hitze mit Arbeiten zu.

Die Scheune musste wieder in Stand gesetzt werden, viele Reparaturen waren über Jahre liegen geblieben. Mr. Pook konnte zwar gut herumkommandieren, aber selbst anpacken kam für ihn nicht in Frage.

Mrs. Pook war ebenfalls nicht mehr die Jüngste und hatte den ganzen Tag Mühe damit den Haushalt zu machen, während Mr. Pook die meiste Zeit draußen auf der Veranda im Lehnstuhl saß und mit Adleraugen jeden von Adams Handgriffen überwachte. Adam ging das schon lange auf die Nerven, aber es war nun mal sein Auftrag die Arbeiten innerhalb von zwei Wochen zu erledigen.

 

Die Tage vergingen. Am letzten Arbeitstag ließ die Hitze nach. Regen kündigte sich durch dicke Wolken an. Nun war es an der Zeit für die Entlohnung.

Adam hatte seine Sachen zusammengepackt. Er klopfte an die Türe an.

„Herein!“ rief Mrs. Pook. „Oh, sie wollen jetzt schon abreisen? Bleiben Sie doch noch zum Kaffee.“ „Vielen Dank Mrs. Pook, aber ich muss zurück zur Ponderosa und ihr Mann würde es ohnehin nicht gerne sehen. Ich warte nur noch auf die Entlohnung.“ sagte Adam knapp. Wie auf’s Wort kam der alte Greis ins Haus geschlurft. Er richtete den Gehstock auf Adam und schrie:

„Sie haben das Holz für morgen noch nicht geschlagen, Sie bekommen nur 4 der 5 Zuchtbullen, wenn Sie jetzt abreisen ohne das zu erledigen.“ Wild fuchtelte er mit dem Stock vor Adams Brust herum. Das ging ihm nun zu weit.

Er packte den Stock und entriss ihn dem alten Mann: „ Sie wissen so gut wie ich, dass das nicht Teil der Abmachung war. Ich habe das Holz für heute bereits gestern geschlagen. Alles andere ist Ihre Sache.“ wütend warf er den Stock zu Boden. Mr. Pook war für einen Moment wie erstarrt. Noch niemand hatte ihm bisher die Meinung gesagt oder ihm sonst etwas entgegengesetzt. Er war es gewöhnt, dass alles nach seiner Pfeife tanzte und das die jungen Burschen vor ihm kuschten. Mrs. Pook versuchte die Situation zu beruhigen und sagte mit ruhiger Stimme:

„Komm Thomas, Liebling. Gib ihm die 5 Zuchtbullen. Wir müssen sie ohnehin loswerden. Wir sind zu alt für die Viehzucht und der junge Cartwright hat seine Arbeit mehr als gut gemacht, also sei so gut.“

Wenn es eine Person auf Erden gab, auf die Mr. Pook wenigstens ansatzweise hörte, dann war es seine Frau. Widerwillig gab er Adam die Erlaubnis die 5 letzten Tiere ihrer früheren Rinderzucht von der nahe gelegenen Weide mit zu nehmen.

 

Nun lag ein langer Ritt vor ihm und Sport. Die Zuchtbullen trieb er vor sich her.

Zum Glück war es nun nicht mehr so heiß. Dennoch war der Ritt beschwerlich, denn er ging durch felsiges Gelände auf dem Sport ab und zu seine Schwierigkeiten hatte. Adam sehnte sich nach Erholung und Entspannung.

Die letzten Monate waren anstrengend gewesen, aber die 2 Wochen Arbeit auf der Messouri-Ranch, waren die Krönung gewesen. Adam war froh, dass der Auftrag erfüllt war und er nun die 5 Bullen hatte, die Ben so dringend für die Zucht haben wollte. Adam war klar gewesen, dass Mr. Pook dafür viel verlangen würde, aber er hatte nicht mit Sklaven ähnlichen Verhältnissen gerechnet.

 

Der Ritt schien endlos zu dauern. Zeitweise musste Adam sich bemühen nicht einzunicken und die Rinder beisammen zu halten. Wie sehr wünschte er sich jetzt gemütlich am heimischen Kamin oder auf der Veranda zu sitzen, die Füße hoch zu legen und ein gutes Buch zu lesen.

 

Es war schon Nachmittag als Adam die Ranch erreichte. Schnell waren die Rinder im Corral untergebracht. Im Haus war niemand aufzufinden.

Adam ging zur Wasserpumpe um sich abzukühlen und zu trinken, als Hoss aus der Scheune kam. „Adam!“ rief er erfreut. Endlich bist du zurück!“ Er umarmte ihn brüderlich. „Hallo Hoss, wo sind denn alle hin?“ fragte Adam.

„Pa und Little Joe sind draußen auf der Weide mit dem Kennzeichnen der Kälber beschäftigt. Pa sagte, du sollst gleich die neuen Rinder mitbringen, wenn du zurück bist, damit sie auch gekennzeichnet werden können.“

 

Hoss ging zum Gatter und bestaunte die neuen Herdenmitglieder:

„Das sind aber wirkliche Prachtexemplare Adam.“

Adam war völlig abwesend. Er sehnte sich nach seinem Bett. Die Knochen taten ihm weh. Am liebsten würde er sich jetzt erstmal ausruhen, aber die Arbeit ging nun mal vor, dass war ihm klar und so machte er sich auf den Weg.

 

Auf der Weide standen Ben und Little Joe mit einigen Arbeitern völlig vertieft in ihre Arbeit. Sie bemerkten Adam gar nicht. „Pa!“ rief Adam. Ben reagierte nicht.

„Joe!“ Joe hatte ihn gehört. Er stieß seinen Vater an: „Hey Pa, Adam ist zurück!“

 

Die beiden freuten sich, dass Adam zurück war und begrüßten ihn überschwänglich. Ben war sofort Feuer und Flamme als er die prächtigen Bullen sah. „Adam das sind exzellente Zuchtbullen! Komm geh mal darüber und helfe uns beim Brandmarken.“

 

„Pa, ich bin müde von der Arbeit und vom Ritt. Kann ich den restlichen Tag nicht frei nehmen?“ fragte Adam in der Hoffnung sein Vater würde zustimmen.

 

Ben hatte nur mit halbem Ohr zugehört, denn er war schon wieder dabei den Männern Anweisungen zu zurufen. „Adam wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir können jede Hand gebrauchen!“

 

„Schon gut Pa.“ Müde und ein wenig enttäuscht machte er sich an die Arbeit.

Kaum stand er am richtigen Platz wurde ihm auch schon das erste Kälbchen entgegen gewuchtet. Er drückte es mit aller Kraft an den Boden. Es strampelte und wehrte sich wie wild. Zwei andere hielten es fest, während er ihm das Brandzeichen mit einem Zischen ins Fell drückte. So ging es dann bis zum Abend weiter.

 

Beim Abendessen waren das Hauptthema die neuen Zuchtbullen.

„Jungs“ sagte Ben zufrieden „die Bullen werden für kräftigen Nachwuchs sorgen. Sie bringen frisches Blut in die Herde. Mr. Pook hatte früher eine der größten und robustesten Rinderzuchten in Nevada.“

 

Joe und Hoss freuten sich mit Pa und erzählten ihrerseits über Erlebnisse, aber Adam saß nur still da und nippte an seinem Kaffee.

 

„Pa, ich gehe ins Bett.“ sagte Adam, als Ben gerade dabei war genüsslich seine Pfeife zu stopfen. „Jetzt schon?“ fragte Joe.

„Ja, es war ein anstrengender Tag. Gute Nacht.“

 

Im Bett lag Adam noch eine Weile wach. Er dachte über die letzten Monate nach. Was hatte er eigentlich in letzter Zeit getan, außer gearbeitet? Diese Frage ging in seinem Kopf herum. Wann war er das letzte mal in der Stadt gewesen? Es war noch nicht so lange her, aber er war nur dort gewesen um Dinge zu erledigen, z.B. wenn Vorräte gekauft werden mussten, Geld von der Bank abgehoben oder Telegramme verschickt und entgegen genommen werden mussten. Wie lange war er schon nicht mehr mit Joe und Hoss auf einen Jagdtrip gegangen?

 

In der Nacht schlief er unruhig. Mehrmals wachte er auf und lauschte dem Heulen der Kojoten bis er wieder in unruhigen Schlaf fiel.

 

Am nächsten Morgen erwachte er mit starken Kopfschmerzen.

Immer noch müde, zog er sich an und ging nach unten.

 

„Ah Adam, ich habe vorgestern ein Telegramm bekommen, dass Cliff wieder 20 Wildpferde zu verkaufen hat. Am besten reitest du gleich heute zu ihm und verhandelst einen guten Preis.“

 

Adam saß noch nicht einmal am Frühstückstisch und schon war sein Tag wieder mit Arbeit voll gestopft. Er wusste genau, was anstehen würde, wenn er die 20 Pferde gekauft hatte, nämlich wochenlanges Einreiten und Zähmen der wilden Pferde.

 

„Ok, Pa.“ sagte Adam lustlos und stocherte mit der Gabel in seinem Speck herum.

„Gut, aber geh nicht über 2000 $“, sagte Ben „Aber ich weiß, ich kann mich auf dich verlassen. Du hast ja bisher immer gute Preise ausgehandelt.“ Er klopfte seinem Ältesten anerkennend auf die Schulter und verschwand nach draußen.

 

Nach einer Weile kam Hoss herein.

„Kommst du Adam?“

„Wohin?“ fragte Adam.

„Pa sagt, wir sollen mal die Zäune auf der Nordweide überprüfen. In letzter Zeit scheinen mehrere Tiere verschwunden zu sein.“

„Aber ich soll zu Cliff hinüber reiten“ antwortet Adam knapp.

„Pa wollte aber, dass wir das heute erledigen, du, ich und Joe.“

„Na gut, dann erledige ich das mit Cliff eben später“ sagte Adam und alle Hoffnung auf ein paar freie Stunden zum Lesen war verflogen.

 

So luden sie zu dritt das Holz zum ausbessern auf den Wagen.

Den Nachmittag verbrachten sie damit, ausgebüchste Tiere zurück zur Herde zu führen und die Zäune auszubessern. Am späten Nachmittag kehrten sie zur Ranch zurück. Joe und Hoss wollten gerade ihre Pferde versorgen, als Ben ihnen aus dem Stall entgegen kam. „Hallo Jungs. Und wie viel hat Cliff verlangt?“

Erwartete Ben etwa, dass er das schon erledigt hatte?

„Pa, ich war bis eben mit meinen Brüdern auf der Nordweide. Ich bin noch nicht dazu gekommen mit ihm zu reden.“

 

„Das muss aber so schnell wie möglich erledigt werden, sonst kommt uns Jason wieder in die Quere und schnappt uns die besten Tiere vor der Nase weg“

sagte Ben mit ernster Miene.

 

Nun mischte sich Joe ein: „Ja Pa, neulich hat Jackson mich gefragt, wann wir wieder Reitpferde abgeben. Er braucht neue für seinen Pferdeverleih.“

 

„…Er scheint nicht der einzige zu sein“ unterbrach Hoss. „Im Moment besteht wieder eine große Nachfrage nach verlässlichen, gut zugerittenen Reitpferden.“

 

„Also Adam worauf wartest du noch?!“ rief Ben. „Frag ihn auch, wann er die nächsten Tiere abzugeben hat.“

 

Gehorsam schwang Adam sich auf sein Pferd und machte sich auf den Weg.

Er konnte seinem Vater einfach nichts abschlagen. Er wusste, wie hart Ben früher selbst gearbeitet hatte um diese große Ranch aufzubauen. Auch Adam war mit der Arbeit aufgewachsen und wusste, dass es hier draußen nichts zu verschenken gab, aber er fühlte sich nicht nur oft müde, sondern er vernahm immer öfter ein Gefühl der inneren Leere. Früher hatten ihn seine Bücher, die Kunst, Gedichte, das Gitarrespielen, die Architektur, Unternehmungen mit seinen Brüdern und die großen Feste auf der Ponderosa ausgefüllt.

Damals musste er auch hart arbeiten, aber die Arbeit war nicht sein Lebensmittelpunkt gewesen, wie es nun der Fall war. Ihm fehlten die schönen Dinge des Lebens, Zeit zum Genießen, Zeit zum Besinnen, zum Nachdenken und letztendlich auch um Spaß zu haben und seine Jugend zu genießen.

 

Auf dem Weg zu Cliff, überlegte er, was wohl mit ihm los war, weshalb er die Arbeit so satt hatte und warum er so lustlos war. Er nahm sich vor Ben am Abend nach Urlaub zu fragen.

 

Die Sonne war schon längst hinter den Bergen verschwunden, als Sport müde von dem Ritt und mit hängendem Kopf in den Vorhof trabte.

Auch Adam war müde. Er versorgte Sport in der Scheune und begann ihn zu striegeln. In Gedanken versunken, merkte er gar nicht, wie lange er Sport nun schon striegelte. Ein lautes Wiehern von Buck rief ihn wieder ins Hier und Jetzt.

 

Seine Brüder und Ben hatten das Abendessen inzwischen schon beendet.

„Mistel Adam, Sie kommen zu spät zu Abendessen. Alles kalt sein“ rief Hop Sing ihm empört entgegen, als er zur Tür hereinkam und seine Sachen auf der Kommode ablegte. „Hop Sing machen eine Portion warm für Mistel Adam.“

„Danke Hop Sing, ich habe keinen großen Hunger“ sagte Adam und hängte seinen Hut zu den anderen an die Garderobe. Joe und Hoss spielten Dame, während Ben am Schreibtisch saß und einige Papiere durchsah.

„Adam, gut das du endlich zurück bist. Und wie viel hat Cliff verlangt?“

fragte er ohne seinen Blick von den Papieren abzuwenden.

 

„Er wollte 120 $ pro Tier.“

„Was? Das ist viel zu viel. Wie weit konntest du ihn herunterhandeln? Auf 100 pro Tier?“

„Auf 80$“ sagte Adam und setze sich an den Tisch.

„80$?! Großartig!“ rief Ben überschwänglich und sprang nahezu von seinem Stuhl auf. Er war stolz auf das Handelstalent seines Sohnes.

„Du kannst das inzwischen besser als ich… Ich weiß schon, warum ich dich immer zu so etwas losschicke…“ lachte Ben und legte Adam seinen Arm um die Schulter, während dieser sich Erbsen in den Mund schob.

 

„Gratuliere großer Bruder“ sagte Hoss, während Joe mit einer Dame gleich drei von Hoss’ Steinen auf einmal übersprang. „Hey….“ rief er, aber Joes Zug war gültig.

 

Adam hatte gerade das Abendessen beendet, als Ben vom Schreibtisch aus brummte: „Adam, sieh dir das mal an. Da stimmt was nicht.“

 

Er hatte wohl wieder einen dieser verfluchten Fehler in der Jahresbilanz gefunden. Am liebsten hätte Adam die Aufforderung einfach überhört, aber er konnte nicht.

 

Ben reichte ihm eine lange Liste. „ Sieh mal hier auf Seite 32 scheint irgendwas falsch zu sein!“ sagte Ben und starrte angestrengt nach dem Fehler suchend auf das Blatt Papier.

 

Adam setzte sich auf den Schreibtischstuhl und schaute die Auflistungen konzentriert durch. Nach einer Weile sagte er: „Da ist schon mal ein Fehler“

er deutete mit dem Finger auf eine der Zahlen.

„Aber die Ursache dafür liegt woanders…. Wir müssen wohl nochmal die gesamte Bilanz durchgehen…“ stellte Adam fest und fasste sich mit beiden Händen an die Stirn. „So etwas habe ich befürchtet“ sagte Ben.

„Aber lasst uns erstmal schlafen gehen. Morgen ist auch noch ein Tag.“

 

Ein weiterer Tag voller Arbeit dachte Adam bei sich.

Er brauchte dringend Urlaub um mal richtig abzuschalten und seinen Kopf frei zu bekommen. Da erinnerte er sich daran, was er sich auf dem Weg zu Cliff vorgenommen hatte.

 

Ben war gerade dabei die Öllampen zu löschen, Joe und Hoss gingen bereits in ihre Zimmer hoch.

„Pa?“ fragte Adam beinahe schüchtern.

„Ja?“ sagte Ben, während er die Türe abschloss.

„Kann ich dich um etwas bitten?“

„Natürlich Adam, was hast du auf dem Herzen?“ fragte Ben und wand sich nun voll und ganz seinem Sohn zu.

„Könnte ich vielleicht ein paar Tage frei nehmen?“ fragte Adam

„Ich muss hier mal raus.“

„Du willst frei nehmen?“ fragte Ben verwundert.

„Muss das gerade jetzt sein, wo wir so viel Arbeit haben? Eigentlich solltest du morgen zusammen mit ein paar Vormännern die Pferde abholen und die müssen auch noch alle eingeritten werden. Das Holz für die neue Eisenbahnstrecke, dass wir in 2 Wochen abliefern müssen, schlägt sich auch nicht von alleine.“ Einen Moment herrschte Stille in dem großen dunklen Raum.

„Adam, wir brauchen wirklich jede Hand und vor allem dich. Bei dir weiß ich, dass ich mich 100%-ig auf dich verlassen kann. Du warst schon immer meine rechte Hand. Wenn das erledigt ist, kannst du immer noch Urlaub nehmen.“

 

Adam wusste, dass Diskutieren jetzt nichts bringen würde. Geschlagen, gab Adam den Gedanken an ein paar freie Tage auf.

„Nagut, ich werde die Pferde morgen abholen“ sagte Adam niedergeschlagen und trottete die Treppe hinauf.

 

Ben wunderte sich, dass sein Sohn, der sich sonst nie über zu viel Arbeit beklagt hatte, plötzlich unbedingt frei nehmen wollte. Sonst war es eher Little Joe, der um einen freien Abend bat um sich wieder einmal mit einem netten Mädchen in der Stadt treffen zu können. Was hatte es zu bedeuten „Ich muss mal hier raus.“ Ben grübelte noch eine Weile, tat den Gedankengang dann aber mit der Erklärung ab, dass es wohl nur eine Art Phase war, in der Adam sich gerade befand.

 

Der nächste Tag kam und er begann genauso früh wie jeder Morgen auf der Ponderosa. In der Nacht hatte Adam relativ gut geschlafen. Als er die Treppe hinunter kam, sah er Ben bereits am Schreibtisch sitzen.

„Morgen, Adam. Hast du mal auf die Uhr geguckt?!“

„Morgen Pa. Wieso fragst du? Wo sind Joe und Hoss?“

„Es ist schon 9 Uhr, mein lieber Sohn! Deine Brüder sind schon lange bei der Arbeit.“

„9 Uhr? Dann habe ich ja 3 Stunden verschlafen. Entschuldige Pa, ich mache mich gleich an die Arbeit.“

Adam nahm seinen Hut und schnallte sich seinen Pistolenhalfter um die Hüfte.

Ehe Ben was sagen konnte, war die Tür hinter Adam ins Schloss gefallen.

Ben wusste, dass sein Sohn sehr zuverlässig war und hart arbeiten konnte.

Normalerweise verschlief er so gut wie nie. Ben fragte sich, was nur mit ihm los war in letzter Zeit. Adam war noch nie der Gesprächigste gewesen, aber in letzter Zeit sah Ben seinen Ältesten selten. Dabei viel ihm nicht auf, dass das daran lag, dass er entweder bei der Arbeit war oder schlief. Bevor er länger darüber nachdenken konnte, war er bereits wieder in seine Jahresbilanz versunken, noch immer nach der Ursache des Fehlers suchend.

 

Währenddessen war Adam auf dem Weg zu Cliff um die bestellten Tiere abzuholen. Am späten Nachmittag kehrte er mit den Pferden zurück. Nun stand der anstrengendste Teil der Arbeit bevor – das Einreiten.

 

Als er die Tiere in das Gatter trieb, bemerkte er plötzlich sein Magenknurren.

Adam fühlte sich schuldig, weil er am Morgen verschlafen hatte… ganze drei Stunden, so etwas war ihm noch nie passiert. Also beschloss er das Hungergefühl zu ignorieren und weiter zu machen. Das erste einzureitende Pferd schien sehr störrisch und eigenwillig zu sein. Die anderen schienen auch nicht williger zu sein. Es würde lange dauern diese Pferde zu zahmen Reitpferden zu machen.

 

Hoss harrte derweil in der Scheune aus um dem trächtigen Pferd beim Gebären behilflich zu sein. Die Wehen hatten plötzlich eingesetzt, die Geburt ging schnell. Schon lag das neugeborene Fohlen nass und hilflos, aber wohl auf im Stroh. Hoss rieb es mit einer Hand voll Stroh trocken. Nachdem das Fohlen die ersten Stehversuche gemacht und bei der Mutter den ersten Schluck Milch genommen hatte, ließ Hoss die frisch gebackene Mutter und ihr Kind in Ruhe und schloss leise das Scheunentor hinter sich.

 

Währenddessen war Adam draußen noch immer mit dem ersten Pferd beschäftigt. Es war widerspenstig und unendlich wild. Er war schon ein Dutzend mal abgeworfen worden. Seine Klamotten waren staubig und langsam schmerzte seine Schulter immer mehr von den ständigen Abwürfen. Es war schwer sich auch nur annähernd 5 Minuten auf dem Rücken dieses Tieres zu halten. Es wollte den Reiter auf seinem Rücken einfach nicht dulden und versuchte ihn mit wilden Bocksprüngen abzuwerfen.

Ehe Adam sich versehen hatte, lag er auch schon wieder im Dreck…

als Hoss plötzlich in der Ferne angeritten kam. „Hey, Adam! Was machst du denn da im Dreck? Solltest du nicht oben auf dem Pferd sitzen?“

sagte er lachend und sprang von seinem Pferd ab. „Ha ha, sagte Adam. Versuch das mal. Ich glaube langsam, das Pferd ist unzähmbar.“ Er wollte gerade vom Boden aufstehen, als Hoss sah, dass sich das Gesicht seines Bruders vor Schmerzen verzerrte. „Adam?! Was ist los?“ fragte er erschrocken, während sein Lächeln blitzartig verschwand und sich zu einer finsteren Miene verdunkelte. Sein Bruder fing heftig an zu husten. Als er wieder zu Atem kam, keuchte er: „Alles ok, ich bin nur unglücklich aufgekommen.“ Wieder hustete er heftig. „Hast du dich verletzt?

Versuch aufzustehen.“ riet ihm sein Bruder und half ihm beim Aufstehen.

Hoss kannte seinen Bruder zu gut. Er sah ihm an, dass er Schmerzen hatte.

„Nun sag schon, ich sehe doch, dass du Schmerzen hast.“

„Ich glaube, es sind die Rippen.“ sagte Adam in einem erneuten Hustenanfall.

„Ich bring dich zur Ranch. Du brauchst einen Arzt.“ sagte Hoss streng und stützte seinen Bruder. Hoss schwang sich auf sein Pferd um nahm Sports Zügel. Adam saß halb zusammengesackt auf seinem Pferd. In langsamem Schritt machten sie sich auf den Weg.

 

Wie immer, wenn einem seiner Söhne etwas zugestoßen war, war Ben in heller Aufruhr. „Joe! Joe, reite sofort los und hol einen Arzt hierher.“ Joe war schon auf dem Sprung gewesen. Bens Anweisung war eigentlich überflüssig gewesen. „Pa, er hat nahezu den gesamten Ritt hier her gehustet. Er sagt seine Rippen wären nicht in Ordnung.“ „Setze dich auf die Couch.“ sagte Ben zu seinem Ältesten und stützte ihn gemeinsam mit Hoss. Wieder begann Adam heftig zu husten. „Das Husten kann nichts Gutes bedeuten. Adam bekommst du Luft?“

„Es geht,“ keuchte Adam. „Leg dich besser hin. Nicht reden…der Arzt kommt gleich.“ Die Zeit kam Hoss und Ben unendlich lang vor. Adam lag regungslos auf der Couch. Die Hustenanfälle wurden langsam weniger.

 

Endlich kam Joe mit dem Arzt im Schlepptau zurück.

„Tag Ben, Joe hat mir schon alles berichtet.“

„Hallo Dr. Martin. Gut, dass sie endlich da sind.“

Der Arzt ging auf Adam zu. „Hallo Adam, keine Sorge. Ich werde deine Rippen abtasten.“ Vorsichtig knöpfte er Adams staubiges schwarzes Hemd auf. Mit geübten Griffen tastete er den Brustkorb ab. Schon nach einer kurzen Weile stelle er fest: „Du hast Recht. Die zweite und dritte Rippe ist gebrochen.“

Sofort fragte Ben: „Doktor, was ist mit dem Husten? Kann es damit zusammenhängen?“ „Ja,“ erwiderte der Doktor „bei schweren Brüchen, kann es vorkommen, dass die Lunge gequetscht oder im schlimmsten Fall sogar durchbohrt wird. Aber keine Sorge Ben. So wie ich es sehe, sind sie zwar gebrochen, aber nicht besorgniserregend verschoben oder Ähnliches. Für die nächsten Tage ordne ich absolute Bettruhe an.“ Während der Arzt Adam bandagierte sagte er zu Ben: „Wenn er anfängt Blut zu spucken, wird es gefährlich. Dann müssen wir schnell handeln.“ Dr. Martin sah, wie sich Angst auf Bens, Joes und Hoss’ Gesichtern breit machte. „Aber keine Sorge, soweit sind wir noch nicht. Er soll sich so ruhig wie möglich verhalten und am besten liegen. Wenn der Husten bis morgen verschwunden ist, ist alles in Ordnung, dann heilt es von alleine. Behaltet ihn bis dahin im Auge.“

„Vielen Dank, Doktor,“ sagte Ben und schüttelte ihm dankbar die Hand.

„So ich muss los. Mrs. Conrads Wehen dürften schon eingesetzt haben.“

„Viel Glück,“ rief Joe dem Arzt noch hinterher, als dieser gerade zur Tür hinausgegangen war. „Der hatte es aber eilig,“ sagte Hoss.

 

Inzwischen wurde es draußen schon dunkel.

Ben beschloss die Nachtwache zu halten. Adam war schon früh eingeschlafen.

Ben saß in seiner Nähe im Sessel. Das Kaminfeuer war noch an und knisterte leise vor sich hin. Ben begann sich seine Pfeife zu stopfen. Irgendwie musste er sich wach halten. Seine Augenlider fühlten sich schon ganz schwer an, aber sein Wille wach zu bleiben, war stärker. Als Ben gerade den ersten Zug nehmen wollte, begann Adam plötzlich zu husten. Gerade hatte er noch friedlich schlafend da gelegen. Ben erschrak und hastete sofort zu seinem Sohn.

„Adam! Was ist los? Tut dir was weh?“

Es war jedoch nur ein kurzer Hustenanfall. „Nein, schon gut Pa, nur Husten.“

Ben machte sich trotzdem große Sorgen und überlegte, ob er nicht lieber doch Dr. Martin holen sollte. Schon nach einer kurzen Weile war Adam wieder eingeschlafen. Ben hatte die letzten 20 Minuten damit verbracht seinen Sohn anzustarren, wie er da lag und schlief. In Gedanken erinnerte er sich wieder an Adams Freund aus Kindertagen, der durch eine Krankheit schon sehr früh auf dem Track gen Westen gestorben war. Wie froh war Ben damals gewesen, dass sein eigener Sohn von der Krankheit verschont geblieben war.

Während Ben noch so in Erinnerungen schwelgte, kam Hoss die Treppe hinunter. Er kam so leise wie möglich, um seinen Bruder nicht aufzuwecken.

„Pa?“ flüsterte er leise. „Sollen ich und Joe dich nicht mal ablösen? Du bist sicher schon sehr müde.“ „Nein, nein Hoss. Geh nur schlafen. Ich mache sowieso kein Auge zu,“ antwortete Ben und sah seinen Sohn dabei dankbar an.

„Wir auch nicht,“ sagte eine Stimme von der Treppe her. Es war Joe.

„Setzt euch zu mir,“ sagte Ben. Joe und Hoss gesellten sich zu ihm.

„Wie geht’s ihm?“ fragte Joe mit einem besorgten Blick auf seinen großen Bruder. „Ich hoffe, es geht ihm gut. Das Husten lässt nach,“ antwortete Ben.

 

Die Nacht verging. Ben, Joe und Hoss waren halbwegs eingenickt. Langsam ging draußen schon die Sonne auf und als der erste Hahn zu hören war, erwachte Ben. Erschrocken stellte er fest, dass er gegen Morgen wohl doch halbwegs eingedöst war. Sein erster Blick ging sofort zu Adam.

Er lag noch immer friedlich schlafend da. Sein Brustkorb hob und senkte sich beim Atmen langsam auf und ab. Es schien alles in Ordnung zu sein. Beruhigt lehnte Ben sich zurück. Er wollte seine Jungs noch nicht wecken.

 

Plötzlich klopfte es an der Tür. Alle erwachten. „Hallo Doktor,“ sagte Hoss und schüttelte dem Arzt die Hand. „Hallo Jungs, hallo Ben. Wie geht es Adam? War die Nacht ruhig?“ „Ja, er ist nur wenige Male erwacht. Ich glaube, es geht ihm gut.“ „Das ist schön.“ Der Arzt untersuchte Adam noch einmal und es war so, wie alle gehofft hatten, keine komplizierten Brüche.

„Das heilt wieder. In ein paar Tagen, kann er wieder vorsichtig aufstehen. Bis dahin sollte er so wenig wie möglich laufen.“

 

Die Tage vergingen. Adam genoss die Ruhe und die viele Zeit zum Schlafen und Entspannen. Es viel ihm nicht schwer immer mehr oder weniger liegen zu müssen. Er hatte ja seine Bücher. Es war das erste mal seit langer Zeit, dass er wieder genug Zeit zum Lesen fand. Mehr als die Treppen zu seinem Bett hinauf zu gehen, erlaubte Ben nicht.

 

Nach ein paar Tagen, teilte der Arzt mit, dass er wieder aufstehen dürfe.

Schnell war er wieder auf den Beinen und fühlte sich erholt und ausgeruht.

Die vom Arzt verordnete Bettruhe war ein wahrer Segen für ihn gewesen.

Er musste nur mit hastigen Bewegungen vorsichtig sein, ansonsten war er schon nach einigen Tagen wieder relativ fit.

 

Es war ein sonniger Tag, Adam saß drinnen am Schreibtisch und erledigte Papierkram für seinen Vater, da er draußen nicht mitarbeiten konnte. Sein Vater hatte es untersagt und war mit Adams Brüdern alleine losgeritten.

 

Nach einer Weile beschloss er draußen frische Luft zu schnappen.

Er ging in die Scheune zu Sport, der leise schnaufend in seiner Box stand und Heu fraß. Sanft strich er ihm über die Nüstern und tätschelte ihm den Hals.

„Na, mein Junge. Du willst sicher auch mal wieder hier raus. Du hast genug hier im dunklen Stall herumgestanden.“ Adam nahm seinen Sattel und beschloss eine Runde mit Sport auszureiten. Er wollte sehen, ob es wieder ging.

Beim Heben des Sattels spürte er wieder seine Rippen. Er musste vorsichtig sein, das wusste er. Trotzdem hielt es ihn nicht davon ab sich auf Sports Rücken zu schwingen und langsam loszureiten.

 

Er ritt in Richtung des Corrals, wo Pa und seine Brüder mit dem Einreiten von Cliffs Pferden beschäftigt waren. Als er ankam, saß Joe gerade auf einem der Pferde und versuchte sich mit Leibeskräften auf dem Rücken des wilden Hengstes zu halten. Adam stoppte sein Pferd und stieg ab.

„Hallo Pa, hallo Hoss,“ rief er seiner Familie entgegen.

„Adam? Was machst du denn hier?“ rief Ben in einem halb erschrockenen, halb vorwurfsvollen Tonfall. „Äh..nichts,“ sagte Adam. „Ich wollte nur sehen, wie ihr so voran kommt. Habt ihr den Schwarzen zähmen können?“ „Bist du etwa geritten?!“ sagte Ben, fast als hätte, er die Frage überhört. „Ja, Pa und es ging eigentlich ganz gut.“ Ben machte eine finstere Miene und Hoss antwortete an Stelle seines Vaters auf die Frage: „Der Schwarze, der dich abgeworfen hat, war ganz schön zäh, für den haben wir bisher am längsten gebraucht. Aber die anderen sind auch schwer in ihrem eigenen Willen zu brechen.“ „Da werden wir noch einen Haufen Arbeit mit haben,“ warf Ben ein.

„Pa, ich wollte dich was fragen. Wenn ich momentan eh nicht mithelfen kann, würdest du mir dann erlauben für ein paar Tage wegzureiten?“

„Wegreiten? Wohin denn?“ fragte Ben perplex.

„Einfach ein bisschen herumschlendern, fischen, jagen oder so.“

„In deinem Zustand? Vergiss nicht, dass du noch nicht gesund bist,“ sagte Ben streng und Adam sah an dem Gesicht seines Vaters, dass er von der Idee wenig begeistert war. Aber diesmal ließ Adam nicht locker.

„Pa, du hast es mir vor ein paar Tagen versprochen.“

„Ja, das stimmt,“ murmelte Ben nachdenklich. „Du hattest deine freien Tage noch nicht. Wann willst du denn los?“

„Morgen,“ sagte Adam, als hätte er schon alles geplant.

„Schon morgen?“ Am liebsten hätte Ben es ihm einfach verboten, aber Adam war kein kleiner Junge mehr. Im Grunde konnte er ihm gar nichts verbieten. „OK, aber sei vorsichtig und überanstrenge dich nicht.“

„OK Pa, danke,“ sagte Adam und stellte sich an den Zaun um Joe beim Einreiten zuzusehen.

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Author: Adam4ever

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