Willkommen in der Welt von Captain Cartwright; das ist die erste Geschichte in dieser fortlaufenden Saga.
Zusammenfassung: Diese Geschichte führt Candy in die Cartwright Familie ein, in der er einen ruhelosen Joe Cartwright vorfindet, der die Tatsache übelnimmt, dass sein ältester Bruder die Ponderosa verlassen hat. Adam erlebt in der Zwischenzeit seine eigenen Abenteuer, weit weg auf dem Ozean…mit dieser Geschichte startet meine Captain Cartwright Serie, vorrausgegangen ist jedoch die Geschichte I Shall Cherish You Forever.
Rating: T (68,645 words)
To Soar on Albatross Wings
Author’s Note: A HUGE thank you to Conny for volunteering to translate this story.
Kapitel 1
Die Männer in der Arbeiterunterkunft warfen dem Neuankömmling einen flüchtigen Blick zu, bevor sie sich wieder ihren eigenen Aufgaben widmeten. Manche grüßten ihn und jemand fragte ihn ob er einen Kaffee haben wolle. Der junge Mann nickte, schaute sich um und warf seine Satteltasche auf das eine ungenutzte Bett. Dann legte er sich voll ausgestreckt, mit gefalteten Händen hinter dem Kopf dazu.
“Hier…”
Er schaute auf und sah einen großen Mann, der neben dem Bett stand, mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Hand. Er setzte sich auf und schwang die Beine zur Seite des Bettes, dankbar nahm er das heiße Getränk, nahm einen Schluck und nickte zustimmend.
“Gutes Zeug. Ich mag es stark.”
“Ich versuche daran zu denken,” sagte der andere Cowboy und streckte seine andere Hand aus “Eddy Davis.”
“Canady” entgegnete der andere, und schüttelte die Hand des anderen Mannes.
“Du hast gute Arbeit geleistet, heute, Canady. Ich hab dich beobachtet. Du kannst gut mit Rindern umgehen.”
“Ich habe lange genug mit ihnen gearbeitet um was davon zu verstehen.” entgegnete Canady mit leicht bösem Blick im Gesicht. Er schluckte den Kaffee runter, wischte sich den Mund mit dem Rücken seiner Hand und schaute zu den anderen Männern. Einige beobachteten ihn und Davis jetzt, und hörten der Unterhaltung zu, mit der natürlichen Neugierde, von Männern die, wenn zusammen auf kleinem Raum sind, jede Abwechslung interessant finden. Wie ein neuer Arbeiter zum Beispiel.
“Die meisten Leute nennen mich Candy, wegen meines Namens,” stellte der junge Mann sich vor und lächelte freundlich, was seine Gesichtszüge aufhellen und seine blauen Augen leuchten lies, “Ich wusste nicht was ich tun sollte da meine Vorräte und mein Geld knapp wurden. Ein Typ in Virginia City sagte ich sollte es auf der Ponderosa versuchen, sagte der Boss hier würde neue Leute einstellen.”
“Es ist eine arbeitsreiche Zeit im Jahr,” entgegnete Eddy, “Ich arbeite bei den Cartwrights jetzt schon 5 Jahre. Sie bezahlen gut, und das Essen ist gut. Alles was sie von ihren Leuten erwarten ist ehrliche Arbeit und ein sauberes Arbeitergebäude.”
“Ja,” Candy schaute sich im Raum um, “Ich habe gemerkt das die Lady des Hauses es mag Ordnung zu halten. Das ist, mit Abstand, das sauberste Arbeitergebäude das ich seit einiger Zeit gesehen habe.”
“Ben Cartwright ist Witwer.” sagte ein anderer Mann und stoppte damit seine Stiefel auszuziehen, „Es gab keine Frau mehr auf der Ranch seit dem Tod seiner dritten Frau.”
“DRITTE Frau?” Candy hob die Augenbrauen, “Das ist ein Fall von, schließt eure Töchter weg, huh?”
Der Stiefel fiel zu Boden, kurz danach folgte der nächste.
“Nicht so,“ der Cowboy wackelte mit den Zehen und schüttelte den Kopf als er das Loch im Strumpf sah, “Mr Cartwrights Frau starb vor 20 Jahren.”
“Der einzige auf den das jetzt zutrifft ist sein jüngster Sohn Joseph, nun, auf ihn muss man aufpassen, wenn es um Frauen geht. Er sieht gut aus und ist so scharf wie ein Mann nur sein kann.”
Candy, wie er es bevorzugte genannt zu werde, stutzte,
“Also, wer war der große Kerl der mich heute eingestellt hat?”
“Oh, das ist Mr Cartwrights mittlerer Sohn, Hoss. Er ist der Sohn von Mr Cartwrights zweiter Frau.”
“Dann gibt es also noch einen?”
“Es waren drei“ nickte Eddy, nahm die Tasse von Candy und stellte sie zu den anderen auf ein Regal in der Nähe des Ofens, “Der älteste hat die Ponderosa vor ungefähr einem Jahr verlassen.”
“Sag´s mir nicht, er ist der erste Sohn von Mr Cartwrights erster Frau?” Candy lächelte leicht und seine Augen leuchteten.
“Stimmt,” sagte Eddy, “Er war ein guter Boss. Ich vermisse ihn.”
“Mit Sicherheit,“ seufzte der andere Mann, und es gab zustimmendes Gemurmel von einigen anderen.
“Also, was ist mit den anderen? Dieser schien zu wissen was er tut.” sagte Candy als er sich auf sein Bett zurücksetzte.
“Oh, das tun sie, da musst du keine Angst haben, da gibt es keine Zweifel bei den Cartwright Jungs. Sie wissen alles was es zu wissen gibt darüber wie man diese Ranch führt. Es scheint nur als ob sie noch nicht alles umorganisiert haben, seit Adam Cartwright hier weg ist.”
“Es ist nichts, wo man direkt sagen könnte, weil sie alle gut damit sind was sie tun und Mr Cartwright ist einfach der beste Boss den man haben kann, aber Adam war diszipliniert und erwartete das wir nach seinem Standard arbeiteten, oder es gab Ärger. Er war ein Verlust, das ist Fakt.”
“Und es kam als Schock für sie, als er entschieden hatte von hier wegzugehen. Niemand hätte erwartet, dass das passiert, nicht in einer Millionen Jahre.” Eddy setzte sich auf sein Bett und streckte seine langen Beine aus. “Was soll´s. Candy, von wo kommst du?”
“Aus Richtung Yuma.” entgegnete Candy während er langsam seinen Revolvergurt abschnallte und ihn vorsichtig am Ende des Bettes zusammenrollte. “Ich habe einige Zeit für Jack Griffiths gearbeitet, bis er sich entschieden hat an Colonel Peterson zu verkaufen.”
“Huh, Ich habe Geschichten über diesen Peterson gehört. Er hat was Gemeines an sich, hab ich gehört.” sagte der Mann mit dem Loch im Strumpf, „Übrigens, ich heiße Andrews, Jake Andrews.”
Candy nickte dem Mann bestätigend zu und zog seine Stiefel aus. Er legte sich wieder auf das Bett und verschränkte seine Arme noch einmal hinter seinem Kopf. Er schloss seine Augen und hoffte, dass das Gespräch ihn nicht mehr betreffen würde. Er musste nachdenken und sich auf die Zukunft einstellen.
Das Leben war über die letzten Jahre nicht so gut gewesen. Es gab keinen Zweifel daran, Ann zu treffen und sich in sie zu verlieben, war gewesen, wie plötzlich zum Himmel zu steigen und Sterne zu fangen. Zu heiraten war die erste große Verpflichtung in seinem Leben gewesen, aber das war dann, als alles schiefgegangen war. Alles. Er schloss seine Augen fest um den Schmerz auszublenden. Sogar jetzt, nach so langer Zeit, tat es immer noch weh. Er konnte immer noch ihr Gesicht sehen. Er konnte immer noch jene Worte hören, dass ´Ehe ist vorbei´ ´Annullierung` `für immer vorbei´
Wie konnte etwas so Wunderbares, etwas das sie so glücklich machte, plötzlich so schlecht, so falsch gewesen sein? Er hatte sie geliebt und sie musste ihn geliebt haben, immerhin hatte sie Ja gesagt zu dem Ehegelübde, und sie hatte seinen Ring genommen, auf ihren Finger gesteckt, ihn geküsst und…
“Hey Candy -”
Eddies Stimme brach in seine Erinnerungen ein, und er zwang seinen Verstand zurückzukehren in die Gegenwart, um zu seinen neuen Kollegen hinüberzusehen. Eddy lächelte.
“Zeit zu essen. Hop Sing hat uns was zu essen gebracht. Bester Koch der Welt. Ein anderer Grund warum ich immer wieder zurückkomme, Jahr für Jahr.”
Candy nickte, rieb sein Gesicht mit den Händen und fuhr sich dann mit den Fingern durch seine Haare. Gutes Essen, ein sauberes Bett, anständige Kollegen, was konnte ein Mann sich mehr wünschen? Er kannte die Antwort auf diese Frage, eine gute Ehefrau, die ihn immer lieben würde.
……………………………..
“Also, wie ist er, dieser neue Mann?” Joe Cartwright sah zu seinem Bruder auf und hob eine Augenbraue fragend an, während er zur selben Zeit ein gut dimensioniertes Steak mit seinem Messer durchbohrte und es auf seinen Teller fallen ließ.
“Er ist ein guter Arbeiter.” antwortete Hoss, sorgfältig in sein Fleisch schneidend, “Einfach angeritten gekommen und hat gefragt ob er angestellt werden könnte. Roy hat ihn geschickt. Gute Sache, wir haben zu wenige Leute.”
“Also, er ist ein guter Arbeiter. Was noch?”
“Also, er ist ruhig. Effizient. Arbeitet schneller als andere. Kennt sich mit dem Vieh aus und ist ein guter Reiter. Angenehm genug, denke ich.” Hoss aß weiter und sah zu seinem Vater, der sich Kartoffeln auf seinen Teller legte. “Alles in Ordnung, Pa?”
“Ja, Hoss.” antwortete Ben, mit seiner tiefen Stimme, und er sah flüchtig zu seinem Sohn und lächelte, “So, wie ist der Name dieses neuen, effizienten Arbeiters? Glaubst du das er hier lange bleiben wird?”
“Schwer zu sagen, Pa. Er scheint die Art zu sein, die zufrieden sind eine Weile herumzutreiben. Sein Name ist Canady, aber ich habe gehört wie die Männer ihn Candy gerufen haben und er schien nichts dagegen zu haben.”
Ben nickte und nahm etwas Brot. Joe war tief in Gedanken und konzentrierte sich auf sein Essen mit zusammengezogenen Augenbrauen.
“Beschäftigt dich etwas, Sohn?” fragte Ben freundlich, und als Joe zu seinem Vater aufsah, lächelte Ben ihn beruhigend an.
“Nein, Pa, ich habe nur überlegt um welche Zeit ich morgen wegmuss, das ist alles.”
“Oh, du hast nicht über das kleine Mädchen von McDonald nachgedacht, oder?” Hoss grinste und zog zum Spaß eine Augenbraue hoch. “Ich hab gehört-”
“Du solltest nicht auf Gerüchte hören. Sowieso hat es nichts mit dir zu tun.” gab Joe scharf zurück und seine Lippen verdünnten sich vor Ärger, “scheint mir, ein Mann kann hier nichts tun, ohne dass einige ihre Nasen reinstecken.”
“Hey Joe, kein Grund so zu reagieren,” rief Hoss, “Ich wollte nichts sagen.”
“Nun, das hast du schon.” blaffte Joe, schob sich vom Tisch weg, warf seine Serviette hin und wollte weggehen, als Ben`s Hand sein Handgelenk packte und ihn stoppte.
“Das reicht,” sagte Ben leise und ruhig, ” Nun, junger Mann, schlage ich vor, du setzt dich wieder hin und beendest die Mahlzeit die Hop Sing für dich zubereitet hat und entschuldige dich bei deinem Bruder.”
“Aber-”
“Kein Aber-” antwortete Ben leise, “und nichts mehr von diesem Unsinn.”
“Ja, sir.” Joe setzte sich schwer auf den Stuhl und sah zu Hoss, der lieber seinen Blick senkte, als noch mehr verletzt zu werden, durch die Wut in Joes Gesicht, “Tut mir leid, Hoss”
“Huh, ja sicher.”
“Ich sagte Tut mir leid.” blaffte Joe wieder, “Kannst du nicht-”
“Joseph!”
Ben sah Hoss streng an und dann Joe, dann schüttelte er seinen Kopf und seufzte, als ob der Streit am Tisch über seine Geduld hinausgehen würde. Sowohl Joe als auch Hoss nahmen das Essen wieder auf, aber beide taten es jetzt mit einem Mangel an Appetit, als ob die barschen Worte ihnen den Genuss geraubt hätten, den sie zuvor hatten.
“Jetzt zurück dazu was du gesagt hast, was hast du darüber beschlossen, morgen zu gehen?”
“Ich hab alles erledigt, Pa. Hoss, glaubst du der neue Mann ist bereit mit uns beim Viehtrieb zu arbeiten?” er schoss einen durchdringenden Blick auf seinen Bruder, kaum eine Bestätigung, aber es war besser als nichts.
“Ich sehe keinen Grund warum nicht.” antwortete Hoss in seiner normalen Art, immer bereit vergangenes, vergangenes sein zu lassen, so schnell wie möglich, “Es war über nichts anderes die Rede im Lager, so dass er weiß, dass wir im Begriff sind, sie jetzt jederzeit zu bewegen.”
“Nun, ich habe vier weitere Männer, die sich uns am Morgen anschließen. Sollten bis zur Morgendämmerung hier sein. Sam Downing hat den Essenswagen schon mit Verpflegung geladen und ist bereit los zu fahren. Ich schätze das wir bis Mittag bereit sind zu gehen.”
“Mmm, der Viehtrieb ist nicht so groß wie wir ihn sonst um diese Zeit haben.” seufzte Ben, “Old Man Wallis wollte sich dieses Mal nicht mit uns zusammentun. Das erste Mal in zehn Jahren das er sich nicht mit uns zusammenschloss.” und er runzelte die Stirn nachdenklich, als ob es einen anderen Grund gäbe, als den den Wallis ihm geliefert hatte.
“Huh, erspart uns auch seine Männer teilen zu müssen. Der Vormann von ihm bedeutete immer Ärger.” gab Joe scharf zurück und schob seinen leeren Teller weg, aber zog die Kaffeekanne zu sich.
“Du meinst Jed Orton? Er hat vor einigen Monaten aufgehört. Entschied, dass er nach Sacramento gehen und ein Leben haben wollte.” Hoss grinste und erinnerte sich an das Gespräch das er mit Wallis´ Ex Vormann geführt hatte.
“Oh, klar. Noch jemand der denkt das er von hier weg muss um ein Leben zu haben…” murmelte Joe und sah die Kaffeekanne mürrisch an.
“Was soll das bedeuten?” schnappte Ben “Willst du andeuten das das Leben hier langweilig ist, oder was?”
“Nicht ich, Pa. Immerhin, ich bin immer noch hier, oder nicht?” Joe nahm seine Tasse und Untertasse und stand vom Tisch auf, um sich auf das Sofa, gegenüber dem Feuer zu setzten.
Hoss und Ben hoben ihre Augenbrauen und sahen sich mit gegenseitigem Mitgefühl an. Sie wussten beide genau worauf Joe anspielte, sie hatten Sätze mit ähnlicher Bedeutung seit mehr als einem Jahr gehört. Ben räusperte sich und fuhr fort zu essen, während Hoss seine eigene Tasse mit Kaffee füllte, und sich in der Zeit zurück versetzen lies.
Es war eines Morgens, Frühling und mit weicher Sonne, die durch das Fenster schien. Eine ruhige Brise brachte die Vorhänge dazu, vor und zurück zu wehen. Sonnenstrahlen brachten die Staubkörner dazu in ihrem Licht zu tanzen.
Hoss konnte sich konnte sich an die Länge der Zeit erinnern, die sein Bruder brauchte um aus seinem Zimmer zu kommen. Er hatte natürlich gemerkt, dass trotz all der Stunden zu reden, zu planen und zu erwarten, die Wirklichkeit das zu Hause zu verlassen sehr viel schwerer war.
Natürlich würde es länger dauern, aber, und Hoss konnte sich an das Gefühl gut erinnern, es machte ihn wahnsinnig nervös unten auf ihn zu warten.
“Fertig?” brüllte er die Stufen hinauf und war überrascht das seine Stimme nur bei diesem Einen Wort brach. Bei der antwortenden Stille hatte Hoss sich geräuspert und schrie “Ich sagte, bist du fertig?”
Zurückblickend erinnerte sich Hoss jetzt an das Geräusch als Joe in den Raum eilte, sich mit dem Ärmel übers Gesicht fuhr während er zur selben Zeit rief,
“Komm, Adam, die Kutsche wartet nicht den ganzen Tag auf dich.” und seine Stimme brach auch. Hoss wusste, dass Adam das bemerkt hätte, schließlich hatte er das auch bemerkt.
Sie hörten wie die Tür fest ins Schloss fiel. Hoss konnte sich bis zu diesem Tag daran erinnern, wie ein Schauer seine Wirbelsäule hinunterlief und er sich fragte ob Adam jemals wieder nach Hause kommen würde, ob er jemals wieder durch diese Tür treten würde. Er konnte sich daran erinnern es zu denken und hörte dann seinen Vater reden, offensichtlich zu Adam, aber laut genug das Joe und Hoss ihn auch hören konnten.
“Ich nehme an, dass niemand wirklich bereit ist, das letzte Auf Wiedersehen zu sagen, nicht wahr mein Sohn?”
Adam drehte sich zu seinem Vater. Die tiefe Stimme, so sanft, so beruhigend, so traurig. Ben hatte gelächelt, seine schwarzen Augen ganz weich. Die beiden Männer beobachtend, wie sie zusammen auf der Treppe standen, konnte Hoss sich daran erinnern, zu spüren, wie sich sein Vater zwang die eigenen Gefühle unter Kontrolle zu halten. Die Wut, das Elend, den Stolz und die Liebe müssen alle ihn ihm zusammengekommen sein. Hoss erinnerte sich jedoch daran, dass der Blick auf Bens Gesicht, nur der von Zärtlichkeit gewesen war.
“Nein, Pa, Ich schätze nicht,” hatte Adam geantwortet mit flüsternder Stimme, die Hoss kaum gehört hatte.
“Wir werden immer hier sein, weißt du?”
Hoss hatte dann weggesehen und er hörte Joe schniefen. Sicher, sie wären hier, aber Adam nicht, er wäre weg, weit weg, und das Leben auf der Ponderosa wäre nie wieder das gleiche. Als er hinaufgesehen hatte, hatte er den plötzlichen Kummer in Bens Augen gesehen und wusste, dass sein Vater dasselbe dachte.
Hoss seufzte auf und brachte seine Gedanken zurück in die Gegenwart. Morgen würden sie einen Viehtrieb beginnen. Er machte, in Gedanken, eine Notiz das es der zweite sein würde in denen Adam nicht der Trail Boss war. Dieses Mal würde es Joes Aufgabe sein, während er als Ramrod mitreiten würde. Mit den vier Männern, die sie heute Morgen angestellt hatten, dem neuen Mann Candy und den anderen 12 Mitarbeitern, hatten sie eine komplette Mannschaft um den Viehtrieb zu bewältigen. Er sah seinen Vater an, der sich Kaffee eingoss.
“Meinst du, dass das Geschäft über das Bauholz mit Jefferson gut laufen wird?”
“Ich sehe keinen Grund warum nicht.” antwortete Ben, “Sobald ich den Vertrag unterschrieben habe telegraphiere ich euch. Ihr solltet dann bei Boulder´s Creek sein.”
Hoss nickte zustimmend. Boulder´s Creek war ein regulärer Stopp. er sah sich im Raum um zu Joe, der nachdenklich beim Feuer saß.
“Bist du in Ordnung, Joe?”
“Sicher. Mir geht´s gut.” antwortete Joe und sah weiter ins Feuer.
“Wie wär´s mit einer Partie Dame?” Hoss stand vom Tisch auf und lächelte Ben an, als er an seinem Vater vorbeiging, um zu Joe am Kamin zu gehen.
Joe nickte und drehte seine Aufmerksamkeit von den Flammen weg. Es machte keinen Sinn länger über diese Sache nachzudenken, sagte er zu sich selbst. Aber er hatte sich das schon, mindestens Millionen mal gesagt, jedes Mal wenn er an die Zeit zurückdachte, als Adam noch zu Hause war. Er sah Hoss an und lächelte, aber sein Kopf sagte “Er hätte nicht gehen und uns verlassen müssen, er hätte es nicht tun müssen, nicht wirklich.”
- Kapitel
Die vier Männer kamen im Hof der Ponderosa an, gerade als die Morgendämmerung anbrach. Sam Browning hatte den Essenswagen bereits zu der Stelle gefahren an der die Rinder zusammengetrieben waren, und die meisten Männer in der Baracke machten sich für die Abreise bereit. Das Frühstück fand früher als üblich statt, Pferde und Ausrüstung wurden überprüft und fertig gemacht um die Ranch zu verlassen.
Candy, der es vorzog so genannt zu werden, befestigte den Umfangsriemen seines Pferdes, und schaute sich nachdenklich um. Er hatte über die Jahre an einigen recht großen Ranches gearbeitet, seit er ein unabhängiges Leben gewählt hatte und er war beeindruckt, wie organisiert die Männer auf der Ponderosa eingeteilt wurden, für einen Viehtrieb, der nicht gerade der größte in der Saison war. Nicht ein Mann dort murrte, über den frühen Start, sie waren gut gelaunt, bestrebt aufzubrechen, und planten bereits was sie mit ihrem verdienten Geld am Zahltag, der 6 Wochen entfernt war, anfangen könnten.
Er führte sein Pferd vom Pferch an den Zügeln, seine Augen wachsam gegenüber den Männern dort, während sie ihre Pferde sattelten, aufstiegen und ihren Weg zu dem vorgeschriebenen Treffpunkt machten. Er bemerkte die vier neuen Cowboys, die in den Hof ritten, und er wunderte sich wie sie dazu passten, als sich die Tür des Hauses öffnete und ein junger Mann trat heraus, und als er die Männer sah ging er auf sie zu.
Es gab eine Diskussion zwischen ihnen, und, was aussah wie ein Paket wechselte von dem Hauptsprecher zu dem jungen Mann. Es war in diesem Moment, das Joe aufsah und bemerkte das Candy ihn beobachtete. Er winkte den Mann zu sich herüber und beobachtete ihn die ganze Zeit, während Candy ihnen entgegenkam, sein Pferd führend.
“Bist du Candy?”
“Bin Ich.” Candy nickte und schaute Joe direkt in die Augen, scheinbar um klar zu machen das, obwohl Joe sein Gehalt bezahlte am Ende der 6 Wochen, er, Candy, sich auf keinen Fall minderwertig ihm gegenüber fühlte. Er behielt seinen Hut auf dem Kopf und hob sein Kinn herausfordernd an.
Joe nickte, ein leichtes Grinsen spielte über seine Lippen, Candy´s Haltung akzeptierend, und er wandte seine Aufmerksamkeit wieder den vier Männern zu, die auf seine Anweisungen zu warten schienen.
“Candy hier wird sich um euch kümmern, wenn ihr mit ihm ausreiten würdet. Er ist auch neu hier, also macht euch nicht zu große Sorgen, falls ihr euch zufällig verirrt.” es gab ein Glitzern in seinen Augen, als er sprach und er sah zu Candy um zu sehen wie Candy auf den Sarkasmus reagierte. “Candy, so möchtest du genannt werden, oder nicht?” und als Candy nickte fuhr er fort “Candy, das ist Tom Matthews, Phil Jackson, Andy Cooper und Travis Mayhews. Andy und Travis sind bereits früher mit uns geritten also können sie ihre übliche Position an der linken Flanke übernehmen. Tom und Phil werden zu den Männern an der rechten Flanke gehen.”
“Und wo möchten Sie das ich reite?” sagte Candy leise.
Joe hob seine Augenbrauen leicht an und zupfte an seinem Ohrläppchen, bevor er leise sagte, “Nun, du reitest am besten hinten.”
Candy nickte. der schlechteste Platz während eines Viehtriebs, und aus irgendeinem Grund nicht überraschend das er ihm gegeben wurde. Er zeigte keine Irritation oder Ärger, aber die Art wie er die Zügel zwischen seinen Fingern schnipste, zeigte dem jungen aufmerksamen Cartwright, der allen kurz zu nickte und dann wieder ins Haus ging, dass er es war. Die schloss hinter ihm.
“Du bist neu hier?” fragte Travis als er sich zu seinem Pferd drehte.
“Gestern angekommen.” antwortete Candy.
“Sie sind gute Menschen” bemerkte Travis als er sein Pferd bestieg, “Sei einfach anständig und arbeite gut für dein Geld. Dann geht´s gut.”
Candy nickte und drehte sich weg `Als ob ich dich nach deiner Meinung gefragt hab` dachte er, als er seinen Fuß in den Steigbügel steckte und in seinem Sattel Platz nahm. Er senkte seinen Hut und führte den Weg aus dem Hof.
Im Haus ging Joe zum Bürobereich, wo Ben mit seinen Augen der Strecke folgte die Hoss, mit seinem Finger auf der Landkarte zeigte. Beide Männer sahen auf als Joe das Zimmer betrat.
“Travis hat die Post mitgebracht,” sagte Joe und legte sie auf den Schreibtisch.
“Waren sie in Ordnung?” fragte Hoss, sein Finger verharrte an der Stelle, an der er von Joes Eintritt unterbrochen worden war.
“Sicher, alle begierig darauf zu gehen. Oh, Ich habe diesen Canady – Candy auch getroffen.”
“Oh ja, wie geht´s ihm?” grinste Hoss und seine blauen Augen leuchteten auf, “Was hältst du von ihm?”
Joe zuckte die Schultern, mehr interessiert daran, seinen Vater zu beobachten, der die Briefe durchblätterte, als an etwas das Hoss sagte. Es war mittlerweile ein Ritual, jedes Mal, wenn die Post kam. Ben würde jeden Umschlag einzeln durchgehen, sich die Adresse ansehen um den Schreiber zu erkennen, und ihn dann hinlegen um den nächsten zu nehmen. Immer hoffnungsvoll. Joe seufze und war gerade im Begriff Hoss zu antworten, als Ben erklärte das es einen Brief von Adam gab.
“Endlich, hat auch nur neun Monate gedauert.” antwortete Joe mit Sarkasmus in der Stimme.
“Ich hab es dir schon mal gesagt Joe, es ist nicht einfach Post zu schicken, wenn du auf See bist.” sagte Ben knapp als er den Brief aufriss.
Er überflog ihn schnell, und die beiden jüngeren Männer beobachteten das Gesicht ihres Vaters, als ob jede Veränderung ihnen einen Hinweis darauf geben würde, was der Verfasser erzählte. Er stoppte und sah zu ihnen hoch,
“Es tut mir leid Jungs, ich hätte wissen sollen, das ihr genauso ungeduldig, wie ich seid, zu hören was Adam zu sagen hat.”
“Klar, bin ich, Pa.” erklärte Hoss, “Was sagt er? Wo ist er? Geht es ihm gut?”
“Wie sollen wir wissen ob es ihm gut geht?” Blaffte Joe, “Der Brief ist bereits neun Monate alt, alles Mögliche kann passiert sein in der Zwischenzeit.”
“Ich weiß das-” sagte Hoss, mit ungeduldiger Stimme und er starrte seinen Bruder mit kalten, blauen Augen an, “Lies ihn laut, Pa.”
Ben nickte, räusperte sich und begann zu lesen:
Lieber Pa, Hoss und Joe,
wie Ihr an dem Umschlag erkennen könnt, kommt dieser Brief aus Nottingham in England. Das ist, seit Wochen, die erste Gelegenheit mich zu setzen und euch zu schreiben, und ich hoffe, dass das Postboot dazu kommt, das es Amerika erreicht und ihr es so schnell wie möglich erhaltet.
Seid ihr alle gesund? Meine Gedanken sind bei euch allen, jeden Tag, glaubt mir? Ich ertappe mich dabei meine Augen zu schließen, um mir euch vorzustellen. Ich vermisse euch alle. Ich hätte nie gedacht, ein Mann kann seine Familie so sehr vermissen, wie ich meine. Ich mache mir Sorgen darüber, ob es Überflutungen gab diesen Winter. Hältst du dich von Ärger fern, Joe? Hoss, arbeite nicht zu hart, du kannst nicht alles auf einmal machen, selbst wenn du willst, es ist einfach nicht möglich. Pa, Pass auf dich auf, okay?
Meine Gedanken sind durcheinander im Moment. Die erste Gelegenheit zu schreiben und mir fällt nicht ein was ich sagen soll. Ich möchte so viel schreiben, jeden Moment teilen, seit ich weg bin, aber das ist natürlich nicht möglich oder logisch.
Lasst mich euch erzählen, wo ich gerade bin. es ist Frühling hier in England. Wir legten gestern Abend an und habe zwei Tage Landurlaub. Ich sitze in einer Taverne oder Herberge (sie nennen sie Gasstätten hier) mit einem festen Boden unter meinen Füßen zum ersten Mal in Monaten.
Nottingham ist eine Baumwollmühlstadt, angewiesen auf die Baumwolle die aus dem Süden (Amerika) kommt, für ihre Industrie. Sie produzieren hier eine Menge Spitze, so wie andere Baumwollprodukte wie es aussieht. Der Bürgerkrieg in den Staaten hat eine Menge Mühlenbesitzer hier ruiniert und so wie es aussieht wir es einige Zeit dauern sich davon zu erholen. Die hohen Preise der Samenkapseln, die wir geliefert haben, wurden nicht sehr begeistert akzeptiert. Wenn ich auf die Straßen dieser Stadt schaue, sehe ich eine Menge Armut. Wir haben geglaubt unser kleiner Konflikt hat nur uns betroffen, aber es deutlich zu sehen, dass er weiterreichte als wir realisieren konnten.
In manche Hinsicht erinnert mich die Stadt an Boston, ich glaube, dass das wegen des Alters der Gebäude ist. Es ist ziemlich kühl, es gibt viele Frühlingsblumen, einig die ich noch nie gesehen habe, viele Bäume und es ist sehr grün hier. es gab einige Schwierigkeiten in der Nordsee. Wir taumelten ziemlich während des schlechten Wetters. Die Böen waren schwer. Ich denke nicht das ich zuvor solche Wellen gesehen habe, und ich dachte oft, auf dem weg hinab in die Wellentröge, das wir nie wieder nach oben kommen würden. Wir verloren unseren Hauptmast, und zwei Männer wurden über Bord gespült.
Ich werde bald wieder schreiben. Ich bin nicht sicher wo wir als nächstes hinfahren werden, da der Captain seine Befehle noch nicht geöffnet hat. Ich werde wieder schreiben sobald ich kann.
Euer gehorsamer und respektvoller Sohn, und Bruder,
Adam
Ben seufzte, legte das Papier hin, und eine Weile lang blickte er nicht nach oben um die Blicke seiner Söhne zu treffen. Er wollte nicht das sie Feuchtigkeit bemerkten, die sich hinter seinen Augenlidern bildete, als er an die Gefahren dachte die sein Sohn durchgestanden hatte, und wie wenig er ihnen über sich selbst erzählt hatte. Es war Hoss der als erstes sprach,
“Glaubst du er ist in Ordnung?” fragte er mit ziemlich ängstlicher Stimme.
“Damals oder Jetzt?” murmelte Joe und Hoss sah auf, als ob er überrascht wäre, dass sein Bruder so eine Frage überhaupt stellt.
“Jetzt natürlich.”
“Er sagt nicht viel über sich selbst, oder?” sprach Joe seinen Vater an, der nun aufsah und langsam den Brief faltete um ihn in den Umschlag zurückzustecken, “Es ist erst der zweite Brief den wir von ihm bekommen haben seit er gegangen ist und – ”
“Er hat uns alles gesagt was er zurzeit konnte. Es muss ein Problem gegeben haben, das es so lange gedauert hat ihn zuzustellen.” Ben runzelte die Stirn und zog seinen Atem hinein, “Nun, kein Zweifel es werden noch mehr Briefe kommen. Es werden wahrscheinlich einige auf einmal kommen, das ist oft passiert als ich zur See fuhr.” er zwang sich zu Lächeln, aber es war offensichtlich für seine Söhne, dass der Brief ihren Vater eher ziemlich deprimiert als erleichtert hatte.
“Sicher, Pa. Ich glaube genau das wird passieren.” nickte Hoss und sah Joe an, dass dieser nicht wagen sollte etwas Anderes zu sagen.
“Glaubst du er bekommt unsere Briefe, Pa?” fragte Joe Ben besorgt, der die Schultern zuckte.
“Das selbe trifft hier zu, Joe. Er bekommt einen Stapel von ihnen, wenn er anlegt.” Ben legte den Brief in eine Schublade und sah dann beide an, “Jedenfalls, wir sollten zurück zum Geschäft kommen… Wo waren wir?”
- Kapitel
Die Ainola befand sich seit Tagen in einer Flaute, und trieb leblos im Wasser. Die Segel hingen an ihren Masten herunter, wie große Laken, die an einer Wäscheleine zum Trocknen hingen. Der Captain ging, mit gerunzelter Stirn, die Brücke auf und ab, mit den Händen hinter seinem Rücken und dem Kinn zur Brust gesenkt. Das bedeutete nichts Gutes für sie und abergläubisch, wie viele Seemänner, war er der Meinung das diese Reise zum Untergang geweiht war und mehr Unglücke sie befallen würden.
Die Hitze der Sonne bereitete keine Probleme, da sie angenehm war und die Männer an Bord ihre Aufgaben ohne Probleme und Unannehmlichkeiten ausführen konnten. Doch an Bord eines Schiffes zu sein, dass sich nicht bewegte, war besonders schwer für die Seemänner, denn es schränkte sie ein. Diese Einschränkung war nicht so deutlich zu bemerken, wenn das Schiff sich bewegte. Gebunden an den beschränkten Raum an Bord, gab es oft Zusammenstöße zwischen den Seemännern und diese verstärkten sich unter solchen Bedingungen. Es war schwer sich darin zurückzuhalten was man sagen wollte, oder die Fäuste bei sich zu behalten, wenn man dazu gezwungen war mit Leuten auszukommen, die einen so sehr ärgerten.
Es gab zudem die gezwungene Beschränkung und Rationierung der lebenswichtigen Vorräte, denn wenn die Anzeichen darauf hindeuteten, das das Wetter sich nicht in naher Zukunft änderte, würde ein verschwenderischer Umgang mit ihrem Proviant eventuell zu einem Desaster führen.
Captain Greaves war bereits dazu gezwungen worden zwei Männer, wegen Ungehorsam gegenüber einem Offizier und unangemessenen Verhaltens, in Arrest zu stecken. Ihnen war ihre übliche Ration Rum in ihrem Wasser gestrichen worden, und der Sergeant der Marines, war angewiesen worden ihnen kleinere Rationen Wasser und Essen zu geben während ihres Arrestes. Seiner Meinung nach hatten Männer, die nicht arbeiteten, nicht so ein großes Bedürfnis danach, wie die die arbeiten. So waren die Männer, die sich am meisten hassten, gezwungen während ihres Arrestes näher zusammen zu sein als sie erwartet hatten.
Der Himmel blieb so klar und wolkenlos wie in den vergangenen Tagen. Das Schiff schaukelte vor und zurück, in einer langsamen, eintönigen Bewegung, die immer nervenaufreibender wurde, je mehr Zeit verstrich. Es waren keine Vögel in der Luft, die ihnen Hoffnung geben würden, das Land in der Nähe war. Nur das Geräusch von nackten Füßen auf den Brettern des Decks, als die Männer eilten ihre Arbeit zu tun und das dauernde knacken des Schiffs, als es hin und her schwankte, konnte man hören.
“Das ist nicht gut, Mr Cartwright.” murmelte Greaves zu dem jungen Mann, der neben ihm auf der Brücke stand, “Wir brauchen bald Wind.”
“Ja, Sir.” Adam Cartwright hob seinen Kopf, und sah in den Himmel über ihm.
“Wie viel Wasser haben wir jetzt noch?”
“Nicht genug um noch zwei Tage durchzuhalten.” kam die Antwort.
“Und Proviant?”
“Wir können noch eine Weile aushalten, die Männer haben geangelt und genug gefangen um die Ration zu strecken.”
“Aye, das ist der richtige Weg.” murmelte Greaves und mit einem Seufzer begann er wieder auf und ab zu gehen.
Adam Cartwright räusperte sich und seufzte.
Durch das auf und ab schreiten des Captains auf der einen und dem Neigen des Schiffes auf der anderen Seite, begann Adam sich eingeengt zu fühlen. Er ging zur Seite des Schiffes, und sah hinunter, wo sechs Männer in einem der Beiboote saßen. Jeder mit einer Angelrute und Leine, mit einer Leichtigkeit als würden sie zu bei sich zu Hause am Flussufer sitzen.
“Irgendeinen Erfolg?” rief er ihnen zu, und verdrängte den Gedanken an einen bestimmten Bruder, der das Angeln liebte.
“Gut genug, Mr Cartwright, Sir,” rief einer der Männer, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht nach oben, Er hatte es geschafft den Masters Mate zu überzeugen das er der beste Angler an Bord war, und erreichte es damit vom Deck schrubben erlöst zu werden.
“Noch eine Stunde und dann werden sie und ihr Fang wieder an Bord kommen.”
“Aye, aye Sir.” und ein zackiger Salut, mit einem breiten Grinsen folgte seinen Worten.
Adam nickte und drehte sich um, um zur Mitte der Brücke zurück zu gehen. Wie klein seine Welt nun war, dachte er, als er hoch zu den Masten blickte und die hängenden Segel sah. Wie klein und wie eng. Er ging zur anderen Seite des Schiffes und sah hinunter wie das Wasser gegen den Schiffsrumpf klatschte. Wie das Schiff knarzte. Gab es je ein Schiff das so laut war? Er sah nun nach oben und sah nichts als blauen Himmel.
In der Vergangenheit hätte er in einem Sattel gesessen und in den Himmel geblickt, die Hitze der Sonne auf seinem Rücken gespürt, die trockene Hitze und den Staub in seiner Kehle geschmeckt. In der Vergangenheit hätte er seine Brüder an der Seite gehabt, murrend, Witze und Spaß gemacht, oder einfach nur geredet.
Er seufzte und drehte sich weg um wieder zur Mitte der Brücke zu gehen und den Captain zu treffen, der von der anderen Seite zurückkehrte.
Die Glocke läutete und es gab ein Huschen von Füßen auf dem Deck, als die Männer sich auf den Weg unter das Deck machten, wo sie ihr Mittagessen bekommen konnten. Die Männer in dem Beiboot angelten weiter, wohl wissend das ihr heutiger Fang für das Abendessen, und eingelegt am nächsten Tag verwendet würde. Der Captain und Adam gingen die Treppe herunter zum unteren Deck und betraten den Speiseraum, wo der Arzt und der zweite Mate bereits am Tisch saßen. Beide Männer standen auf beim Eintritt des Captains und es war Adam der die Tür hinter ihnen schloss.
“Captain, es gibt Anzeichen von Skorbut an Bord. Einige der Männer–” Dr. Howard rieb sich die Stirn und schüttelte den Kopf. “Einer der Männer sieht aus als hätte er Fieber. Ich musste ihn ins Bett legen.”
Der Captain machte ein mürrisches Gesicht und nahm Platz.
“Können sie nicht warten bis wir gegessen haben, bevor sie mir solche Dinge erzählen, Doktor? Wir müssen Land finden und frischen Proviant aufnehmen. Es benötigt keinen Arzt um zu wissen was die Abhilfe für diese Krankheit ist, oder?”
“Nein, aber ich dachte ich sollte es erwähnen.” Howard seufzte und sah hilfesuchend zu Adam.
“Es ist immer das Beste, das schlimmste zuerst zu wissen,” sagte Adam sofort. “Dann kann alles, was auch immer sonst gesagt wird, nur besser sein.”
Greaves sah Adam an als hätte dieser den Verstand verloren, aber er reagierte nicht auf den Kommentar. Der Second Mate seufzte und schenkte den Wein aus.
“Wenn wir nicht bald wieder anfangen uns zu bewegen, wird, was auch immer der Arme hat, sich wie ein Waldbrand ausbreiten. Was ist es genau, Doktor?”
“Es ist nichts worum wir uns im Moment zu große Sorgen machen müssen.” antwortete Howard, und mit einem weiteren Seufzer hob er sein Glas. “Das Wasser ist knapp.”
“Oh, um Gottes Willen,” sagte Greaves mürrisch. “Muss ich wirklich meinen Tisch teilen mit einem Pessimisten wie ihnen, Doktor. Natürlich ist das Wasser knapp, glauben sie nicht das mir das bewusst ist? Ich kann keine Wunder vollbringen, wissen sie. Ich habe keine Macht über die See und den Wind, oder?”
Adam zog seine Lippen zusammen und hob die Augenbrauen. Er entschied das es besser war nichts zu sagen. Die Tür wurde geöffnet und der Koch servierte das Essen. Es herrschte Stille. Niemand sprach und es herrschte eine ungemütliche Stimmung während des Essens. Während des Essens erinnerte sich Adam an den großen Raum, in dem er zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern die Mahlzeiten eingenommen hatte. Was für Festessen sie genossen und wie sehr sie sie für selbstverständlich hielten. Er sah auf seinen Teller was er gerade aß und fragte sich was wohl Hop Sing darüber sagen würde. Er lächelte kurz bei dem Gedanken.
“Finden sie etwas amüsant, Mr Cartwright? Wenn Ja, vielleicht wollen sie es mit uns teilen.” blaffte Greaves.
Adam nahm seinen Wein und hob die Augenbrauen. Greaves war in einer gefährlichen Stimmung und ein falsches Wort könnte bedeuten das er vom Tisch entlassen wurde, bis er wieder im guten Buch des Captains stand.
“Ich habe mich an meine Familie erinnert, Captain. Wir haben einen chinesischen Koch der die wundervollsten Essen für uns zubereitet.”
“Deuten sie damit an das, das was wir jetzt Essen nicht wunderbar ist.” Jenkins, der zweite Mate lachte.
“Ich habe mich gefragt wie Hop Sing eine Situation wie diese meistern würde…eingeschränkte Ration, wenig Wasser. Es würde mit Sicherheit sein Können als Koch testen.” antwortete Adam vorsichtig.
“Ich hatte einen chinesischen Koch als ich in Singapur war.” murmelte Greaves. “Toller kleiner Kerl, er konnte aus nichts etwas machen.”
Adam nickte und blieb still. Navigation auf See war von großer Wichtigkeit, selbst bei Unterhaltungen.
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Der Second Mate schloss die Tür der Kabine, die er sich mit Adam teilte und setzte sich auf den gemütlichen Stuhl, den er drehte um Adam anzusehen der auf seiner Koje lag. Adam blieb wo er war, seine Arme hinter seinem Kopf gefaltet und die Augen geschlossen.
“Cartwright, wie wäre es mit einer Partie Schach?”
Adam sagte nichts, doch er konnte hören wie Jenkins die Figuren auf dem Brett aufstellte. Er hatte auf ein bisschen mehr Zeit allein gehofft. Er hatte die Briefe nochmal gelesen die sein Vater und seine Brüder ihm geschickt hatten und, die kurz bevor sie zu den Polynesischen Inseln aufbrachen, angekommen waren. Drei Briefe von Pa, zwei von Hoss und vier von Joe. Alle zu einer anderen Zeit datiert, was ihn dazu forderte sie in chronologischer Reihenfolge zu ordnen, damit sie einen Sinn ergaben.
So hatte er erfahren das Pa sich den Knöchel verstaucht und die Schulter gezerrt hatte beim Versuch ein Rind zu brandmarken, das absolut nicht gebrandmarkt werden wollte. Joe war zu seiner Rettung geeilt und war unglücklicherweise mit dem Rücken in einem Kuhfladen gelandet. Durch die Briefe die er von Hoss bekam, entdeckte er eine Gabe in dem Mann, die er vorher nie merkt hatte, darin dass Hoss einen Brief schreiben konnte auf den ein Romanschriftsteller neidisch wäre. Adam erinnerte sich daran das Hoss besonders freundlich zu Charles Dickens, bei seinem Besuch war. Vielleicht hatte sich etwas von der Gabe übertragen. Joes Briefe waren – nun ja – interessant.
Selbst als er zuhörte wie Jennings leise vor sich hin summte und die Schachfiguren aufstellte, erinnerte sich Adam an die Inhalte in Joes Briefen. Er kannte mittlerweile alle Briefe auswendig, aber nichts bereitete ihm mehr Vergnügen und Schmerz, als sie aus seiner Tasche zu nehmen und sie wieder zu lesen, wenn er Zeit hatte.
Joes Briefe…der erste war wütend und verletzend, schimpfend. Worte eines schmerzerfüllten jungen Mannes der nicht verstand, wie sein Bruder sie verlassen konnte. Der zweite war versöhnlich, sich entschuldigend für den ersten Brief, und er erklärte Adam das er wegen ihres Vaters so wütend war, immerhin er würde sicher Wissen das es seinen Vater am meisten verletzte, dass er gegangen war. Der dritte war erfreulicherweise gut gelaunt, er erzählte seinem Bruder von einem hübschen jungen Mädchen das in die Stadt gezogen ist und wie froh er war das Adam nicht mehr da war, und er nun keine Konkurrenz mehr hatte. Der vierte war ein Brief über dies und das.
“Bereit?” fragte Jenkins und Adam konnte hören, wie er sich die Hände rieb. Er hatte offensichtlich große Hoffnung ihn diesmal zu besiegen.
Kapitel 4
Der Begriff Clipper wurde zum ersten Mal kurz nach dem Krieg 1812 in den Vereinigten Staaten verwendet. Es war ein Ausdruck, der verwendet wurde, um jedes schnelle Schiff anzuzeigen. Die Ainola stand dafür ein besonders starker Clipper zu sein, da sie scharf gebogen war, um ihr Höchstgeschwindigkeit zu geben. Die Aufwärtskurve der Linien, der Hülle war anmutig mit einem mit ihrer Galionsfigur ausgestatteten einfachen hohen gewölbten Stamm. Sie hatte ein viereckiges Heck, einen sehr scharfen Bogen und einen großen Segelbereich. Sie war dazu fähig, Geschwindigkeiten von 16 – 18 nautischer mph zu erreichen, und hatte in wesentlichen Wetterzuständen die außergewöhnliche Geschwindigkeit von 20 Knoten errungen.
Sie wurde stark, mit über den Rahmen festgeschnalltem Eisen und auf den Seiten der Innenkiele, gebaut. Ihre Hauptkosten lagen in der Reparatur von verursachten Schäden. In der Länge hatte sie 210ft.
Die Ainola hatte eine Crew von 645 Matrosen. Es waren außerdem 50 Marines an Bord unter dem Kommando des Sergeant of Arms, John Smith. Adam Cartwright war First Mate, Jenkins war Second Mate. Es gab einen Doktor, einen Schreiner und einen Segelmacher. Der Captain der Ainola hatte einen Steward mit dem Namen Frederik Franks, nicht der beliebteste Mann an Bord, hauptsächlich weil er im Moment, durch dir die strenge Rationierung, die Kontrolle über die Speisekammer hatte. Es gab außerdem einen Koch, Howard Dix. Da er als einziger Zugriff auf das einzige Feuer an Bord hatte, war es nur seiner Gutmütigkeit zu verdanken, wenn nasse Kleidung getrocknet werden konnte. Es gab zwei Kabinenjungen an Bord der Ainola die alles taten um nicht zu arbeiten.
Adams Aufgaben als First Mate beinhalteten die Aufsicht über die Boote, die Segel, die Quartiere und eines Ersten Offiziers. Der Captain sagte ihm was getan werden musste, und es war Adams Aufgabe dafür zu Sorge das getan wurde, entweder es selbst zu erledigen oder jemand anderen damit zu beauftragen. Es außerdem seine Aufgabe das Logbuch zu führen, für das er gegenüber den Versicherern der Ainola verantwortlich war. Er hatte außerdem dafür zu sorgen das die Fracht sicher war und ordentlich ausgeliefert wurde.
Jenkins, als der zweite Maat musste die Aufgabe ausführen die ihm von Adam übertragen wurden, sowie nach oben zu klettern und die Marssegel zu reffen und zusammenzurollen und mit den restlichen Männern zu arbeiten. In einiger Hinsicht war er weder Offizier noch Mannschaft. Es war üblich für ihn nahezu die ganze Zeit an Deck zu sein, und nur gelegentlich wurde es ihm erlaubt am Tisch des Captains Platz zu nehmen. Es hatte einige Zeit, während ihrer Reise gebraucht, bevor er dazu bereit war Adam zu vergeben das er zum First Mate gemacht wurde.
Die Mannschaft war in zwei Wachen aufgeteilt, Adam kommandierte Backbord und Jenkins Steuerbord. Sie teilten die Wachen in Vierstunden Intervallen auf, so das, wenn Adam mit der Backbordwache die erste Nachtschicht von 8 – 12 Uhr beendet hatte, Jenkins mit der Steuerbordwache von 12 – 4 Uhr dran war. Es gab außerdem eine Wache die zwischen Abendanbruch und der Nachtschicht stattfand. ZU der Zeit waren alle an Deck, aber um 8 Uhr, wenn die Glocke 8-mal läutete, musste Adam die Wachen für die ersten vier Stunden einteilen, das Steuerrad entlasten und die Galeere schließen.
Es war an diesem Abend als Adam die Ereignisse des Tages in das Logbuch eintragen wollte, als Jenkins Stimme rief, das Wind sie Wind bekamen. Adam pausierte und hob seinen Kopf an, um den vertrauten Klang zu hören, wie sich die Segel in der Brise öffneten, die Männer die in Position gingen und Jenkins, der die Tür öffnete und glücklich sagte.
“Ein erfrischender Wind endlich, Cartwright. Wir fahren Richtung Osten.”
Adam nickte und notierte es. Nun mussten sie nur noch Land finden.
Kapitel 5
Die Segel hatten sich gefüllt und das Schiff schien sich über das Wasser zu heben, um sich wieder auf dem instabilsten Element niederzulassen. Adam verließ das Vorderdeck des Schiffs, um die Treppe zur Brücke hoch zu gehen und zuzusehen, wie der Wind endlich wieder Leben in die schlaffen Segel zurückbrachte. Ein leichtes Lächeln kam auf seine Lippen, als er sich an die Tage erinnerte, als sein Vater ihm erzählte, wie sein eigenes Herz mit den Segeln anschwellen würde, als der Wind sie zum ersten Mal traf und das Schiff über das Meer sendete. Es war ein romantisches Bild, dass sich in den Erinnerungen des Jungen gebildet hatte, doch selbst jetzt konnte Adam sich an die Stimme seines Vaters erinnern und es mit seiner eigenen reflektieren. Es gab ein großartiges Gefühl von Auftrieb, neuer Kraft und Hoffnung, wenn nach Tagen der Flaute ein Schiff wieder zum Leben kam.
Unter seinen Füßen konnte er die Vibration des Schiffes fühlen, wie es jetzt über das Meer fuhr. Die Segel schnappten, als sie sich blähten und den Clipper wieder auf seine Reise schickten. Als er die Männer bei der Arbeit an Deck beobachtete, konnte er sehen das die, zuvor noch ängstlichen Gesichter, nun ein Lächeln der Erleichterung aufwiesen. Männer sahen zur Brücke und als sie ihn bemerkten hoben sie einen Finger zur Augenbraue, wie zum Salut. Überall war eine Stimmung von Auftrieb und Optimismus.
“Alles ist in Ordnung, Mr Cartwright, Sir.” sagte der Steuermann, während er die Hände fest am Steuer hatte.
“Alles ist in Ordnung, Thompson.” antwortete Adam, ohne seine Augen vom Anblick der Segel zu nehmen.
“Den Kurs ostwärts setzen, Mr Cartwright?”
“Ja, nach Osten.” kam die Antwort und ging zur Backbordseite um das Wasser, das sich teilte, um das Schiff durchzulassen, zu beobachten.
Menschen hatten eine solch romantische Sichtweise über Segelschiffe, die Segel sind immer voll und weiß aufgebläht, das Schiff fuhr immer stolz und majestätisch durch sanftes kristall- grün, grau und blaues Meer, mit perfektem blauen Himmel über ihnen. Aber Adam fuhr lange genug zur See, um erlebt zu haben wie diese gemütlichen Gewässer, sich in brodelnde Turbulenzen verwandelt haben, wenn Wasser und Himmel zusammen, dem kleinen Gefährt ihren Willen aufzwang. Er hatte erlebt wie Segel gerissen, und Mäste gebrochen waren und die Männer von herumfliegenden Seilen gepeitscht und über Bord geworfen wurden.
Doch im Moment spürte er die gleiche Erleichterung wie die Männer die auf den Decks beschäftigt waren.
Captain Greaves war in einer viel angenehmeren Stimmung, als sie das Abendessen zusammen aßen. Jenkins hatte Wachdienst und der Arzt kümmerte sich um den kranken Mann auf dem Krankenrevier. Der Koch hatte ein reichhaltiges Essen zubereitet, er fühlte sich offenbar sicher alle Vorsicht zu ignorieren, und sorgte sich nicht darum wo der nächste Proviant herkommt. Der Steward blieb da bis er entlassen wurde und Greaves lehnte sich in seinem großen Lederstuhl zurück.
“Cartwright, was glauben sie wann wir Land sehen werden?” fragte Greaves als er seine Jacke öffnete und seine Krawatte lockerte.
“Wenn wir diese Geschwindigkeit beibehalten können, sollten die Inseln morgen nachmittags sehen.”
“Was wissen sie über sie?”
“Die meisten von ihnen sind unbewohnt, wir sollten in der Lage sein frisches Wasser und Nahrung dort zu finden. Jene Inseln, die bewohnt sind,-” Adams Braue faltete sich leicht, und er sah nachdenklich in den Wein in seinem Glas bevor er sprach, “der letzte Bericht über sie sagte das sie nicht freundlich sind. Das letzte Mal als jemand versucht hat an Land zu gehen ermordeten sie einen Missionar und vier Matrosen.”
“In diesem Fall sollten wir sichergehen, dass wir eine unbewohnte Insel finden, huh?” lachte Greaves.
Nach einer Stille von einigen Minuten, sah er nachdenklich zu seinem First Mate und sagte als er sein Glas hob.
“Ich zweifle daran, dass ein paar Wilde auf diesen Inseln sie sehr beunruhigen würden, Cartwright. Schließlich sind Sie, nach dem was ich von ihrer Vergangenheit gehört habe, mehr daran gewöhnt sie zu sehen, als jeder andere an Bord des Schiffes.”
“Ich habe diese Inseln nie zuvor besucht,” sagte Adam nachdenklich.
“Das habe ich nicht gemeint,” antwortete Greaves, “Aber es stimmt, oder nicht? Sie haben gegen die wilden Indianer im Westen gekämpft, wo sie herkommen, oder nicht?”
Adam nickte, “Das ist wahr genug.“ stimmte er zu, “Ja, ziemlich richtig.”
“Dann, in diesem Fall sind sie wahrscheinlich die am besten geeignete Person, morgen das Skiff zu den Inseln zu bringen. Nehmen sie den Sergeant der Marines sowie einige seiner Männer. Stellen sie sicher das alle ausreichend bewaffnet sind. Versuchen sie mit genug Wasser zurückzukommen, so dass es uns reicht bis wir McKenzies Schiff treffen.” er füllte sein Glas auf und warf seinem Begleiter einen prüfenden Blick zu, “Sie reden nicht viel über ihre Vergangenheit, Mr Cartwright, doch muss es viele aufregende Geschichten geben, die sie uns erzählen könnten.”
Adam lächelte höflich und wollte gerade etwas sagen als die Glocken achtmal schlugen. Er stand auf und entschuldigte sich. Es war Zeit für seine Wache.
Als er am Vorderdeck, welches das offene Deck am Bogen war und wo die Anker gesichert waren, vorbeiging, salutierten einige Matrosen, die außer Dienst waren und sich dort getroffen hatten um den Abend zu genießen und zu reden und ihre Pfeifen zu rauchen, ihm und zeigten ihm den Respekt, den er Aufgrund seines Ranges verdiente. Er akzeptierte ihre Begrüßung und ging zur Brücke weiter, wo er, nach einigen Worten mit dem Steuermann, John Ratcliffe, seine Hände hinter seinem Rücken ergriff und seine Gedanken wandern ließ.
Warum sollte er, grübelte er, über seine Vergangenheit reden, zum Vergnügen dieser Männer mit denen er nun jeden wachen Moment teilen musste? Warum sollte er ihnen all diese Dinge offenlegen, die er wertschätzte und die er so rücksichtslos beiseite geworfen hatte? Es ist wahr, er hatte in den vergangenen Jahren viel gelernt und erreicht, und er hatte Sehenswürdigkeiten und Wunder gesehen, die er nie gesehen hätte, wenn er auf der Ponderosa geblieben wäre, aber trotzdem…. trotzdem sein Verlangen nach diesen Dingen war gesättigt, und sein Herz sehnte sich nur nach einem Platz und das war sein zu Hause – die Ponderosa.
Er hob seine Augen und sah in den Nachthimmel. Es war ein anderer Himmel, als der den sie in Nevada sehen würden. Aber die Sterne leuchteten genauso brillant, und der Mond war hell. Er bemerkte einen Ring um den Mond und er schürzte seine Lippen nachdenklich, das bedeutete Regen.
Eine Weile erlaubte er sich in Gedanken in Erinnerungen zu schwelgen. In Nächten wie diesen, versuchte er ihre Stimmen heraufzubeschwören und sich vorzustellen was sie gerade tun. Manchmal schloss er seine Augen und stellte sich vor, dass er in seinem Zimmer war, nur eine Tür von ihnen entfernt. Er konnte sie im großen Raum sehen, Hoss und Joe spielten Dame, und sein Pa zog an seiner Pfeife, der Rauch wirbelte nach oben während er die Neuigkeiten las und Bemerkungen murmelte, denen keiner Aufmerksamkeit schenkte.
“Mr Cartwright, Sir?”
Er öffnete seine Augen und bemerkte, dass einer der Kabinenjungen zu ihm aufsah.
“Ja, John?”
“Ihr Kaffee, Sir. Der Koch dachte sie brauchen jetzt etwas Warmes, Sir.”
Adam nickte und nahm die Tasse, die kochend heiß war. Der Junge lächelte, drehte sich um und zögerte bevor er sich wieder zurückdrehte,
“Mr Cartwright, Sir?”
“Ja, John?”
“Ich habe gehört das sie morgen die Boote nehmen um an Land zu gehen, Sir.”
“Wenn es Land gibt, ja.”
“Bitte, Sir, darf ich auch gehen? Ich bin jetzt schon so lange nicht mehr von dem Schiff runtergekommen, und ich war noch nie auf einer Insel. Sie haben erzählt, dass es Dinge auf diesen Inseln gibt die ich noch nie zuvor gesehen habe, Sir.”
“Kein Zweifel. Wenn du hier bist, wenn wir ablegen, John, denke ich wir werden Platz für dich finden.”
John öffnete seinen Mund und schloss ihn dann sofort wieder. Sein erster Impuls war laut zu jubeln, doch dann erinnerte er sich, man tat das nicht vor einem Offizier. Er bedankte sich bei Mr Cartwright höflich und ging dann schnell weiter. Adam setzte seine Tasse ab und sah dem Jungen nach. Er überlegte kurz ob er jemals so jung war, und aus irgendeinem Grund, zweifelte er daran. Er seufzte, ein dummer Gedanke den er versuchte zu verdrängen, aber feststellen musste, dass er das nicht konnte. Er nahm seinen Kaffee und trank ihn, wohl wissend das er nicht so gut sein würde wie der von Hop Sing, und ein Schluck bestätigte das.
Kapitel 6
Es hatte leicht geregnet während der Nacht, so wie man es bei dem Klima erwarten konnte in dem sie nun segelten. Dadurch war die Luft weniger schwül und für eine Weile erleichterte es die Atmosphäre.
Es war Jenkins, der Wachdienst hatte bei Tagesanbruch, und es war seine Verantwortung die Männer zu kontrollieren auf dem ´sich zuwendenden Deck´ wenn alle Männer an Deck antreten mussten um die Anwesenheit zu prüfen und damit sicher zu gehen, dass niemand, am vergangenen Tag über Bord gefallen war. Nun begann das waschen und schrubben der Decks, und die Takelage wurde aufgerollt und wieder überprüft. Zu der Zeit als sieben Glocken läuteten waren alle Männer bereit für ein gutes Frühstück, vorausgesetzt der Koch war in guter Stimmung und es gab ausreichend Proviant.
Um acht begann die Arbeit unter der aufflammenden Sonne und azurblauem Himmel. Das Schiff machte gute Geschwindigkeit, und Adam Cartwright war auf der Brücke mit Captain Greaves, als der Ruf vom Krähennest kam “Land in Sicht”
Sofort hatten Greaves und Cartwright ihre Teleskope an ihren Augen und suchten den Horizont ab, um den Ausruf zu bestätigen. Es gab Anzeichen dafür das Land in der Nähe war, es waren Wolken und Vögel im Flug am Horizont zu erkennen und den dunklen Umriss der ersten Inseln. Seeleute genossen alles, was die Eintönigkeit ihres Alltags an Bord unterbrach, so dass alle zu den Seiten eilten um einen ersten Blick auf die Inseln zu werfen und es wurde ihnen von den Offizieren erlaubt zu jubeln.
“Steuermann, geben sie ihr mehr Geschwindigkeit.” rief Greaves zu Thompson und dann lächelte er Cartwright zu, mit befriedigenden Nicken. “Sie hatten Recht, Cartwright, wir sollten kurz nach dem Mittagessen dort sein.”
Adam nickte. Er hielt das Teleskop zu seinem Auge und beobachtete scharf, wie die Inseln von einem dunklen Umriss am Horizont, zu etwas immer Größeren wurde. Er drehte sich zu Greaves.
“Erlaubnis dafür, Männer für die Bootspartei zu wählen, Sir?”
“Erlaubnis erteilt.” antwortete Greaves. “Berichten sie mir bevor sie gehen.”
Adam nickte zustimmend und beobachtete wie der Captain die Brücke verließ. Alle Männer in der Umgebung salutierten und machten den Weg frei als der Captain, König von allen, durch ihre Mitte schritt. Adam beobachtete sie für ein, zwei Momente bevor er nach dem Sergeant oft Arms rief, der die Landschaft von der Hafenseite des Decks aus beobachtete.
“Sergeant Smith, ich brauche sie und sechs von ihren Männern, um heute Nachmittag mit mir zu einem Einsatz auf die Insel zu gehen.”
“Ja, Mr Cartwright, ich kümmere mich sofort darum.”
“Vergewissern sie sich das alle Männer mit genügend Munition ausgerüstet sind.”
“Ja, Sir.” John Smith salutierte gut gelaunt, drehte an seinem Schnurrbart und stieg zum unteren Deck ab, wo die Marines ihre Quartiere hatten. Dort befand sich auch das Waffenarsenal des Schiffes.
Er ließ seine Männer antreten, und wählte dann die sechs Männer aus, die ihn später am Tag zu den Inseln begleiten würden.
Die Ainola fuhr mit großer Geschwindigkeit, schnitt durch die Wellen und hinterließ dabei schäumendes Kielwasser. Näher und näher kam die Insel, die sie zuerst gesehen hatten. Silberner weißer Sand, dick verschleierter Wald, zerklüftete Steine und ein Hügel hoch genug, um als Berg bezeichnet zu werden kamen ins Blickfeld.
“Gibt es Anzeichen für menschliches Leben?” murmelte Jenkins als Adam die Insel wieder durch sein Teleskop betrachtete.
“Rauch-” murmelte Adam, “Mehrere Lagerfeuer würde ich sagen.”
“Wo?” Jenkins verengte seine Augen, beim Versuch sie ausfindig zu machen.
“Süd – Ost, gerade unterhalb des Hügels. Ja, ein ziemlich großes Dorf.”
“Glauben sie das sie freundlich sind?” fragte Jenkins.
Adam blieb einen Moment still, als er die Leute im Lager durch das Fernrohr beobachtete. Es war schwer zu erkennen, ob sie freundlich waren oder nicht. Er war an Indianerstämme gewöhnt, die Kriegsbemalung trugen, die ihre Absichten deutlich machten, aber diese Leute lebten so weit entfernt von der menschlichen Zivilisation das ihre Sitten offensichtlich völlig individuell waren.
“Ah.” rief er schließlich aus, “Jemand hat das Schiff gesehen. In der Art wie sie herumtanzen nehme ich nicht an das sie sehr freundlich sind.”
“Felsen voraus, Mr Cartwright,” schrie der Späher, so dass Adam das Fernrohr zur Küstenlinie drehte und übereinstimmend nickte.
“Thompson, steuern sie nord-nord Ost. Umfahren sie die Felsen. Wir wollen nicht hier hängen bleiben.”
“Ja, Sir.” antwortete der Steuermann und drehte das Rad dementsprechend.
Adam durchsuchte die Küstenzeile noch einmal durch das Teleskop und ließ zu, dass ein kleines Lächeln über seine Lippen kam, er gab dem Bootsmann das Teleskop.
“Nun, Mr Jenkins, ich denke, dass wir sicher sagen können, dass sie überhaupt nicht freundlich sind.”
“Feuern wir auf sie?”
“Sicher nicht.” antwortete Adam mit einer Spur Humor in der Stimme. “Sie warnen uns, sie erklären uns nicht den Krieg.”
An der Uferlinie hatten sich die Männer des Dorfes versammelt, um Speere und andere Waffen dem Schiff entgegen zu schütteln, das anmutig außer ihrer Reichweite segelte. Sie waren dunkelhäutig und die meisten von ihnen nackt, nur mit Schmuckstücken, aus Schalen und Steinen, geschmückt.
“Zur Hafenseite, Mr Cartwright.” brüllte Thompson und alle miteinander lenkten ihre Aufmerksamkeit auf die linke Seite des Schiffes, wo sie einige Männer sehen konnten, die in lange schlanke Boote sprangen, fröhlich bemalt und geschmückt. Die Männer selbst paddelten wütend zum Schiff, und aus ihren Kehlen erhob sich ein lautes Singen das in einem Kriegsruf endete.
“Stellen sie Abstand zwischen uns her, Thompson.” befahl Adam.
Der Klipper bog sich anmutig von den Inseln weg, fing den Wind in ihren Segeln und sauste weiter, und lies die wütenden Dorfbewohner zurück, die ihnen ihre Fäuste und Speere entgegen schwenkten und ihnen Verwünschungen und Flüche hinterherschrien.
“Ein Schuss hätte sie erledigt,” murmelte Jenkins, der die Boote beobachtete, die sich umdrehten um zur Uferlinie zurückzukehren.
“Sie sind zu blutdürstig.” antwortete Adam, “sie tun nur, was sie für nötig erachten um ihre Familien zu schützen, wie wir es tun würden, auch wenn die Chancen gegen sie sprechen.”
“Sie sind zu nachsichtig.” sagte Jenkins mit einem leichten Achselzucken der Schultern.
Adam sagte nichts dazu, obwohl es ihn dazu brachte seine Lippen einzuziehen und sich von dem Mann abzuwenden. Er hatte im Laufe der Monate bemerkt, dass er nie im Stande sein würde Freundschaft mit Jenkins zu schließen, und es gab oft Ereignisse, die er als vorgesetzter Offizier, dem Captain hätte melden können. Aber die Ainola war, trotz ihrer Länge immer noch klein, im Verhältnis zu einer Stadt oder der Weite der Ponderosa. Er würde mit dem Mann Leben und seine Beleidigungen schlucken müssen, denn es wäre nicht gut sich einen Feind zu schaffen aus einem Offizierskollegen.
“Wir sprechen später darüber,” sagte er schließlich, denn er fühlte, dass etwas gesagt werden musste im Hinblick auf die Anzahl der Männer die diese Bemerkung gehört hatten.
Die Ainola setzte ihren Weg fort und zu der Zeit als das Mittagessen gegessen wurde hatten sie die Insel weit hinter sich gelassen und eine andere zeichnete sich bereits vor ihnen ab. Während des Essens diskutierten sie über die Inseln, fanden sie auf der Landkarte, und bemerkten, dass sie aus einer Anhäufung aus 5 Inseln bestand. Greaves erklärte, dass der Bedarf nach frischem Wasser höchste Priorität hatte, wenn sie nicht bald welches fänden würde es Typhus an Bord geben und wer würde Geschäfte machen wollen mit einem Schiff auf dem es eine Seuche gab.
Kapitel 7
Die zwei Boote kamen gut voran in Richtung der Insel, die am Längengengrad 20.00Süd und 175,00 West im Südpazifischen Ozean lag. Die Insel Tongo lag einige Meilen West, und wurde im Jahr 1845 Teil der polynesischen Gebiete. Die Inseln die in weiteren Entfernungen lagen waren immer noch unsicher was außerhalb ihrer Grenzen existierte und die Bewohner waren immer noch darauf vorbereitet Eindringlinge mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Der silberne Sand auf dem die zwei Boote strandeten waren unberührt von allem Gefährlichen außer ein paar Schildkröten die schnell ins Meer flitzten. Adam war der erste der ins Meer sprang um an die Küste zu waten, gefolgt von seinen Männern und John.
Vögel sangen einander Liebeslieder, Bäume raschelten angenehm in einer kühlen Brise, und die Wellen trieben bis zur Küste in einem angenehmen melodischen Rhythmus, der die Friedlichkeit von der Insel zu bestätigen schien. Adam, Pistole in der Hand und Augen wachsam, sah die Baumkronen kurz an und sah nichts, was Gefahr anzeigte und doch blieb er argwöhnisch. John Smith ging an ihn heran.
“Nun, Mr Cartwright, was denken sie?”
“Es sieht alles friedlich genug aus, oder nicht?” antwortete Adam, seine Pistole immer noch in der Hand und seine Augen schleiften von einem Punkt zum anderen am Strand.
“Wir suchen am besten nach Wasser während es so ist.” grinste Smith und Adam nickte.
“Bringen sie die Fässer von Bord. Folgen sie mir…”
Er führte den Weg und wunderte sich wie sicher sie wirklich waren als sie das dichte Unterholz, aus hohen Büschen, die Früchte trugen die sie nie zuvor gesehen hatten trugen, betraten. Über ihnen ragten die Bäume, schützten sie vor dem Sonnenlicht und zwischendurch blendete sie sie durch die Schatten. Er hielt an und die Männer hinter ihm stoppten ebenfalls, und als er seine Hand für Stille anhob, kam nicht ein Ton von den Männern.
“Da drüben – ” er zeigte in die Richtung, wo er das Geräusch von tropfendem Wasser gehört hatte, ein Klang so rein und kühl und einladend, wie nur ein durstiger Mann ihn sich vorstellen konnte.
Vögel zwitscherten jetzt, schimpften die Eindringlinge und Tiere weich und klein, aber flink, huschten die Bäume entlang und ihre schrillen Schreie mischten sich mit denen der Vögel. Adam wusste das sie die Störenfriede in dieser Ruhe waren, denn seine Männer waren jetzt laut vor Aufregung, da sie Wasser gefunden hatten und wussten, dass sie die Gelegenheit hatten einen Moment darin zu schwelgen.
“Seien sie etwas leiser.” zischte Adam und er hörte wie Smith seinen Befehl weitergab.
Die Männer gehorchten, wie disziplinierte Männer das tun sollten, und nun in Stille näherten sie sich dem Wasser.
Die Männer stoppten um den Anblick des Wasserfalls aufzunehmen, wie er unaufhörlich vom Hang fiel. Es war kein besonderer Fall, nicht so groß wie einige von ihnen von zu Hause auskannten, aber er war trotzdem wundervoll.
“Schnell. Füllen sie die Fässer und dann auf zu den Booten.”
“Stimmt etwas nicht, Mr Cartwright?” fragte Smith mit gedämpfter Stimme während er die Männer beobachtete wie sie die Fässer vorwärts rollten.
“Nur ein Bauchgefühl das aus einer langen Erfahrung stammt. Halten sie ihre Männer bereit.”
Smith sah Adam zweifelnd an, doch er trat trotzdem wie ihm befohlen wurde und zog seine eigene Pistole aus dem Halfter und löste den Sicherungsbolzen. Die Marines hielten ihre Musketen bereit und positionierten sich so, dass sie die Matrosen schützten, die die Fässer und Feldflaschen füllten und die im Wasser wateten als ob sie vergessen hätten wie wundervoll es war das kühle Wasser auf ihrer Haut zu spüren.
Der Kabinenjunge John, hatte noch nie so etwas gesehen und genoss die Zeit im Wasser zu planschen. Er warf es hoch und sah zu wie es wieder zurückfiel.
“Sind die Fässer jetzt voll, Mr Jones?” rief Adam zu einem der Matrosen, der eines der Fässer aus dem Wasser zog.”
“Sind sie, Sir.”
“Dann gehen sie zurück zu den Booten. Beeilen sie sich alle.”
“Aye aye, Sir.”
Einige der Männer lächelten heimlich, als sie die Fässer aus dem Wasser zogen und verschlossen. Mr Cartwright ist nervös flüsterten sie und lächelten. Mr Cartwright benahm sich wie eine Katze auf dem heißen Blechdach und machten sich ein bisschen lustig unter sich.
Die Marines liefen schützend neben ihnen her als sie den Weg zurückgingen. Einige Männer pflückten Früchte von den Bäumen und luden so viel wie möglich in ihre Säcke, einige wilde Wurzeln wurden gezogen und zu den Früchten gelegt. Sie waren schwer bepackt und der Weg zurück zu den Booten dauerte länger. Adam blieb in Führung und Sergeant Smith blieb am Ende. Der Kabinenjunge blieb so gut er konnte in Adams Nähe.
Der Strand tauchte vor ihnen auf, wie eine silberne Linie, zwischen Dschungel und Meer. Sie brauchten zwei Männer pro Fass, um die Fässer über den weichen Sand zu rollen. Sie hatten die Boote erreicht und luden zwei Fässer auf als ein schriller Schrei und ein Stöhnen durch die Stille brach als Mr Jones kopfüber in den Sand fiel, mit einem Speer im Rücken.
“In die Boote. Nehmen sie mit was sie können. Beeilung.” schrie Adam, als er in die Bäume feuerte.
Außer dem schnaufen und stöhnen der Männer, dem platschen des Wassers in den Fässern, und dem knirschen der Boote auf dem Sand herrschte nun Stille. Selbst die Vögel machten kein Geräusch.
Die Marines nahmen ihre Position vor den Booten ein, um die Männer zu schützen, die sich darum bemühten einzusteigen. Sergeant Smith stand neben Adam, beide hatten ihre Pistole gezogen.
Ein kurzer Blick über die Schulter war genug um zu sehen das die Männer in den Booten waren. Die Marines, Smith und Adam zogen die Boote ins Wasser und stiegen zu den Männern in die Boote. In dem Moment kamen ihre Gegner aus den Inneren des Dschungels und mit wütenden Schreien rannten sie auf sie zu und warfen ihre Speere rücksichtslos den teuflischen Eindringlingen entgegen, die nun so schnell wie möglich ruderten um zu entkommen.
“Schneller Rudern, schneller.” schrie Smith, feuerte zum Strand und sah einen Mann fallen.
Die Männer beeilten sich, mit einer krafterfüllten Disziplin die die Boote voranbrachten, als ob sie über das Wasser fliegen würden, doch ein Speer der an der Seite vorbeiflog zeigte ihnen das sie immer noch in Reichweite der Wilden am Strand waren.
Die Marines feuerten und sahen einige Männer fallen, die Entfernung zum Strand wurde größer und das Schiff kam näher. Adam und Smith feuerten wieder in die Menge der Männer, die wütend am Strand tanzten während andere hüfthoch im Wasser wateten und ihre Speere über die Köpfe hoben um sie zu warnen was mit ihnen geschehen würde, falls sie sich der Insel noch einmal nähern sollten.
„In Ordnung Marines, ruhig jetzt.“ murmelte Smith mit leiser Stimme zu den Marines.
„Jemand verletzt?“ fragte Adam, drehte sich, um zu den Männern zu schauen die mit gleichbleibender Geschwindigkeit zum Schiff ruderten.
„Hardcroft hat es am Bein erwischt.“ sagte ein Matrose für den verletzten Mann.
„Hughes ist Tod. Der Speer hat ihn am Hals getroffen bevor wir ins Boot kamen, Sir.“ sagte ein anderer.
„Noch jemand?“ Adam schaute in die Gesichter. „Wo ist der Junge?“
„Der Junge?“ fragte Smith.
„Der Kabinenjunge, John. Wo ist er?“
Die Männer schauten sich an, schüttelten die Köpfe, und ruderten weiter bis einer der Marines sagte,
„Ich habe ihn am Strand gesehen, Mr Cartwright. Er war direkt hinter ihnen, und dann war er weg. Er wurde erwischt, Sir.“
„Erwischt?“ wiederholte Adam, aber die Frage war rhetorisch, er wusste die Antwort bereits.
Kapitel 8
„Er hat WAS getan?“
John Smith stellte sich gerade und hob sein Kinn. Greaves war immer eine ungemütliche Person um etwas zu diskutieren, da er launisch und unfähig war eigene Entscheidungen zu treffen. Er war der typische Offizier der seine Beförderung auf Kosten anderer erhalten hatte. Das Ergebnis war das er nie sicher war was er tun sollte und trauriger weise fühlte er sich minderwertig denen gegenüber die ihre Privilegien dadurch erhalten hatten, sich durch die Ränge hochzuarbeiten. Diesen Mangel in seinem Charakter versteckte er gut in seiner Haltung und seinem überheblichen Verhalten gegenüber seinen Offizieren und Matrosen.
„Mr Cartwright ist über Bord gesprungen als er gemerkt hat, dass der Junge zurückgelassen worden ist, Captain.“
„Über Bord gesprungen?“ Greaves fauchte. „Aber woher will er wissen, dass der Junge nicht bereits tot ist? Und wie viele andere wurden getötet, haben sie gesagt?“
„Zwei Männer, Sir. Wir mussten Jones am Strand zurücklassen, aber wir haben Hadcroft zurückgebracht.“
Greaves starrte Smith kalt an, seine Lippen zusammengepresst und seine blassen grünen Augen sahen wie Glas aus.
„Haben sie nichts getan um Cartwright davon abzuhalten über Bord zu gehen?“
„Ich habe versucht ihn davon zu überzeugen das es keinen Grund gab um für den Jungen zurück zu gehen. Aber Mr Cartwright hat einfach sein Jackett ausgezogen und es neben seine Pistole gelegt. Er nahm ein Messer mit und sprang über die Seite.“
„Sie hätten ihn aufhalten müssen.“ meckerte Jenkins mit gerunzelter Stirn. „Immerhin haben wir jetzt einen Offizier weniger.“
„Entschuldigen sie, Sir, aber ich habe nicht das Recht einen Offizier davon abzuhalten, etwas zu tun, was er als seine Pflicht ansieht.“ antwortete Smith und starrte Jenkins kalt an.
Greaves schüttelte den Kopf und drehte sich zur Steuerbordseite des Schiffes, um zum Strand zu blicken, wo Jones Körper nicht länger lag. Er faltete seine Hände hinter dem Rücken und starrte auf das Meer mit dem Kinn zur Brust
„Nun, ja, Mr Jenkins das ist eine feine Situation in der wir uns jetzt befinden. Was schlagen wir vor sollen wir tun?“
„Ich denke es wäre klug von hier wegzufahren, Captain Greaves. Es wird bald Nacht, und wer weiß, die Teufel könnten ihre Boote im Schutz der Nacht zu rudern.“
„Sir -“ fing Sergeant Smith an, aber Greaves und Jenkins drehten sich von ihm weg und schlossen ihn aus der Diskussion aus.
Von seinem Versteck, zwischen den Felsen, war es möglich für Adam zu beobachten was am Strand vor sich ging. Bevor er ins Meer gesprungen war, hatte er bemerkt das die Eingeborenen den Körper von Jones interessanter fanden, als die Boote, die nun außer Reichweite ihrer Speere waren. Deshalb wurde sein Sprung ins Meer nicht bemerkt, es sei denn jemand hätte Ausschau gehalten. Mit kräftigen Zügen und mit Hilfe der Strömung dauerte es nicht lange bis er die Felsen erreichte, die einen Ring um die Insel bildeten, so dass es aussah wie eine Lagune.
Das brutale Verhalten gegenüber dem toten Matrosen, durch den wütenden Mob, hätte einen schwächeren Mann zum Weinen gebracht, aber Adam wusste das er bei Verstand bleiben musste um den Jungen zu finden, von dem es offenbar keine Spur gab.
Kleine Tropfen fielen gegen sein Gesicht, so dass es bald nötig war vom Schutz der Felsen, näher zum Strand zu gehen. Die Eingeborenen waren offensichtlich immer noch aufgeheizt von Wut und drehten sich wieder in Richtung der Boote und dem Schiff, und schüttelten ihnen die Speere entgegen. Langsam schwamm Adam näher, bis er fähig war Wasser zu treten um den Strand zu erreichen Er wartete um das zu tun bis die Eingeborenen verschwunden waren und den Körper des Matrosen Thomas Jones mitgenommen hatten. Adam beobachtete wie sie den Körper des Mannes wegzerrten, mit eben so wenig Rücksicht, als wenn sie ein Tier schleppen würden das sie gejagt hatten und das sie nach Hause brachten um es für die nächste Mahlzeit zu schlachten.
Er wartete ein bisschen und machte sich dann auf den Weg zum Strand. Vorsichtig laufend und mit dem Messer in der Hand lief er zu der Stelle, wo die Boote gelegen hatten und sah auf die Fußspuren, die den Sand aufgewühlt hatten. Fußspuren überlagerten andere Fußspuren und machten sie identifizierbar voneinander. Er war nun auf den Knien, seine Augen studierten das Chaos und er hoffte auf ein eindeutiges Zeichen. Immer wieder hob er den Kopf und sah in den dunklen Schatten der Wildnis, worin die Eingeborenen verschwunden waren. Man sollte den Feind nie unterschätzen und er konnte sich vorstellen das sie sich nicht sicher fühlen konnten mit einem amerikanischen Segelschiff, so nah vor ihrer Küste.
Als Ungeduld sich in seinen Nerven ausbreitete fand er wonach er suchte, ein kleinerer Abdruck als die anderen, deutlich gemacht durch die Tatsache, dass der Junge offenbar in Jones Blut getreten war.
Bei näherer Betrachtung, um die Zeichen im Sand besser lesen zu können, stellte Adam zu seiner Erleichterung fest, dass der Junge nicht weggetragen wurde, sondern in Panik geraten und zu den Felsen, die höher am Strand waren, gerannt ist. Den Fußspuren folgend erreichte Adam die Felsen. Er bemerkte das Seegras an einigen Stellen abgerissen war und etwas weiter weg, die Spuren von den Zehen des Jungen die sich deutlich im Sand abhoben, vor einer Höhle im Felsen.
Die Vögel sangen wieder. In Gedanken war er sich ihrer Lieder bewusst und den Geräuschen der anderen Tiere, die aus den Bäumen des Waldes kamen. Langsam folgte er der Spur, warf ab und zu einen Blick über seine Schulter um sich zu vergewissern, dass er nicht verfolgt wurde. Der Himmel wurde rot und orange und er wusste das in wenigen Minuten die Dunkelheit einer tropischen Nacht hereinbrechen würde. Er musste den Jungen vorher finden und er verfluchte sich innerlich als ihm klar wurde, dass er keinen durchdachten Plan gemacht hatte.
„John. Wo bist du?“
Es kam keine Antwort. Vorsichtig sah er über seine Schulter, dann vor sich, wo er einige Fußspuren sah, deutlich abgebildet und andeutend das der Besitzer von ihnen ins Meer gelaufen war. Sicher, dachte Adam zu sich selbst, hatte der Junge nicht vor zum Schiff zu schwimmen? Während er das dachte drehte er sich um, um zur Ainola zu schauen und überrascht sah er, wie sie über die Wellen glitt und weg von der Insel
Kapitel 9
Einen Moment lang fühlte Adam wie das Blut in seinen Adern gefror. Es gab etwas, das so verheerend schrecklich darüber war, sein Schiff zu sehen, das von ihm weg segelte, dass er sich augenblicklich gelähmt fühlte. Der endgültige Verrat? Aus welchem Grund? Er versuchte, schlüssige und logische Schlüsse zu ziehen, aber er war zu perplex um zu denken. Der Druck seiner Finger verstärkte sich um den Griff seines Messers, und er senkte den Kopf während ein tiefer Seufzer von seinen Lippen kam.
„Mr Cartwright – Sir?“
Eine dünne, zitternde Stimme in der Nähe, und er drehte sich, und sah das weiße Gesicht des Jungen das zu ihm aufsah, von unter den Felsbrocken. Er drehte sich weg von dem Anblick des Verrats und watete schnell durch das Wasser zu der Stelle wo der Junge zusammengekauert war.
„Bist du in Ordnung, Junge?“ flüsterte er und bückte sich in das Wasser um den Jungen näher zu betrachten. „Du bist nicht verletzt, oder?“
„Haben sie – haben sie gesehen was sie mit ihm gemacht haben? Mit Jonesy“ stotterte John, seine Stimme zitterte wie sein Körper, seine Zähne klapperten und seine Augen blickten wirr umher. „Haben sie gesehen?“
„Ja,“ antwortete Adam und legte seine Hände auf die Schultern des Jungen. „Schau, John, wir können jetzt nicht hier herumtrödeln. Wir müssen etwas finden wo wir uns verstecken können und wo wir warm bleiben. Es wird sehr bald dunkel sein und -“
„Aber das Schiff, die Ainola, sie ist nah, sie wird nachschauen, oder? Ich hab sie gerade gesehen. Ich hab sie gesehen, Mr Cartwright.“ seine Finger verkrampften sich im Hemd des Mannes, drehten es zu einem Knäuel zusammen.
„Trotzdem John, wir müssen hier weg. Wir sind den Einheimischen zu sehr ausgesetzt und wenn die Flut kommt könnten die Felsen zur Gefahr werden. Komm jetzt mit mir, John.“
„Ja, aber -“
„Das ist ein Befehl, John.“
Der Junge keuchte, ein tiefer, kräftiger Atemzug, aber er gehorchte. Er patschte aus dem Wasser bis zum Strand und blieb dort stehen um Adam erwartungsvoll anzusehen.
„Komm mit,“ sagte Adam, „Wir müssen in der Nähe von frischem Wasser sein. Wir gehen in die Richtung wo der Fluss ins Meer fliest und versuchen dort unser Glück.“
Er sah zum Himmel hinauf. Es blieben nur Minuten bevor die Dunkelheit anbrach. Die Flut kam rein, was gut war, da sie Ihre Fußspuren wegspülte. Er nahm den Jungen am Arm und schleifte und trug ihn fast über den Strand zu der Dunkelheit im Unterholz.
Er nahm sich Zeit um ihre Spuren zu verdecken, die oberhalb der Flutlinie waren und wie ein roter Pfeil auf ihren Verbleib deuteten, für die Einheimischen die bei Tageslicht hier vorbeiliefen.
Nach einem letzten kurzen Blick zum Meer, wo die Ainola gesehen werden konnte, wie sie vom Standort wegfuhr, tauchte er in den Wald ein, und hielt John so nahe wie einen Jagdhund.
Die Dunkelheit war nicht vollkommen, durch den Mond, der Fett und Rund mit silbernem Licht auf sie herunter schien. Mit besonderer Vorsicht waren sie in der Lage sich ihren Weg durch das Unterholz zu bahnen, in die Richtung in der sie den Fluss hörten wie er ins Meer fiel. Zum Wasserfall zurück zu kehren wäre zu weit, und die Einheimischen hatten womöglich Kenntnis davon wo die Eindringlinge zuvor waren, und würden Wachen aufstellen um Ausschau zu halten, nach weiteren Leuten die versuchen würden die Stelle zu erreichen.
Aber der Fluss kam bald in Sicht. Adam schätze das sie lediglich eine halbe Meile vom Meer, aber immer noch gut versteckt durch die Blätter waren. Der Junge lief voraus, und fiel kopfüber ins Wasser um zu trinken. Adam, vorsichtiger, folgte, brachte seine Hände zusammen und hob das Wasser zu seinen Lippen. Es schmeckte wie Nektar.
„Wo sind die anderen, Mr Cartwright? Sind sie nicht bei Ihnen?“ flüsterte John, als sie nebeneinander unter dem Schutz einer Pflanze, mit breiten Blättern saßen.
„Nein, sie sind zur Ainola gefahren. Wir haben nicht gemerkt das du nicht bei uns warst als wir den Strand verließen. Ich bin für dich zurückgekommen.“
„Oh.“ Johns runzelte die Stirn. „Danke, Sir.“
„Nicht der Rede wert.“ lächelte Adam. „Versuch etwas zu schlafen.“
„Aber was ist, wenn SIE kommen?“
„Ich halte Wache und wecke dich falls sie das tun.“
„Ich sollte eine Schicht übernehmen. Ich bin immerhin Teil der Schiffsmannschaft, und sie sind wegen mir in diesem Schlamassel, oder nicht?“
Wieder lächelte Adam und schüttelte seinen Kopf,
„Schlaf einfach. Ich wecke dich wenn du an der Reihe für die Wache bist.“
John schloss seine Augen nachdem er sich zurechtgerückt hatte, in den trockenen Blättern der vergangenen Jahreszeiten. Er hatte sich ein gemütliches, kleines Nest gebaut, als er seine Augen öffnete und an Adams Ärmel zerrte.
„Danke, Mr Cartwright, danke dass sie für mich zurückgekommen sind.“
Adam nickte, legte eine Hand auf den Kopf des Jungen und drückte ihn nach unten um zu betonen, dass der Junge schlafen sollte. Trotz der nassen Kleidung, der Gefahr von außen, dauerte es keine fünf Minuten bis der Junge eingeschlafen war. Seine schwere Atmung zeigte den Tribut den die Gefahr von ihm abverlangt hatte.
Adam machte auch für sich ein Nest in dem er sich zurücklehnen konnte. Dann legte er sich auf den Bauch, faltete seine Arme und legte sein Kinn darauf. In seiner Hand hielt er sein Messer. Er war entschlossen das niemand sie lebend gefangen nehmen würde.
John wachte früher auf als Adam erwartet hatte. Einen Moment blieben sie wie sie waren, Seite an Seite, ohne zu sprechen.
„Wie alt bist du, Junge“ fragte Adam schließlich. „ungefähr 12?“
„Beinahe 12, Sir.“
„Was hat dich dazu gebracht zur See zu gehen?“
„Na ja, Ich bin das sechste von zehn Kindern und meine Mutter erwartete das nächste. Mein Pa war Matrose. Ich dachte ich sollte gehen und Geld verdienen, damit ich es meiner Mutter schicken kann, um ihr zu helfen, damit sie die anderen Kinder großziehen kann. Es ist nicht leicht für sie.“
“Hast du ihr von deinen Plänen erzählt oder bist du einfach weggelaufen?“ Adam starrte in die Dunkelheit und dachte an eine, von Sorgen gezeichnete Frau mit all diesen Kindern, und einem offensichtlich verantwortungslosen Mann.
„Ich – Ich habe es meinem ältesten Bruder erzählt. Er sagte er erklärt es meiner Mutter.“
„Warum hat er nicht gearbeitet um Geld zu verdienen?“
„Das hat er, Sir. Er arbeitete in den Docks mit meinem Vater. Deshalb wusste ich wann die Ainola los segeln würde und bin an Bord gekommen. Ich habe allerdings über mein Alter gelogen.“ er runzelte die Stirn. „Nicht das es Captain Greaves interessieren würde, er ist -“
„Nicht John. Du weißt das ich mir so ein Gerede nicht anhören kann?“
„Tut mir leid, Sir. Ich habe es vergessen.“
Adam sagte nichts, aber sah zu den Umrissen der Büsche vor ihm, hinter ihnen konnte er das silberne Licht des Mondes, über dem Fluss sehen. Es gab eine Regel an Bord jedes Schiffes, das kein Matrose, egal welcher Rang, abfällig über einen Offizier sprach, besonders dem Captain. Kleine Beschwerden konnte schnell zu etwas Großem werden und könnten zur Meuterei führen. Am besten man stoppt es bevor es beginnt. Abhängig von der Toleranz des Captains und des ersten Offiziers, konnte die Bestrafung für solches Gerede, der Verlust von Privilegien bis zum auspeitschen sein.
„Mr Cartwright, kann ich sie jetzt etwas fragen?“
„Mach nur. Ich kann nicht versprechen das du eine Antwort bekommst.“ lächelte Adam, es nahm die Schärfe aus seinen Worten.
„Warum sind sie Matrose geworden?“
„Ah. Warum in der Tat? Nun, das ist eine schwere Frage.“ antwortete Adam und hob seine Augenbrauen. „Nun, John, mein Vater war Matrose, Sein Vater und Großväter waren Matrosen. Der Vater meiner Mutter war Matrose, Captain auf seinem eigenen Schiff „Der Wanderer“ Sein Vater, Bruder, Onkel und Großvater waren alles Matrosen.“
„Ich schätze sie hatten dann keine andere Wahl, huh? Es war irgendwie in ihrem Blut.“
„Oh, ich hatte eine Wahl.“ antwortete Adam leise, „Die Sache ist, Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich die richtige getroffen habe.“ er runzelte leicht die Stirn und senkte seinen Kopf, so das sein Kinn wieder auf seinen gefalteten Armen ruhte.
„Waren sie immer ein Matrose, Sir?“
“Nein, nicht immer. Es gab eine Zeit da hatte ich ein anderes Leben…es ist noch nicht so lange her.“ er stoppte und runzelte die Stirn noch mehr. „Manchmal, im Leben eines Mannes kommt eine Zeit, wo er sich entscheiden muss ob er stehen bleiben soll, oder gehen. Ich entschied mich zu gehen. Mein Großvater -“
„Der mit dem Schiff?“
„Ja, der. Er schrieb mir bevor er starb. Er wollte das ich zur See ging, wie er selbst und seine Familie. Mein Vater hat so oft von der See und von den Schiffen auf denen er gesegelt ist gesprochen…So wie du, ist mein Vater mit 14 weggelaufen. Er hat sich zum Master´s Mate hochgearbeitet bevor er die See verließ. Er hat mir alles über Navigation beigebracht, die Sterne, alles was ein Seemann wissen sollte. Als ich ein Junge war, waren wir dauernd unterwegs, fuhren in einem Wagen quer durch die Staaten bis wir…“ er hielte inne und schluckte den Kloß in seinem Hals herunter.
Oh, wie deutlich er sich an diesen Tag erinnerte. Pa hatte nur gesagt ´Das ist es, das ist unser Eden´. Sie sind vom Wagen geklettert, Hoss und er, und sie machten ein Wettrennen durch das lange Gras zum Fluss. Dann hatte Pa sie zusammengerufen und eine Hand auf ihre Schultern gelegt, als sie nebeneinander bei ihm standen. Dann hatte er gebetet. Dankte Gott für Erlösung und bat ihn um Hilfe und Weisheit.
„Also, als sie den Brief von ihrem Großvater erhalten haben sind sie einfach gegangen, huh?“
„Eine lange Zeit nicht. Dann passierten einige Dinge in meinem Leben und ich dachte – Ich muss von hier weg. Ich erinnerte mich an den Brief. Es stand darin wie ich mein Offizierspatent erhalten konnte, alles was ich tun musste war mich an den Präsidenten zu wenden, ihm von meiner College Ausbildung und meinem Leben zu erzählen…das nächste was ich wusste, ich war in Boston. Besuchte den Admiral und stand vor verschiedenen Captains und dem Admiral, der verschiedene Fragen stellte, und bevor ich mich versah war ich an Bord der Ainola mit dem Patent in der Hand. Einfach so…“ seufzte er schwer. Einfach so….
Er drehte den Kopf und sah zu dem Jungen hinunter, John schlief, schnarchte leise. Die Nacht wurde heller. Bald war Tagesanbruch und ein neuer Tag würde beginnen.
Kapitel 10
Sie stillten ihren Durst aus dem Fluss, schröpften das Wasser mit ihren Händen und spritzten Wasser in ihre Gesichter und ihren Nacken und tranken dann noch ein bisschen mehr. John sah besorgt zu Adam hinauf.
„Mr Cartwright, gehen wir jetzt zurück zum Schiff?“
Adam atmete tief ein und langsam wieder aus, er schürzte seine Lippen und runzelte die Stirn bevor er mit den Achseln zuckte.
„Wir werden sehen, John. Lass uns etwas zu essen finden, ja?“
„Können wir kein Feuer machen, Mr Cartwright?“
„Nein, John, jemand könnte es sehen.“
Der Junge nickte. Er griff mit der Hand zu seinem Gürtel und zog ein Messer, das er Adam voller Stolz zeigte. Mit einem Lächeln nahm Adam die Entschlossenheit des Jungen zur Kenntnis und fuhr ihm durch die Haare bevor er sich umdrehte und begann vorsichtig zurück zum Strand zu gehen.
Sie pflückten wilde Früchte von den Büschen während sie liefen. Einige waren zu bitter um sie zu essen und wurden sofort ausgespuckt, aber einige waren reif und süß. Adams Energievorrat wurde angekurbelt und sein Optimismus stieg dadurch. Sie erreichten den Waldrand, wo der Strand anfing und kauerten sich nach unten. Auf das Meer blickend hielten sie beide Ausschau nach dem Schiff. Der Horizont allerdings war leer.
„Wo ist sie hin?“ schrie John unwillkürlich
„Leise.“ Adam legte einen Finger auf seine Lippen und deutete zu seiner linken Seite, was John kreidebleich erstarren lies, als er einige Eingeborenen zum Strand gehen sah. Ein Schädel steckte auf einer Stange, welche in den Sand gesteckt wurde. Adam und John hatten keinen Zweifel daran was das bedeutete – Mr Jones´ Schädel war da um die weißen Eindringlinge zu warnen und der Gedanke daran, was diese Wilden, Mr Jones angetan hatten lies John sich übergeben.
Die Eingeborenen waren gut gebaute Männer, wenig geschmückt. Sie redeten schrill miteinander, gestikulierten wild und deuteten aufs Meer. Von dem, was Adam von ihrer Körpersprache und ihrer Zeichen interpretieren konnte, wollte einige in ihre Boote steigen und das Schiff angreifen, aber andere rieten zur Vorsicht. Von ihrem Aussichtspunkt aus, auf dem Boden liegend, konnten Adam und John die Szene deutlich beobachten. John zerrte an Adams Ärmel und signalisierte seine Begierde zu gehen, aber Adam platzierte seine Hand auf den Arm des Jungen und schüttelten seinen Kopf.
Schließlich gingen die Eingeborenen. Der Schädel starrte, aus augenlosen Fassungen, aufs Meer hinaus. Wellen plätscherten einladend an den Strand. Für einige Momente bewegte Adam sich nicht, als er auf die Szenerie hinaussah. Über ihnen sangen Vögel und es raschelte in den Bäumen aber Adam rührte sich immer noch nicht.
„Ich habe Angst, Mr Cartwright.“ flüsterte John, „Warum ist das Schiff nicht hier?“
„Nun, der Captain muss sich um das Wohlergehen der Mannschaft kümmern, John,“ antwortete Adam bestimmt, „er kann sie nicht wegen zwei Leuten ins Gefahr bringen, oder?“
John senkte seine Augen und nickte, aber er konnte Adam nicht ansehen, er schämte sich weil er wusste das es seine Schuld war das sie hier gestrandet waren.
„Ich dachte sie würden mich packen nachdem sie Mr Jones niedergestreckt hatten, also bin ich gerannt, ich hab nicht gedacht das ich zurückgelassen werde.“
„Es bringt nichts jetzt darüber nachzudenken, wir haben Arbeit.“ antwortete Adam und ging auf die Knie. „Schau, wir brauchen ein Boot, oder nicht? Also -?“ er hielt inne als er sah wie John´s Gesicht die Farbe verlor, „Es ist der einzige Weg von dieser Insel, Junge. Tu jetzt einfach was ich sage. Folge mir und kein Wort.“
Wenn jemand zu viel Angst zum Denken hatte, war es das Beste das Denken jemand anderem zu überlassen und zu tun was einem gesagt wird, auf diese Weise war jeder Fehler die Verantwortung eines anderen. Auf diese Art argumentierte der junge John, als er dicht hinter seinem Offizier herging.
Sie schlichen am Waldrand entlang, mit dem Meer in Sichtweite bis Adam John am Arm hielt, ihn zu Boden zwang und mit seinem Finger an den Lippen zeigte still zu sein. Dann deutete er aufs Meer.
Mindestens ein Dutzend Boote lagen im Sand. Es lag Angelwerkzeug herum, primitive Harpunen. Ein Mann lief zwischen ihnen herum, als ob er nach jemandem oder etwas Ausschau hielt. Endlich fand er was er suchte und ging zum Dorf zurück. Adam wünschte sich nun, dass er sein Teleskop mitgebracht hätte, aber da er es nicht hatte hoffte er auf das Beste. Er zog an John´s Ärmel und deutete ihm zu folgen.
Sich nahe am Sand und zur Deckung der Felsen eilend, machten Adam und John sich auf den Weg zu den Booten. Auf dem Weg hob Adam eine der Harpunen auf, scharf wie ein Rasiermesser, schwer. Er nahm sie in die Hand und dann, mit einem Nicken deutete er zu den Booten, und zeigte John an vorwärts zu gehen.
Er löcherte das erste Boot mit Leichtigkeit. Das zweite Boot dauerte nicht lange. Beim dritten Boot allerdings gab es ein Problem. Als er die Harpune hineinsteckte erschien ein dunkles Gesicht, von innen des Bootes, und starrte auf sie hinab. Es ist möglich, dass das dunkle Gesicht bleich wurde beim Anblick des weißen Mannes der ihm entgegen starrte. Er öffnete den Mund um Alarm zu schlagen, aber Adam hielt ihm sofort die Hand vor den Mund und als er sich wand um sich zu befreien brachte Adam seine Waffe nach unten. Der Wilde sank nach unten in das Boot und Adam steckte die Harpune in die Seite des Bootes um es zu löchern.
Er sah in die Richtung in die der andere Mann gegangen war, und was, wie er vermutete der Weg zu ihrem Dorf war. Es schien kein Zeichen von jemandem zu geben, obwohl das Geräusch der Leute, in der Brise, deutlich gehört werden konnte. Es war eine warme, angenehme Brise und sie ihn bei seiner Arbeit ab. John, der bemerkte was Adam tat, benutzte sein Messer um Löcher in die Seiten der Boote zu bohren, als er ein und ausstieg.
Der Junge erschreckte als ihm jemand auf die Schulter klopfte, und er war offensichtlich erleichtert als Adam Cartwright zu ihm hinuntersah, ihn dann hochhob und über seine Schulter warf und ihn in eines der Boote schwang.
„Bleib unten.“ flüsterte Adam, „Bis jetzt sind wir damit durchgekommen, mit dem Schaden den wir angerichtet haben, aber ich weiß nicht wie lange unser Glück halten wird.“
Vorsichtig schob Adam das Boot vom Strand weg. Es glitt leicht entlang und rutschte in das Wasser so natürlich und leicht wie es konnte während Adam nebenher schwamm, mit einer Hand das Boot ziehend. Niemand schien das Boot zu bemerken, das nun lose auf den Wellen trieb, scheinbar unbemannt. Das Geräusch der Dorfbewohner wurde immer schwächer bis Adam sich sicher genug fühlte um selbst in das Boot zu steigen.
Es lagen Paddel lässig im Boot, als ob der Besitzer froh darüber gewesen war das das Angeln vorüber war und er nach Hause gehen konnte. Adam, daran gewöhnt die Rinden Kanus der Paiutes zu rudern nahm seine Position ein und zeigte John an das andere Paddel zu nehmen. Den Blick immer noch auf den Strand gerichtet, begann Adam das Boot weg zu rudern und John, der an der Küste von New England aufgewachsen war, benutzte das andere Paddel.
Die Küste entfernte sich mit jedem Schlag des Paddels. Sie waren nun weit im Meer und folgten der Richtung, an die sich Adam erinnerte, die die Ainola genommen hatte. Die Paddel flitzten in und aus dem Wasser und John, so jung wie er war, bewies an diesem Tag seinen Wert, als er seine Kraft und seine Stärke in die Arbeit steckte. Zu ängstlich bei dem Gedanken daran gefangen zu werden, wollte er nur, so viel Abstand wie möglich zwischen sich und den Eingeborenen schaffen.
Sie betrachteten den Anblick der Einheimischen an der Küste, die eine Linie bildeten und ohne Zweifel ihre Flüche dem kleinen Boot entgegenriefen. Es war zu spät für sie die Diebe zurückzuholen und gefangen zu nehmen. Selbst wenn sie es versucht hätten, wären sie nicht weit gekommen bevor ihre eigenen Boote sich mit Wasser gefüllt und gesunken wären.
„Nun, John, diese Runde haben wir gewonnen.“ sagte Adam mit einem Lächeln.
„Ja, Sir. Danke, Sir.“
Ja, sie hatten diese Runde gewonnen, aber es gab immer noch andere die sie bewältigen mussten.
Kapitel 11
Es gab keinen Schutz vor der Sonne. Die Hitze nahm ihnen ihre Energie und es dauerte nicht lange bevor der Junge sein Paddel hinlegte und sich, wie ein Baby zusammengerollt, auf den Boden des Bootes fallen ließ, die Arme zur Seite gestreckt.
Adam ruderte jetzt langsam, da die Insel nun nur ein kleiner Punkt am Horizont war. Er dachte daran die Insel zu umfahren um an einer anderen Stelle zu landen, so dass sie Wasser und Essen sammeln konnten, aber die Insel war klein in ihrer Peripherie und der Ärger der Eingeborenen beträchtlich. Er hatte keinen Zweifel daran das sie sich vor seiner Rückkehr schützen würden, besonders da es Zeit brauchte die Boote wieder zu reparieren.
Er schaute hinter sich und nach links und rechts von ihm. Wo war die Ainola geblieben? Er konnte den Gedanken nicht akzeptieren das sie ihn einfach im Stich gelassen hatten. Auch wenn es die Wahrheit war was er zu John gesagt hatte, die erste Pflicht eines Captains war gegenüber seiner Mannschaft und des Schiffs, es war trotzdem das richtige und Anständige die zu retten die Hilfe brauchten.
Er sah zu John und wusste der Junge war erschöpft. Es gab wenig Hoffnung das er im Moment zu etwas zu gebrauchen war und Adam wunderte sich ob es die richtige Entscheidung war die Insel zu verlassen. Der Junge wimmerte nun leise und es tat Adam im Herzen weh das zu hören. Entschlossen wusste er es gab nur eine Sache die er tun konnte, und das war zur Insel zurück zu kehren und Wasser und Essen zu finden.
Er ruderte langsam erst nach links und dann nach rechts, sparte seine Energie und erlaubte der Strömung sie zu der Unterströmung zu treiben die sie zu der Insel bringen würde. Als er ruderte dachte er zurück zu der Unterhaltung mit dem Jungen am vergangenen Abend. Er lächelte leicht als er sich erinnerte, dass der Junge eingeschlafen war während er seine Geschichte erzählte.
Er erinnerte sich daran das er erwähnt hatte das es Ereignisse gegeben hatte die ihn dazu brachten sein zu Hause zu verlassen. Als er das Paddel ins Wasser tauchte, sein Rücken gestreckt und die Augen wachsam, die Sonne durch sein Hemd brennend, versuchte Adam die Geschehnisse in Gedanken zurückzuholen die er vor kurzem erwähnt hatte.
Nun, da war die Situation mit Peter Kane. Selbst jetzt noch träumte er von diesem verdammten Kerl, nein, nicht träumen, das war nicht das richtige Wort, er hatte Albträume von der Mine, der Hitze, der Demütigung. Kane. Das war ein Name der…niemand schien verstanden zu haben warum das so eine Wirkung auf ihn hatte. Selbst jetzt, wo er hier darüber nachdachte, während er das Boot über das blaueste Wasser und die ruhigste See paddelte, selbst jetzt konnte er den Horror des Ganzen in Worte fassen.
Was war die andere Sache? Der Tag an dem er Joe anschoss. Er schloss die Augen und zitterte. Da war dieses Paar in dem Buggy dass ihnen geholfen hat. Mr Reardon und seine Tochter, Sheila. ´Wunderschöne Ausblicke und perfekte Sonnenuntergänge´. Er konnte nun die Stimme des Mädchens hören und die Art wie sie heftig sagte ´Ich hasse es hier´ und er konnte sich erinnern wie sein eigenes Herz kräftig schlug bei den Worten, denn in dem Moment wusste er wie sie sich fühlte.
Adam biss sich auf die Lippen und paddelte jetzt wie wild als ob er seinen eigenen Erinnerungen entkommen wollte. Eine Unmöglichkeit. Er hielt an, und wischte sich mit einer Hand den Schweiß von der Stirn. Nachdem die Reardons gegangen waren und er alleine mit seinem Vater war…er konnte sich so gut daran erinnern, so deutlich, wie er sich fühlte.
Es war eigenartig wie eine Hand auf einem Arm einen Moment eine Quelle von Trost und Ermutigung sein kann, und in einem anderen Moment von Furcht und Bestürzung. Als Ben eine Hand auf Adams Arm legte, fühlte der jüngere Mann wie ein Wurm aus Elend innerhalb seines Magens kroch. Er sah besorgt hinauf, seine dunklen Augen wurden noch dunkler als er die Gesichtszüge seines Vaters studierte.
„Willst du jetzt darüber sprechen, mein Sohn?“
Adam nahm einen tiefen Atemzug und als er ausatmete senkte er den Kopf und sah weg. Die Hand auf seinem Arm war warm und sanft doch sie fühlte sich an wie eine Tonne Gewicht. Er hatte das Verlangen sie abzuschütteln, aufzustehen und aus dem Zimmer zu rennen, doch sein eigener Stolz und der Respekt vor seinem Vater hielten ihn davon ab das zu tun.
„Es tut mir leid, Pa.“
„Ich weiß, Adam.“ Ben nahm seine Hand weg und legte sie auf die Schulter seines Sohnes, ohne zu merken das er in seinem Sohn, als Ergebnis, noch mehr Irritation und Ärger verursachte.
„Ich habe ihn einfach nicht dort gesehen, Pa.“ Adam hatte eine Hand in einer Geste des Selbstekels erhoben „Ich bin die Sache in meinem Kopf immer wieder durchgegangen und ich kann ihn immer noch nicht sehen. Als ich feuerte, habe ich nur den Wolf gesehen, ich habe Joe nie gesehen. Ich habe ihn nie gesehen.“
Er machte seinen Rücken gerade, mehr als Mittel die Hand auf seiner Schulter zu entfernen, die Hand die ihm nun so heiß wie ein Brandeisen vorkam. Es war unnötig denn Ben lies los und setzte sich in seinen Sessel und beobachtete seinen Sohn nachdenklich.
„Adam, Unfälle passieren. Du musst dich nicht weiter deswegen schuldig fühlen. Ich weiß von dem was die Reardons erzählt haben und von Hoss, das du dich unaufhörlich für diesen Unfall bestraft hast. Zur selben Zeit sieht es so aus als ob du vergessen hast das du deinem Bruder das Leben gerettet hast.“
Er sah kurz zu seinem Vater und verzog dann das Gesicht. Dann schüttelte er den Kopf.
„Pa, nichts das passiert ist-“ er stoppte als er den Blick seines Vaters sah, voll Ungeduld und er traf ihn unvorbereitet. „Du bist wütend auf mich? Natürlich bist du, du hast jeden Grund dafür. Ich habe mich wie ein Anfänger verhalten, bin einfach losgerannt und hab in alle Richtungen gefeuert. Das dumme ist das ich dachte ich würde Joe beschützen, als ich ihn dort am Boden sah und wusste das es meine Kugel war die ihn niedergestreckt hatte…“
Adam erinnerte sich an die Tränen die ihm in den Augen standen, wie er eine Hand vor den Mund hielt und die Zähne zusammenbiss um sie nicht fallen zu lassen.
„Sohn, Ich bin nicht wütend auf dich. Ich könnte nicht böse auf dich sein wegen dem was passiert ist. Ich möchte nur das du aufhörst dich selbst zu bestrafen. Ich möchte das du aufhörst zu denken das dieser Ort barbarisch und grausam ist. Ich möchte das du dich an die Dinge erinnerst die wir daran lieben…“ er lehnte sich nach vorne, seine fast schwarzen Augen zwangen Adam ihm ins Gesicht zu sehen. „Erinnerst du dich wie wir die Ponderosa gefunden haben? Erinnerst du dich wie hart wir dafür gearbeitet etwas daraus zu machen? Du, Ich und Hoss?“
Adam erinnerte sich an den Moment nun deutlicher als je zuvor. Er realisierte das sein Vater von der Unterhaltung zwischen ihm und Hoss am vergangenen Abend erfahren hatte. Wie Hoss lyrisch über die Ponderosa gesprochen hatte und er hatte mit Thoreau gekontert. Dann hatte er sich den Reardons gegenüber aufgeregt was für ein heidnischer Ort hier doch war, keine Ärzte, keine Feinheiten. Sonnenuntergänge und weite Landschaften. Er erinnerte sich an die Worte, sie gingen ihm selbst jetzt noch durch den Kopf, immer wieder, wie Nägel die in einen Sarg gehämmert wurden.
„Das Land war seltsamer als es jetzt ist. Erinnerst du dich? Wir waren auf die Hilfe von anderen angewiesen. Als Joe geboren wurde, wer war da um uns zu helfen? Aber wir waren an der Schwelle für eine wunderbare Zukunft für dieses Land. Die Ponderosa ist…“
„Pa.“
„Ich bin noch nicht fertig mitreden, Junge.“ die Stimme seines Vaters war härter geworden, der Mund eine feste Linie im braun gebrannten Gesicht. „Schau, ich will nicht das du den Unfall mit Joe als Ausrede dafür benutzt um wegzulaufen von, was es immer war, einer wundervollen Sache hier. Ich möchte das du bleibst, ich möchte das du…“
„Du willst? Was ist mit meinen Bedürfnissen?“ die Worte platzten heraus, schnell, eilig.
„Ich habe immer gedacht die wären direkt hier, auf der Ponderosa?“ Ben lehnte wieder nach vorne, seine dunklen Augen durchforschten das Gesicht seines Sohnes. „Ich erinnere mich daran wie es im Osten war. Die Feinheiten, die leichte Art zu leben, die Zugänglichkeit zu allem. Manchmal frage ich mich selbst warum ich gegangen bin?“ er stand auf, und drehte sich zur Feuerstelle, beobachtete ihn einige Sekunden und lächelte, „Erinnerst du dich daran als wir diesen Kamin gebaut haben? Wie wir gejubelt haben als wir den letzten Stein gesetzt hatten? Nun, wir sind wie diese Steine. Jeder von uns ist ein Fels, unterstützt von den anderen, jeder an seinem richtigen Platz. Der Zement der sie verbindet ist die Liebe die wir füreinander empfinden.“
Er legte eine Hand auf Adams Arm und lächelte. Es war seltsam, dachte Adam nun als er sich an die Zeit erinnerte, wie das berühren einer Hand auf einem Arm gleichzeitig der Grund für Irritation und Ärger und im nächsten Moment Trost spenden konnte.
Ein leichtes Seufzen kam von den Lippen des Jungen und Adam kam zurück in die Gegenwart. Er wisch sich mit der Hand den Schweiß vom Gesicht. Nun, sagte er sich selbst, war keine Zeit für Selbstmitleid und Schuldzuweisungen.
Kapitel 12
Er achtete vorsichtig darauf mit dem Kanu, weit genug entfernt von der Küstenlinie zu paddeln außer Reichweite der Speere. An der Ostseite der Insel kamen nach dem Sand Korallen und Felsen, über die die Wellen mit einer Energie schleuderten, die Adam überraschte. Es kostete Mühe das Boot alleine unter Kontrolle zu halten und mehr als einmal schien es, als ob die Wellen das Boot gegen die Felsen schleudern würden.
Kniend im Boot ruderte Adam nun auf indianische Art weg von den Felsen. Einmal mehr ruderte er das Boot von der Küstenlinie weg ins Meer, weg von der Gefahr gegen die Felsen geschmettert zu werden und für immer verloren zu sein. Die Versuchung eine Handvoll Wasser zu schöpfen und zu trinken war grausam reizvoll, doch er nahm etwas und befeuchtete sein Gesicht, das von der Anstrengung, der Hitze und der Sonne brannte.
Er umfuhr nun die östliche Küste, vermied die Felsen und steuerte zur südlichen Seite, als er, während er den Horizont überblickte eine andere Insel entdeckte. Einen Moment hielt er inne und überdachte seine Optionen.
Er erinnerte sich das die Karte vier Inseln angezeigt hatte, welche völlig veraltet war. Sie hatten die erste Insel vermieden, wegen den Eingeborenen, sie hatten die zweite Insel besucht, diejenige wo so viel passiert war. Vielleicht sollte er versuche die dritte zu erreichen und sehen ob sie dort mehr Erfolg hatten, Wasser und Essen zu finden als woanders.
Entschlossen trieb er das Paddel nun ins Meer. Sie hatten einige Pluspunkte zur Hand, zwei Messer, eine primitive Harpune, ein ordentliches Boot, Mut und Entschlossenheit. Es gab Zeiten in der Vergangenheit, in denen er weitaus weniger besaß aber trotzdem gewonnen hatte. Adam biss die Zähne zusammen und ruderte vorwärts.
Die warme Brise war angenehm kühlend und viel stärker als an der Küste. Kleine Wellen wurden nun größer und stärker und waren, so schien es, entschlossen das kleine Boot zurück in die Felsen zu treiben. Er paddelt wie verrückt gegen die Flut und die Strömung wurde immer stärker.
Er hätte es bevorzugt den Jungen nicht zu stören, aber er konnte nichts dagegen tun. Er war nicht so gebaut wie Hoss, mit so viel Muskeln und Kraft und bevor von den Wellen besiegt wurde war es besser sich Hilfe zu holen. Er schüttelte John leicht und weckte ihn.
„Nimm das andere Paddel John. Wir fahren zu einer anderen Insel.“
John rieb sich das Gesicht, gähnte und nahm das andere Paddel. Adam nachahmend, kniete er in dem Boot und begann zu paddeln. Das kleine Boot kämpfte, aber behielt seinen Kurs, als sie fuhren und Wasser schwappte über die Seiten des Bootes in einer Menge das Adam befürchtete das sie untergehen würden bevor sie die Insel überhaupt erreichen.
Als sie der Insel näher kamen konnte sie sehen, dass sie viel kleiner war als die anderen. Wieder waren sie beeindruckt von dem klaren Strand, hinter dem es ein ausgiebiges Pflanzenleben und große Bäume, mit Blättern so groß wie Regenschirme, gab. Je näher sie kamen desto kleiner schien die Insel zu sein im Vergleich zu den anderen beiden Inseln. Das paddeln ging nun auch leichter als die natürliche Flut sie zur Küstenlinie trieb.
John sah besorgt über seine Schulter zu Adam. Es hatte einige Stunden gedauert die Insel zu erreichen und nun, da sie nahe genug kamen mit dem Boot auf Sand zu gehen, überwältigte die Angst, dass die Einheimischen hier genauso waren wie auf der letzten Insel, den Jungen.
Adam stieg aus dem Boot und schob es die Küste hoch zum Strand. Er sah sich vorsichtig um und zog sein Messer. John machte dasselbe, und blieb so nahe wie möglich bei Adam.
Das erste das sie finden mussten war Wasser also gingen sie in den Wald. Adam hielt und sah sich um, um sich die Umgebung einzuprägen, damit sie später das Boot wiederfinden würden. Die einzigen Fußspuren am Strand waren ihre eigenen. Es gab nichts Anderes um diese perfekte Schönheit zu stören.
Dadurch beruhigt ging Adam tiefer in das kühle, feuchte innere des Waldes. Aufmerksam bleiben blieb Adam ab und zu stehen und lauschte nach ungewöhnlichen Geräuschen, die ihn vor Gefahren warnen würden.
„Mr Cartwright-“ John nahm ihn am Ärmel, nachdem sie zwanzig Minuten gelaufen waren, „Da drüben. Ich hab etwas gesehen.“
Adam konnte es jetzt sehen, das glitzern von silberne glitzern das Wasser anzeigte, ein Strom, ein Fluss oder auch nur eine große Pfütze, aber sie beide begannen zu rennen ohne darauf zu achten, in was für eine Gefahr sie sich dadurch womöglich brachten, durch den Lärm den sie verursachten als sie durch das Dickicht brachen. Nur diejenigen, die so lange kein Wasser gehabt hatten, die sich so lange bei dieser Hitze verausgabt hatten, hätten verstehen können, warum sie sich nun beide in das Wasser warfen.
Es war frisch und kalt und berauschen erfrischend. Sie tranken es, spritzten es sich ins Gesicht und über ihren Körper. Es war wundervoll für kurze Zeit. Dann kam der Verstand zurück und sie beeilten sich wieder in den Schatten der Bäume zu gehen.
Wieder aßen sie sie die Früchte die in Massen um sie herum wuchsen. Mit seinem Messer grub Adam Wurzeln von Pflanzen aus die er in einem Botanik Buch, an Bord, gesehen hatte und von denen er wusste das sie essbar waren. Sie waren zäh und weich, aber essbar.
„Wie sollen wir Wasser zum Boot bringen, Mr Cartwright? Wir brauchen Wasser, wenn wir zur Ainola kommen wollen.“
Adam nickte. Er sagte nichts über die Ainola, es wäre grausam den Glauben des Jungen an seine Kameraden zu zerstören. Das Problem war, wie John sagte, wie sollten sie Wasser zu dem Boot bringen. Dann lachte er leise und fuhr John durch die Haare, bevor er nach oben in die Bäume, die sie umgaben, zeigte.
„John, weißt du was das ist?“
„Nein, Sir, Was?“
„Nun, das sind Kokospalmen. Diese Inseln sind vulkanisch im Ursprung, John, darum gibt es hier so viele Pflanzen. Schau -“ er deutete auf einige runden Objekte, die auf dem Boden herumlagen. „Darin können wir das Wasser aufbewahren. Ich bin ein Idiot…“ er schlug sich selbst an den Kopf (nicht sehr fest) und schüttelte den Kopf. „Ich hätte sie vorher bemerken müssen, was habe ich nur gedacht!“ rief er aus.
John hob eines auf und schüttelte es, seine Augen weiteten sich überrascht.
„Es rasselt. Da ist was drin.“
„Hast du noch keine Kokosnuss gesehen, John?“ lächelte Adam, nahm sein Messer und zerstörte die Hülle, und schnitt die Spitze der Nuss, so wie Spitze eines Eies. „Jetzt weißt du was es ist, oder?“ sein Lächeln wurde breiter, als er die eiförmige Frucht vor den Jungen hielt.
„Eine Kokosnuss!“ rief John, „Ich hab sie vorher schon gesehen, Pa hat mal eine mitgebracht als -“ er stoppte und seine Stimme zitterte.
John nahm die Kokosnuss und hob sie zu seinem Mund, vorsichtig stürzte er sie und lies die Flüssigkeit in seine Kehle tropfen.
Adam saß auf dem Boden, er hatte eine geeignete gefunden und trank den Saft. „Es tut mir leid John, ich hätte auf der anderen Insel danach suchen sollen. Wir hätten nicht so eine harte Reise gehabt.“
John zuckte die Schultern, lächelte und fühlte sich seltsam. Es war ungewöhnlich für einen Offizier sich bei ihm zu entschuldigen, einem einfachen Kabinenjungen. Er streckte sich, gähnte und sah sich um.
„Glauben sie das es hier böse Männer gibt, Sir?“
„Ich weiß nicht, John. Ich bezweifle es. Die Insel ist sehr klein und es ist unwahrscheinlich, dass sie eine Gemeinschaft aufrechterhalten könnte. Es kann sein das sie von Zeit zu Zeit mit ihren Booten herüberkommen“ er zuckte nun, und sah sich um. „Bist du müde?“
„Ja, Sir. Tut mir leid, Sir. Ich weiß ich sollte nicht, aber ich bin.“
„Erwarte nicht zu viel von dir, Junge. Hier, leg dich hin und schlaf. Ich sammele Essen und Wasser, und wenn ich fertig bin weck ich dich und wir gehen.“
Es dauerte nicht lange bis John wieder eingeschlafen war. Adam sammelte mehr Früchte, die es im Überfluss gab. Er dachte an die vielen Zitronen und Limonen die die Matrosen der Ainola gesammelt hatten. Der Doktor würde zufrieden sein, es würde Skorbut vermeiden. Er schnitt die großen Palmblätter ab und packte die Früchte darin ein, dasselbe tat er mit den Kokosnüssen. Nun musste er sich nur noch ausdenken wie er sie transportieren sollte.
Vögel zwitscherten als sie von Pflanze zu Pflanze, von Baum zu Baum flogen. Einen Moment lang erlaubte Adam es das die Schönheit des Ortes ihn berauschte. Er wünschte sich, dass es eine Maschine gab um die Schönheit der Szene einzufangen, wie ein Bild. Er stupste John und in wenigen Minuten liefen sie zurück zum Boot, die Arme mit den Bündeln voll beladen.
„Bleib hier.“ mahnte Adam, hielt seinen Arm vor die Brust des Jungen und hielt ihn davon ab weiter zur Küste zu gehen.
„Aber -“
„Psst,“ er legte die Bündel ab und zog sein Messer.
Es führten andere Fußspuren zum Boot, Fußspuren die weg vom Boot und in den Wald führten. Mit einer Vorahnung in seinem Herzen und dem Messer in der Hand rann Adam zu dem kleinen Boot und entdeckte, zu seinem Leidwesen, das ein Loch gewaltsam in die Seite gemacht worden war. Es gab jetzt keine Möglichkeit mehr für sie die Insel zu verlassen.
Kapitel 13
Adam drehte sich weg vom Boot und kniete nieder um die Fußspuren zu untersuchen. Einen Moment war er überrascht, denn er hatte den Abdruck eines nackten Fußes erwartet, aber stattdessen sah er Spuren von Stiefeln. Quadratisch um genau zu sein und die Ferse leicht, die Zehe tief deutete darauf hin das der Mann vom Boot weggerannt war.
Er sah zu der Stelle wo John stand, ein blasser kleiner Junge mit großen ängstlichen Augen. Er wollte gerade rufen, als der Junge von seinen Füssen geholt wurde als ein Arm ihn von hinten packte und ihn außer Sichtweite zog.
Adam rannte jetzt, lief so schnell er konnte zu der Stelle wo John gestanden hatte. Sein Messer in der Hand, bereit zuzustechen. Als die Form eines Mannes vor ihm auftauchte schlug er zu, nur um von einem herzlichen Lachen begrüßt zu werden.
„Mr Cartwright. Um Himmel Willen, Sir was glauben sie was sie tun?“
„Smith? Sergeant Smith? Was tun sie hier?“ rief Adam, und in seiner Stimme klang reine Erleichterung als der Sergeant der Marines vortrat mit einem zackigen Salut und einem breiten Grinsen auf seinem stoppeligen Gesicht.
„Meine Männer und ich kamen von der Ainola mit dem Jerry Boot, Sir. Tut mir leid um das kleine Boot da unten, Sir. Dachte es gehört einigen von diesen Barbaren und dachte es ist besser ich Löchere es, im Falle sie haben vor uns zu überfallen.“
„Ich kann ihnen nicht sagen wie froh ich darüber bin sie zu sehen, Sergeant. Hat der Captain ihnen befohlen nach uns zu suchen?“
Smith verzog das Gesicht, er hob seine Augenbrauen und schüttelte den Kopf.
„Um ehrlich zu sein, Sir, er uns geschickt um mehr Wasser und Früchte bringen. Wir konnten erkennen das die Insel unbewohnt ist. Der Doktor wollte mehr Früchte um den Skorbut zu verhindern.“
„Ich verstehe.“ nickte Adam, senkte seine Augen und versteckte seine Enttäuschung so gut er konnte.
„Mr Cartwright, wenn ich etwas Persönliches sagen darf…Privat.“
„Ja?“ Adam nickte und trat näher.
„Nur als Warnung, Sir. Da gibt es eine bestimmte Person an Bord des Schiffs die, um es deutlich zu sagen, nicht sehr gut auf sie zu sprechen ist, Sir und -“
„Das reicht, Sergeant.“ Adam trat zurück, „Reden sie nicht weiter.“
„Nein, Sir, sie haben Recht. Es war nur ein privates Gespräch, Sir, zwischen zwei Offizieren.“
„Natürlich.“ nickte Adam, und legte seine Hand beruhigen auf die Schulter des anderen Mannes, „Lassen sie uns zum Boot zurückgehen. Es war eine schwere Zeit für den Jungen.“
„Ja, Sir, das kann ich mir vorstellen.“ antwortete Smith und gehorchte mit einem Salut.
Adam nickte und folgte ihnen langsam. Er nahm ein Bündel mit Früchten aber nach ein paar Schritten ließ er es fallen. Es schien jetzt nichts zu bedeuten. Er hatte einen Feind an Bord des Schiffs. Er brauchte nicht zu raten, denn er wusste es bereits.
Für Adam war die Rückkehr zum Deck der Ainola, eine große Quelle der persönlichen Befriedigung als die Männer, als sie ihren ersten Offizier an Deck kommen sahen laut jubelten. Einige Männer riefen ihm zu – entgegen der Vorschriften – wie froh sie darüber waren ihn wieder zu sehen. John wurde weggezerrt unter das Deck um ausgefragt zu werden von den neugierigen und besonders von dem 14-jährigen Robin, dem anderen Kabinenjungen, der mehr alles andere wünschte das er stattdessen auf dem Ausflug gewesen war.
Captain Greaves rauchte seine Pfeife und spielte Backgammon mit dem Arzt als Adam klopfte und nachdem er hereingebeten wurde, das private Quartier des Captains betrat.
„Gott sei Dank.“ rief der Doktor, „Mr Cartwright!“
„Ich melde mich zum Dienst, Sir.“ sagte und stand sehr aufrecht und groß und salutierte seinem vorgesetzten Offizier wie vorgeschrieben.
„Cartwright,“ sagte Greaves, der Heuchler geschmeidig. „Nun, Mann, kommen sie rein und trinken sie ein Glas Wein mit uns. Mein Gott, das ist eine Freude. Uns wurde erzählt sie und der Junge wurden gefangen genommen.“
„Wirklich, Sir? Ich weiß nicht von wem sie eine solche Geschichte gehört haben. Nichts von dem ist passiert.“ antwortete Adam, sein Gesicht ruhig und beschaulich.
„Jenkins war der Meinung – Doktor, schenken sie Mr Cartwright etwas Wein ein, danke – ja, Jenkins war der Meinung, dass das passiert sei. Kein Zweifel, Dinge wurden etwas durcheinander gebracht bei der Erzählung. Sie wissen wie es ist.“ Greaves lächelte als Adam den Wein gereicht bekam, von dem Arzt der sehr froh darüber war Adam zu sehen. „Es ist ein wirklich guter Chardonnay, Cartwright.“
„Danke, Sir.“ Adam nickte anerkennend und nahm einen Schluck bevor er das Glas auf den Tisch stellte, „Ist es in Ordnung wenn ich zu meinem Dienst zurückkehre, Captain?“
„Selbstverständlich, natürlich.“ Greaves rief als ob es keinen Zweifel darangeben könnte, dann als Adam sich umdrehte um zu seiner Kabine zu gehen, murmelte er leise zu dem Doktor. „Jenkins wird nicht glücklich darüber sein, er dachte er hätte eine Beförderung in der Tasche. Abgesehen davon schuldet er mir $50, Ich habe mit ihm darum gewettet das Cartwright lebend aus der Sache kommen würde, und ich hatte recht.“ und er platzte fast vor Lachen.
Adam schloss die Tür kräftig hinter ihm. Einen Moment blieb er ganz ruhig stehen, atmete tief ein, und ging dann zu seiner Kabine.
„Ah Cartwright,“ Jenkins hatte die Tür geöffnet bevor er die Kabine erreicht hatte, „Ich habe gehört sie sind an Bord. Herzlichen Glückwunsch.“
„Sie haben befohlen mit der Ainola die Insel zu verlassen, oder nicht?“ sagte Adam leise als er die Tür hinter sich schloss und sich gegen sie lehnte.
„Nein, nun, tatsächlich, sehen sie, der Captain…“
„Sie haben dem Captain erzählt das der Junge und ich gefangen genommen worden seien und, da es keine Hoffnung für uns gab wäre es besser die Umgebung der Insel zu verlassen um die Crew vor Angriffen zu schützen.“
„Ich – Ich kann mich nicht erinnern ob das tatsächlich war was gesagt wurde. Es gab Grund zur Sorge für die Sicherheit der Schiffsmannschaft, verstehen sie. Regel sagen…“
„Ich weiß was die Regeln sagen, Mr Jenkins. Aber sie haben einen Mann und einen Jungen auf dieser Insel zurückgelassen und sie der Gnade dieser Wilden überlassen…“ Adam schwieg und ging weiter in den Raum, Jenkins ging einige Schritte zurück um mehr Abstand zwischen sie zu bringen. „Und sie haben mit dem Captain um $50 gewettet das wir nicht mehr an Bord des Schiffes gesehen werden würden.“
„Sie wissen wie der Captain ist -“ stotterte Jenkins.
Adam griff mit einer Hand nach Jenkins Hemd und zog den Mann zu sich heran, so dass sie sich fast mit der Nase berührten.
„Hören sie und hören sie genau, Mr Jenkins, ich habe keine Lust ihr Feind zu sein oder Rivale. Ich wäre ihnen sehr dankbar dafür, wenn sie daran denken würden, und solange wir an Bord dieses Schiffes sind, ihre kleinen Feindseligkeiten vergessen würden und ihre Nase aus meinem Leben halten würden. Wenn ich herausfinde das sie mir noch mehr Ärger verursachen, egal was, klein oder groß, werden sie herausfinden was es wirklich bedeutet sich einen Cartwright zum Fein zu machen!“
Jenkins schluckte. Sein Mund hing nach unten und seine Augen weiteten sich mehr als üblich. Adam schüttelte ihn leicht.
„Verstanden?“
„Ja, verstanden.“
„Gut. Dann, soweit es die Schiffsgesellschaft betrifft sind sie und ich die besten Freunde. Richtig?“
„Richtig. Können sie mich jetzt bitte loslassen…“
„Und wenn ich das Schiff verlasse, kümmere ich mich darum, dass sie ihre Beförderung bekommen. Ist das klar?
„Ja.“ Jenkins flüsterte, sein Gesicht war fast so weiß wie sein Hemd das Adam nun losgelassen hatte und der schwankte zurück bis er seine Balance wiedergefunden hatte.
„Ich bin froh das wir uns verstehen, Mr Jenkins. Jetzt, wenn sie nichts dagegen haben, hätte ich die Kabine gern einen Moment für mich selbst. Ich habe seit gestern früh nicht mehr geschlafen.“
Die Tür schloss. Adam sah zu seinem Bett und dann zu seinem Bücherregal. Er nahm ein Buch mit Poesie und öffnete es, und nahm die Briefe seines Vaters heraus. Dann machte er sich auf dem Bett bequem und begann die abgenutzten Seiten zu lesen, die Worte die er bereits auswendig kannte.
Kapitel 14
Am Ende des Tages war es wirklich ein Segen das niemand umgebracht wurde. Als Hoss Cartwright seine Augen verengte um in den Staub zu sehen, schlug sein Herz so hart in seinem Brustkorb, das er kaum Atem holen konnte. Langsam, Stück für Stück konnten Umrisse eindeutiger durch das Dunkel wahrgenommen werden, und als der Staub verebbte, konnte man die Reiter deutlicher sehen, wie sie müde zu ihm ritten.
„Das war knapp,“ murmelte Candy Canady als er an die Seite des Trail Bosses ritt, und sich Schweiß und Staub vom Gesicht wisch.
„Es war,“ antwortete Hoss, seine Augen musterten das Gesicht des anderen und bemerkten das, abgesehen von Müdigkeit und Sorge, Candy unverletzt dem Chaos der Stampede entkommen war.
„Wo ist Joe?“ fragte Hoss, drehte sich in seinem Sattel um seinen Bruder zu finden, sein Atem ging schnell, und spiegelte den von Chubb der schnaufte und die Trense in seinem Mund bekämpfte als ob er trotz der Gefahren die er durchgemacht hatte bereit war wieder bereit war loszureiten.
„Ich bin hier“ sagte Joe leise und wischte sich mit dem Arm über die Augenbrauen, „Ich bin in Ordnung, was ist mit euch?“
„Wir sind in Ordnung,“ antwortete Hoss, und überprüfte mit einem kurzen Blick, auf seinen Bruder, das er ihm die Wahrheit sagte und war erleichtert das sein Bruder tatsächlich unverletzt war.
„Keiner der Männer verletzt?“ fragte Joe und brachte seine Feldflasche zu seinen Lippen um einen langen Schluck des kühlen Wassers zu nehmen.
„Keiner,“ Hoss lehnte sich auf den Sattelknauf und runzelte die Stirn, „Ich denke die Kühe haben einiges an Fett weggerannt, als sie weggerannt sind.“
„Wie viel Stück haben wir verloren? Wisst ihr das schon?“ fragte Candy, er nahm seine Feldflasche von seinem Sattelhorn und öffnete sie, dann hob er den Kopf um sich das erfrischende kühle Wasser übers Gesicht zu schütten, bevor er sie zu seinen Lippen brachte um einige Schlucke der Flüssigkeit zu trinken.
„Nein, ich wollte mit Jake und Zeke hingehen und es herausfinden. Ihr zwei geht besser zum Küchenwagen. Sam ist dabei Kaffee zu kochen.“
Candy und Joe sagten nichts dazu, aber drehten die Köpfe ihrer Pferde und ritten in Richtung Camp. Sie ritten Seite an Seite, und für einen Augenblick, nur einen Augenblick, kam es Hoss vor als wäre er in der Zeit zurückgegangen und sah seine Brüder in Richtung Camp reiten.
Keiner der Männer beschwerten sich über die Gefahr die sie gerade erlebt hatten. Sie warteten in der Schlange auf ihren Kaffee und was immer Sam ihnen dazu reichte. Gefahr war Teil der Arbeit für die sie bezahlt wurden und die Rinder konnten von allem möglichen erschreckt werden. Sie sahen zu Joe und Candy als die beiden Männer ins Camp ritten, nickten, erfreut sie zu sehen und tranken dann weiter. Vom Ältesten bis zum Jüngsten, jeder von ihnen war in Todesgefahr heute. Ob davon, von ihren Pferden zu fallen und in den Weg der trampelnden Hufe der Rinder kommen oder der Hörner die ein Pferd mit Leichtigkeit aufschneiden konnten, wie das Messer eines Metzgers, oder das Bein eines Mannes, jeder von ihnen hatte überlebt.
Sie nahmen es als Segen und diejenigen die an Gott glaubten dankten ihm dafür, während die die nicht glaubten es einfach als einen Tag Arbeit betrachteten.
„Du warst gut heute, Candy,“ sagte Joe als sie darauf warteten das Sam ihnen den Kaffee einschenkte und ihnen ein Stück Brot dazu gab.
„Ich hab nicht gemerkt das du mich beobachtet hast.“ kam die sarkastische Antwort.
„Naja, habe ich nicht, zu beschäftigt wie jeder andere, aber es schien als du mir irgendwie immer vor die Augen gekommen bist…Danke Sam.“ er nahm die Tasse mit dem heißen Gebräu und hielt es zwischen seinen Händen, und lehnte das Brot ab.
„Witzig wie das manchmal passiert.“ antwortete Candy und zuckte leicht als ob nicht wirklich von Bedeutung für ihn hatte.
„Wie kommst du mit den Männern zurecht?“ Joe sah zu dem anderen Mann auf und beobachtete die Augen des anderen Mannes.
„Gut genug. Es gibt nur einen Mann der mir ab und zu Schwierigkeiten bereitet, aber ich lass es mir nicht unter die Haut gehen, wie manch anderer. Er ist immerhin nur ein kleines Problem.“ und Candy hob seine Augenbrauen und sah direkt zu Joe, über den Rand seiner Tasse als er seinen Kaffee trank.
Joe lächelte leicht, zuckte und trank seinen Kaffee zu Ende, er schüttete den Kaffeesatz auf den Boden und drehte sich dann um, um zum Küchenwagen zurück zu gehen, dann stoppte er
„Wir sollten morgen in Boulders Creek ankommen. Wie wäre es, wenn du mit uns hineinreitest?“
„Wer genau sind wir?“ fragte Candy mit einem leichten zwinkern in den blauen Augen.
„Hoss und Ich,“ Joe zuckte mit den Schultern, „Einige der Männer die nicht zur Wache eingeteilt sind werden auch gehen.“
„Sicher,“ nickte Candy, „Du kannst mit mir zählen.“
„Gut,“ nickte Joe, und ging weg, stellte seine Tasse ab und ging zu Cochise zurück. Er schwang sich in den Sattel und ritt langsam aus dem Camp zurück zu den Rindern. `Nur ein kleines Problem war er? ´ Joe biss die Zähne aufeinander, nun dachte er, du wirst bald herausfinden was für ein großes Problem ich sein kann, Mr Clever Canady. Du wirst es sehen!
Kapitel 15
Boulder Creek war gewachsen seit dem letzten Mal als die Cartwrights durchgekommen waren. Wie viele ´Pilz`Städte gedieh sie aus ihrem Standort nahe an einem Fluss und den regelmäßigen Viehtrieben auf deren Strecke sie lagen.
Niemand beachtete die sechs Männer später am Tag in die Stadt ritten. Hoss stieg vor dem Telegrafenbüro ab und nach einem kurzen Wortwechsel mit Joe ging er in das Gebäude. Joe ritt mit Cochise zum Saloon wo die anderen Männer, Candy eingeschlossen, ihre Pferde angebunden hatten.
Der Barkeeper sah auf und erkannte durstige Männer mit einem freudigen glänzen in den Augen und die Saloon Girls kamen plötzlich aus verschiedenen Richtungen in dem Gebäude um sich mit den Männern zu beschäftigen. Joe sah in den Spiegel als die Ponderosa Männer sich auf verschiedene Tische verteilten, einige um Poker zu spielen mit den hartnäckigen Einheimischen in dem Saloon, die gerade ein neues Spiel begannen, und andere genossen das Flirten mit den Mädchen. Er sah wie Candy einen Tisch für sich selbst wählte und in tiefe Gedanken zu fallen schien. Als ein hübsches Mädchen zu Candy ging, sich an seinen Tisch setzte und sich provozierend über ihn lehnte, sagte Candy etwas in ruhiger Stimme das das Mädchen dazu brachte mit einem beleidigten Blick auf ihrem Gesicht wegzugehen.
Joe nahm sein Bier und das das er für Hoss bestellt hatte und ging zu Candy´s Tisch.
„Hast du was dagegen, wenn ich mich zu dir setze?“
Candy sah hoch, als ob er überrascht war, das gerade Joe diese Frage stellte, aber murmelte das es ihm egal sei, für was immer Joe sich entschied, worauf Joe, nach der großzügigen Einladung, die Gläser hinstellte und sich einen Stuhl nahm.
„Du magst deine eigene Gesellschaft, Candy?“ er lehnte in seinem Stuhl zurück. “Sie war ein hübsches Mädchen.“
„Nun, sie gehört dir, Joe.“ Candy deutete mit seiner Hand in die Richtung des Mädchens, mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen, „Ich bevorzuge es für mich zu sein, wenn ich die Chance dazu habe.“
„Oh, willst du das ich gehe?“
„Du kannst machen was immer du willst.“ sagte Candy und zuckte mit den Schultern.
„Du gibst dir nicht wirklich Mühe freundlich zu sein, Canady,“ murmelte Joe, und sah dann zur Tür des Saloons, als sie aufschwang. „Hey Hoss, hier drüben.“ lächelte er und drehte sich dann zu seinem Begleiter, „Du hast nichts dagegen, oder?“
Wieder zuckte Candy nur mit den Schultern, aber begrüßte Hoss mit einem Lächeln, als der große Mann zu ihnen kam, einen Stuhl nahm und sich setzte. Hoss legte einen Stapel von Briefen auf dem Tisch ab, dann nahm er sein Bier, das er in einem Zug austrank.
„Noch eins?“ er fuhr sich über die Lippen, „Candy?“
„Sicher. Danke.“
„Noch drei Bier hier, Mister,“ rief Hoss und nahm dann seinen Hut ab, wischte sich über die Brauen und seinen Kragen und seufzte. „Das hab ich gebraucht. Aus irgendeinem Grund reichen mir Sams Kochkünste nicht mehr.“
Die drei nahmen ihre Gläser und Candy wollte gerade etwas sagen, als ein wütender Schrei von einem der Tische kam und ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Big Zeke stand auf und warf seine Karten auf den Tisch.
„Du Betrüger, ich hab gesehen wo die Karte herkam und es war nicht von wo sie kommen sollte.“
„Nennst du mich einen Betrüger?“
Joe und Hoss tauschten Blicke aus, wie oft war das passiert? Es war ein so normaler Umstand, dass sie sich wegdrehten und Big Zeke sich selbst überließen.
„Passiert jedes Mal,“ murmelte Joe als Erklärung für Candy, der auch wieder begann zu trinken. „Zeke ist manchmal ziemlich aufbrausend.“
„Fast so schlimm wie du, huh?“ grinste Hoss.
Plötzlich gab es einen Schuss und wieder drehten sie sich um, um zu sehen was passiert war. Ein Mädchen schrie „Du hast ihn umgebracht.“ und plötzlich waren alle Männer der Ponderosa auf den Füßen. Zeke protestierte das es Selbstverteidigung war, aber ein anderer Kartenspieler behauptete das Gegenteil. Der ´tote´ Mann hatte plötzlich eine Wiederauferstehung und zog einen Revolver, mit dem er auf Zeke zielte, der ihn mit einem Schlag auf die Nase niederschlug. Das Mädchen schrie wieder „Du hast ihn umgebracht“ und sofort flogen die Fäuste, Tische wurden umgedreht und Stühle flogen herum.
„Wollt ihr ihnen nicht helfen?“ fragte Candy und sah zu Hoss und Joe, die sich ihre Biere gegen die Brust hielten um sicher zu gehen das sie nicht umgeworfen wurden falls ein tollpatschiger Cowboy auf ihren Tisch fiel. Hoss sah überrascht aus über die Frage.
„Warum?“
„Yeah. Warum? Sie können sich um sich selbst kümmern. Bei den Stadtbewohnern bin ich mir nicht so sicher. Sie sehen wie ein schwacher Haufen aus, denkst du nicht, Hoss?“
„Yeah, sie tun mir leid.“ sagte Hoss mit melancholischer Stimme, „Zeke und Hank haben eine Menge Kraft hinter ihren Schlägen.“
„Yeah.“ seufzte Joe und hob sein Glas zu den Lippen.
Die Flügeltüren flogen auf und mehr Männer kämpften mit. Hoss und Joe tauschten einen Blick und verzogen das Gesicht.
„Sieht aus als ob die Chancen sich geändert hätten.“ seufzte Hoss und trank sein Bier aus.
„War das nicht klar, gerade als ich dachte es sei vorbei.“ grummelte Joe und stellte sein leeres Glas auf den Tisch.
Candy sah zu wie sein Trail Boss und Ramrod sich an dem Kampf beteiligten. Er stellte sich an die Seite, hielt sein Glas fest, als er beobachtete wie Hoss einen Mann beim Genick hochhob und ihn beiläufig über den Tresen warf. Joe war mit zwei Männern beschäftigt, die offenbar dachten er wäre eine Art Punching Sack. Es gab Schreie von den Ladies, Flüche von den Männern, Krach aus allen Richtungen des Raumes.
„Hier ist einer für dich, Hoss.“ schrie Joe und schubste einen kräftigen Cowboy zu seinem Bruder, der ihm einen Schlag auf den Kopf gab, der ihn fast anmutig, zu Boden sinken ließ.
Joe lachte und er drehte sich, um einen Mann zu packen, der sich hinter ihm angeschrien hatte. Während er das tat, zog einer der Spieler seinen Revolver und zielte auf Joes ungeschützten Rücken.
„Ich würde das nicht tun, wenn ich du wäre.“ schlug Candy vor und rammte seinen eigenen Revolverlauf in den Rücken des Mannes. Pack ihn zurück ins Holster – Vorsichtig.“
Der Kampf schien sich zu diesem Zeitpunkt dem Ende zuzuneigen. Candy steckte seine Waffe weg und Joe und Hoss kehrten zu ihrem Tisch zurück, stellten ihn wieder auf und deuteten dem Barkeeper an das sie nochmal drei Bier brauchten. Im ganzen Saloon wurden die Tische wiederaufgerichtet, Stühle wieder gerichtet und der normale Betrieb langsam wiederaufgenommen.
Der Barkeeper brachte die drei Bier und stellte sie auf den Tisch.
„Wem schicke ich die Rechnung zu? Ihre Männer haben eine Menge Schaden hier angerichtet.“ grummelte er.
„Es waren nicht nur unsere Männer und es waren nicht unsere Männer die angefangen haben,“ sagte Joe und wisch sich das Blut, von einem Schnitt an der Lippe, weg.
„Das ist richtig. Euer Spielerfreund da drüben hat mit allem angefangen. Sie sollten zu ihm wegen den Schäden gehen“
„Trotzdem, eure Männer haben eine Menge Schaden angerichtet, obwohl sie Hilfe von Simpson und den anderen hatten.“
Joe nahm seinen Geldbeutel und nahm vorsichtig einen Schein heraus, die er faltete und dem Barkeeper in die Hand steckte. Zufrieden ging er zu seinem Tresen zurück, zählte die Scheine und freute sich riesig, wie das ganze doch noch zu seinem Vorteil ausgegangen war.
„Du hast ihm zu viel gegeben.“ sagte Candy leise.
Joe zuckte die Schultern, und sah zu Hoss, aber sein Bruder sagte nichts, also sah er zu Candy und hob seine Augenbrauen,
„Ich hab genug von diesen Kämpfen gesehen -“
„Und warst in genug,“ witzelte Hoss.
„- um ungefähr den Schaden einschätzen zu können. Danke, trotzdem, für deinen Rat.“ es lag Schärfe in seiner Stimme die Hoss dazu brachte sich aufzusetzen als er sie bemerkte.
„Hey, Joe, du solltest Candy hier danken. Er hat dein Leben gerettet.“
„Wie das?“ Joes Augen verengten sich und er sah Candy zweifelnd an, sogar ein bisschen ärgerlich, als ob es das letzte auf Erden war das er wollte, diesem Mann etwas schuldig zu sein.
„Er hat einen Typen davon abgehalten dir in den Rücken zu schießen.“ informierte Hoss ihn, und er sah dankbar zu Candy.
„Ich hab dich nicht in dem Kampf gesehen, dachte du sitzt ihn aus.“ sagte Joe widerwillig.
„Es war nicht mein Kampf, hab keinen Grund gesehen zusammen geschlagen zu werden über nichts.“ antwortete Candy. „Aber es ist es immer Wert zu beobachten was passiert.“
„Yeah, das scheint so. Danke trotzdem.“
Candy nickte und hob sein Glas zu seinen Lippen. Hoss begann auf dem Boden herum zu suchen um die Briefe aufzuheben die heruntergefallen waren, und er steckte sie sich in seine Tasche.
„Sollten wir nicht Mr Cartwright hier treffen?“ bemerkte Candy, schob sein Glas von sich weg, und lehnte sich im Stuhl zurück.
„Yeah, das ist warum wir hier gehalten haben.“ antwortete Joe.
„Er findet uns.“ sagte Hoss unbekümmert und wollte gerade reden als Joe sich entschuldigte und den Saloon verließ, allein.
„Was ist los mit ihm?“ fragte Candy, „Es scheint als ob nichts was ich tue ihn zufrieden macht, nicht einmal, wenn ich ihm das Leben rette.“
Hoss runzelte die Stirn, schürzte seine Lippen und schüttelte seinen Kopf,
„Naja, ich hab da eine Idee, Candy, und ich kann weit daneben liegen damit, aber es ist möglich das es daran liegt wie er über unseren Bruder Adam denkt.“
„Adam? Sicher, ich hab von ihm gehört. Aber was hat er mit mir zu tun?“
Hoss seufzte und hielt sein halb leeres (halb volles?) Glas in seinen Händen fest, er zuckte die Schultern.
„Du ziehst dich schwarz an, du hast irgendwie seine Hautfarbe. In einigen Dingen benimmst du dich genauso wie er…so wie jetzt in dem Kampf, du hast dich genauso benommen wie es Adam getan hätte.“
„Nun, ich kann nicht wirklich was dagegen tun,“ sagte Candy nachdem er ein paar Minuten darüber nachgedacht hat, „Ich bin wer ich bin, Menschen müssen mich akzeptieren wie ich bin.“
„Sicher, ich weiß das,“ sympathisierte Hoss, „Ich hab gesagt es ist nur eine Idee von mir. Ich bin nicht sicher ob ich recht habe. Es ist nur, dass mein kleiner Bruder – nun, er hat eine besondere Beziehung mit Adam, und – und ich schätze das noch eine ganze Menge Wut in ihm brodelt, darüber dass er gegangen ist.“
„Hat er gehen müssen?“
„Adam hat es gedacht. Joe nicht.“ Hoss zuckte die Schultern, nahm sein Glas und leerte es. Er nahm seine Uhr und runzelte die Stirn, „Ich denke ich gehe zurück. Ich will nicht zu lange hierbleiben, wenn die Rinder immer noch so unruhig sind nachdem was gestern passiert ist.“
„Was ist mit deinem Pa? Wartest du nicht auf ihn?“
„Er weiß wo wir sind,“ Hoss lächelte freundlich. „Ich seh dich im Camp.“
Candy nickte und beobachtete wie der große Mann den Saloon verließ. Die Flügeltüren schwangen vor und zurück und blieben dann still. Mit einem Seufzer befand Candy Canady sich wieder allein.
„Das ist gerade durchgekommen, Mr Cartwright. Ich bin froh das ich sie noch gefunden habe bevor sie die Stadt verlassen.“
„Danke. Wird eine Antwort gebraucht?“
„Ich denke ja, Sir.“
Hoss nickte und als er sah das Joe ihm entgegen lief winkte er seinen Bruder zu sich. Er hatte das Telegramm gelesen in der Zeit bis Joe ihn erreicht hatte und gab es ohne ein Wort zu sagen zu Joe. Er konnte sehen wie das Gesicht seines Bruders bleich wurde während er das Telegramm las und seine Augen weiteten sich, flatterten als er versuchte die Nachricht zu verarbeiten und dann sah er zu ihm auf.
„Wir gehen besser zurück,“ rief Joe, „Ich telegraphiere Dr. Martin und sag ihm das wir auf dem Weg sind.“
„Schau Joe, Ich muss jemanden beauftragen der die Verantwortung für die Herde übernimmt. Schick das Telegramm und pack etwas Essen für uns ein. Verdammt Joe, das ist nicht gut.“
Joe sagte nichts, er konnte nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, bevor er laut schluckte.
„Er wird in Ordnung sein, oder nicht, Hoss?“
„Sicher, du kennst unseren Pa, er ist zu stur um zu sterben bevor wir nach Hause kommen. Ich meine, er wird nicht sterben, Joe. Er wird nicht…“ und Hoss´ ernste blaue Augen funkelten in Joes Gesicht, als ob er wollte das Joe ihm bestätigte das Pa nicht sterben würde, nein, und das war beschlossen. Doch innerlich betete Hoss hart und weinte.“
Er sah Joe nach wie er zum Telegraphen Büro ging, und ging dann schnell zurück in den Saloon, wo er Candy fand, der immer noch mit seinem Bier beschäftigt war.
Er eilte zum Tisch und zog einen Stuhl heraus, setzte sich so schwer das der Stuhl unter ihm beinahe brach.
„Candy, wir haben schlechte Nachrichten.“
„Yeah? Welche?“ Candy setzte sich gerade, sein Gesicht besorgt und alarmiert. Es war eine Reaktion die Hoss etwas Erleichterung verschaffte, hinsichtlich darauf um was er den Mann bitten wollte.
„Wir haben gerade ein Telegramm bekommen das sagt das unser Pa außerhalb von Virginia City überfallen worden ist. Roy hat den Schützen, und Dr. Martin hat sich um Pa gekümmert, aber er ist furchtbar krank.“ Hoss stoppte und biss sich auf die Unterlippe, es war die einzige Möglichkeit sie vom Zittern abzuhalten. „Schau, ich weiß du bist noch nicht lange hier, aber ich denke ich kann dir Vertrauen -“
„Das kannst du, Hoss. Was soll ich für dich tun?“ antwortete Candy mit einem Kopfnicken.
Hoss sagte einen Moment lang nichts, er zweifelte nun an seiner Entscheidung und überlegte ob er vorher nicht lieber mit Joe über seine Entscheidung hätte reden sollen er sah sich im Saloon um und sah die Ponderosa Männer, die halb betrunken waren, spielten oder mit den Mädchen flirteten. Er nickte als ob er genug gesehen hätte das seine Gedanken bestätigten, dann nahm er die Briefe aus seiner Tasche.
„Candy, du musst den Viehtrieb übernehmen, ich bitte dich darum Trail Boss zu sein. Sag einfach, wenn du denkst du kannst es nicht…“ er starrte in die Augen des anderen Mannes und sah dort weder Zögern noch Zweifel, „Gut, das ist gut. Nun, ich schlage vor das du den jungen Hal Pickering als Ramrod nimmst, er ist seit zwei Jahren bei uns, aber er ist zu jung, die Männer würden ihn nicht so respektieren wie dich. Willst du es schriftlich von mir?“
„Wenn du dich dadurch besser fühlst,“ zuckte Candy, dann sah er sich im Raum um, „Warum sagst du den Männern nicht hier was du vorhast, ich denke das sollte reichen.“
Hoss nickte und stand auf. Er ging zu Zeke, der sich Whiskey ins Glas einschenkte, und bat um ihre Aufmerksamkeit. Als er Bens Kondition erwähnte gab es besorgtes murmeln aber das stoppte als er ihnen von seinem Vorhaben erzählte Candy den Posten des Trail Bosses und Hal Bickering den des Ramrods zu übertragen. Er bemerkte einige ablehnenden Blicke zwischen den Männern und Zeke sah nicht besonders glücklich aus aber niemand sagte etwas um die Entscheidung zu ändern, einige nickten zustimmend, dann drehten sie sich um und widmeten sich wieder ihrer Beschäftigung der sie vor der Ankündigung nachgegangen waren.
„Nun,“ murmelte er als er sich wieder setzte, „Ich kann nicht garantieren das es der einfachste Job wird, Candy, aber ich habe Zuversicht in dich. Das ist die Post die heute für die Männer gekommen ist. Wenn du für die Rinder bezahlt wirst, kontaktiere uns und ich schicke dir die Details über alles das du wissen musst. Wie fühlst du dich dabei das zu tun, Candy? Ist das in Ordnung für dich?“
„Schau Hoss. Wenn ich nicht einverstanden wäre hätte ich dich gestoppt bevor du angefangen hast. Das beste was du tun kannst ist zur Ponderosa zurück zu gehen und sicher zu gehen das Ben in Ordnung ist. Oh -.“ Candy hob die Augenbrauen, „ist Joe mit diesem Arrangement einverstanden?“
„Er weiß es bis jetzt nicht. Schau, ich in der Trail Boss und es ist meine Entscheidung. Um die Wahrheit zu sagen, Candy, ich bin mit diesen Männern zuvor auf einigen Viehtrieben gewesen, und es gibt nicht einen, in den ich so viel Vertrauen habe wie in dich.“
„Ich werde dich oder Mr Cartwright nicht enttäuschen, Hoss, versprochen.“ Candy stand auf und reichte Hoss seine Hand, die dieser herzlich schüttelte, „Ich hoffe deinem Pa geht es gut, wenn du zu Hause ankommst, Hoss.“
Hoss bedankte sich, drehte sich um und verließ eilig den Saloon und überließ es Candy auszutrinken und mit seiner plötzlichen Beförderung zurecht zu kommen.
Joe hatte das Telegramm angeschickt in der Zeit bis Hoss wieder zu ihm kam und es dauerte nicht lange Essen zu organisieren für den Weg nach Hause. Niemand von ihnen sprach, es war als ob reden ihnen Zeit rauben würde, und Zeit, dachten sie war Wesentlich. Der Gedanke daran ihr Vater könnte sterben war etwas das sie sich nicht vorstellen konnten, es nicht für möglich hielten. Wenn Hoss darüber nachdachte brach er sofort in Schweiß aus und zitterte am ganzen Körper wogegen Joe voller nervöser Energie steckte.
„Hoss,“ sagte er als sie gerade auf ihre Pferde steigen wollten, „Was ist mit den Rindern? Wer übernimmt die Verantwortung?“
„Mach dir keine Sorgen, ich hab mich bereits um alles gekümmert.“ antwortete Hoss schnell, „Lass uns einfach gehen.“
„Wem hast du dann die Verantwortung gegeben?“ fragte Joe, seine hellbraunen Augen wurden von den Augenlidern verdeckt und seine Lippen runzelten sich als ob er die Antwort bereits kannte.
„Candy und Hal Pickering.“
„Warum Candy?“ schnappte Joe, und ja das war genau die Antwort die er erwartet hatte und das machte ihn noch wütender.
„Weil ich ihm vertraue, Joe. Jetzt hör auf mit dem Thema, ich will zu Pa nachhause.“
Joe sagte nichts mehr als die Gedanken daran, das ihr Pa sie zu Hause brauchte, alles andere in den Hintergrund schob. Zusammen trieben die beiden Brüder ihre Pferde an in Richtung nach Hause, zu Pa.
Kapitel 16
„Ben? Ben? Bleib bei uns, alter Freund. Bleib bei uns…“ Paul Martins Stimme verblasste zu einem Seufzer als er vom Bett zurücktrat. Er senkte seinen Kopf und sah zu Hop Sing und Roy Coffee.
„Nun? Wie geht es ihm?“ wollte Roy wissen, während Hop Sing nichts sagte, sondern nur näher zum Bett trat und zu seinem geschätzten Freund heruntersah.
„Nicht gut. Er hat zu viel Blut verloren bevor er gefunden wurde, Roy. Ich kann immer noch nicht verstehen warum Jefferson ihm das angetan hat.“ er wühlte in seiner Arzttasche und checkte seine Instrumente. „Die erste Kugel hätte ihn töten können, es gab keinen Grund ein zweites Mal zu feuern.“
„Ich weiß. Jefferson sagt nachdem er das erste Mal geschossen hat bedeutete es einfach nichts, es brachte keine Veränderung, also feuerte er wieder, um sicher zu gehen, und -“ Roy zuckte mit den Schultern, „der Mann brodelte wegen einer eingebildeten Beleidigung der Cartwrights seit Jahren, seit Cilla gestorben ist gab es niemanden zu Hause mit dem er reden konnte und der ihn zur Vernunft bringen konnte. Er grübelte nur…“
„Versuchst du ihn irgendwie zu verteidigen?“ rief Paul, „Er ist ein Mörder, Roy.“
„Ben lebt noch, Paul. Im Moment ist Jefferson einfach ein müder, alter Mann der sein Leben nicht mehr im Griff hatte.“
„Er hatte trotzdem kein Recht zu Versuchen das Leben eines anderen zu nehmen bevor seines zu Ende war.“
Noch einmal beugte sich Paul über den verletzten Mann und checkte seine Vital Zeichen. Er hob die schweren Augenlider und fühlte den Pulsschlag am Hals und hörte den Herzschlag ab. Wieder trat er vom Bett zurück und schüttelte den Kopf,
„Es würde helfen, wenn seine Jungs jetzt hier wären. Bei diesem Tempo könnte Ben tot sein bevor sie nach Hause kommen.“ er sah zu Hop Sing der damit kämpfte die Tränen zu unterdrücken, „Hop Sing, ich muss die Pflege von Mr Cartwright dir übertragen. Ich muss mich noch um andere kümmern.“ er stoppte und zog scharf den Atem ein, „wenn es nur mehr Ärzte geben würde, oder wenigstens Schwestern die in solchen Fällen helfen könnten. Ich fühl mich manchmal so hilflos.“
„Hilflos vielleicht, unentbehrlich auf jeden Fall.“ sagte Roy mit seiner ruhigen langsamen Stimme, er legte seine Hand aufmuntern auf die Schultern des Arztes, „Schau, Paul, du hast getan was du konntest, am besten gehst du und kümmerst dich um die anderen Leute und wenn du kannst, komm zurück und sieh was hier passiert.“
Paul nickte wieder, noch einmal sah er zu Hop Sing, der nun wie eine Statue am Fuß des Bettes stand. Er machte seine Arzttasche zu,
„Hop Sing?“
Der Mann drehte sich zu ihm um, und es war in diesem Augenblick das der Doktor deutlich sehen konnte was Ben´s Krankheit für ihn bedeutete. Hop Sing sah wüst und gealtert aus, der Freund mit dem er sein halbes Leben geteilt hatte, könnte bald tot sein und Hop Sing war benommen.
„Schau nach ihm, ja?“
Es gab eigentlich keinen Grund diese Worte zu sagen. Es gab keinen Zweifel daran das Ben Cartwright mit der größtmöglichen Sorgfalt gepflegt werden würde, die sich ein Mann unter diesen Umständen nur wünschen konnte.
Roy verließ das Haus mit Paul, er hatte auch Pflichten anderen Leuten gegenüber, und seine Verantwortung für einen Mann, konnte nicht die Bedürfnisse anderer verdrängen. Er ritt neben Paul, der in seinem Buggy fuhr, sobald sie an der Abzweigung zur Ponderosa waren trennten sich ihre Wege.
Die Zeit verstrich laut, das ticken der Uhr war beinahe das einzige Geräusch im Ranch Haus. Im großen Bett lag Ben Cartwright anfällig und ruhig, die flache Atmung der einzige Hinweis darauf, dass er immer noch lebte. Seine Augenlider flatterten gelegentlich und es gab ab und zu einen Seufzer von seinen Lippen. Der aufmerksame Hop Sing verließ nie seine Seite, sondern stand mit zusammengefalteten Händen am Kopfende des Bettes.
„ADAM!“
Der Name wurde ausgerufen und Ben setzte sich im Bett auf, als ob ein elektrischer Schock ihn belebt hätte. Er saß und starrte mit seinen Augen die Wand an und mit seinen Händen hielt er die Bettdecke fest.
„ADAM“ rief er nochmal, bevor er zusammensackte und die Arme seines Freundes senkten ihn wieder vorsichtig auf die Kissen.
Eine Stunde später und das blasse Gesicht war rot mit Fieber, seine Lippen bewegten sich als schnelle Worte, zusammenhanglos und desorientiert, manchmal geflüstert und manchmal Laut in den Raum gerufen wurden. Seine Hände zuckten nervös und packten die Decke oder flogen von Seite zu Seite so das Hop Sing sie greifen und auf das Bett drücken musste.
„Ist er in Ordnung?“ flüsterte Ben, „So ein kleiner Kerl. Marie, lass ihn nicht in die Nähe der Pferde. Adam, Adam. Die See ruft seinen Namen. Nein, nicht Abels, nicht seinen Namen. Hol Hoss, hol Hoss um es zu tun, er weiß es, er weiß was zu tun ist. Hoss, ich weiß nicht wie ich es ohne ihn hier schaffen soll. Gut…gut…“
Behutsam badete Hop Sing sein Gesicht und befeuchtete seine Lippen mit sauberem kühlen Wasser, dem etwas zugesetzt war, von dem er wusste das es das Fieber senken würde. Einmal öffnete Ben seine Augen und sah hoch zu Hop Sing und lächelte.
„Hop Sing? Du hier?“
„Ja, ich geh nicht weg, Mr Cartwright.“
„Du bist ein guter Freund, Hop Sing.“
„Sie sind auch ein guter Freund für Hop Sing.“
Ben lächelte und schloss seine Augen,
„Am besten du machst den Kaffee fertig, die Jungs werden bald hier sein. Sag ihnen ich will sie im Arbeitszimmer sehen.“
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„Wie geht es ihm?“ Paul Martin betrat das Haus und sah aus wie ein Mann der einen Arzt brauchte. Er stellte die schwere Tasche auf das Sideboard, als ob er nicht länger die Kraft hatte sie zu tragen
Hop Sing fühlte Traurigkeit für den Doktor, der so lange ihr Freund war. Er wünschte er könnte seine Hilfe anbieten um seine Last zu erleichtern, aber er wusste das würde nicht akzeptiert werden, in einem Land das immer noch darum kämpfte seine Rasse anzuerkennen.
„Ich bringe ihnen guten Kaffee. Sie schauen jetzt nach Mr Cartwright und kommen dann runter für ein gutes Frühstück und Kaffee.“
„Das ist gut gemeint von dir Hop Sing, aber ich muss zu Murphy´s fahren, nachdem ich hier fertig bin.“
„Der Sheriff sagte letzte Nacht sie sind unersetzbar. Hop Sing kennt die Bedeutung des Wortes. Der Sheriff hat recht. Sie haben Frühstück und Kaffee bevor sie die Ponderosa verlassen. Sie werden sehen, Mr Cartwright geht es jetzt viel besser.“
„Wirklich?“ Paul drehte sich hoffnungsvoll zu dem anderen Mann und lächelte, „Bist du sicher?“
„Hop Sing war die ganze Nacht bei ihm im Zimmer. Hat hohes Fieber, Aber Mr Cartwright sehr starker Mann. Sehr stur. Er kämpft Fieber sehr.“
„Gott sei Dank,“ murmelte Paul Martin und eilte die Stufen hinauf zum Schlafzimmer seines Freundes.“
Hop Sing hatte sich nicht geirrt. Obwohl er sehr schwach war, war er mit Sicherheit außer Gefahr. Er würde viel Pflege benötigen für eine Weile, das stand fest, aber es bestand nicht mehr die Gefahr das er sterben würde. Das gleichmäßige atmen, die ruhigen Gesichtszüge und die gute Farbe des Mannes zeigten davon das er auf dem Weg der Besserung war.
Nach einer Weile verließ Paul den kranken Mann und als er den Hauptraum betrat, sah er Hop Sing der hinter einem Stuhl am Tisch stand. Der Platz war gedeckt mit einem Teller, vollgeladen mit Essen, einer Kaffeekanne, Milch…er lächelte und ging langsam zum Tisch und setzte sich hin.
„Hop Sing, leistest du mir nicht Gesellschaft?“ fragte er leicht.
Hop Sing lächelte und verbeugte sich höflich.
„Hop Sing hat bereits gegessen. Ich bringe mehr Brot.“ er nickte als Dank für die Einladung und schätzte sie sehr.
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Der Tag endete. Es war ein ruhiger Tag und für Hop Sing ein voller Tag sich um die Bedürfnisse des verletzten Mannes zu kümmern. Verbände mussten gewechselt werden, die Wunden gesäubert, beschmutzte Bettlaken entfernt und ersetzt werden. Ben fiel in und aus der Bewusstlosigkeit, manchmal war er sich bewusst was passierte, aber meistens bemerkte er nichts. Am Ende des Tages schliefe er in einem warmen und sauberen Bett, sein guter saß in einem Stuhl an seiner Seite.
Als Hop Sing das Geräusch von Pferden hörte, dachte Hop Sing sofort das Paul zurück war, um nach seinem Patienten zu sehen. Erst als die Tür beim Öffnen und Schließen knallte ahnte er wer nun zu Hause war. Er stand auf und eilte zur Tür.
„Pa? Pa?“
Besorgte Stimmen riefen von unten, ängstliche Schritte eilten die Treppe herauf und dann flog die Tür auf. Hoss und Joe standen im Türrahmen und starrten auf dem liegenden Körper ihres Vaters und dann zu Hop Sing.
„Pa?“ krächzte Joe mit trockener Kehle.
„Ist er – Wie geht es ihm?“ flüsterte Hoss und wischte sich den Schweiß und die Tränen von den Wangen und hinterließ dabei Spuren in seinem von Staub bedeckten Gesicht.
„Mr Cartwright viel besser. Bald noch besser, wenn er sie zu Hause sieht.“
Hop Sing lächelte als die beiden Männer vorsichtig den Raum betraten und sich Stühle heranzogen um sich an die Seite des Bettes zu setzen. Beide Männer nahmen eine Hand und schauten in das Gesicht ihres geliebten Vaters.
„Ich gehe jetzt, koche Kaffee.“
Es kam keine Antwort. Hop Sing hatte keine erwartet, er schloss die Tür hinter sich und ging die Treppe hinunter in die Küche.
Kapitel 17
Die Woche verging langsam während Ben sich langsam erholte. Viele Stunden verbrachten die Söhne an seiner Seite, gaben ihm Kraft und hätten alles gegeben um ihren Vater wieder stark zu sehen. Hop Sing war wie ein Muttertier, immer da mit der richtigen Medizin, dem perfekten Kaffee und stärkendem Essen. Am Ende der Woche saß Ben in seinem Bett und war in der Lage wenigstens ein bisschen zu essen, auch wenn es wenig war im Vergleich, zu den Mahlzeiten die seine Söhne aßen.
Am Anfang der folgenden Woche verlangte Ben aufzustehen und nach unten gehen zu dürfen. Es gab Arbeit und er musste sich darum kümmern. Es gab einen Termin für Jefferson´s Prozess, der zwei Wochen später war und einen Termin für ein wichtiges Geschäftstreffen den Ben wahrnehmen wollte.
Er hörte aufmerksam ihrem Bericht über den Viehtrieb zu und bemerkte Joes Zurückhaltung über einige Dinge zu reden, während Hoss, wie immer, nichts zurückhielt.
Als Hoss seinem Vater erzählte das er Candy als Ersatz eingeteilt hatte um die Herde und die Männer zu kontrollieren nickte Ben zustimmend, doch seine wachsamen Augen bemerkten wie Joes Kiefer sich verhärtete und seine Schultern sich anspannten.
„Eine gute Wahl, Hoss. Der junge Canady ist ein guter Arbeiter. Ich mag ihn sehr. Er ist ehrlich, schaut dir in die Augen, wenn er etwas zu sagen hat, und meckert nicht, wenn etwas getan werden muss das er nicht gerne tut. Hast du schon von ihm gehört?“
„Mensch, Pa. Wir waren damit beschäftigt nach dir zu schauen.“ protestierte Hoss.
„Nun. Ich brauche keine Babysitter mehr. Warum geht ihr zwei nicht in die Stadt und entspannt für eine Weile. Oh und nehmt diese Briefe an Adam mit, zum Wegschicken,“ er erwähnte nicht das vielleicht einige Briefe von seinem Sohn da sein könnten, die darauf warteten abgeholt zu werden, aber sie wussten das diese Gedanken in seinem Kopf waren, unausgesprochen, aber da.
„Na ja, wenn du sicher bist,“ seufzte Hoss, seine Brauen zogen sich zusammen und er sah seinen Vater direkt an, „Wir werden nicht lange weg sein.“
„Geht mir einfach aus den Augen, ja.“ lachte Ben, aber als sie aufstanden um den Raum zu verlassen rief er „Joseph, einen Moment.“
Joe zögerte an der Tür, dann ging er vorsichtig zurück ins Zimmer und stand vor seinem Vater. Er konnte Hoss hören wie er die Treppe runterging und wünschte er wäre bei ihm, denn er wusste was gesagt werden würde.
„Was für ein Problem hast du mit Candy?“ fragte Ben und kam, wie immer, sofort zur Sache. Er hatte nie um den, sprichwörtlichen, heißen Brei geredet, wenn es um seine Söhne ging.
„Kein Problem, Pa.“
„Lüg nicht. Es ist offensichtlich das es eins gibt. Es ist genauso offensichtlich das du Hoss´ Entscheidung nicht teilst, dass Candy den Viehtrieb übernommen hat. Warum sagst du es nicht, Junge und rückst raus mit der Sprache.“
Joe seufzte und schüttelte den Kopf.
„Wenn ich wüsste was mich stört, würde ich es dir sagen, Pa. Er hat nur etwas an sich bei dem ich mich nicht wohlfühle und es geht mir unter die Haut. Ich glaube auch nicht, dass er viel von mir hält -“
„Wenn du ihm immer die kalte Schulter zeigst, kannst du ihm das nicht übelnehmen, Joe.“
„Ja, Sir.“
„Er hatte es nicht leicht, Sohn. Ich hatte einige lange Gespräche mit ihm und er hat mir einiges über sein Leben erzählt, einige Dinge die passiert sind. Er braucht Freunde, so wie wir alle, warum gibst du dir nicht mehr Mühe einer zu sein.“
„Ja, Sir.“ Joe stoppte und biss sich auf die Lippe, dann hob er seine braunen Augen um in die seines Vaters zu sehen, „Kann ich jetzt gehen, Sir?“
Ben nickte, doch sein eigenes Lächeln verblasste als Joe den Raum verlassen hatte. Er horchte auf das Geräusch als die Tür sich schloss und als die Pferde weg ritten. Er schüttelte den Kopf, armer Joe, wann würde er es endlich lernen. Er schwang sich aus dem Bett und zog seinen Morgenmantel an, steckte seine Füße in die Hausschuhe und ging vorsichtig ans Fenster.
………
Es waren Briefe von Adam da. Zwei für Joe, so wie für Hoss und drei für Ben. Es forderte eine Menge Selbstdisziplin sie nicht zu öffnen bis das Essen beendet war und sie am Feuer saßen. Während des Essens drehte sich das Gespräch um den Erfolg des Viehtriebs, ein Telegramm von Candy hatte bestätigt das alles gut gelaufen war. Die Preise waren hoch und er wartete auf die Bestätigung den Männern einen Bonus geben zu dürfen. Es gab etwas Ärger unterwegs und zwei Männer wurden getötet, einer davon war Zeke.
“Ich bin gespannt um was es bei dem Ärger mit Zeke ging,” murmelte Joe.
“Es bedeutet nicht das Zeke den Ärger gemacht hat, er könnte auch einfach nur das Opfer sein.” bemerkte Ben langsam.
“Ich bin mir da nicht so sicher,” seufzte Hoss, “Ich kann mich an den Blick erinnern den er Candy zuwarf bevor wir gegangen sind. Ich würde darum wetten das sich Candy unterwegs nicht nur um die Rinder Sorgen machen musste.”
“Hast du ihm gesagt den Männern ihren Bonus zu bezahlen.” fragte Ben und bekam ein Nicken als Antwort.
Jetzt saßen sie hier und die Briefe wurden geöffnet, das Datum nachgeschaut und in chronologischer Reihenfolge sortiert und leise gelesen. Es gab die übliche Nachfrage über ihre Gesundheit, was bei ihnen passierte, ob Joe in der Zwischenzeit verheiratet war und ob bereits Enkelkinder unterwegs waren die Ben auf den Knien schaukeln konnte. Die größte Neuigkeit war das Abenteuer mit dem Hurrikan, dass Ben laut vorlas nachdem sie sich eine Stunde lang über die Inhalte der anderen Briefe unterhalten hatten.
„Während die Lampen schienen und das Feuer sein flackerndes Licht über ihre Gesichter warf, begann Ben die Erzählung, die sein Sohn Monate zuvor geschrieben hatte, vorzulesen:
„Ich hatte das Kommando über die Barkasse mit einigen Männern auf dem Weg zum Hafen von St Pierres, als Jackson bemerkte das wir uns beeilen sollten, da die Hitze stärker wurde. Der Himmel war nebelig und das Wasser so still wie ein Mühlteich und die Sonne war dreimal so groß. Er erzählte das er bereits in dieser Gegend gewesen war als die Konditionen genauso waren vor einem Hurrikan.
Es wurde plötzlich dunkel, aber die Hitze schien nur stärker zu werden als Ergebnis. Der Nebel verdeckte den Himmel und es gab eine Atmosphäre die es schwer macht zu atmen.
Wir waren in der Nähe der Hafenmündung, doch jetzt sahen wir nichts mehr, wir ruderten blind. Jackson sagte wieder, die Zeichen waren nicht gut und er fragte nach meiner Meinung ob wir zurück zur Ainola kehren sollten, oder nicht. Ich wusste, dass wenn es einen Hurrikan geben sollte würde das Schiff jeden Mann brauchen den es hatte.
Also drehten wir um und die Männer ruderten freiwillig, um zum Schiff zurück zu kommen, obwohl wir ihre Lichter, wegen der intensiven Dunkelheit, nicht sehen konnten.
Ich dachte nicht es könnte noch schlimmer werden als es bemerkenswertes, stöhnendes Geräusch gab. Es wuchs lauter, wie ein lautes wehklagen durch die Luft. Jeder von uns hielt inne mit dem was er tat, lauschend und wartend im Bewusstsein das es kein Entkommen gab, was immer auch mit uns passieren würde.
Der Hurrikan kam mit einer solchen Macht, dass wir keine Zeit hatten etwas Anderes zu tun, als darauf zu warten. Aus der Dunkelheit heraus wickelte uns eine noch größere Dunkelheit mit einem riesigen Brüllen ein, die See war unheimlich milchweiß, und der Nebel sah aus wie Schaum. Der Wind fing sich in unseren Rudern und die Männer wurden nach vorne gestoßen, dann fing der Wind wieder unser Boot und warf es herum bis sie mit großer Geschwindigkeit vorwärtsgetrieben wurde. Wir waren nicht in der Lage unsere Plätze zu behalten unsere Ruder waren zertrümmert und alles was wir tun konnten, war auf dem Boden des Bootes zu sitzen und uns an den Ruderbänken fest zu halten.
Aus dem Nichts heraus erhob sich das Meer zu einer riesigen Masse. Einen Augenblick waren wir in schwerem Seegang und im Folgenden wurden wir in die Luft gehoben und dann wieder nach unten geschleudert. Spritzer der Wellen fielen auf uns wie Regenschauer, der Wind war Messerscharf, es gab keine Möglichkeit zu reden, denn der Wind erstickte einem die Worte im Mund und der Lärm rundherum machte es sowieso unmöglich. Das Boot füllte sich mit Wasser, das wir mit unseren Hüten ausschöpften. Ich glaube wir wussten alle dass es unausweichlich war das das Boot sinken würde, aber niemand von uns wollte so einfach aufgeben. Ich glaube niemand von uns wusste wirklich was zu tun war falls sie sinken würde. Wir hatten unsere Orientierung total verloren, und konnten nicht erkennen ob wir zum Strand gebracht oder gegen die Felsen der Hafenwände geschleudert wurden.
Dann passierte es, das Boot wurde in Stücke gerissen von den Wellen und wir wurden in die Wellen geschleudert. Es gab jetzt keine Zeit zum Nachdenken, das Gehirn schaltete ab und wir waren den Elementen ausgesetzt. Ich fand mich selbst am Strand wieder. Ich muss bewusstlos gewesen sein, denn ich erinnere mich daran als ich meine Augen öffnete, als ob ich geschlafen hätte, sah ich Jackson neben mir sitzen, der ängstlich in mein Gesicht schaute.
Fünf meiner Männer wurden in dieser Nacht getötet. Der Rest von uns wurde verletzt., gebrochene Beine, Arme, Rippen. Der Hurrikan hielt stundenlang an und entwickelte sich dann langsam zu einem Sturm Stärke 10 zurück. Der Himmel wurde heller und wir konnten die Sterne sehen. Wir, die Überlebenden von der Barkasse, versammelten uns zusammen und warteten das Ende des Sturms ab und hielten nach der Ainola Ausschau. Tageslicht brach an, die Wellen wurden leichter und der Regen hörte auf. Es gab jetzt nichts mehr zu tun als in die Stadt zu gehen, die wir sehen konnten und die vom Sturm geschädigt wurde.
Trümmer, jeder Art wurde an den Strand gespült und es war, als wir zur Stadt gingen, dass ich die Ainola sah. Zertrümmert, zerstört, gebrochen. Ihre Segel hingen in Fetzen aufs Deck, die Maste waren durchgebrochen. In dem Moment konnte ich keinen lebenden Menschen sehen und wir, die in einer kleinen Barkasse überlebt hatten, standen zusammen um Lebewohl zu sagen, zu denen die gestorben waren.
Nun, Pa. Ich weiß nicht ob du je einen Hurrikan überlebt hast, aber der Anblick der sich uns bot war herzzerreißend. Niemand nahm Notiz von uns, sie waren so abgestumpft bei ihrem eigenen Leid, den Verlust ihrer Familien, Kinder, Häuser. Wir boten Hilfe an, die angenommen wurde, also taten die von uns, die in der Lage waren, das Beste was sie konnten.
Wir gingen weiter in die Stadt um zu helfen wo es nötig war, und selbst von so weit entfernt, konnten wir die Trümmer von Schiffen, mit den Masten tief in den Sand gebohrt, sehen. Leichen lagen überall herum. Das Brüllen des Hurrikans wurde nun ersetzt durch die Schreie und das Wehklagen der Hinterbliebenen. Im Laufe des Tages trafen wir immer mehr von unseren Schiffskameraden, die den Hurrikan überlebt hatten, und sie halfen uns diesen Menschen zu helfen. Sie erzählten uns was mit der Ainola passiert war.
Das war das Ende meiner Zeit mit ihr. Captain Greaves hatte überlebt und war sicher im Haus des Gouverneurs und Jenkins, obwohl verletzt, war bei ihm. Die meisten der Mannschaft wurden getötet, mitgerissen als das Schiff gekentert und in die Tiefe gezogen wurde.
Wir verbrachten mehrere Wochen dort und taten was wir konnten um den Menschen zu helfen und erholten uns von unseren Verletzungen, während wir auf die Befehle des Admirals warteten. Ich bin nun unter dem Kommando von Captain Andrew Webster an Bord der Redoubt. Sie ist ein gutes Schiff, etwa 112ft lang und mit schneller Geschwindigkeit. Es wird darüber gesprochen, eine Weile schon, dass sie Tage der Segelschiffe vorüber sind. Wenn ja, ist es schade, denn sie haben ihre eigene Schönheit und ich bezweifele das ein Stahlschiff jemals die Anmut auf dem Meer haben wird.“
Ben faltete den Brief und steckte ihn zurück in den Umschlag. Hoss seufzte und entspannte, er war so tief in der Geschichte versunken, dass er sich vorgestellt hatte das er selbst dort war. Joe saß still und ruhig.
„Bist du in Ordnung, Joe?“ fragte sein, als er das bemerkte, ihn.
„Er hätte getötet werden können.“ antwortete Joe, „Und wir hätten nichts gewusst.“ er stand auf und ballte die Fäuste, „Er schreibt darüber als ob es ein großes Abenteuer war, aber -“
„Aber was?“
Es war nicht nur ein Abenteuer, es das Leben das er jetzt führt, weg von uns, von hier.“ und ohne ein weiteres Wort ging er die Treppe hoch in sein Zimmer.
Kapitel 18
Was auch immer Candy´s Gefühle waren als er in den Vorhof der Ponderosa ritt, er hielt sie gut versteckt. Er klopfte an der großen Tür und wartete darauf eingelassen zu werden, wie ein guter Angestellter, egal wie gut seine Freundschaft zu einigen Familienmitgliedern auch war. Ben ging durch den Raum zu seinem Büro und sah mit einem Lächeln zu dem jungen Mann.
„Ah, Candy, willkommen zu Hause, wie war die Reise?“
„Gut genug, Sir, und ich bin froh zu sehen das sie sich von ihrer Krankheit erholt haben.“ Candy lächelte, zog einige Papiere aus seiner Westentasche und gab sie seinem Arbeitgeber, mit der anderen Hand nahm er seinen Hut ab. Er fühlte sich ziemlich unsicher und ungeschickt als er in dem großen Raum vor Ben stand, der nun aufmerksam die Papiere durchlas, während er gedankenverloren in den Büro Teil des Raumes trat.
„Danke,“ Ben setzte sich, lächelte dem jungen Mann zu, und einen Moment lang las er weiter in den Papieren. Das Geld packte er in die oberste Schublade seines Schreibtischs, „Waren die Männer zufrieden mit ihrem Bonus?“
„Auf jeden Fall,“ Candy lächelte breit, „Allerdings habe ich nicht ein Haar von ihnen gesehen seit wir durch die erste Stadt kamen.“
„Oh, mach dir keine Sorgen, sie werden über kurz oder lang zurückkommen.“ Ben sah zu ihm auf und hob seine dunklen Augenbrauen, „Dieser Ärger den du unterwegs hattest, Candy, Hat es jemanden von unseren Männern betroffen?“
„Wie meinen sie das Mr Cartwright?“
„Na ja, meine Krankheit wurde durch zwei Kugeln verursacht, aus dem Lauf eines Gewehrs, einer meiner Nachbarn war am anderen Ende. Er wurde vor zwei Wochen vor Gericht gestellt und es kam heraus, dass er einige Männer gekauft hat die verhindern sollten das wir mit den Rindern durchkommen. Er hat keine Namen genannt, und hat seine Strafe angetreten ohne mehr zu verraten. Ich hab mich nur gewundert ob Zeke -“
„Zeke?“ Candy öffnete seine Augen weit und schüttelte den Kopf, „Nun, wenn er auf Jefferson´s Gehaltsliste stand hat er nie etwas zu jemandem gesagt. Er hat Ärger gemacht, er hat sich geweigert das zu tun was ich von ihm verlangt habe und war ein Hindernis.“
„Also was ist passiert?“
„Er hat es zu weit getrieben, hat die Männer dazu gebracht an mir zu zweifeln, also kam es zum Kampf.“
„Du hast ihn getötet?“ Ben hob seine Augenbrauen noch höher, solche Dinge waren nicht ungewöhnlich und er wäre nicht überrascht gewesen, wenn Candy ja gesagt hätte, doch der junge Mann schüttelte den Kopf,
„Er war betrunken, verlor den Kampf, zielte mit einem Messer nach mir und einer der anderen Männer erschoss ihn. Hat mir das Leben gerettet.“
„Ich verstehe.“ nickte Ben, „Und du hast sonst keinen Ärger gehabt?“
„Überhaupt keinen.“
„Das ist sehr gut, Candy. Ich bin sehr zufrieden. Hoss liegt selten falsch darin wenn es darum geht, wem er vertrauen kann, Verantwortung zu übernehmen.“ Ben hielt ihm die Hand entgegen, welche mit großer Wärme geschüttelt wurde. „Schau, warum machst du dich nicht sauber und leistest uns zum Abendessen Gesellschaft? Ich hab gesehen das Hop Sing ein besonders dickes Huhn ausgesucht hat -“ und er lächelte so freundlich das Candy keine andere Möglichkeit hatte, als die Einladung zu akzeptieren, auch wenn sein Herz sank bei der Vorstellung ein Essen mit Joe Cartwright zu teilen.
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Joe war ein bisschen mürrisch als Candy in den Raum kam und Platz am Tisch nahm. Hoss war mehr als zufrieden und machte so ein Getue um Candy das Joe sich noch mehr ärgerte, mehr als zu der Zeit als Ben ihnen von der Einladung für den jungen Mann erzählte. Wie dem auch sei, nach einigen strengen Blicken seines Vaters und einem Tritt in den Knöchel von Hoss, tat er so freundlich wie möglich, lachte sogar bei einigen Sachen die diskutiert wurden.
Candy erzählte ihnen über den Kampf mit Zeke und über den Tod eines ihrer anderen Angestellten, ein junger Mann der vor einen Stier gefallen war als sein Pferd sich ein Bein gebrochen hatte, als es in ein Loch getreten war.
„Ich geh morgen zu seiner Mutter, Pa.“ sagte Hoss, „Sie wird wissen wollen was passiert ist und als Witwe -“ er hielt inne und hob eine Augenbraue, um damit anzudeuten, dass sie ihr gegenüber das Richtige tun sollten.
„Ja, er war ein guter Arbeiter und ein freundlicher Junge. Ich geb dir Geld in einem Umschlag für sie.“
„Ich hab seine persönlichen Sachen in meiner Satteltasche, vielleicht kannst du ihr die auch geben, Hoss?“ schlug Candy vor.
Die Unterhaltung kehrte zu anderen Dingen zurück, Ben erzählte von seiner Zeit auf See, und dann erwähnte Hoss Adams Brief und den Hurrikan.
„Die Männer reden viel über ihren Sohn, Mr Cartwright. Sie halten ihn für einen guten Trail Boss.“
„Das war er,“ sagte Ben leise.
„Sie müssen ihn alle sehr vermissen,“ sagte Candy und sah in ihre Gesichter als er es sagte.
Ben nickte und Hoss zappelte.
„Können wir nicht über jemand anderes oder von etwas Anderem reden?“ sagte Joe scharf, „Ich weiß nicht warum Adam überhaupt erwähnt wird.“
„Weil er ein Teil dieser Familie ist,“ sagte Ben sanft „und dein Bruder falls du das vergessen hat.“
Joes Mund verhärtete sich, er stand auf, brachte den Tisch zum Wackeln, und stieß sich selbst zurück.
„Ich weiß das, ich hab´s nicht vergessen, wenn ihr mich jetzt entschuldigen wollt.“
„Joseph -“ brüllte Ben, doch Joe hörte dieses Mal nicht auf den Befehl seines Vaters, er eilte aus dem Zimmer in den Vorhof und schlug dabei die Tür hinter sich zu.
„Ich rede mit ihm, Pa. Es tut mir leid Candy.“ Hoss stand auf, doch bevor er seinen Stuhl verlassen konnte hatte Candy bereits den Tisch verlassen.
„Ich geh, wenn es ihnen nichts ausmacht Mr Cartwright?“
Ben sah Hoss an, deutete ihm an wieder Platz zu nehmen und nickte Candy zu der sofort den Raum verließ.
„Joe ist immer noch sauer, oder Pa?“
„Scheint so,“ seufzte Ben und nahm ein Glas mit Wein, „Nach all der Zeit sollte man meinen er hätte sich beruhigt, und die Dinge akzeptiert, so wie wir.“
„Yeah,“ nickte Hoss, runzelte die Stirn, und fragte sich ob sein Vater wirklich glaubte was er gerade gesagt hatte, immerhin, er glaubte nicht, dass er selbst es jemals akzeptieren konnte das Adam die Ponderosa verlassen hatte. Ganz tief in seinem Herzen konnte er nicht glauben, dass sein Vater das hatte.
Kapitel 19
„Was willst du?“
Die unfreundliche Frage hätte einen, weniger selbstbewussten Mann vielleicht abgehalten, doch Candy Canady zuckte mit den Schultern und lief weiter auf den jungen Mann zu, der am Koppel Zaun lehnte und die Sterne sah.
„Ich wollte dieses `kleine Problem´ bereinigen. Ich dachte es wäre deinem Vater und Bruder gegenüber fair es lieber früher als später zu klären.“ antwortete er und ging zu Joe am Zaun.
Joe lehnte mit dem Rücken am Zaun seine Arme lagen auf einer der Latten, doch Candy stellte sich etwa ein oder zwei Fuß von Joe entfernt hin, seine Arme gefaltet, auf der obersten Latte und lehnte sich in Richtung der Koppel. In der aufkommenden Dunkelheit wurden ihre beiden Schatten am Boden zu einem.
„Ich weiß das du deinen Bruder vermisst, Joe. Ich weiß wie es sich anfühlt eine Person so sehr zu vermissen, das es dir vorkommt als würde es ein Loch in dich brennen, als ob ein wichtiges Stück von dir gegangen wäre und nicht ersetzt werden kann.“ sagte er leise, nachdem einige Momente eisiger Stille zwischen ihnen vergangen war.
„Was weißt du schon?“ schnappte Joe und dann seufzte er und schüttelte den Kopf, „Et tut mir leid. Ich hätte das nicht sagen sollen, es war nicht fair.“
„Nein, war es nicht,“ stimmte Candy zu und einen Moment lang sah er hinaus zu den Sternen, als ob er tief darüber nachdachte was er als nächstes sagen sollte. „Die Sache ist, Joe, du hast so viel hier das du es für selbstverständlich ansiehst.“
„Das tu ich nicht!“ rief Joe so trotzig aus, dass er wie ein kleiner Junge aussah der von einem Lehrer bestraft wird, und das brachte Candy zum Lächeln.
„Nun, du hast einen wundervollen Vater. Es gibt einen Spruch, oder nicht? Das du nicht vermisst was du nicht hast, aber manchmal glaube ich das ist Quatsch. Ein Mann kann sich nach einem guten Vater sehnen, wenn er keinen hatte.“
„Du hattest keinen?“
„Oh, ich hatte, aber keinen Mann den ich so respektieren konnte wie deinen Pa. Mein Vater hat das Leben durch den Boden einer Flasche gesehen. Als er gestorben ist hat ihn keiner vermisst. Und das ist traurig, denn trotz allem, er war mein Pa.“
„Ja, ich schätze.“ Joe runzelte die Stirn. Er kannte viele Männer wie Candy´s Vater, und war mit vielen ihrer Kinder zur Schule gegangen. Er schüttelte sich leicht und nickte,
„Mein Pa hatte auch schwere Zeiten. Als meine Mutter gestorben ist, hat er die Ranch für eine Weile verlassen. Ich hab mich sehr geärgert damals, auch gefürchtet. Ich dachte er würde nicht zurückkommen, wie Ma…“ seine Stimme wurde schwächer und er sah nach unten auf seine Füße, dann drehte er sich um, um auf dieselbe Weise an der Latte zu lehnen wie Candy. „Es war wirklich eine seltsame Zeit in meinem Leben. Ich war fünf und plötzlich verließ jeder den ich liebte mein zu Hause. Ma starb, Pa ging weg. Pa kommt nach Hause, Adam geht zum College.“ er schüttelte den Kopf, „Ich konnte nicht verstehen was in meinem Leben vorgeht. Die einzige Konstante war Hoss. Ich glaube ich hing an ihm wie eine Klette, für den Fall das er auch geht.“ er grinste leicht und warf seinem Gegenüber einen Blick zu. „Hast du Brüder oder Schwestern?“ fragte er.
„Nein. Gott sei Dank. Ich meine damit das es niemanden gab der durch eine Kindheit durchmusste, so wie meine. Obwohl, nachdem mein Vater gestorben war, hat meine Mutter einen guten Mann geheiratet und der hat mir eine Menge beigebracht. Ich erinnere mich das ich gebetet habe das er nicht sterben würde und das er nicht trinken würde, doch es schien als hätte er es versprochen, also wurden meine Gebete erhört.“
„Und er lebt immer noch?“ grinste Joe.
„Ja, er lebt noch.“ Candy sah nach unten und kickte einen Stein weg mit seinem Fuß. „Meine Ma starb allerdings als ich ungefähr 17 war, da habe ich dann zu hause verlassen. Ich war nur froh darüber das sie ein paar glückliche Jahre in ihrem Leben hatte.“ er zog tief den Atem ein und atmete langsam wieder aus, „Dein Bruder muss ein beeindruckender Kerl sein. Die Männer sprechen gut über ihn. Die Menschen in der Stadt haben nur Gutes über ihn zu sagen. Du benimmst dich als würdest du ihn vergöttern.“
„Ich -“ Joe stoppte, dann schüttelte er den Kopf, „Nein, nein, das tu ich nicht. Adam und ich haben uns oft gestritten, wir sind in vielen Dingen auch verschieden. Es ist nur als -“ wieder stoppte er und schüttelte den Kopf. „Es ist nicht wichtig.“
„Doch das ist es. Es ist wichtig für dich, sonst würdest du dich nicht so benehmen. Ich meine, ich bin nicht dein Bruder, Joe, und -“
„Ich weiß das,“ unterbrach Joe und wieder zuckte er mit den Schultern, „Nur manchmal, wie du dich benimmst, erinnert mich an ihn. Es ist wie einen Schatten an der Wand zu sehen und du erwartest die Person zu sehen, zu der der Schatten gehört weil – weil er bekannt ist und dann kommt jemand daher der ein totaler Fremder ist. Du bist so, ein Schatten. Ich will – Ich will nicht -“ er senkte den Kopf, „Adam war wie mein Pa, er half dabei mich zu erziehen, weißt du? Er hat mir Sachen beigebracht und als Pa in der Zeit weg war, war es Adam der mir mit meiner Trauer geholfen hat und meinen Pa zu verstehen obwohl ich nur ein Kind war. Dann ging er weg und als er wieder kam war er verändert.“ er warf Candy einen Blick zu, der aufmerksam zuhörte. „Verstehst du was ich meine?“
„Nicht genau. Warum erzählst du es mir nicht?“
„Es würde zu lange dauern. Ich schätze, wenn ich jetzt zurückschaue, er ging hier weg als Kind und kam als Mann zurück. Er war – ist – so clever und klug, und ich vermisse ihn. Ich verstehe nicht warum er gegangen ist, obwohl wenn ich seine Briefe lese und weiß das er Leben ohne uns führt, dass er FÄHIG ist ein Leben ohne uns zu führen, werde ich so wütend. Es ist nur, weil – nun – es ist als ob ich nur so fühlen kann, sonst verliere ich ihn komplett. Er wird in den Hintergrund geschoben und das Leben wird voll von anderen Dingen sein und eines Tages kommt ein total Fremder zurück in mein Leben und der Adam, den ich kannte wird für immer weg sein.“ er legte die Arme auf die Latte und legte sein Kinn darauf. „Schätze das macht keinen Sinn, oder?“
Candy sagte einen Moment lang nichts und dann nahm er ein Bild aus der obersten Tasche seines Hemdes. Er gab es Joe, der es aufmerksam betrachtete, denn obwohl der Mond besonders hell war, es war immer noch zu dunkel um einen klaren Blick von dem Gesicht zu bekommen das zu ihm aufsah.
„Wer ist sie? Deine Ma?“
„Nein. Das ist Ann und bevor du mich fragst wer Ann ist, na ja, sie ist meine Frau, außer dass sie nicht meine Frau ist.“
Joe sah Candy überrascht an und blickte dann wieder zu dem Bild.
„Du meinst sie ist auch tot?“
„Nein.“ Candy nahm das Bild wieder, seufzte und steckte es sich in seine Tasche, „Ann und ich haben uns verliebt und gegen den Willen ihres Vaters geheiratet. Das nächste was ich weiß, er ist da, nahm sie mit nach Hause und annullierte die Ehe. Ich weiß nicht viel über die rechtliche Seite oder die religiösen Vorschriften die sie mir entgegenwarfen, aber ich weiß das, als ich ihr versprochen habe sie zu meiner Frau zu machen ich das auch so gemeint habe. Ich werde mich selbst nicht als frei betrachten zu heiraten bis ich höre das sie jemanden anderen geheiratet hat oder gestorben ist.“
„Du liebst sie so sehr?“
„Ich werde sie immer lieben.“ antwortete Candy und starrte in den Himmel als ob Ann da wäre und zu ihm zurückblickte.
„Also hältst du auch fest -“
„Yeah, ich halte auch fest. Vielleicht, eines Tages, wird sie in mein Leben zurückkehren und mein Leben kann von dort weitergehen wo wir aufgehört haben.“ er runzelte die Stirn, und sah dann zu Joe, „Ich habe das nur deinem Pa erzählt, er sagte er würde es niemandem erzählen.“
„Sicher. Du kannst mir vertrauen.“ Joe lächelte und streckte seine Hand aus, „Es tut mir leid dass ich dir das Leben schwergemacht hab, Candy.“
„Es war nicht deine Schuld. So ist das Leben nur manchmal.“ sagte der ältere Mann als er Joes Hand nahm und sie schüttelte.
Für einige Momente blieben sie zusammen, hielten den Zaun fest, wie einige sagen würden, und dann gingen sie zusammen zurück ins Haus.
Kapitel 20
Jacob Brown bewegte seine Schultern und verstärkte seinen Halt am Steuerrad. Er war ein großer Mann, 6ft and 4inches. Als er mit der Schiffsmannschaft an Bord der Redoubt kam, musste Adam Cartwright zweimal hinsehen, denn er dachte sein Bruder Hoss hätte sich verpflichtet und würde an Bord kommen. Abgesehen von einem Kopf voller Haare und zu der Zeit einem Bart, hätte Jacob Brown ein Doppelgänger von Hoss Cartwright sein können.
Im Moment benutzte er seine ganze Kraft als er das Steuerrad so fest hielt das seine Knöchel an den Fingern weiß hervortraten. Schneeregen, Schnee und Hagle trafen das Schiff als sie vor und zurück schaukelte unter der Kraft der Wellen die ihnen entgegenkamen. Adam Cartwright war auf dem Deck, der Wind schleuderte Schnee in sein Gesicht und in seine Augen, während er Befehle zu den Männern schrie die unter diesen brutalen Bedingungen arbeiteten.
Wellen, so hoch wie Turmblöcke schleuderten auf die Redoubt, die Bretter knirschten unter ihr und die großen Maste schaukelte.
„Jenkins,“ rief Adam in das Ohr eines vorbeilaufenden Matrosen, „Jenkins, nehmen sie zwei Männer, Äxte und entfernen sie den Hauptmast oder wir kentern.“ es war schrecklich diese Entscheidung zu treffen, doch die Kraft des Windes machte sie notwendig. Sollten sie überleben, wäre der Schreiner in der Lage einen notdürftigen Mast zu machen um ihn zu ersetzen.
„Felsen voraus. Zum Hafen steuern… Zum Hafen steuern.“ rief der Ausguck und zeigte nach links und der Mann neben ihm schrie „Felsen voraus, Hafenseite, zum Hafen steuern.“
„Um Himmels Willen -“ Jacob stöhnte als er seine ganze Kraft einsetzte um das Rad zu drehen.
„Hart rudern, hart rudern. Halt sie gerade.“ und Adam Cartwright war da, seine Hände griffen das Steuerrad und zusammen mit Jacob hielt er das Rad gerade.
„Steuermann, Hafenseite, drehen sie sie zur Hafenseite. Cartwright, ich brauche sie hier.“ schrie Captain Lewis, doch seine Worte waren wie weggeblasen, als der Mast mit einem großen Knall, mit Takelage und Segel ins Meer stürzte.
Wellen schleuderten auf das Schiff, durch die Öffnungen und in die Räume darunter. Männer verloren ihren Halt und wurden hin und her geschleudert als das Schiff versuchte die monströsen Wellen zu überleben.
„Felsen Steuerbord, Felsen steuerbord.“
Der Schrei ging durch die Reihe der Männer, die alle darum kämpften aufrecht zu bleiben und sich an allem festhielten das ihnen sicher genug schien. Jacob und Adam hielten mit all ihrer Kraft am Steuerrad fest als das Schiff wieder in die Tiefe gezogen wurde.
`Dieses Mal, ´ dachte Adam, ´wird sie sich nicht wieder richten´ und er sah das Gesicht seines Vaters, das freundliche Lächeln und die dunklen Augen, und er bereitete sich auf den Schock vor in das eisige Wasser zu stürzen.
Doch sie richtete sich selbst auf, stieg aufwärts und es schien als ob sie einen Moment mitten in der Luft stand bevor sie wieder zurückfiel.
Doktor Fletcher wurde von den Füßen gerissen, als ein Fass Wein in ihn knallte, während das Wasser unter ihnen kämpfte. Männer wurden von einer Seite auf die andere geschleudert und wenn nicht ein Matrose den Doktor bei den Haaren und unter den Schultern gepackt hätte wäre der Mann ertrunken.
Es war in der Mitte des Tages und sie bekämpften die Wellen seit dem Tag zuvor. Selbst jetzt gab es keine Anzeichen von Tageslicht, als die Sonne und der Himmel durch die Elemente verdeckt war. Hagelkörner hatten sie so brutal und so lange getroffen, dass sie nun dadurch abgestumpft waren, so wie durch die Kälte.
„Nehmen sie Brinkley um das Mast Ende zu sichern.“ schrie Adam zu einem vorbeilaufenden Matrosen
„Aye aye, Mr Cartwright“ kam die Antwort, nur um einen Mann zu hören ´Brinkleys weg, Sir, über Bord gespült´
„Dann sie – sichern sie das Mast Ende.“ befahl Cartwright und der Mann stolperte durch Wucht des Windes um zu tun was ihm befohlen war.
Das Rad drehte sich in ihren Händen und zusammen kämpften Jacob und Adam darum die Kontrolle zu behalten. Jacob Brown kannte seine eigene Kraft, doch er kämpfte jetzt seit mehreren Stunden gegen den Sturm das seine Beine jetzt vor lauter Stress zitterten, durch die Anspannung der Muskeln und er merkte, dass sein Körper Energie verlor. Es gab nichts was er jetzt tun konnte, sein Körper fiel nach vorne und er rutschte auf die Bretter.
„Howard, nehmen sie ihn weg, Jackson – übernehmen sie seinen Platz.“ rief Fletcher, „Mr Cartwright, können sie -“ er war nicht in der Lage noch mehr zu sagen als die See sich erhob und ihn umschlang.
Jackson war nun bei Adam und beide Männer benutzten ihre ganze Kraft, darin das Steuerrad zu kontrollieren und dadurch das Ruder zu sichern. Fletcher wurde das Deck entlang geschleift und nur, dadurch das er sich in der Takelage des Mastes verfing, davon abgehalten über Bord zu gehen.
Donner polterte am Himmel. Das Schiff erschauderte etwas mehr, und Adam fühlte, das sehr bald, jeder von ihnen sich den Gewalten gegenüber beugen musste, die sie zerstörten. Sein Körper war taub durch das ständige treffen von Hagelkörnern und Schneeregen, dem beißenden Wind, die herabfallenden Wellen, die wie Sturzbäche auf sie strömten und nie zu enden schienen. Jackson schrie etwas darüber das das Vorsegel zu brechen drohte, als der Sturm plötzlich vorbei war.
Es waren die Hagelkörner und der Schneeregen die zuerst endeten, und die Wellen verminderten sich langsam, die das Schiff ausglichen. Das Rad kämpfte nicht mehr um die Kontrolle zu gewinnen, und war jetzt in den Händen von nur einem Mann. Vorsichtig kam jeder auf die Beine und ging normal, ohne die Gefahr über Bord geschleudert zu werden.
„Fogarty,“ schrie Adam zu einem der Offiziere auf dem Hüttendeck, „Pfeifen sie alle Männer auf dem Deck zusammen. Wir müssen wissen wer vermisst oder verletzt ist.“
Fogarty salutierte und begann die Männer an Deck zu pfeifen. Adam wartete, ballte und öffnete seine Fäuste, fühlte die Taubheit in ihnen und wunderte sich wann der Schmerz beginnen würde, wenn das Blut wieder warm durch seine Venen floss. Er schloss seine Augen und es schien als ob sich alles in seinem Kopf drehte.
„Alle versammelt, sir.“ Fogarty´s Stimme drang durch den Nebel in seinem Kopf und er zwang sich selbst zum Achterdeck zu gehen wo die Männer versammelt waren.
Wie müde, tropfnass und zerlumpt sie aussahen. Die Marines waren, wie die Matrosen, alle in hängender, durchweichter Kleidung. Er ging zu ihnen und begutachtete sie mit freundlichen Augen, wissend das sie, so wie er selbst, sich wundern mussten wie sie es geschafft hatten so einen Sturm zu überleben.
„Mr Miller, fangen sie mit dem Namensaufruf an.“
Mr Miller ging schnell vor, und die Namen wurden ausgerufen. Häufig gab es eine Pause.
Vielleicht würde jemand anderes eine Erklärung über den Aufenthalt desjenigen geben der nicht auf seinen Namen reagieren konnte. Manchmal gab es keine Reaktion und man konnte sich nur das schlimmste vorstellen. Von den 60 Männern an Bord des Schiffes, und den 25 Marines, wurden zwei über Bord gespült. Zwei starben an ihren Verletzungen. Einem Mann wurde das Bein amputiert, der Doktor hatte einige gebrochene Rippen, Mr Fletcher hatte eine Gehirnerschütterung. Es gab verschiedene kleinere Verletzungen.
„Sehr gut, Jungs. Ihr wart alle gut. Jetzt müssen wir die Redoubt wieder Schiffs tauglich machen. Mr Pollard, sie und Simpson müssen anfangen einen Notmast zu bauen um den Hauptmast zu ersetzen. Los Jungs, geht an die Arbeit.“ rief Adam und die Männer verteilten sich sofort, gehorsam und willig sein Kommando zu befolgen. Adam drehte sich zum Captain, der mit einem tropfnassen Taschentuch an einem Schnitt über seinem linken Auge tupfte.
„Captain, habe ich ihre Erlaubnis den Männern ihren Anteil an Rum jetzt zu geben? Sie sind bis auf die Knochen durchgefroren und würden es behaglich finden.“
Der Captain nickte, gab seine Erlaubnis, die ihm mehr Anerkennung brachte als alles andere was er getan hatte seit er das Kommando übernommen hatte. Er zog Adam zur Seite.
„Wir werden in Zwei Tagen in New York sein. Gott sei Dank haben wir diesen Sturm überstanden. Wir haben eine gute Mannschaft, Mr Cartwright, sie waren alle gut.“
„Das waren sie, Sir“
„Sie auch, Sir.“ er lächelte Adam an und schüttelte seine Hand, „Ich habe keinen Zweifel daran, dass es eine Beförderung für sie gibt, Adam.“
Adam hörte die Worte, nickte und lächelte. Nachdem der Captain das Deck verlassen hatte ging Adam zur Seite des Schiffs und sah nach unten auf das Meer. Es gab immer noch eine ziemliche Woge auf dem Wasser, aber nichts wie das, was sie bereits erfahren hatten. Er sah nach unten in die schwarzen Tiefen und kämpfte darum sich das Gesicht seines Vaters noch einmal heraufzubeschwören.
„Mr Cartwright?“
Er drehte sich um und sah Jacob Brown an seiner Seite,
„Ja, Mr Brown.“
„Ich bin nur gekommen um mich für ihre Hilfe zu bedanken. Wenn wir Kontrolle über das Ruder verloren hätten wäre das Schiff verloren gewesen.“
„Ich weiß,“ Adam nickte und drehte sich um wieder aufs Wasser zu sehen, „Ich habe gehört das die Zeit der Segelschiffe zu Ende geht, Mr Brown. Denken sie ein Dampf- oder Stahlschiff hätte heute besser Stand gehalten?“
„Na ja,“ Jacob kratzte sich am Hinterkopf, „Wer weiß, Sir? Ich weiß aber eine Menge Segelschiffe wären heute untergegangen. Es war das Herz des Schiffes das sie über Wasser gehalten hat, und das Herz des Schiffs ist eine gute Mannschaft, die alle zusammenarbeiten.“
„Gut gesagt, Jacob.“ antwortete Adam leise, „jetzt gehen sie und lassen ihren Kopf untersuchen und nehmen ihren Anteil Rum. Sie haben die nächste Schicht in weniger als vier Stunden.“
„Ja, Sir.“ Jacob Brown lächelte, er musste nicht sagen ´und sie auch´ den er wusste das Mr Cartwright das längst bewusst war.
Kapitel 21
Es gab Briefe die auf ihn warteten. Der Captain war an Land gegangen um seinen Bericht abzugeben, hatte seine Befehle erhalten und war zurückgekehrt mit der Posttasche für seine Mannschaft. Es war immer eine aufregende Zeit, wenn die Männer an Deck gerufen wurden um ihre Bezahlung oder ihre Post zu erhalten. Der erste Offizier, Adam Cartwright, las den Namen vor, bezahlte ihn und gab ihm seine Post, wenn es welche gab. Es war üblich für die, die welche erhalten hatten sie später unter sich zu teilen, wenn sie unter Deck waren. Sobald Bezahlung und Post verteilt waren wurden die Namen vorgelesen von den Männern die Landurlaube hatten.
In diesem Fall bevorzugte Adam seine Kabine. Er setzte sich mit seinen Briefen an seinen Tisch und öffnete einen Brief nach dem anderen, ordnete sie chronologisch und begann zu lesen.
Sein Herz sank mit Bestürzung beim Lesen darüber, dass Ben von Jefferson aus dem Hinterhalt überfallen wurde. Er erinnerte sich an den gemeinen, kleinen Mann und seine sanfte Frau sehr gut, und konnte sich sogar an die Ursache für die Uneinigkeit erinnern, die zwischen ihnen geschehen war. Also las er eifrig weiter, um zu erfahren, dass es Ben jetzt gut ging, dass er einen guten Vertrag für Holz in einer der neuen Minen unterschrieben hatte, und dass eine neue Bibliothekarin in die Stadt gezogen war und Interesse an dem gutaussehenden Witwer zeigte. Er lernte auch das aus Candy Canady ein guter Freund geworden war, so gut das er jetzt ein Zimmer im Haus hatte. Joe und er waren nun unzertrennliche Kumpel und die drei arbeiteten hart zusammen.
Adam las den Abschnitt und mit einem leichten Stirnrunzeln hob er die Augenbrauen. Er war kein eifersüchtiger Mann, solche Gefühle hielt er für negativ und eine Verschwendung von Energie, doch trotzdem fühlte er einen plötzlichen Schmerz in sich, ein Gefühl im Zusammenhang mit dem Spruch, ´Aus dem Auge aus dem Sinn´. Besonders in Joes Brief bekam er den Eindruck das Joe einen Ersatz für seinen ältesten Bruder gefunden hatte und die Vorstellung wie die drei zusammen in die Stadt ritten gab Adam einen gewaltigen Stich.
Darum las er diesen Abschnitt im Brief seines Vaters mit gemischten Gefühlen.
„Ich mache mir Sorgen um Joe. In den vergangenen Wochen hat er sich etwas verändert und ich kann mir keinen Grund dafür vorstellen. Selbstverständlich war er ziemlich schlecht gelaunt seit du gegangen bist, wie ich dir schon gesagt habe hat er nicht gut verkraftet das du gegangen bist und eine Zeit lang war er eine ziemliche Blamage in Bezug auf Candy. Jetzt sind er und Candy gute Freunde, zum Glück schließen sie Hoss nicht aus und der ist glücklich Teil des Trios zu sein.
Für einige Zeit, nachdem er sich mit Candy angefreundet hatte schien Joe ziemlich ausgeglichen, so wie normal könnte man sagen. Candy ist ins Haus gezogen und hat sich als guter Arbeiter für die Ranch bewiesen. Ich überlege ihn als Vormann anzustellen. Aber darüber mache ich mir keine Sorgen. Es ist Joes allgemeines Benehmen gegen über den Dingen im Moment.
Ich habe ihn gefragt ob es eine junge Dame auf der Bildfläche gibt und er lachte, nein, es gibt keine Dame. Vielleicht würde er sich nicht so fühlen, wenn da eine wäre, aber, wenn ich ihn frage was er damit meint zuckt er nur mit den Schultern und schüttelt den Kopf. Er spricht viel darüber was außerhalb der Ponderosa geschieht. Neue Länder entstehen und er fragt sich wie diese sind und was dort passiert. Er liest die Nachrichten so gründlich wie nur ein alter Mann das tut. Es besteht kein Zweifel daran das er bald erzählt was ihn beschäftigt.
Adam las den Brief noch einmal und nahm dann den Brief von Joe mit dem Gleichen Datum. Er öffnete ihn und wunderte sich welche Erkenntnisse er darin finden würde, und welchen Einfluss dieser Candy auf seinen jüngeren Bruder hatte das diesen so ruhelos machte.
Er überflog die Seiten zuerst um sich darauf vorzubereiten was kommen würde, doch es war ein lustiger normaler Schriftverkehr, mit kleinen lustigen Geschichten darüber was sie zusammen angestellt hatten, die Arbeit die sie getan hatten, die neue Scheune die sie gebaut hatten. Nur eine Zeile machte Adam Sorgen, wenn er sie in Zusammenhang mit den Kommentaren seines Vaters brachte.
„Es scheint zurzeit so viel vorzugehen in der Welt, neue Städte werden gebaut, neue Gebiete werden erschlossen. Manchmal scheint es als ob die Ponderosa doch nicht so groß ist, wie sie mir vorkam.“
Er seufzte und faltete die Briefe nachdenklich zusammen. Es schien ihm als ob seine Erinnerungen an zu Hause verblassten, nur in seinen Träumen war alles wieder so klar und deutlich, dass er beim Aufwachen an einigen Morgen erwartete wieder in seinem Zimmer zu sein, mit dem Geruch von Hop Sings Küche in der Nase.
Der letzte Brief den er ihnen geschrieben hatte war, als sie in London waren und der Captain und einige andere aus der Mannschaft krank wurden. Das war sein letzter Schriftverkehr mit ihnen. Er nahm Füller und Papier und begann das Datum, Zeit und Ort zu schreiben, als es an der Tür klopfte und ein Midshipman trat herein um zu sagen das der Captain seine Anwesenheit im Stabsraum verlangte.
Adam sah in den Spiegel bevor er sein Quartier verließ. Er zog seine Krawatte gerade, strich sein Haar und den gepflegten Bart, den er sich im letzten Jahr wachsen ließ, glatt. Er betrachtete sich selbst und versuchte den Mann zu finden, der er einige Jahre zuvor noch gewesen war, der Mann in Schwarz, diese unfassbare Erinnerung, die wie eine andere Zeit schien.
Der Captain sah zu Adam und wartete bis er an den Tisch herangetreten war, bevor er aufstand und ihm die Hand entgegenstreckte.
„Adam, Mr Cartwright – Ich habe meine neuen Befehle hier und außerdem wurde ihre Beförderung zum Captain genehmigt. Gratuliere.“ Captain Lewis schüttelte Adams Hand und faltete dann seine Hände hinter seinem Rücken als ob er etwas ganz Besonderes geleistet hatte, auf das er sehr stolz war. „Lassen sie uns darauf anstoßen, sollen wir?“ schlug er vor und ging zu einem Beistelltisch wo einige Gläser mit zusammen mit der Karaffe standen.
„Wird eine Aufgabe erwähnt, Sir,“ Adam nahm das Glas Wein und hielt es in der Hand, während er auf Lewis´ Antwort wartete.
Manchmal wurde eine Beförderung genehmigt, doch kein Schiff zur Verfügung gestellt, so das der frisch gebackene Captain Zwangsurlaub hatte bis ein Schiff zur Verfügung stand. Manchmal bekam er den Befehl das Kommando über ein Schiff sofort zu übernehmen, was bedeutete das er selbst und seine Besitztümer sofort auf ein anderes Schiff verlegt wurden, manchmal von einem Hafen zu einem anderen in einem unterschiedlichen Staat.
Lewis lächelte und drehte sich um.
„Oh, ich denke sie werden zufrieden sein mit ihrem Schiff, Captain Cartwright. Es ist die Redoubt.“
Adams dunkle Augen weiteten sich überrascht und doch freute er sich, denn die Redoubt hatte sich als gutes Gefährt erwiesen, mehr als alle die er vorher kannte. Lewis fuhr fort,
„Die Schiffsmannschaft wird auch bleiben. Ihre Befehle sind hier -“ er schob die Ledertasche über den Tisch zu Adam.
„Danke, Captain Lewis.“
„Oh, danken sie mir nicht, Adam, sie haben die Beförderung durch ihre eigenen Leistungen verdient. Meine Berichte über ihr Verhalten waren ehrlich und wahrheitsgetreu, und meine Empfehlungen aufrichtig. Ich bin nur froh das alles zu ihrer Zufriedenheit ist.“
„Und was ist mit ihnen, Sir? Wo ist ihre Aufgabe?“
Lewis nickte, trank etwas Wein und stellte dann das Glas auf den Tisch.
„Die Krankheit die ich bekommen habe, als wir auf dem Atlantik waren und die uns gezwungen hat in London zu bleiben war – ist – ernster als wie erwartet. Ich habe sechs Monate Urlaub, und werde bei meiner Schwester in New Hampshire bleiben, und sehen wie sich die Dinge entwickeln.“
„Das tut mir leid, Ich weiß was ihnen die See bedeutet und die Redoubt.“
„Ja -“ Lewis füllte sein Glas auf, drehte sich zu Adam und füllte dessen Glas auf. „Ja, Ich werde die Redoubt vermissen, und sie alle. Ich werde heute Abend offiziell meinen Abschied nehmen. Das wird mir Zeit geben meine Sachen zu räumen. Ich wünsche ihnen alles Gute, Adam Cartwright.“
Adam nickte gedankenvoll. Captain auf seinem eigenen Schiff, und der Redoubt noch dazu. Abel Stoddard wäre stolz auf ihn. Er sah zum Tisch, dem Zimmer – wenn Captain Lewis ging, würde das ihm gehören.
Kapitel 22
Es gab immer eine Menge zu tun, wenn sie im Hafen anlegten. Einige Männer hatten längeren Landurlaub, doch wenn der Befehl kam das das Schiff auslaufen musste bevor der Urlaub vorbei war und sie hatten genügend Respekt für den Captain, kürzten sie ihn, um unter ihm zu dienen anstatt das Risiko einzugehen einem Schiff zugeteilt zu werden, mit einem weniger angenehmen Offizier.
Bei den anderen Rängen war es genauso. Sie würden die Schiffe mit anderen tauschen, wenn es Mannschaften mit denen sie es bevorzugten zu segeln. Es war eine Auszeichnung für Captain Cartwright das der einzige Mann der die Redoubt verließ, abgesehen von Lewis, der Arzt war. Es erfüllte Adam mit großem Stolz die Männer an Deck zusammen zu rufen um ihnen ihre Befehle zu geben. Die Tatsache das er jedes Gesicht hier kannte, einige von ihnen hatten den Hurrikan und den Verlust der Ainola überlebt, und das sie sich freiwillig dafür entschieden haben unter ihm zu arbeiten, gab ihm ein gutes Gefühl.
Er fühlte noch größere Begeisterung als Jacob Brown rief „Ein Hoch auf unseren neuen Captain, Jungs“ und jeder Mann gab ihm einen dreifachen Salut, der Adam zum erröten brachte.
Die Anwesenheitskontrolle war gemacht, und alle Männer waren anwesend, bis auf den neuen Doktor. Adam las ihre Befehle vor und das Schiff machte sich bereit aus dem Hafen auszulaufen. Die Männer die bis jetzt noch keinen Landgang genossen hatten, bekamen jetzt die Gelegenheit dazu und die Erinnerung zum Einbruch der Nacht wieder an Bord zu sein. Es gab einen neuen Applaus als die Männer die Redoubt zum Landgang verließen, die Taschen voll und die Hoffnung jede Minute an Land zu genießen.
Adam sah ihnen nach und war einen Moment in Gedanken versunken, bis er sich bewusst war das er nicht alleine war. Er drehte sich um und sah Jacob Brown neben sich stehen.
„Ich wollte ihn nur sagen wie erfreut ich über ihre Ernennung bin, Captain.“ sagte Brown und salutierte.
„Danke, Brown.“ Adam lächelte.
„Sie gehen nicht an Land, Sir?“
„Nein.“ Adams Lächeln verblasste und er schüttelte den Kopf, „Ich muss Briefe an meine Familie schreiben.“
„Oh ja, natürlich, die Ponderosa.“ Jacob nickte und grinste, „Ich erinnere mich daran das sie mir Geschichten ü von ihrem zu Hause erzählt haben, Sir, und ihrer Familie.“
„Und sie, Jacob? Gehen sie nicht an Land?“ fragte Adam, der jetzt mit niemandem über seine Familie reden wollte.
„Nein, Sir.“ Brown trat einen Schritt zurück als Adam sich umdrehte um weiter zu beobachten, „Mr Cartwright, Sir? Habe ich die Erlaubnis frei zu sprechen?“
„Natürlich, was gibt es?“
„Ich wollte ihnen nur sagen, Sir, dass ich ihnen den Rücken freihalten werde, Sir. Ich werde nie vergessen wie sie mir das Leben in dem Sturm gerettet haben. Sie werden es nicht bereuen, Sir. Ich werde mich darum kümmern, dass sie nicht zu Schaden kommen.“
Ein leichtes Lächeln kam auf Adams Lippen, und seine Augen wurde etwas dunkler, er nickte jedoch und machte seine Schultern gerade.
„Danke, Jacob.“ antwortete er.
„Ich habe nicht vergessen das sie gesagt haben das ich sie an einen ihrer Brüder erinnere. Also, wenn es ihnen nichts ausmacht werde ich in brüderlichem Interesse handeln, so dass sie sich um nichts Sorgen machen müssen.“
„Nochmals Danke, Jacob.“
„Ganz inoffiziell, Captain.“
„Natürlich,“ nickte Adam.
Jacob Brown salutierte und trat zurück um Adam den Weg frei zu machen zur Kapitänskabine. Eine solche Unterhaltung würde auf See nicht erlaubt werden. Adam wusste, als er durch die Tür ins Heiligtum trat, das er den Schritt gemacht hatte der ihn vom normalen Umgang mit den Männern abhielt. Es war etwas das er bedauerte, denn es war etwas das er immer genossen hatte und das die Geister zurückhielt.
Er setzte sich an seinen Tisch und sah auf den halbfertigen Brief den er seinem Vater geschrieben hatte. Einen Moment lang war das alles was er tun konnte, auf die Wörter zu starren, die sich nun auf der Seite verdrehten, und er fragte sich wie oder ob er seinem Vater erzählen sollte, dass er sich in diesem Augenblick wie der einsamste Mensch auf dieser Welt fühlte.
Der Befehl lautete nach New England zu segeln, und es erfüllte Adam mit Wärme zu wissen das sein Schiff in den Hafen einlaufen würde in dem er geboren wurde. Die Redoubt hätte neben der Wanderer liegen können, wenn diese noch seetüchtig wäre.
Von seiner Position auf der Brücke aus beobachtete er wie der Hafen sich ihnen öffnete. Er konnte die Reihen der Häuser und der Geschäfte sehen, hell im morgendlichen Sonnenlicht und die Farben der Blumen die an den Häuserwänden schimmerten. Seine Augen suchten nach dem Haus in dem er geboren wurde. Sie hatten nur einige Stunden Aufenthalt, hier war es wo sie den neuen Doktor an Bord nehmen würden und den notwendigen Proviant für ihre nächste Aufgebe auffüllen würden.
Er konnte die Männer auf ihren Stationen hören, das rasseln der Ankerkette, Füße die übers Deck liefen. Doch sein Blick war auf die Reihen der Häuser fixiert und in Gedanken kehrte er zu seinen früheren Besuchen zurück, als Abel noch lebte, und als Abel starb.
Das Schiff ankerte. Er befahl das seine Barkasse bereitgemacht wurde und bot seinen Offizieren an mit ihm an Land zu gehen. Der erste Offizier und der Sergeant der Marines nahmen an und die drei ruderten, in guter Zeit, zur Anlegestelle.
Adam legte die Zeit für die Rückkehr der Barkasse fest und überließ sie sich selbst. Er selbst wollte nur zu einem einzigen Ort und mit einem Seufzer ging er an den Häusern vorbei in Richtung Friedhof.
Es gab eine Bank unter einem Baum, nahe bei den Gräbern, auf die er sich setzte. Er nahm seinen Hut ab und legte ihn aufs Knie. Er hob sein Gesicht zur Sonne und schloss seine Augen, während er sich an die Vergangenheit erinnerte…Abel Stoddard, Eli und seine Obsessionen, die Mutter die er nie kennenlernte. Er muss ungefähr eine Stunde dort gesessen haben bevor er aufstand um an die Grabstelle zu treten und, wahrscheinlich zum letzten Mal in seinem Leben, auf sie herabsah. Die steinernen Rosen die in den Grabstein seiner Mutter gemeißelt waren, waren jetzt grauer als zuvor, und hatten ihren scharfen Umriss verloren und es gab etwas Moos an der Nordseite, den er mit seinem Daumen entfernte. Er sagte sein Lebewohl und setzte seinen Hut auf. Er salutierte vor dem Grab seines Großvaters, wunderte sich ob der alte Mann stolz auf ihn gewesen wäre und ging dann weg, den Rücken gerade und mit feuchten Augen.
Kapitel 23
Während Adam Cartwright seine Kabine an Bord der Redoubt betrat, trat Joseph durch die Flügeltüren des Bucket of Blood Saloons mit Hoss und Candy.
Joe sah sich im Saloon um und lehnte sich dann mit einem Seufzer an die Theke, sah zu Sam und bestellte drei Bier die, wie er bemerkte, Sam bereits ausschenkte.
„Habt ihr die Drinks bestellt?“ fragte er seine Begleiter.
„Nein, ich dachte du.“ antwortete Hoss.
Sam lachte, aus vollem Mund, als er ihnen die Biere zu schob.
„Seht, Jungs, ihr kommt so oft her, ich weiß was ihr bestellt, wenn ich euch nur ansehe. Wie geht es eurem Pa, Hoss? Joe?“
„Es geht ihm gut, danke Sam,“ antwortete Hoss und legte das Geld für die Rechnung hin.
„Hast du von deinem großen Bruder die letzte Zeit gehört, Joe?“ Veronica, mit den schwarzen Haaren, schlenderte zu ihm und legte einen Arm um seine Schultern.
„Nicht in letzter Zeit,“ antwortete Joe und schüttelte ihren Arm ab.
„Wie geht es dir, Candy?“ Sylvia, mit den hellblonden Haaren lächelte dem jungen Mann zu, der zurück lächelte und dann sein Glas hob um weiter zu trinken.
Joe seufzte laut, und legte seine Arme gefaltet auf den Tisch gegenüber von Hoss.
„Weißt du, ich erinnere mich daran als Veronica angefangen hat hier zu arbeiten.“ murmelte er, „Und Sylvia kenne ich seit ich die Schule verlassen habe.“
„Was hast du in einem Saloon gemacht, so kurz nachdem du die Schule verlassen hast?“ fragte Candy mit einem trockenen Lächeln.
„Ich war nicht hier, Sylvia arbeitete in der Apotheke.“ Joes Schultern fielen, „Weißt du, findest du es nicht nervend an Orte zu gehen, die immer gleich sind die ganze Zeit? Menschen die uns so gut kennen, dass sie was wir trinken, Saloon Girls, so alt das sie sich noch nicht mal mehr die Mühe machen mit uns zu flirten.“ er schlürfte einige Schlucke Bier und leckte sich die Lippen und hob seine Augen zur Decke, „Ich kann mich daran erinnern wie ich das Loch in der Decke gemacht hab. Es war als Adah da war, erinnerst du dich an Adah, Hoss?“
„Sicher, es nicht leicht sie zu vergessen – oder den Kerl mit dem sie weg ist,“ grummelte Hoss.
„Huh, er ist sowieso jetzt tot.“ Joe drehte sich in seinem Stuhl und sah sich im Saloon um, „Siehst du den Spucknapf da drüben, Candy? Siehst du die Delle? Ich erinnere mich daran wie Hoss die Delle in den Spucknapf gemacht hat und einige andere auch. Das war der Tag an dem er den Affenmann adoptierte. Oh je, was für ein heilloses Durcheinander das war.“
„Ich habe von ihm gehört, Hoss hat es mir erzählt,“ Candy lächelte leicht, „Joe, es ist zu erwarten das du all die bekannten, kleinen Dinge in deinem Leben wiedererkennst, ich meine, du hast immerhin dein ganzes Leben hier verbracht.“
„Ja, genau,“ seufzte Joe und schob sein Glas von sich.
„Was soll das heißen?“ fragte Hoss, das blau in seinen Augen vertiefte sich, ein deutliches Zeichen, das er nicht allzu glücklich darüber war wie Joe diese Bemerkung ausdrückte.
„Na ja, die ganze Zeit hier zu sein bedeutet es gibt nichts Neues, nichts Frisches, nur dieselben alten Dinge die ganze Zeit.“ und Joe seufzte wieder schwer, dann sah er mit einem mürrischen Gesichtsausdruck zu Candy, „Es ist in Ordnung für dich Candy, du warst unterwegs, bist zu Orten gereist und warst an Orten. Du warst beim Beginn von Sachen dabei und manchmal dem Ende. Das muss für dich ziemlich normal aussehen, aber -“
„Es ist dein zu Hause, Joe.“ zuckte Candy mit den Schultern, „Jeder ist manchmal gelangweilt mit dem üblichen von zu Hause, aber wenn du unterwegs bist fängst du an diese Dinge zu schätzen und realisierst wo es dir besserging. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.“
„Yeah,“ Hoss nickte zustimmend und schluckte den Rest seines Bieres.
Joe sagte nicht jetzt nichts, er fand es unfair das Candy in dieser Debatte auf der Seite von Hoss stand, und er versuchte etwas zu finden das ihn auf seine Seite zog. Gerade als er etwas sagen wollte waren draußen Schüsse zu hören und das Geräusch von Pferden die die Hauptstraße entlang galoppierten. Sofort gab standen die Leute von ihren Tischen auf oder verließen ihren Platz an der Theke um aus dem Saloon zu gehen und herauszufinden was passiert war. Außer Joe.
Hoss kam zurück, zog seinen Stuhl hervor und setzte sich wieder. Er bat Sam nochmal um drei Bier.
„Es war nur der alte Timothy, betrunken wie üblich. Roy hat ihn zum ausnüchtern eingesperrt.“ erklärte er Joe.
„Na ja, dass hätte ich dir sagen können -“ sagte Joe mürrisch.
„Weißt du, du solltest dir wirklich eine bessere Laune zu legen, Joe. Wenn du so weitermachst dann -“
„Dann was?“ Joe hob seine braunen Augen um in die blauen Augen seines Bruders zu sehen und schüttelte dann den Kopf, „Es tut mir leid, Hoss, ich schätze ich bin einfach gelangweilt.“
„Nun, wie wäre es, wenn wir nächste Woche für Pa nach San Francisco fahren. Er kann zur Abwechslung zu Hause bleiben und wir drei können Frisco erkunden. Was meinst du Candy?“ Hoss grinste seinen Freund an, der sich zurücklehnte und lächelte.
„Klingt gut für mich. Was ist mit dir Joe?“
Joe seufzte, nahm sein neues Glas und nickte, aber es fehlte die Begeisterung von seiner Seite und Hoss fühlte wie sein Tag verdorben wurde als er zu seinem kleinen Bruder sah, der vornübergebeugt in sein Glas starrte.
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„Was ist los Hoss?“
Ben´s Stimme schien durch den Raum zu Hoss zu driften, der aufsah, etwas rot wurde und dann mit den Schultern zuckte.
„Pa, ich mach mir irgendwie Sorgen um Joe.“
„Oh, Joseph…mmm…Du hast es bemerkt, huh?“
„Was bemerkt?“ Hoss runzelte die Stirn und stand auf, steckte seine Hände in die Taschen seiner Hose und krümmte seine Schultern, „Er ist einfach nicht normal, Pa. Er ist nicht mehr derselbe Joe.“
„Hmm, ich weiß, mir ist der Wechsel in den vergangenen Wochen schon aufgefallen.“
„Herr je Pa, er ist genauso launisch wie eine Frau. Es hat Monate gedauert bis er Candy akzeptiert hat und ihn vernünftig behandelt hat, und sobald das endlich geschafft war, hat er wieder seine Launen. Nichts scheint mehr richtig zu sein.“
„Ich schätze er ist jung und will seine Flügel ausbreiten, Hoss. Das passiert, wie du weißt.“ seufzte Ben und dachte an Adam.
„Ich wollte nie an einem anderen Ort als hier sein, Pa.“ seufzte Hoss und setzte sich auf die Ecke des großen Kaffeetisches, „Ich habe nur gedacht Joe wäre wie ich, nach all dem Getue das er veranstaltet hat als Adam gegangen ist.“ er runzelte nachdenklich die Stirn, „Glaubst du er will, wie Adam zur See gehen?“
„Nein, aber -“ Ben zog an seiner Pfeife, und schloss leicht seine Augen, „Ich denke, wenn er Adams Briefe liest, wünscht er sich das er dasselbe tun könnte, und dann natürlich redet er viel mit Candy darüber was Candy gemacht hat als er herumgereist ist. Es kann einfach sein das er sich wünscht er könnte auch Dinge wie das tun bevor er sich niederlässt.“
„Niederlässt?“ Hoss lachte schallend, „Du meinst mit einer Frau und Kindern, huh?“
„Warum nicht? Joe ist die Art Mann der eine Frau und Kinder braucht. Selbst wenn ihm das jetzt noch nicht klar ist.“ und Ben lächelte leicht, als er zu seinem mittleren Sohn sah und dachte, so wie du.
„Nun,“ Hoss kratzte sich am Kopf. „Vielleicht wenn wir nächste Woche nach Frisco gehen, findet er ein hübsches Mädchen das ihn fesselt. Was meinst du, Pa?“ und er sah zu seinem Vater mit einem Grinsen im Gesicht.
„Du kannst es versuchen, Hoss, das schadet nicht.“ und Ben widmete sich wieder seiner Pfeife zu, während seine Gedanken zu seinem jüngsten Sohn gingen und er versucht eine Lösung für das Problem des jungen Mannes zu finden.
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Joe spazierte durch den Vorhof und stoppte bevor er den Stall erreichte um in den Himmel zu sehen. Dann drehte er sich um und betrachtete das Haus, dann die Außengebäude, die Ställe und Scheunen und dann wieder den Himmel.
„Warum hast du das getan?“ wollte Hoss wissen als er von hinten an ihn herantrat.
„Ich wollte nur einen genauen Blick drauf werfen,“ kam die scharfe Antwort und Joe zog seinen Hut nach vorne um seine Augen zu verdecken.
„Warum? Du hast es mehr als hundertmal gesehen.“
„Yeah, genau!“ seufzte Joe und ging weiter zu den Ställen, wo Cochise seinen Kopf hob und zu seinem Herrn blickte.
„Joe, du fängst den Tag auf dem falschen Fuß an.“ murmelte Hoss, und nahm seinen Sattel aus dem Stall.
„Tut mir leid, Hoss, so fühle ich mich im Moment,“ Joe runzelte die Stirn und streichelte die Nase seines Pferdes, „Hoss, sag mir die Wahrheit. Hast du nie das Bedürfnis gehabt Chubb zu nehmen und einfach los zu reiten. Einfach nur reiten und sehen was es da draußen gibt?“
„Nein.“ Hoss schüttelte den Kopf, „Ich wollte nie woanders als hier sein, Joe. Dies ist nicht einfach nur mein zu Hause, es ist alles was mir etwas bedeutet. Du und Pa, die Ponderosa, und all das was wir hier haben. Verdammt, ich kann es nie erwarten wieder zurück zu sein, wenn ich weg bin.“
„Ich habe mich auch immer so gefühlt,“ seufzte Joe, während er den Umfangsriemen an seinem Sattel sicherte. „Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.“
„Du musst heiraten und sesshaft werden. Ein paar Kinder werden dich am Boden halten.“ riet Hoss, und er erinnerte an die Worte seines Vaters die Nacht zuvor.
„Ich glaube nicht, Hoss.“ murmelte Joe, und er stellte seinen Fuß in den Steigbügel und sprang leicht in den Sattelt, er schüttelte den Kopf, „Es ist einfach nicht leicht.“
Während er aus dem Stall und an seinem Bruder vorbeiritt, bemerkte er nicht das seine Worte, wie ein Messer in das gutmütige Herz seines Bruders geschnitten hatten, genauso schmerzhaft als wäre es eine richtige Klinge, scharf und brutal.
Kapitel 24
Candy hatte sich als erstklassiger Mitarbeiter erwiesen. Als Joe auf der obersten Sprosse des Koppel Zaunes saß um zuzusehen wie das nächste Pferd zugeritten wurde, begann er über die Erfahrungen des anderen Mannes nachzudenken. Eine kleine Stimme in seinem Kopf sagte ihm damit aufzuhören, denn es würde nur mit einem schmerzhaften Verlangen enden das er schon so lange mit sich herumschleppte, und warum sich den Tag verderben? Doch ein Blick zu Candy als er aus der Box schoss, im Sattel eines teuflisch, blickenden braunen Mustangs, sendete Joe zu den Gedanken, die ihn, wie es schien, schon seit Tagen beschäftigte.
Candy war genauso alt wie Adam, das hieß er war zwölf Jahre älter als Joe. Er hatte einen guten Humor, war Erwachsen und mit sich selbst zufrieden. Furchtlos, jemandem gegenüber zu treten, dennoch sanft und freundlich, großzügig und offenherzig. So weit so gut. Joe konnte zugeben das er wahrscheinlich in der gleichen Liga wie sein Freund war.
Aber Candy konnte von Orten erzählen an denen er war, nicht nur Yuma, San Francisco und Sacramento. Er war an Orten wo immer noch nur Indianer lebten. Er hatte Abenteuer, richtige Abenteuer, nicht nur beim zureiten vom Pferd zu fallen, nicht nur Postkutschen Räuber aufzuhalten oder in einer Posse hinter einem Ganoven für Roy Coffee her zureiten. Candy hatte ein Leben gelebt und das Problem für Joe war es das er übersah das er selbst auch viel in seinem Leben erlebt hatte, nur in einem engeren Umfeld.
Er lächelte als Ben kam und sich neben ihn setzte. Er merkte das es seinem Pa schwerer fiel auf die Sprosse zu klettern, und es kam ihm der Gedanke das, wenn er weggehen würde, seinem Pa vielleicht etwas passieren könnte und er würde es zu spät erfahren. Er schob den Gedanken zur Seite. Mit dieser Angst lebten sie jeden Tag und mussten sich ihr, von Zeit zu Zeit, stellen.
„Alles in Ordnung, mein Sohn?“
„Sicher, Pa.“
„Candy ist ein guter Reiter, oder nicht? Er hat ein gutes Handgelenk. Ooooh, das war keine gute Idee. Er hätte aus dem Sattel fallen können, oh je, an was denkt er? Oh, gut gemacht, Candy!“
Joe seufzte als den Kommentaren seines Vaters zuhörte wie Candy das Pferd zuritt. Er wunderte sich ob sein Vater ihn hier vermissen würde, wenn er ging. Er biss sich auf die Unterlippe – natürlich würde sein Vater ihn vermissen, immerhin war er sein jüngster Sohn. Doch als Arbeiter – vielleicht könnte sein Platz einfach ersetzt werden.
Hoss kam und lehnte sich gegen das Gitter und sah zu ohne etwas zu sagen. Es kam Joe so vor als ob Hoss in der letzten Woche ungewöhnlich ruhig war. Er hat sogar weniger gegessen.
„Bist du in Ordnung, Hoss?“
„Sicher, mir geht es gut. Dir?“
„Mir geht’s auch gut.“ Joe grinste, „Candy hat ein paar Schwierigkeiten mit dem.“
„Ja, das sehe ich.“
Joe hörte den Seufzer der dem Kommentar folgte. Er dachte das Hoss verliebt sein musste, aber er hatte nichts gesagt. Er sah zu seinem Bruder hinunter.
„Wie wär’s wenn wir später in die Stadt gehen? Wir können etwas trinken.“
„Yeah, wenn du willst.“ kam die fast mürrische Antwort.
Joe runzelte die Stirn. Er hatte noch nie zuvor erlebt das Hoss so ungern auf einen Drink in die Stadt ritt. Es musste Liebe sein. Er kletterte runter und stand neben seinem Bruder.
„Was ist los. Hoss? Bist du verliebt, oder was?“
Hoss schluckte, schüttelte seinen Kopf und wurde rot. Wie sollte er seinem kleinen Bruder erzählen, dass er in der Angst, vor dem Tag lebte, wenn Joe von der Ponderosa weg reiten würde, vielleicht aus seinem Leben?
„Na ja, etwas ist falsch. Du bist immer gerne auf einen Drink in die Stadt geritten, jetzt sieht es so aus als wolltest nur alleine sein. Nun, fair genug, ich werde mit Candy gehen, wenn er fertig ist.“
„Ich habe nicht gesagt das ich nicht mit dir gehen will, Joe.“ protestierte Hoss, „Ich habe mich nur gewundert ob du wirklich gehen willst oder ob du mir nur einen Gefallen tun willst.“
„Huh, warum sollte ich dir nur einen Gefallen tun, du großer Ochse?“ Joe zwang sich zu lachen, „Ich mag einen Drink in der Stadt genauso sehr wie du, oder nicht?“
Hoss griff nach dem Friedensangebot und lächelte, er klopfte seinem Bruder auf die Schulter und nickte, und drehte sich dann um Candy´s Ritt weiter zu beobachten.
„Er ist ein guter Reiter, oder nicht?“
„Ja, das ist er sicher,“ antwortete Joe und lehnte sich gegen das Gitter, „Gute Sache das er an dem Tag
auf die Ponderosa ritt, nicht?“
„Yeah, ich würde ihn vermissen, wenn er jetzt gehen würde.“ sagte Hoss und schluckte dann, er wünschte er hätte das nicht gesagt, aber die Angst das jemand gehen würde, besonders Joe, ging ihm so sehr im Kopf herum, dass es einfach rausgeplatzt kam.
„Warum sollte er gehen? Er hat einen guten Job hier, und Freunde.“ antwortete Joe ziemlich defensiv.
„Yeah, aber wir sind nicht seine Familie, oder?“ entgegnete Hoss ziemlich genervt, und konzentrierte sich auf den Kampf zwischen Mann und Biest der vor ihnen ablief.
Joe seufzte. Zwei Tage zuvor hatte er einen Brief von seinem Halbbruder, Clay Stafford erhalten. Clay war eine weitere Person die umher reiste und Erfahrungen des Lebens außerhalb der Ponderosa machte. Er war jetzt in Argentinien unterwegs. Kaum vorzustellen – Argentinien. Joe musste zum Globus gehen um herauszufinden wo das war und dann hatte ihm Pa davon erzählt, denn Pa war auch einmal dort. Es schien als ob jeder überall gewesen war – nur er nicht. Oh und Hoss natürlich, aber Hoss war glücklich wo er war, ein ordentlicher heimischer Typ.
Ben kletterte nach unten und stellte sich neben sie. Er lächelte und legte jedem eine Hand auf die Schulter.
„Nun, Candy hat da einen guten Job gemacht. Habe ich euch Jungs etwas über einen Drink in der Stadt sagen hören? Ich muss hingehen und Roy treffen. Habt ihr was dagegen, wenn ich mich anschließe?“
„Sicher, Pa.“ Hoss grinste und sah zu Joe, „Das ist in Ordnung, oder nicht, Joe?“
Joe lächelte, nickte. Er liebte seinen Pa, er liebte seinen Bruder – aber er musste zugeben, dass es so ein Gerangel in seinem Kopf gab und an seinem Herzen zog, dass er sich wünschte bereits 1000 Meilen von ihnen entfernt zu sein.
Kapitel 25
„Verzeihen sie, Captain, aber ich denke sie sollten an Deck kommen und das sehen…“ Fletcher blieb an der Tür und wartete darauf das der Captain von seinem Tisch aufstand, seinen Hut nahm und ihm aus der Kabine folgte. Bis er das Deck erreicht hatte, hatte Captain Adam Cartwright seinen Hut aufgesetzt und seine Uniform zugeknöpft.
Es gab einen ziemlichen Lärm von der Backbordseite des Schiffes, wo die Männer zusammengedrängt standen und über die Seite sahen und einender zuriefen. Einige Offiziere standen an einer Seite und ermutigten die Männer an einigen Leinen zu ziehen, aber als sie Adam ankommen sahen wurden sie still. Einer der Midshipman trat zur Seite und salutierte bevor er Adam darüber informierte das sie Reste eines Schiffs gefunden hatten, die vorbeitrieben und das es Männer gab die sich in Todesangst daran festkrallten.
„Sollen wir sie an Bord bringen, Sir“ fragte der Midshipman.
„Natürlich, ich dachte das tun sie bereits.“ antwortete Adam mit erhobenen Augenbrauen und einem leichte Lächeln auf den Lippen.
„Ja, Sir.“ bestätigte der Middie und eilte zurück zu den anderen Offizieren.
Adam näherte sich der Menge der Männer, die zur Seite traten und ihn durchließen, wobei die Männer die an den Seilen zogen, Jacob Brown war einer von ihnen, ihre Arbeit fortsetzten.
Es gab tatsächlich Männer die sich an den Resten eines Schiffes festhielten. Adam zählte alles in allem 10 Männer. Er zog tief den Atem ein und sah zu Fletcher.
„Sie sehen aus als ob sie schon eine Weile so sind.“
„Ja, tatsächlich, Sir.“
„Bringen sie sie sobald wie möglich an Bord. Fisher, gehen sie nach unten und holen sie sofort den Doktor. Allsop, diese Männer brauchen frisches Wasser, tun sie etwas Rum hinein, und bringen sie Decken.“
Die zwei Männer eilten in unterschiedliche Richtungen um die Befehle zu befolgen. Die Männer hingen nun an der Takelage um zu beobachten wie die Schiffbrüchigen an Bord gebracht wurden. Einige der Männer waren zu erschöpft um nach den Seilen zu greifen. Adam merkte das das zu Problemen führen würde, befahl das ein Beiboot mit einigen Männern nach unten gelassen wurde um so die Opfer an Bord zu bringen. Das wurde mit einer Promptheit erledigt die nicht nur aus Nächstenliebe bestand, sondern auch aus Neugierde.
„Fletcher,“ murmelte Adam zu seinem ersten Offizier, „Sagen sie den Männern das sie mit ihrer Arbeit weitermachen sollen. Wenn sie alle darauf bestehen zu dieser Seite des Schiffes zu gehen kippen wir um.“ er lächelte als er sprach, aber der Offizier gehorchte sofort.
Es tat der Schiffsdisziplin und der Moral nicht gut wenn die Arbeit stoppte, egal wie interessant der Grund für den Stopp auch sein mochte.
Die ersten beiden Männer die an Bord kletterten und anschließend an Deck zusammenbrachen waren zwei Offiziere. Einer keuchte den Wunsch mit dem Captain zu sprechen aber wurde dann ohnmächtig, während der andere bereits ohnmächtig war bevor er auf dem Deck aufschlug.
„Kümmern sie sich um sie, Fletcher, und wenn sie stark genug sind bringen sie sie zu meiner Kabine.“
„Ja, Captain.“
Adam kehrte zu seiner Kabine zurück, mit einem Gefühl der Vorahnung in seinen Knochen. Sein Befehl lautete sich mit dem Schiff Avenger in diesem Gebiet zu treffen. Sie hatten tatsächlich schon seit zwei Tagen, genau aus diesem Grund, hier geankert, doch es gab kein Anzeichen von ihr. Sie war ein gut gebautes Schiff mit hoher Geschwindigkeit und ihr Captain war bekannt dafür effizient und diszipliniert zu sein. Adam wurde besorgt in den letzten 24 Stunden, als deutlich wurde das die Avenger nicht am Treffpunkt war.
Die beiden Schiffe sollten sich zusammenschließen und gemeinsam arbeiten um eine Praxis, die oft als black birding unter den Inseln in der Südsee bezeichnet wird, ausfindig zu machen und zu beenden. Diese Praxis war nichts Anderes als Sklavenarbeiterrekrutierung. Seit 1830 wurde der Begriff Piceroon dafür verwendet um jene zu beschreiben die Piraterie und Sklavenhandel zusammen betrieben. Seit der Abschaffung der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten, die den lukrativen Handel dort zum Erliegen gebracht hat, fuhren die Sklavenhändler ihr lukratives Gewerbe anderswo fort.
Hätten sie ihren Handel auf die Inseln beschränkt, hätten die amerikanischen Schiffe es nicht für nötig gehalten sich einzumischen, aber viel zu viele Handelsschiffe wurden angegriffen und zerstört, um so etwas weiter laufen zu lassen. Die Piceroons stahlen nicht nur die gesamte Ware, sie ermordeten auch auf brutalste Weise die Besatzungen der Schiffe. Die die sie nicht umbrachten wurden als Sklaven genommen und an die Plantagen auf den Südpazifischen Inseln verkauft. Einige Matrosen wurden sogar lieber Mitglieder der Piraten, als den Rest ihres Lebens auf einer grausamen Plantage zu schuften. Sie überfielen ständig die Inseln, plünderten die Lagerhäuser der Handelsgesellschaft, nahmen alles was sie fanden und zu ihren Schiffen tragen konnten.
Es dauerte einige Zeit bevor es zaghaft an der Kabinentür klopfte und die Offiziere eintraten. Sie schienen jetzt sehr viel kräftiger, obgleich sie immer noch unter dem Elend litten das sie ertragen hatten. Adam deutete auf die Stühle auf die sie sich setzen sollten und bat seinen Steward Erfrischungen für sie zu bringen, und außerdem den Ersten Offizier Fletcher zu bitten teilzunehmen.
„Ich sehe, dass sie ein schreckliches Martyrium hinter sich haben. Können sie sagen ob es noch andere Überlebende, außer denen die wir gefunden haben, gibt?“ fragte er.
„Es ist möglich das einige immer noch leben, aber wir zehn sind dicht beieinandergeblieben. Wir waren 17 aber Verletzungen und Haie heben ihren Tribut gefordert. Ich bin der erste Offizier Warren vom Schiff Avenger. Wir sollten uns mit ihnen hier treffen.“
„Ja, das ist korrekt.“ sagte Adam, „Was ist mit ihrem Captain?“
Die beiden Männer sahen sich an, der Sprecher der beiden schüttelte den Kopf,
„Er wurde getötet.“ und er senkte den Kopf einen Moment lang, um die Emotionen in Griff zu bekommen, bevor er in der Lage war fort zu fahren, „Er kämpfte so gut wie er konnte aber es waren zu viele. Sie metzelten ihn nieder -“
„Captain Hargreaves war einer der mutigsten Männer die ich kannte,“ sagte der andere Offizier leise, „Er hat es nicht verdient auf diese Art zu sterben.“
Der Steward und der Erste Offizier betraten nun die Kabine, also gab es eine Pause während Kaffee für alle ausgeschenkt wurde, und Erfrischungen, die abgelehnt wurden. Fletcher sah zu Adam und wartete darauf, dass sein Captain sprach.
„Die Avenger wurde angegriffen, Captain Hargreaves wurde getötet.“ informierte Adam ihn, „Ich nehme an von den Piceroons die wir beseitigen sollen?“
„Ja, Captain, genau die.“ der Mann versuchte aufzustehen, „Erster Offizier O´Brian meldet sich zum Dienst, Sir.“ er pausierte und sah nach unten zu seinem Begleiter, „Master´s Mate Jones vom Schiff Avenger -“
„Captain Adam Cartwright und Erster Offizier Fletcher, von dem Schiff Redoubt.“ antwortete Adam und er wartete bis O´Brian sich wieder setzte bevor er den Mann um einen detaillierten Bericht des Geschehen bat.
„Vor sechs Tagen kam ein Schiff in unsere Sichtweite mit den Notflaggen gehisst. Ihre Kennungen deuteten an das es sich um ein holländisches Schiff handelte das Hilfe benötigte. Natürlich fuhren wir los um ihnen zu helfen ohne zu ahnen das es eine Falle war, um Nahe genug zu heranzukommen um unser Ruder mit Holzkeilen zu blockieren, so dass die Avenger nicht gesteuert werden konnte. Sie benutzten Enterhaken um aufs Schiff zu gelangen. Sie waren schwer bewaffnet mit Pistolen, Dolchen und sogar Handgranaten, die sie aus Weinflaschen mit Schießpulver gefüllt, gemacht hatten. Hätten wir nicht zu spät bemerkt, dass es ein feindliches Schiff war, hätten wir sie übertrumpft, doch es war zu spät.“
„Sicherlich hätte Hargreaves immer noch befehlen können mit den Kanonen auf das Schiff zu feuern.“ sagte Adam, seine Brauen stark gerunzelt als er über die Stärke dieser Schiffe nachdachte.
„Sie waren zu Nahe, Sir, hätten wir auf sie gefeuert, hätten wir uns selbst zerstört.“ seufzte O´Brian „Wir waren unterlegen.“
„Aber ihr Schiff wurde dennoch zerstört?“
„Oh, ja, sie wollten nicht das Beweise über ihren Aufenthaltsort bekannt wurden. Ich denke sie wollten das Schiff dazu bringen auf Grund zu sinken ohne jede Spur, aber einige von uns konnten sich befreien und attackierten sie. Das Ergebnis war -.“ er schüttelte den Kopf, „Zumindest einige von uns kamen davon.“
„Haben sie eine Ahnung wo sie jetzt sein könnten?“
„Nein, Sir. Wir haben nichts von ihnen gesehen seit wir im Wasser waren.“
Adam nickte nachdenklich und sah dann zu Fletcher,
„Kümmern sie sich darum das diese Männer versorgt werden und kommen sie dann zurück.“ sprach er ohne seinen Offizier anzusehen, seine Augen untersuchten bereits die Landkarte auf dem Tisch, die die Grenzen seines Schiffes anzeigten.
Piraten und Seeräuber, Korsaren und Picaroons…wie romantisch sie klingen würden in einem Roman der für die Masse herausgegeben würde. Wahrscheinlich gab es immer eine Art Romantik über Dinge die verboten waren…der rasante Straßenräuber, der leichtsinnige Räuber. Adam seufzte und beugte sich über die Landkarte um sich darauf zu konzentrieren was getan werden musste.
Seltsamerweise war es die Zustimmung von verschiedenen Nationen, die es Seeräubern erlaubte, über die Meere zu segeln und die Handelsschiffe feindlicher Länder zu plündern, die die Piraterie geschaffen oder erlaubt hatten. Diese rechtmäßigen Seeräuber gediehen bis 1856 als die Mehrheit der Küstennationen die Declaration of Paris unterschrieb, die letters of marque, und rechtmäßige Seeräuberei verbot und sie somit ächteten. Unglücklicherweise, sobald der Schleier der Legalität genommen wurde entpuppten sie sich als dass was sie wirklich waren…Räuber, Mörder, Sklavenhändler und die Marine der einzelnen Länder wurden nun benutzt um das Gesetz durchzusetzen.
Fletcher klopfte und betrat die Kabine, gefolgt von den Offizieren der Redoubt die alle ihre Hüte abnahmen und auf Instruktionen warteten.
„Es war unsere Absicht unsere Kraft mit der Avenger zu verbinden, aber wie sie sehen können wir das nicht mehr tun also haben wir zwei Optionen vor uns. Wir können umdrehen und nachhause fahren. Oder -“ und er sah aufmerksam in ihre Gesichter, „Wir können den Kampf zu ihnen bringen.“
„Sie fragen nach unserer Meinung, Sir?“ fragte Fletcher zweifelhaft.
„Nein, ich erzähle ihnen von den beiden Optionen die wir haben. Unsere Befehle lauten die Picaroons zu entfernen denen wir begegnen mit der Avenger als unsere Verbündeten. So wie mir bekannt ist gibt es zwei holländische Schiffe die vier Tage von uns entfernt sind. Sobald der Erste Offizier O´Brian sich genug erholt hat um hier teilzunehmen werden wir fortfahren.“
„Ja, Sir.“ die Männer sahen einander an.
„Irgendwelche Fragen, Gentlemen?“ Adam kreuzte seine Arme vor der Brust und wartete auf die Antwort.
„Wir verfolgen sie, Sir?“
„Natürlich. Ich brauche den Breitengrad und alles andere von O´Brian, das ist alles. „Es gibt nur so viel Meer zwischen ihnen und uns…“ er lächelte leicht, „Ich schätze sie suchen nach uns also sollte es nicht lange dauern sie zu finden.“
Einige lächelten kurz, andere sahen besorgt aus, aber sie nickten ihre Zustimmung und warteten auf seine weiteren Worte.
„Ich möchte die Männer zur vollen Stunde an Deck versammelt sehen. Ich möchte das jeder Mann an Bord genau weiß was ich von ihm erwarte. Wegtreten.“
Kapitel 26
O´Brian war sich ziemlich sicher über die Koordinaten von der Stelle wo sie angegriffen wurden und der Beweis wurde deutlich mit der Anzahl der Bruchstücke die sie fanden. Weitere Männer wurden aus dem Ozean geborgen, die meisten zu schwach und ausgezehrt, so dass ihre Retter das Gefühl hatten, den einzige Gefallen den sie ihnen geben konnten war der nicht als Haifutter zu sterben, sondern mit etwas Komfort.
Sie folgten der der Richtung die der Erste Offizier der Avenger gegeben hatte und waren innerhalb der Grenzen die Adam als die bezeichnete wo die Holländer patrouillierten. Es geschah als sie Ausschau hielten nach den holländischen Schiffen. Sie entdeckten ein Segel an der Leeseite.
„Mr O´Brian,“ Adam reichte ihm das Teleskop, „Sieht dieses Schiff für sie bekannt aus?“
Einige Momente lang war O´Brian still und dann seufzte er tief, bevor er Adam das Teleskop zurückgab.
„Ja, Captain Cartwright. Das ist das Schiff das uns angegriffen hat. Sie segelt unter amerikanischer Flagge -“
„Ich habe das bemerkt.“ antwortete Adam ruhig.
„Es ist nur ein Trick um sie nahe zu ihr zu bringen. Sobald sie nahe genug ist rammt sie ihr Ruder so, dass sie nicht mehr steuern können und dann entern sie.“
„Sie wissen ich muss ihnen hier vertrauen, Mr O´Brian. Vielleicht ist sie eines unserer eigenen Schiffe und wenn ich auf sie feuere muss ich sie an die Konsequenzen erinnern.“
„Aye Sir, es würde als Landesverrat betrachtet.“
Fletcher, der neben Adam stand leckte sich nervös über die Lippen. Er sah über seine Schulter um zu sehen wie viele andere Männer diese Unterhaltung mitgehört hatten. Keiner der Männer würde wegen Landesverrats beschuldigt werden wollen. Jedoch, keiner von ihnen würde so nahe an sie herankommen wollen um übernommen zu werden, sollte sie das Sklavenschiff sein.
Adam schob seine Lippen leicht nach vorne und seine Augen verengten sich. Seine Brüder hätten diese offensichtlichen Zeichen erkannt, die bedeuteten das er sich in seinem Gehirn einen Plan ausdachte und hätten gewartet um herauszufinden was er vorhatte. Er faltete die Hände hinter seinem Rücken und beobachtete als die Segel des Schiffes sich näher abzeichneten.
„Mr O´Brian, ich muss ihre positive Bestätigung dafür haben das das Schiff das sich uns nähert wirklich das ist das sie angegriffen hat.“
Wieder hielt O´Brian das Teleskop zu seinem Auge und beobachtete den Horizont. Er beobachtete lange und atmete dann tief ein.
„Es ist das Schiff der Picaroons, das schwöre ich. Sie hat unsere Fahnen.“ er reichte das Teleskop zu Adam der es Fletcher gab.
„Können sie den Namen erkennen?“ fragte er seinen Ersten Offizier.
„Nein, Captain Cartwright.“
„Captain, der Masters Mate der mit mir gekommen ist, es geht ihm gut genug um an Deck zu kommen um zu schwören, dass das Schiff das sich uns nähert das Schiff ist das uns angegriffen hat. Ich schwöre, Sir, ich würde sie nicht anlügen.“
„Ich weiß Mr O´Brian, aber für meine Mannschaft muss ich sicher sein, denn ich möchte nicht das sie darunter leiden, weil sie meinen Befehl befolgt haben.“
Der Masters Mate wurde gerufen und beobachtete das Schiff durch das Teleskop. Er senkte es und reichte es mit einem düsteren Blick Adam zurück.
„Sie hat uns gerammt – es gibt keinen Zweifel daran. Sie mag unsere Flagge tragen, aber sie trägt auch unsere Farben. Ihr Captain muss ziemlich sicher gewesen sein das es keine Überlebenden gibt um sie zu identifizieren.“
„Sie trägt die amerikanische Flagge, weil sie wissen muss das wir uns mit ihnen treffen sollten.“ rief O´Brian, und er schüttelte traurig seinen Kopf, Die Männer die sie gefangen genommen haben, müssen ihnen erzählt haben das die Redoubt hier ist. Sie haben sie erwartet.“
„Also kein Element der Überraschung,“ lächelte Adam trocken. Es war schwer möglich sich auf offener See an jemanden heranzuschleichen, also lächelten die Offiziere pflichtbewusst, „Pfeifen sie die Männer zum Achterdeck.“
Sobald die Männer versammelt waren ging Adam zu ihnen, stand mit ruhigem Gesicht vor ihnen, seine dunklen Augen glänzten, und er hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Er sah sie zufrieden an und bemerkte das sogar Männer der zerstörten Avenger unter ihnen waren.
„Nun Jungs, ihr seht ein Schiff näher kommen mit der amerikanischen Flagge. Ich möchte nicht das einer von euch denkt er würde Hochverrat betreiben, wenn wir auf sie feuern, da wir die Bestätigung haben das sie die Picaroon ist die die Avenger zerstört hat und über die Jahre einige wertvolle Handelsschiffe von uns. Ich habe nicht die Absicht sie nahe genug an uns heran zu lassen um uns zu entwaffnen. Es ist immerhin nur dieses eine Schiff, und wir haben bereits früher mehr als eins besiegt, also sollten wir in der Lage sein sie zu entsorgen bevor wir zum Abendessen gehen. Auf eure Stationen…“
„Mr Fletcher,“ Adam drehte sich zu seinem Ersten Offizier, nehmen sie die Segel von den Kanonen, ich will unter Segel kämpfen, wir haben einen guten Wind und sollten fähig sein sie auszumanövrieren. Mr O´Brian, ich denke sie wollen gegen dieses Schiff kämpfen.“
„Auf alle Fälle, Sir,“ O´Brian nickte und wartete auf seine Befehle.
„Sehr gut. Drücken sie die vordersten Waffen nieder, so dass der Schuss unter das Wasser geht, nicht über sie. Jeder Schuss zählt und muss so genau wie möglich sein. Sie muss außer Gefecht gesetzt werden bevor sie eine Chance hat uns nahe genug zu kommen um uns zu entern. Steuerbord, Mr Brown.“
„Steuerbord, Captain.“
Das Schiff drehte steuerbord. Jeder Mann war voller Adrenalin und warteten auf den ersten Befehl zu feuern. Die Redoubt war gut bewaffnet, sie hatte 16 Kanonen. Die Kanonen wurden bereitgemacht und jeder Mann hatte seine Pistole, oder seinen Säbel bereit.
„Auf Kurs bleiben, Brown, auf Kurs.“
Das andere Schiff war nun eine Meile entfernt und wendeten einen Trick an, sie kreierten Rauchschwaden indem sie gelben Schwefel anzündeten. O´Brian rief Adam zu und bestätigte das es definitiv das Schiff war hinter dem sie her waren, denn er konnte jetzt deutlich den Namen bei der Galionsfigur sehen. Feuert
„Das ist beruhigend zu wissen,“ murmelte Brown in sich hinein wohl wissend das er, wie einige andere an Bord, etwas besorgt darüber war das der Captain vorhatte auf ein Schiff zu feuern das unter amerikanischer Flagge fuhr.
Sie konnten nun durch die Rauchschwaden erkennen das das Deck des anderen Schiffes voll von Männern war, mit Enterhaken ausgerüstet. Adam beugte seine Schultern als ob er sich von einer schweren Last befreien wollte.
„Rüber zu den Lee Waffen, Feuert, wenn sie steuern, wenn wir um sie herumfahren. Macht euch bereit, Jungs. Quartiermeister, kümmern sie sich um die Kanonen. Backbord, Mr Brown.“
„Backbord, Sir.“
Die Redoubt drehte, ihre Segel blähten auf mit dem Wind und ihre Kanonen wurden entladen. Die Breitseite neigte sich, bevor sie ihre Waffen überhaupt zeigten.
„Seit schnell, Männer,“ schrie Adam „Laden, neu laden. Steht bei euren Kanonen und macht euch bereit wieder zu feuern. Feuer. Jetzt.“
Boom Boom knallten die Kanonen, das Schiff erschütterte als die Kanonen zurückwichen. Das andere Schiff hatte immer noch nicht das Feuer auf die Redoubt erwidert, denn sie hatte keine Kraft in den Segeln um scharf zu drehen, sie war ein beschwerlicheres Schiff, wogegen das enge Heck der Redoubt sie effizienter in ihren Manövern machte.
„Sie scheinen sich zurück zu ziehen.“ schrie Fletcher.
„Gebt ihnen eine weitere Breitseite, wenn wir vorbeifahren.“ rief Adam, „bleibt bei den selben Waffen. Brown, Ruder mittschiffs.“
Mittlerweile hatte das andere Schiff realisiert das sie ihren Vorteil verloren hatten, und das sie nicht in der Lage waren die Redoubt zu zerstören. Ihr Versuch den Wind in ihren Segeln zu fangen und um das andere Schiff zu kreisen hatte nur bewirkt das sie in die nähere Reichweite der Kanonen kamen, die eine weitere Breitseite gegen sie abfeuerten. Diesmal feuerten sie zurück mit ihren Kanonen, aber sie waren schlecht gezielt und nur zwei trafen ihr Ziel.
„Sie versucht zu entkommen,“ rief Fletcher und hielt sich das Teleskop ans Auge, „Captain, die Holländer nähern sich von der Leeseite.“
„Gut, sie können uns zusehen wie wir das hier beenden, bevor sie in ihre eigenen Gewässer zurückkehren.“ antwortete Adam und duckte sich als einige Kugeln den Mast trafen und Splitter wie Schrapnells herumflogen.
„Sie werden sich wunder warum wir auf ein Schiff feuern das unsere eigene Flagge trägt.“ sagte Fletcher, und wischte sich das Blut von der Wange, wo ein Splitter seine Haut aufgeschnitten hatte.
„Wenn sie so besorgt sind können sie im Anschluss danach fragen.“ antwortete Adam, und beobachtete aufmerksam wie das andere Schiff sich ziemlich neigte und die Männer auf den Decks begannen ihre gefährlichen Granaten zu werfen, in der Hoffnung das sie großen Schaden unter den Männern der Redoubt anrichten würden. „Fletcher, stellen sie sicher, dass sie uns nicht schaden.“ sagte Adam ruhig als ob es die leichteste Sache auf der Welt wäre eine Granate daran zu hindern zu explodieren sobald sie ihr Ziel traf.
Die Redoubt wich leicht zurück, distanzierte sich von dem anderen Schiff so dass die meisten Granaten harmlos ins Wasser fielen. Eine traf den Hauptmast, doch sie streifte ihn nur und der Schaden war gering.
„Sie hat den Holländer gesehen.“ rief O´Brian, sein Gesicht schwarz mit Ruß von den Kanonenschüssen, „Sie versucht uns zu entkommen.“
„Sie meinen sie läuft vor uns weg, Mr O´Brian.“ antwortete Adam ruhig, „nun, das können wir nicht zulassen, oder? Überhaupt, wo kann sie hinrennen? Sie kann nicht in holländisches Gewässer, dort hätte sie zwei Schiffe die sie bekämpfen muss und sie ist nicht in der Lage uns zu entkommen. Was denken sie wird sie tun?“
„Sie wird nicht aufgeben. Der Captain ist einer der brutalsten Männer die ich kenne.“ O´Brian schüttelte reumütig den Kopf.
„Wissen sie ob Sklaven an Bord waren?“
„Wir waren nie an Bord von ihr, aber wir hörten die Schreie von Männern die erschreckt darüber waren was passierte. Ich würde denken Sir, das, wenn sie Sklaven an Bord hatte, sie die mittlerweile abgeladen hat.“
Adam nickte. Die Redoubt holte wieder zu dem anderen Schiff auf, und wieder gab er den Befehl zu feuern, wieder erschütterte das Schiff als Kanonen nach Kanone abgefeuert wurde. Er gab den Befehl zur Leeseite zu drehen und das Schiff distanzierte sich wieder von dem anderen, so dass die Granaten nicht viel ausrichteten.
„Sie wird jetzt kämpfen.“ sagte er leise, „Ihr Captain hat jetzt bemerkt das er nirgendwo entkommen kann. Mr Brown, Hart Steuerbord.“
„Aye Captain, Steuerbord…“
Adam beugte wieder die Schulter, er nahm seine Pistole und wartete.
Kapitel 27
„Mr Wilson?“ rief Adam zu dem Ausguck „Wie ist ihr Bug?“
„Südwest nach Süd. Südlich, Sir.“
„Und was sehen sie?“
„Sie haben die Flagge runter genommen Captain und mit ihrer eigenen ersetzt.“
„Gut,“ murmelte Adam, „Jetzt haben sie ihre wahre Identität offenbart und die Holländer werden keine Notwendigkeit haben, sich darüber Sorgen zu machen, was jetzt geschieht.“ Er machte eine Pause, „Jetzt heftet euch an sie Jungs, beeilt euch.“
So kam es das, während die Esperanza nach Backbord drehte, die Redoubt dasselbe tat, immer mit dem nötigen Abstand, um den Haken und den Netzen fernzubleiben, die die Picaroons an Bord werfen könnten. Egal wie die Esperanza sich drehte, die Redoubt war in ihrem Schatten und jedes Mal, wenn sie parallel zu dem anderen Schiff waren, feuerten sie eine Breitseite auf sie ab.
„Ihr Hauptmast ist getroffen. Sie hat ihre Segel verloren. Sie kann jetzt nicht weiterfahren.“ Bemerkte Adam zu seinen Offizieren, „Seht, was für ein Maverick sie ist – wohin geht ein Captain, wenn sein Schiff auseinanderbricht, fragt man sich?“ und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen während er sprach. Seine Augen waren auf das andere Schiff fixiert, das jetzt taumelte.
„Er ist ein unbarmherziger Mann,“ bemerkte O´Brian, „Er will dieses Schiff, also wird er nicht seine Kanonen an uns verschwenden. Er will nicht das die Redoubt sinkt.“
„Nein, das will er nicht.“ Antwortete Adam.
Die Redoubt erschauderte wieder als eine weitere Salve von Schüssen zur Esperanza geschickt wurde. Einer ging durch die Hülle am Bug. Jetzt waren die Picaroons bestrebt darin, mehr Granaten zu werfen und feuerten mit ihren Gewehren. Trauriger weise mit einigem Erfolg, denn einige von Adams Männern fielen verletzt oder Tod zu Boden, als Folge des andauernden Gewehrfeuers.
„Captain, sie senken die Boote und bereiten sich darauf vor und zu entern.“ Schrie Wilson von seinem Ausguck.
Adam drehte sich jetzt, um seinen Männern gegenüber zu sein, die begonnen hatten sich in Gruppen zu versammeln um auf seine Befehle zu warten. Die Artilleristen verließen ihre Posten nie, sendeten Breitseiten zu dem anderen Schiff das das Holz zum Knirschen und Krachen brachte. Sie hielten nun inne um zu hören was ihr Captain zu sagen hatte.
„Meine Jungs, macht euch bereit die Eindringlinge zurück zu treiben. Kämpft hart, euer Leben und das des Schiffes hängen davon ab.“
Sofort eilten sie zu den Seiten des Schiffes und so schnell wie sich die Eisen in dem Holz festkrallten, so schnell zerschnitten die Männer der Redoubt die Seile und sendeten die anderen Männer zurück ins Meer oder ihre Boote.
Fletcher fiel zurück, als ihn eine Kugel in der Schulter traf, doch er stand wieder auf und bereitete sich darauf vor hart zu kämpfen.
Adam, der bei den Wettersegeln geblieben war, die von der Haupttakelung gehalten wurden, spürte wie das Schiff durchgerüttelt wurde als das andere Schiff mit ihren Kanonen zurückschoss, doch das Schiff erholte sich schnell und er rief seinen Männern den Befehl zu, dem anderen Schiff, der Esperanza, eine Breitseite zu geben, die sie für immer stumm machte.
Der Kampf dauerte weitere 15 Minuten, bevor er endete. Es herrschte eine unnatürliche Stille, die oft auf einem Schlachtfeld auftrat wenn der Kampf beendet war. Das jämmerliche Stöhnen der Verletzten, das nach Luft ringen derjenigen die ihren letzten Atemzug nahmen, der Schrei nach Hilfe von jenen die sahen das andere an ihnen vorbeigingen.
Adam wischte sich den Schweiß von seinen Augenbrauen, sein Gesicht war voll von Ruß, von den Feuern und den Kanonen. Er senkte seine Augen, denn sie brannten von der Hitze und dem Rauch. Der Rauch des anderen Schiffes zog in den Wind und hing wie eine schwarze Wolke über ihnen. Er fand sein Teleskop und richtete es auf die Esperanza um zu sehen was dort passierte. Es war keine weiße Flagge gehisst und es standen immer noch Männer mit gerichteten Waffen auf den Decks. Er winkte O´Brian zu sich, der abgesehen von einem Schnitt über der Braue unverletzt war und in seiner Nähe stand.
„Nehmen sie die Boote und beenden sie es,“ murmelte er, „Mr Wilson -“ er drehte sich und stockte, Mr Wilson war tot, er hing mit dem Kopf nach unten in den Seilen. Er drehte sich zurück zu O´Brian, „Nehmen sie so viele Männer wie sie denken das sie brauchen. Wenn sie das Schiff unter ihrer Kontrolle haben, stecken sie ihre Männer als Gefangene in die Brigg. Dann übernehmen sie das Kommando über sie und folgen uns in den Hafen.“
Eine Kugel, vom anderen Schiff ging durch seinen Hut und er hob seine Augenbrauen,
„Je früher umso besser, Mr O´Brian, es scheint als ob sie eine Erinnerung darüber brauchen, wer der Gewinner hier ist.“
O´Brian nahm einige Boote, bemannte sie mit Freiwilligen, unter ihnen Matrosen und Marines. Die Marines waren besonders willig ihren Anteil in dem Kampf beizutragen, da sie zugesehen hatten wie ihr Offizier, von dem Gewehrfeuer das von der Esperanza kam, niedergeschossen wurde. Sie wollten Revanche.
„Captain Cartwright, wir haben die Leiche ihres Anführers gefunden -.“ Fletcher zeigte mit seinem Daumen auf die Körper, die in der Nähe des Achterdecks lagen. „Bis jetzt haben wir zehn Tote und Fünfzehn verletzte. Sie -.“ Er stoppte, „Sie haben eine Menge Tote.“
„Bringen sie die Überlebenden in die Brigg, als Gefangene. Dann John, gehen sie selbst zum Doktor und lassen sich verarzten.“
Adam beobachtete einen Moment lang wie die Männer sich in erkennbare Gruppen aufteilten. Die Besiegten, die Männer der Redoubt, die Toten und die Verletzten. Nach einer Weile ging er zurück auf die Brücke und sah zu wie O´Brian die Esperanza betrat. Die Männer hatten keine großen Schwierigkeiten das zerstörte Schiff zu betreten. Die Gegenwehr war recht sporadisch und der Kampfgeist dahinter war schwach und sie gaben auf im Angesicht der Wut, die in den anderen Matrosen brannte. Es dauerte nicht lange bis die Flaggen der Esperanza durch die amerikanische Flagge ersetzt war. O´Brian erschien an Deck und wedelte, mit einem breiten Grinsen auf seinem Gesicht, mit seinem Hut. Für ihn war es eine Vergeltung für seinen gefallenen Captain, und er wusste es sehr zu schätzen das er die Gelegenheit dazu bekommen hatte.
Adam ging in seine Kabine. Es gehörte sich nicht für den Captain, nach solchen Ereignissen lange an Deck zu bleiben. Er würde, nachdem er den Bericht erhalten hatte, auf die Krankenstation gehen und die Verletzten ermutigen. Er setzte sich in seinen Stuhl und legte seine Pistole auf seinen Schreibtisch. Er seufzte tief während er sich zurücklehnte und seine Augen schloss. Für einen Moment wollte er an angenehmere Dinge denken, weg von den Geräuschen der Sterbenden und verletzten, dem Geruch von verbranntem Holz und Tuch, von Kordit und Blut.
Er stellte sich vor wie die Sonne über dem Lake Tahoe schien und erinnerte sich an den Geruch der Pinien an einem warmen Sommertag. Er dachte an Joes herzliches Lachen und Hoss’ warmes Gelächter. Er sah das leichte Lächeln seines Vaters, wie seine Augen aufleuchteten, wenn er etwas Schönes und gutes hörte. Er fragte sich kurz was sie wohl in diesem Moment gerade taten.
„Captain?“
„Was gibt es Connors?“
„Mr O´Brian schickt seine Grüße und lässt fragen ob sie zu ihm auf die Esperanza kommen möchten.“
„Ja, natürlich.“ Adam nickte und folgte Connors aus seiner Kabine. Es wäre gut das andere Schiff zu sehen, dann konnte er in seinem Bericht darüber schreiben was sie gefunden hatten. Es würde außerdem bestätigen, dass sie rechtmäßig gehandelt hatten, als sie auf ein Schiff, mit amerikanischer Flagge, gefeuert hatten.
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O´Brian hieß ihn, mit ernstem Gesichtsausdruck, an Bord Willkommen. Er führte ihn dann zu der Kabine des Captains in der sie, in Mitten des Chaos, das durch den Kampf verursacht wurde, alle Beweise über die Geschäfte der Picaroons fanden, soweit es den Schriftverkehr betraf. Truhen voller Geld, in verschiedenen Währungen standen auf einer Seite des Raumes, zusammen mit Landkarten.
„Da sind die die Namen von Männern, die von den Sklaven profitiert haben, die das Schiff ihnen gebracht hat. Es stehen Namen hier von Männern – auch von unseren Männern von der Avenger – die als Sklaven auf die Insel gebracht wurden. Doch für einen weiteren Beweis folgen sie mir -.“
Adam tat das, er ging um die Körper herum, die immer noch auf den Decks lagen und das Blut und das Wasser floss gleichmäßig. Die Luken auf dem Mitteldeck wurden geöffnet und O`Brian ging langsam die Treppe hinab, gefolgt von Adam, der in die Hölle eines Sklavenschiffs trat.
Der Gestank war schrecklich. Wenn Männer jene verurteilten, die nach Tieren rochen, was für Männer zwangen andere Menschen in so einen Horror den er jetzt sah. Reihen um Reihen von Brettern, an denen die Ketten befestigt waren, um Männer, Frauen und Kinder anzubinden, unfähig sich zu bewegen, doch in der Lage zu sterben, wie es hundertfach geschah.
Die beiden Offiziere sahen mit Abscheu auf die Szene die sich ihnen darbot. Nach einem Moment legte Adam seine Hand auf O´Brians Arm, drehte sich und ging wieder die Stufen zum Deck hinauf.
„Nun, es besteht keinen Zweifel daran das es sich um ein Sklavenschiff handelt. Seien wir dankbar das es auf dieser Reise keine Opfer gegeben hat.“ Sagte er ruhig zu dem anderen Mann.
„Man sollte meinen das mit der Abschaffung der Sklaverei…“
„Ah, Rechtlichkeit ist gut und schön, doch sie werden immer Männer finden, die wissen wo es einen Markt dafür gibt und wie man das meiste Geld davon herausholt. Rechtlichkeit hat bei diesen Menschen keine Bedeutung. Dänemark hat den Weg gezeigt für die Abschaffung der Sklaverei, es hat einige Zeit gedauert bis wir auch soweit waren…“ er zuckte mit den Schultern und sah traurig zu O´Brian, „Nun, zumindest können wir dafür Sorgen das diese Männer nicht mehr daraus profitieren.“
„Die Männer von der Avenger, die sie mitgenommen haben,“ sagte O´Brian ruhig, „Wir wissen wo sie sind -.“ Er sah gedankenvoll zu Adam, „Wir könnten sie retten.“
Adam nickte mit einem halblächeln,
„Ja, ich nehme an das könnten wir.“ Antwortete er und drehte sich um und führte den Weg zu der Kabine des Captains an.
Während sie auf dem Weg zur Kabine waren, flog ein weißer Vogel mit schwarzen Flügeln durch den Rauch, als ob er nach einem Platz zum Landen suchte. O`Brian stöhnte auf bei dem Anblick.“
„Das hat uns noch gefehlt, ein Albatros.“
“’Ah, well today! What evil looks
Had I from old and young!
Instead of the cross, the Albatross
About my neck was hung.”
Zitierte Adam leise und hob zynisch eine Augenbraue, während er lächelte, „Nun, was wäre passender, als auf einem toten Schiff zu landen.“
„Sie haben Recht Captain, das Schiff ist Tod. Aber wenn ich meine Kameraden retten könnte, würde ich es tun, Albatros oder nicht.“
„Sind sie Abergläubisch O`Brian?“
„Ist das nicht jeder Matrose?“ antwortete O´Brian, doch alles was er als Antwort bekam war ein Lachen und ein Schütteln des Kopfes.
Kapitel 28
Wenn es für Adam möglich gewesen wäre sich zu der Zeit an der er an sie dachte auf die Ponderosa zu transportieren, hätte er sich in dem großen Raum wiedergefunden. Die Uhr hätte getickt, die Flammen des Feuers hätten an dem Holz geknistert und das heimische Gefühl am Ende eines Tages hätte ihn umfangen.
Ben saß da, rauchte seine Pfeife und schrieb sorgfältig einen Brief an seinen ältesten Sohn. Mitten im Satz hielt er inne und sah zu den anderen im Raum. Vor dem Feuer und in Dame Spiel vertieft saßen Hoss und Candy. Es wurde wenig gesagt, denn das Spiel war an einem Punkt an dem Candy seinen nächsten Zug machte und versuchte ihn auszuspielen, in der Hoffnung zu gewinnen. Joseph saß auf dem Sofa und blätterte durch einen Sears Katalog. Es kam Ben vor das Joe besonders ruhig war und er starrte immer noch auf dieselbe Seite, wie vor zehn Minuten, als Ben das letzte Mal hochgesehen hatte.
„Mensch,“ rief Hoss aus und brach die Stille als Candy mit seinem Zug das Spiel gewann. „Das war es für mich. Ich denke ich gehe ins Bett. Ich muss morgen früh raus. Was tust du morgen Candy?“
„Ich muss Wasserlöcher reinigen.“ Grinste Candy.
„Na ja, jemand muss es tun,“ Hoss lachte und schlug seinem Freund auf den Rücken. „Komm Joe, du bist morgen bei mir, du gehst besser auch ins Bett.“
„Einen Moment Hoss.“ Unterbrach Bens tiefe Stimme seinen Sohn, „Joseph, ich möchte mit dir reden, bevor du nach oben gehst.“
Joe zuckte zusammen, als ob ihm gerade erst bewusst wurde das sie mit ihm redeten. Er sah zu seinem Vater und nickte,
„Ich sage dann besser auch gute Nacht, Sir.“ Candy stand auf, streckte sich und lächelte zu Joe, „Ich seh dich irgendwann morgen Joe.“
„Sicher Candy.“ Joe lächelte dem anderen Mann flüchtig zu und Candy winkte kurz zurück, bevor er auf sein Zimmer ging. „Ich seh dich morgen Hoss.“
„Sicher Shortshanks.“ Antwortete Hoss und machte sich auf den Weg zur Treppe und pfiff zufrieden als er zu seinem Zimmer ging.
„Stimmt etwas nicht, Pa?“ fragte Joe, legte den Katalog vor ihm auf den Tisch und schob dabei das Dame Brett zur Seite.
„Ich weiß nicht Joe. Vielleicht, aber das musst du mir sagen.“
„Was meinst du damit?“ fragte Joe vorsichtig und sah seinem Vater ins Gesicht um nach einem Zeichen zu suchen was er damit meinte.
„Nun, mein Sohn. In den letzten paar Monaten kommt es mir und auch Hoss vor, als ob dich etwas schwer bedrückt. Ich dachte zuerst es hätte etwas zu tun mit Candy, da man sehen konnte das du Schwierigkeiten mit ihm hattest, doch das war bald gelöst…“
„Sicher ist es das, Pa.“ Unterbrach Joe hastig. „Candy ist ein guter Freund von mir und ich respektiere ihn sehr.“
„Ich weiß, ich sehe das und er sieht das auch. Also was ist passiert das du dich so zurückziehst. Ich bin immer noch den Vater Joe und ich möchte denken das ich auch dein Freund bin, dem du Vertrauen kannst und mit dem du über ein Problem reden kannst.“
Joe biss sich auf die Unterlippe und sah auf den Boden. Er starrte so sehr das die Farben des Teppichs vor seinen Augen verschwammen. Er räusperte sich.
„Es ist nichts Pa.“ Sagte er leise.
„Bist du sicher, mein Sohn?“ Ben beugte sich näher und legte eine Hand auf den Arm seines Sohnes. Er muss gespürt haben das er zitterte, denn sein Blick wurde besorgt, „Joe, sag mir die Wahrheit. Was ist es?“
„Ich will nicht -.“ Joe stoppte, dann zog er seinen Arm aus dem Griff seines Vaters und drehte sein Gesicht weg, „Ich will nicht wirklich darüber reden.“
„Warum nicht? Bist du in irgendwelchen Schwierigkeiten? Ist es ein Mädchen -?“
„Nein, nein -.“ Joe sah geschockt aus, „Nein Pa, nicht so etwas.“
„Also beschäftigt dich etwas. Du kannst es genauso gut jetzt sagen, während wir hier zusammen sind, Joe. Sonst wird es größer und größer, bis es Ausmaße annimmt die dich erdrücken.“
Joe seufzte schwer. Er senkte seinen Kopf und legte die Ellbogen auf seine Knie, während er sich mit den Händen das Kinn stützte.
„Nun, Pa, die Sache ist die -.“ Er schluckte laut und er warf einen nervösen Blick in Bens Richtung, „Mensch Pa, ich kann es noch nicht einmal sagen.“
„Warum nicht?“
„Weil – weil, wenn ich etwas sage macht es die Sache real und das bedeutet, dass ich etwas dagegen tun muss.“
Ben lehnte sich in seinem Stuhl zurück und betrachtete seinen Sohn genau,
„Es ist noch nicht so lange her, da hatte ich eine ähnliche Unterhaltung mit deinem ältesten Bruder. Er benahm sich genau wie du, druckste herum, stolperte über seine Worte, versuchte etwas zu sagen ohne dass es eine Auswirkung hat, doch zur selben Zeit ängstlich davor was für Folgen es dennoch haben würde.“ Er beugte sich zur Seite um seine Streichhölzer zu holen, dann zündete er seine Pfeife an.
Für einen Moment herrschte Stille, als Joe nach den richtigen Worten suchte. Die Uhr schlug zur vollen Stunde. Ben wartete einen Moment, bevor er weitersprach.
„Am Schluss hat Adam es einfach gesagt. `Pa, ich muss hier weggehen. Ich muss gehen um herauszufinden was mich hier stört und dann, wenn ich nachhause komme, werde ich gelernt haben die Dinge die ich hier habe weitaus mehr zu schätzen. ` Ist es das was du fühlst mein Sohn?“
Joe blinzelte. War es wirklich so einfach? Sein Vater sagte die Worte die ihm so schwer über die Lippen kamen. Doch wenn er ja sagte, was würde dann passieren?
„Ich denke ja Pa. Es ist nur, ich will nicht zur See oder so etwas. Ich will nur sehen was da draußen ist, über die Ponderosa und Nevada hinaus. Ich will sehen wie die Territorien erschlossen werden und ich schätze auf gewisse Weise -.“
„Auf welche Weise?“ fragte Ben sanft, wenn sein Sohn zu lange brauchte.
„Ich möchte die Erfahrungen haben die du hattest als du jünger warst. Du weißt schon, als du und Adam nach Westen gekommen seid und die Erfahrungen die ihr gesammelt habt und die Dinge die ihr erlebt habt. Pa, seit Jahren habe ich dir, Adam und Hoss zugehört wie ihr über diese Zeit gesprochen habt. Ich weiß sie waren hart für euch, doch zur selben Zeit. Wenn ich über all die Dinge nachdenke, die Abenteuer, na ja, ihr hattet eine schwere Zeit und – und ich hatte das nie. Ich hatte immer eine Sicherheit, ein zuhause mit einem Dach über dem Kopf, Hop Sing um uns etwas zu essen zu machen.“
„Du meinst du sehnst dich nach Entbehrungen?“ Ben lächelte, obwohl sein Herz fest schlug.
„Ich will die Erfahrungen.“ Antwortete Joe so ernsthaft das Ben seine Pfeife aus dem Mund nahm und seinen Sohn mit anderen Augen betrachtete.
„Weiß Hoss das du dich so fühlst? Das du die Ponderosa verlassen willst?“
„Ich habe es ihm nicht gesagt, ich meine, ich hab es angedeutet…“ Joes Stimme versagte. Der Gedanke an Hoss und wie unglücklich er darüber sein würde schwächte seine Überzeugung. Er sah seinen Vater mit großen Augen an, „Pa, ich will Hoss nicht verletzen. Ich liebe ihn, aber ich muss das auf meine Art tun.“
„Ich zweifle sehr daran, dass selbst seine Liebe für dich Hoss dazu bringen könnte die Ponderosa zu verlassen, Joseph.“ Ben seufzte, „Obwohl ich mich auch dabei irren könnte. Ich hätte nie gedacht das du gehen willst, nicht nach der Art wie du reagiert hast als Adam gegangen ist.“
„Ich weiß. Ich fühle mich wie ein Heuchler. Doch wenn ich zu der Zeit zurückdenke als Adam gegangen ist, denke ich das ich eifersüchtig auf ihn war. Ich dachte, wenn er weg ist, ist es schwerer für mich zu gehen. Ich habe ihm das genauso übelgenommen, wie die Tatsache das er mich verlassen hat – und dich und Hoss, natürlich.“
„Joe, alle Eltern müssen akzeptieren das ihre Kinder ihnen nur geliehen sind. Wir müssen akzeptieren, dass der Tag kommen wird, an dem sie ihr zuhause verlassen um ihren eigenen Weg im Leben zu gehen. Adam hat die See gewählt, so wie ich.“ Er stoppte und nickte dann, „Ich war ein Junge von 12 Jahren als ich weglief, doch der Captain des Schiffes kannte meinen Vater und hat mich nachhause geschickt. Dann, als ich 14 war lief ich wieder weg. Ich lief weg, weil ich es nicht übers Herz brachte meiner Mutter zu erzählen das ich sie verlassen werde. Ich liebte sie seht, doch ich wusste das ihre Tränen mich davon abhalten würden zu gehen, vielleicht ein weiteres Jahr und dann noch eines…“ Ben schüttelte seinen Kopf, „Ich war lange geplagt von dem Gedanken daran wie ihr Gesicht aussehen würde, wenn sie meinen Brief fand. Ich fühlte mich wie ein Feigling und unwürdig der Liebe die sie und mein Vater mir entgegenbrachten. Doch selbst jetzt, wenn ich zurückblicke weiß ich das ich es genauso wieder tun würde, wenn ich die Wahl hätte.“
„Hast du sie wiedergesehen?“
„Ja, auf meinem ersten Landgang. Es war 18 Monate später und ihre Haare waren grau geworden und sie sah müde aus. Doch ich erinnere mich daran wie sie mir die Tür öffnete, leuchteten ihre Augen auf und ihr Lächeln machte sie zehn Jahre jünger. Nun, jedenfalls, das war dann und das ist jetzt,“ seufzte Ben, „Ich bin froh das ich weiß wie du dich fühlst, Joe. Wenn du denkst der Zeitpunkt ist richtig für dich zu gehen, sag es uns, ja?“
Joe nickte langsam und stand auf,
„Danke Pa. Ich hatte Angst -.“
„Angst vor mir? Davor was ich sage?“
„Nein. Nicht das, ich hatte Angst davor das, sobald ich es gesagt habe, ich auch Pläne machen musste. Jetzt kann ich offen Pläne schmieden und auch noch mit deiner Hilfe.“
Ben lächelte langsam und stand auf. Er legte seinen Arm um die Schultern seines Sohnes und umarmte ihn kurz.
„Wo immer du bist, Joe, ich bin immer da um dir zu helfen. Da kannst du dir immer sicher sein.“
Joe nickte, flüsterte Danke Pa und ging zur Treppe. Sein Herz war leichter, als ob ihm eine Last von der Schulter genommen wurde, doch in seinem Kopf wirbelten all die Dinge herum die er tun musste bevor er ging. Er konnte es kaum glauben. Als er die Tür zu seinem Zimmer schloss, lehnte er sich dagegen und senkte seinen Kopf. Stell dir das vor, er würde von zuhause weggehen.
Kapitel 29
Joe kam gut gelaunt die Treppe herunter, so wie früher, was Hoss sehr überraschte. Er war in den letzten Tagen daran gewöhnt das Joe sich die Treppe hinunterschleppte als hätte er eine mächtige Last auf den Schultern.
„Bist du in Ordnung, Joe?“ fragte er mit weiten Augen. Was für eine dumme Frage das war, dachte er dann, denn jeder konnte sehen das es Joe ausgezeichnet ging, das es ihm so gut ging wie schon lange nicht mehr.
„Ja, sicher.“ Joe lächelte zu seinem Vater und Bruder, „Ist Candy schon weg?“
„Jepp, er dachte je früher mit den Wasserlöchern anfängt umso schneller ist er fertig.“ Hoss sah zu seinem Vater, der sehr ernst aussah, ernster als üblich. Dann sah Hoss zu seinem Bruder, der vor Freude fast aus den Nähten platzte, „Bist du in Ordnung Pa?“ fragte Hoss Ben. Die unterschiedliche Stimmung der beiden machte ihm Sorgen. Er erinnerte sich daran das Ben und Joe in der vergangenen Nacht geredet hatten.
„Ja, Hoss, mir geht es gut, danke.“
„Ich wundere mich nur, mein kleiner Bruder sieht überglücklich aus und du siehst aus als hättest du dein letztes Geld auf der Bank verloren.“
„Tut mir Leid Hoss,“ Ben lächelte langsam und sah zu seinem jüngsten Sohn, „Erzählst du Hoss von deinen Neuigkeiten, Joe?“
„Neuigkeiten?“ wiederholten beide Männer. Joes Stimme wurde etwas höher und Hoss wurde tiefer. „Was für Neuigkeiten?“ fügte Hoss hinzu.
„Ich – Ich wollte es dir später sagen, Hoss. Wenn wir zusammen sind und – äh – privat.“ Er warf seinem Vater einen vorwurfsvollen Blick zu, der völlig unbekümmert darüber war und offensichtlich der Meinung war, dass Hoss es früher als später wissen sollte.
„Mir was sagen?“ Hoss ließ sich in seinem Stuhl zurücksinken und sah seinen Bruder lange an. Dann seufzte er tief, nickte und stand auf, warf seine Serviette auf den Tisch und stieß sich vom Tisch weg, „Ist schon gut, ich weiß bereits um was es geht, du musst nichts sagen.“
„Du weißt es nicht Hoss, du vermutest nur.“ Sagte Ben ruhig, „Komm zurück an den Tisch und lass Joe erzählen was er zu sagen hat.“
„Ich weiß was er zu sagen hat, Pa. Ich weiß es, weil er seit Monaten kleine Andeutungen macht. Ich weiß es, weil er es genauso wenig vor mir verstecken konnte, wie Adam…“ Hoss blieb auf dem Weg zur Tür stehen, drehte sich und sah Joe dann direkt an, „Du gehst weg, oder nicht?“
„Irgendwann Hoss. Nicht jetzt im Moment.“ Antwortete Joe ruhig. Er wünschte sich mehr als alles andere, dass er noch länger die Vorfreude genießen hätte können, mit der er heute Morgen aufgewacht war, anstatt sich darum kümmern zu müssen.
„Nun, es ist alles dasselbe, jetzt oder dann, spielt keine Rolle. Tatsache ist, du gehst und das ist es.“ Hoss drehte sich und das nächste was sie hörten war die Tür wie sie ins Schloss fiel.
„Pa, ich wollte es ihm sagen, ehrlich. Ich wäre nicht einfach weggegangen.“
„Er musste es jetzt wissen, Joe. Er macht sich lange genug Sorgen und es war nur fair es ihm so schnell wie möglich zu sagen, nachdem du es mir gesagt hast.“
„Ich weiß. Ich – Ich gehe und rede jetzt mit ihm.“
Ben seufzte und nickte und als Joe den Tisch verließ warf er seinem Vater einen weiteren besorgten Blick zu, bevor er auch den Raum verließ.
Hoss war im Stall und lehnte an der Trennwand zu Chubbs Stall. Er streichelte den Nacken seines Pferdes und versuchte seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen, als Joe kam und sich neben ihm anlehnte.
„Es tut mir Leid Hoss, aber ich muss gehen.“
„Ja, das hast du gesagt.“
„Verstehst du es?“
„Nein, ich verstehe es nicht.“ Antwortete Hoss und seine Worte waren gepresst. Er drehte sich von Joe weg, so dass sein kleiner Bruder die Tränen nicht sehen konnte die ihm in die Augen stiegen.
„Hoss, ich muss wirklich gehen, weißt du. Es ist nicht das ich dich nicht liebe, es ist nur das ich – ich habe dieses Verlangen danach zu sehen, was es außerhalb der Ponderosa noch gibt. Versuch das zu verstehen, Hoss.“ Und er legte seine Hand auf den Arm des großen Mannes, doch Hoss schüttelte sie ab,
„Ich muss mit der Arbeit anfangen.“ Murmelte Hoss, „Du musst nicht mit mir kommen. Es ist am besten ich gewöhne mich daran es alleine zu tun.“
„Es ist in Ordnung Hoss. Ich komme trotzdem -.“
„Ich hab gesagt ich geh allein.“ Schnappte Hoss ärgerlich und ging an seinem Bruder vorbei, ohne zu bemerken, dass er ihn streifte und Joe gegen die Trennwand schubste.
Er ritt schnell mit Chubb aus dem Vorhof und danach noch schneller. Er wollte so viel Abstand wie möglich zwischen sich und seinem Bruder bringen, damit er anhalten konnte und mit seinen Gefühlen kämpfen konnte, die ihn zu ersticken drohten.
Im Stall rieb sich Joe die Schulter und sah zu wie der Staub sich wieder legte. Er drehte sich und ging langsam zurück ins Haus, zum Tisch und setzte sich.
„Ich kann mich nicht erinnern das Hoss sich so aufgeregt hat, als Adam gegangen ist.“ grummelte Joe.
„Nun, das ist, weil Beziehung zwischen Hoss und Adam eine andere ist. Er sieht als den kleinen Bruder, den er immer geliebt und beschützt hat. Adam war der Bruder den er geliebt und respektiert hat.“
Joe runzelte die Stirn. Er war sich nicht sicher ob er mochte was sein Vater sagte, oder ob er zustimmte, doch er sagte nichts. Er schenkte sich Kaffee aus und realisierte das es seinem Bruder sehr weh tun würde, wenn er gehen würde.
„Hat Hoss gedacht das Adam die richtige Entscheidung getroffen hat zu gehen?“
„Er konnte es genauso wenig verstehen, wie er versteht das du gehen willst. Er konnte Adams Entscheidung akzeptieren, weil er der Älteste ist und weil Adam schon mal weggegangen ist und er zurückgekommen ist. Hoss ist zufrieden mit der Annahme, dass sein Bruder zurückkommen wird.“
„Das werde ich auch.“
„Nun, Hoss muss selbst damit klarkommen. Gib ihm Zeit. Er hat gerade erst die Bestätigung darüber bekommen, was ihm seit Monaten Sorgen bereitete und er ist verletzt.“
Hoss stieg von Chubb ab und ging langsam durch das hüfthohe Gras, an den Strand bei dem Fluss. Hierher war er vor Jahren gekommen, nachdem Margie ihn zurückgewiesen hatte. Und hier hatte er über Adams Entscheidung, die Ponderosa zu verlassen, nachgedacht. Er liebte das Wasser, wie es unter der Sonne funkelte und den blauen Himmel reflektierte Er liebte den Geruch und wie die See, Erde und der Himmel zusammen einen Kreis bildeten der so perfekt war.
Doch nicht heute. Heute fiel er auf die Knie und weinte. Die Tränen liefen ihm die Wangen hinunter und er wischte sie mit den Händen weg. Dann vergrub er sein Gesicht in seinen Händen und ließ die Tränen einfach fallen. Er hatte so stark geweint als Ma gestorben war, nach der Beerdigung, als er alleine sein wollte. Adam hatte ihn gefunden, so wie immer und sie blieben ein paar Stunden, er weinte und Adam saß bewegungslos da und hielt seinen Bruder in den Armen.
Doch heute gab es keine tröstenden Arme. Nur ein großer Schmerz in seinem Herzen Eine Leere wo sein kleiner Bruder mal war.
„Sei kein Idiot.“ Murmelte er, „Er ist noch nicht mal weg. Vielleicht geht er gar nicht. Mensch Hoss Cartwright, du machst dir selbst nur was vor. Du wusstest die ganze Zeit das er gehen wird, er macht lange genug Andeutungen, so dass jeder intelligente Mann weiß das er geht. Oh Joe…“ seine Stimme versagte und Erinnerungen kamen in ihm hoch, die dazu führten das es ihm noch schlechter ging.
Für Hoss Cartwright war es als ob seine ganze Welt zusammengebrochen war.
Eine Stimme in seinem Kopf erinnerte ihn daran, dass nicht jeder wie er war, glücklich für immer zu Hause zu bleiben. Er musste den Altersunterschied berücksichtigen und das Temperament. Doch es half kaum. Hoss war ein Mann mit tiefen Gefühlen und bevor er Joe wieder gegenübertreten konnte, musste er sie rauslassen. Wenn er damit fertig war, würde er mit Joe reden wie zwei Männer und dann würde er mit seinem Leben weitermachen.
Doch nicht im Moment.
Kapitel 30
Hoss kam erst spät am Abend nachhause zurück. Ben stand am großen Fenster, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, doch er war in Gedanken verloren, während er sich Sorgen um seine Söhne machte. Candy saß in dem blauen Stuhl, in der Nähe des Kamins und versuchte einen Splitter aus seiner Handfläche zu ziehen. Er wusste es zu schätzen das er in dem Haus lebte und mit ihnen zusammen aß, doch er war kein Mitglied der Familie. Sobald Hoss das Haus betrat und die Tür hinter sich schloss, stand Candy auf und nach einem Lächeln in Hoss Richtung, erklärte er, dass es ein langer Tag gewesen war und es war Zeit für ihn ins Bett zu gehen. Es war eine taktvolle Geste und sehr geschätzt.
Von Joe war nichts zu sehen. Cochise war nicht im Stall als Hoss angeritten kam. Einen Moment lang stand Hoss in der Mitte des Raumes und sah sich um. In der Zukunft wird es genauso aussehen…Pa und ich.
„Bist du in Ordnung, mein Sohn?“ fragte Ben ihn und ging vom Fenster weg, sein warten war vorbei.
Hoss griff nach seinem Pistolengurt und schnallte ihn ab. Er legte ihn sorgfältig auf die Kommode, bevor er seinen Vater ansah,
„Ist noch Kaffee in der Kanne, Pa?“
„Ja.“ Sagte Ben ruhig und sah zu wie Hoss sich etwas davon einschenkte, „Wo warst du?“
„Ach Pa, ich habe nur nachgedacht.“ Er runzelte die Stirn, „Pa, ich habe mir das Gehirn zermartert, aber ich kann nicht verstehen warum sie gehen wollen.“
„Du hast Joe keine Chance geben dir zu erklären wie er sich fühlt, mein Sohn.“
„Ich wollte, ehrlich gesagt, nicht hören was er sagt, Pa.“ Hoss ließ sich schwerfällig auf die Couch fallen, „Warum will ich nicht gehen? Stimmt etwas nicht mit mir?“ er seufzte miserabel.
„Na ja.“ Ben setzte sich und beugte sich zu seinem Sohn. Seine dunklen Augen begutachteten Hoss Gesicht und er konnte die Qualen sehen die er den ganzen Tag über erlitten hatte. Er faltete seine Hände und legte die Ellbogen auf seine Knie, „Ich erinnere mich daran das, wann immer wir angehalten haben, auf unserem Weg hierher. Adam kam zu mir und fragte „Wann gehen wir Pa. Das ist nicht der Ort für uns, oder?“ doch du kamst zu mir und sagtest, „Wir bleiben hier, nicht wahr Pa? Wir gehen nicht wieder weg?“ Du siehst, selbst damals warst du so anders. Du warst wie eine kleine Brieftaube, die ein Nest für sich suchte und Adam – nun, er war wie ein Adler, der immer weiter nach oben wollte und nach etwas Neuem suchte.“
„Und Joe? Was ist mit ihm? Ich dachte er würde nie von hier weggehen, dass er so wie ich fühlt, Pa.“
„Joe, nun was erwartest du von einem kleinen Jungen, der unseren Geschichten zugehört hat, das Reisen, die harten Zeiten, die wir hatten…ohne unser Wissen haben wir diese Saat in seinem Gehirn gepflanzt und sie sind gewachsen, haben Wurzeln geschlagen. Jetzt will er seine eigenen Reisen machen und Erfahrungen machen.“
„Mann, Pa, Vögel und Pflanzen…“ Hoss zog die Nase hoch, „Pa, du und ich wissen, dass Joe wahrscheinlich in Schwierigkeiten gerät, sobald er unseren Hof verlässt. Er könnte sich das Genick brechen, nur bei aus dem Bett fallen. Wie soll er alleine klarkommen, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Und wenn er welche hat, wie erfahren wir davon? Wie können wir ihm helfen?“
Ben schüttelte seinen Kopf und er presste seine Hände so fest zusammen, dass seine Knöchel weiß wurden. Für einen Moment waren sie still, dann sagte er sanft,
„Glaubst du nicht das ich daran auch gedacht habe, mein Sohn?“
„Dann kann er nicht gehen? Zu seiner eigenen Sicherheit…du musst ihm sagen Pa, dass er bleiben muss.“
„Das kann ich nicht tun Hoss. Er muss das für sich selbst tun, denn wenn er das nicht tut, verlieren wir ihn ganz. Auf diese Weise wird er eines Tages zu uns nachhause zurückkommen, zufriedener mit sich selbst wie jetzt. Wenn wir ihn zwingen zu bleiben, wird sich der Hass aufstauen, bis alles was wir an ihm lieben dadurch vergiftet ist.“ Ben stand auf und lehnte sich gegen den Kamin. Einen Augenblick starrte er in die Flammen, bevor er sich wieder zu seinem Sohn drehte, Wir müssen unserem Gott vertrauen, der nach uns allen sieht, Hoss. Er tut es jetzt schon eine ganze Weile und wir sollten nicht an ihm zweifeln, dass er es auch jetzt tut.“
Hoss wollte etwas dazu sagen, als Hop Sing den Raum betrat, und nach einem Blick von Vater zu Sohn, ging er auf Hoss zu, schüttelte seinen Kopf und wedelte mit dem Finger.
„Du sehr böser Junge. Du kommst nicht nachhause zum Essen und jetzt Essen trocken und nicht gut. Geschieht dir recht, wenn du die ganze Nacht hungrig bist.“
„Aw Hop Sing -.“ Protestierte Hoss.
„Gut das Hop Sing weiß das du heimkommst und Hunger hast. Jetzt komm essen, was ich in der Küche hab. Du kommst und isst alles oder du bekommst Ärger.“
Hoss seufzte, stand auf und wollte Hop Sing folgen, als sein Magen zu knurren anfing. Das war Musik in Hop Sings Ohren und er schimpfte auf Kantonesisch weiter.
Ben beobachtete wie die beiden Männer den Raum verließen und lauschte einen Moment ihren Stimmen. Dann senkte er seinen Kopf und niemand konnte sagen ob er über die Dinge nachdachte die gesagt wurden, oder ob er ein Gebet sprach.
Kapitel 31
Der Gouverneur der Insel von…war mehr als großmütig in der Begrüßung, die er den beiden Offizieren der US Navy entgegenbrachte. Die Tatsache das die beiden gebeten wurden beim Stallmeister des Gouverneurs zu warten, während er sich auf ihren Besuch vorbereitete, ließ Adam sich wundern was für eine Art Mann er war.
Während sie im Vorzimmer des Regierungszimmers des Gouverneurs warteten, dachte Adam über die Geschehnisse der vergangenen Tage nach, seit sie dem Picaroons Schiff begegnet waren. Die beiden holländischen Captains hatten die Erklärung akzeptiert, besonders nach dem sie in dem Sklavenschiff herumgeführt worden waren. Sie hatten mit großer Abscheu reagiert und schüttelten Adams Hand, um ihm dafür zu danken, dass er geholfen hatte diesen Abschaum zu entfernen. Sie realisierten auch das, wenn Adam nicht da gewesen wäre, sie sich eines Tages darum kümmern hätten müssen.
Während der Unterhaltung erfuhren sie, dass die Holländer schnellere Schiffe bauten, aus Stahl und mit Dampf betrieben. Für die holländische Marine war die Zeit der Segelschiffe vorbei. Adam zuckte nur mit den Schultern, es war der Fortschritt. Ein Schiff das auf Wind angewiesen war, war immerhin, kein Gegner für ein sich schnell bewegendes Dampfschiff das, unabhängig vom Wetter, fahren konnte.
Er hatte außerdem beim durchsehen des Logbuchs des Picaroons Schiffes entdeckt, das der Sklavenhandel in der Südsee immer noch ein großes Geschäft war. Es war, als ob das Verbot in Amerika und Europa ihn in dieses Gebiet gedrängt hatte. Das durchlesen der Liste mit den Plantagenbesitzern, die Sklaven gekauft und verkauft hatten, war wie das Öffnen der Pandora.
Sein Einverständnis, mit O´Brian zusammenzuarbeiten, die Männer der Avenger zu befreien, war eine Selbstverständlichkeit für einen Navy Offizier. Die Männer waren Amerikaner und der marine der Vereinigten Staaten verpflichtet. Aber, sagte er zu O´Brian, es musste auf korrekte Art ausgeführt werden. Politik, Regeln und Protokoll kamen zuerst, sagte er.
Und so befanden sie sich hier, standen sich die Beine in den Bauch in diesem großen kunstvoll und überdekorierten Raum, während der höchste Beamte der Insel, sich bereit machte sie zu begrüßen. Adam ging auf und Ab, mit den Händen hinter dem Rücken, als die Tür des Arbeitszimmers sich öffneten und sie hereingebeten wurden um den Gouverneur zu begrüßen.
Er war ein großer Mann, mit aufrechter Haltung und sein Harr, was davon übrig war, war grau. Seine dunklen Augen waren durchdringend und deutete eine Hinterlistigkeit an, die Adam etwas Unbehagen bereitete. Doch er grüßte sie beide sehr erfreut und bot ihnen einen Platz an.
„Wir sind vor kurzem dem Schiff Esperanza begegnet das, so wie wir erfahren haben seit ein paar Jahren ihre Gewässer terrorisiert, Sir.“ Erklärte Adam.
„Die Esperanza ist in der Tat seit langer Zeit eine Plage. Ja, sie sind, zusammen mit anderen Schiffen, voll mit diesem Dreck, der schlimmste Abschaum auf dieser Erde, und haben viel Elend geschaffen. Sie haben unsere Männer und Frauen weggebracht. Ernten ruiniert und Dörfer abgebrannt. Was ist passiert als sie ihr begegnet sind?“
„Wir haben sie bekämpft. Sie ist nun ein Wrack, das wir nun hinter uns herziehen, um die Belohnung zu kassieren. Jedoch -.“ Adam streckte seine Beine aus, „wir wollten ihnen die 23 Männer übergeben, die wir als Gefangene genommen haben. Wir haben gehört das sie fair sind und dass sie ihnen eine gerechte Verhandlung zukommen werden lassen und die entsprechende Bestrafung.“
„Sie sind Picaroons?“
„Alle von ihnen. Ja.“ Adam nickte mit dem Kopf und lehnte sich dann im Stuhl zurück, der unter seinem Gewicht knarrte.
„Und der Captain? Ist er unter ihnen?“
„Der Captain ist Tod.“
Der Gouverneur lächelte kalt und einen Moment lang starrte er in die Richtung der beiden Männer, als ob ihm nicht bewusst war, dass sie noch im Raum waren. Dann nickte er,
„Das ist sehr gut. Bringen sie diese anderen Männer her?“
„Sie sind bereits hier und warten auf ihre Anweisungen -.“
„Es wird sich um sie gekümmert werden, machen sie sich keine Sorgen darum.“ Winkte er mit einer Handbewegung ab, „Gibt es noch etwas?“
„Es befand sich eine Menge Beute auf der Esperanza. Beim durchsehen des Logbuchs hat sich herausgestellt das das meiste davon ihrer Insel gehört. Die haben wir auch hier.“
Der Gouverneur lächelte leicht und er konnte nicht verhindern das man die Gier in seinen Augen sah.
„Gibt es viel Gold?“
„Eine beträchtliche Menge, Sir.“
„Das ist auch sehr gut.“ Der Gouverneur lächelte.
„Es gibt noch eine weitere Sache die ich vorbringen muss, Sir.“ Adam setzte sich aufrecht, den Rücken gerade und sah dem Gouverneur direkt ins Gesicht. „Vor kurzem wurde eines unserer Schiffe von der Esperanza angegriffen. Da es sich um Picaroons handelte und die Mannschaft deswegen zu keiner Nation gehörte, kann man es nicht als Kriegsakt ihrerseits oder ihrer Insel bezeichnen. Sie haben ein paar unserer Männer gefangen genommen und sie an einen Plantagenbesitzer, mit dem Namen Legrand.“
„Legrand ist ein sehr mächtiger und reicher Mann auf diesen Inseln.“ Sagte der Gouverneur nervös.
„Nun, die Tatsache bleibt, dass er unrechtmäßig Matrosen aus den Vereinigte Staaten genommen hat, sie als Sklaven gekauft und benutzt. Wir möchten sie darum bitten sich für uns einzusetzen, damit sie entlassen werden.“
„Sie erwarten eine Menge, Sir.“ Antwortete der Gouverneur mit erhobenen Augenbrauen.
„Wir haben ihnen bereits viel gegeben, Sir. Es kann sein das meine Regierung es als Kriegsakt ihrerseits bezeichnet, wenn es so aussieht das sie es unterstützen das amerikanische Matrosen als Sklaven in ihrem Gebiet gekauft werden.“
Der Gouverneur senkte seinen Kopf und seufzte dann. Er nahm einen Stift und drehte ihn zwischen seinen Fingern, bevor er aufsah und mit den Schultern zuckte,
„Wie viele Männer? Kennen sie ihre Namen? Sind sie reich?“
„Es waren elf Männer, wir haben eine Liste mit Namen hier.“ Er beugte sich nach vorne und legte die Liste mit Namen auf den Schreibtisch, „Ihr Vermögen spielt keine Rolle. Sie gehören zu uns, als amerikanische Bürger.“
Der Gouverneur las die Liste mit den Namen durch, bevor er sie wieder auf den Tisch legte.
„Ich sehe was ich für sie tun kann.“ Sagte er wieder, mit einem leichten Schulter zucken.
„Ich hoffe das ich alle elf Männer, um vier Uhr am Nachmittag, am Pier sehe.“ Sagte Adam kalt, während er aufstand, „Danke für die Audienz, Sir.“
„Das Gold – ich werde einige Männer schicken um es zu holen, und auch die Gefangenen.“
„Es ist alles bereits auf dem Pier, Sir. Doch unsere Männer hätten wir gerne bis vier Uhr.“ Wiederholte er, bevor er sich leicht vor dem Mann am Schreibtisch verbeugte und den Raum verließ.
O´Brian sah zu ihm und schüttelte seinen Kopf,
„Er wird nichts tun,“ murmelte er, als er seinen Hut aufsetzte.
„Nein, aber er hat bis vier Uhr Zeit es zu beweisen.“ Antwortete Adam.
„Und dann?“
„Wir werden sehen…“ Adam lächelte kalt und entfernte sich schnell, mit aufrechtem Gang, von dem Regierungsgebäude des Gouverneurs.
Kapitel 32
Sobald die Tür hinter den zwei Navy Offizieren ins Schloss gefallen war, öffnete sich eine andere Tür und ein großer, dicker Mann trat in den Raum. Durch seine Größe war er eine beeindruckende Persönlichkeit und auch wenn er jetzt zu dick war, konnte man sich gut vorstellen was für ein gutaussehender junger Mann er einmal gewesen war. Mit seiner teuren Kleidung ließ er den Gouverneur der Insel arm aussehen.
„Haben sie gehört was unsere glorreichen Besucher zu sagen hatten, Legrand?“ fragte der Gouverneur, nahm eine kleine goldene Schachtel, die er öffnete um Schnupftabak herauszuholen, während er auf Legrands Antwort wartete.
Legrand ging zum Fenster, von wo aus er sehen konnte wie die beiden Männer durch den Vorplatz schritten.
„Ja, ich habe es gehört. Ich mag diesen Cartwright nicht. Arrogant. Wie alle Amerikaner redet er als wären wir nichts. Er muss eine Lektion bekommen.“
„Ich glaube ihr Captain Salvadore hat es versucht und hat versagt.“ Kam die sarkastische Antwort des Gouverneurs, „Ich mochte ihn. Er war ehrlich und wenn er stolz war, dann -.“ Er zuckte mit den Schultern, „warum sollte er nicht? Er ist ein mutiger Mann und ziemlich naiv, wenn er denkt das wir ihm geben was er verlangt.“
„Pah.“ Machte Legrand wütend und beobachtete wie Adam und O´Brian in die Kutsche stiegen, die langsam in den Vorplatz einfuhr. Er sah wie Adam nach oben sah und trat einen Schritt zurück.
„Also? Was haben sie vor?“
„Goldbarren sind nicht zu verachten. Was die Picaroons betrifft, wir machen mit ihnen was wir sonst auch tun. Wir behalten die kräftigen für die Plantagen und hängen und Federn den Rest. Damit ist jeder zufrieden. Was die amerikanischen Matrosen betrifft…“ er runzelte die Stirn und zuckte mit den Schultern, „Sie sind ein mürrischer Haufen. Sie reden immer über ihre Rechte als Amerikaner und fangen Streit an. Vielleicht können wir einen Kompromiss aushandeln.“ Er lächelte und drehte sich zu dem Gouverneur, „Ich werden jetzt gehen und einige Dinge veranlassen.“
„Legrand, lassen sie mich ihnen einen Rat geben. Ich glaube nicht das Captain Cartwright ein Mann ist den sie übers Ohr hauen können. Wenn sie also einen Kompromiss aushandeln wollen, wäre ich sehr vorsichtig damit, wie sie das tun.“
„Sie wagen es MIR einen Rat zu geben?“ Legrand lächelte langsam und seine Augenlieder wurden enger, „Sie bringen mich zum Lachen. Bin ich ein Mann der sich vor Schatten fürchtet? Glauben sie mir, ich fürchte diesen Cartwright nicht. Und sie, Gouverneur, sollten es besser wissen, als mir einen Rat zu geben. Wenn ich nicht wäre, würden sie jetzt nicht in diesem Amt sitzen, sondern wären immer noch ein kleiner Angestellter in meinem Warenhaus.“ Er schnippte mit seinen Fingern und mit einem abschätzigen Blick drehte er sich um und verließ den Raum.
Der Gouverneur sah ihm nach, senkte seinen Kopf und ging zu dem Fenster. Die Kutsche war nun weit außer Sichtweite, doch er hielt trotzdem Ausschau nach ihr. Was für ein Glück es wäre, wenn dieser Captain Cartwright sie Von Legrand befreien könnte, so wie er es mit Salvadore gemacht hatte.
In der Kutsche setzte sich Adam zurück und dachte über seinen Plan nach. Sein Blick zum Palast hinauf, hatte bestätigt was er erwartet hatte. Ein anderer Mann stand am Fenster und dieser Mann, das wusste er instinktiv, war der berühmte Legrand, dessen Namen er gehört hatte. Nicht nur vom Gouverneur, auch von den Picaroons, die er befragt hatte und von den Männern am Kai.
Kapitel 33
Nachdem einige Zeit vergangen war, hob Adam seinen Kopf und nahm seine Uhr aus der Tasche. ES war eine Gold Hunter, sehr schön und ein Geschenk seines Großvaters, das ihm viel bedeutete. Er öffnete die Klappe und sah auf die Zeit, bevor er sie wieder schloss und zufrieden vor sich hin grinste, dann steckte er sie wieder weg.
„Fahrer.“
„Ja Sir?“
„Ich sehe wir haben ein oder zwei Stunden übrig, fahren sie uns bitte eine Runde um die Insel. Eine die uns um vier Uhr zurück zum Kai bringt.“
Der Fahrer tippte mit seiner Peitsche an seinen Hut und drehte die Pferde dann vom Hafen weg und fuhr mit ihnen die Küste entlang. Adam lächelte O´Brian zu.
„Nun denn, lassen sie uns bei dem Ausflug entspannen. Achten sie auf die Buchten und Wölbungen, die Lagunen und friedlichen Strände. Da wir Zeit übrig haben ist es am besten zu genießen und zu lernen.“ Er seufzte zufrieden und streckte seine langen Beine aus, „Ich bezweifele stark das wir unsere Männer zurückbekommen, wie sie wissen O´Brian. Aber wir müssen vorsichtig sein, denn Männer wie Legrand sind schnell dabei andere Männer mit den Sünden zu belasten die sie selbst begehen.“
„Und der Gouverneur?“
„Nur ein Bauer in Legrands Spiel. Oft ist der Mann an der Spitze nur eine Marionette von mächtigeren Männern. Ich weiß nicht viel über die Geschichte dieses Landes, doch ich glaube es hat vor ein paar Jahren einen Militärputsch gegeben und seitdem hatten sie zwei Präsidenten und vier Gouverneure. Irgendwie war Legrand immer eine Konstante dabei.“ Er fuhr sich mit der Hand durch das dunkle Haar, das sich am Kragen seines Navy Jacketts kräuselte.
„Also was haben sie vor?“
„Nichts bis vier Uhr, außer natürlich unseren Ausflug zu genießen.“ Adam lächelte und fuhr sich mit der Hand über seinen ordentlich geformten Bart. „Erst danach wissen wir wie die Karten für uns aussehen. Das ist der Moment in dem wir unsere Hand ausspielen.“
O´Brian nickte zweifelnd und seufzte schwer. Er sah auf die Landschaft, die an ihnen vorbeizog und ärgerte sich über die Verzögerung und die Verschwendung der Zeit, während der Captain neben ihm saß und sich mit großem Interesse die Landschaft ansah. Er zeigte auf Buchten, die versteckt hinter Klippen und üppigem grünen Laub lagen, auf Pflanzen, mit Farben die typisch für dieses tropische Gebiet waren. Er zeigte erfreut auf eine elegant geformte Lagune mit silbernem Strand, als ob er noch nie zuvor so etwas gesehen hätte. Als der Kutscher sagte es wäre Zeit für die Rückfahrt nickte Adam nur und schlug vor, dass sie an den Plantagen vorbeifahren sollten, mehr eine Fahrt durch das Land als an der Küste entlang.
O´Brian zeigte nun mehr Interesse, streckte den Kopf um die Plantagen zu sehen und die Arbeiter nach bekannten Gesichtern abzusuchen. Doch die öffentliche Straße war zu weit von den Plantagen entfernt und er ließ sich enttäuscht zurückfallen.
„Captain Cartwright, sie haben die Namen auf der Liste gesehen, die gefangen genommen wurden, nicht wahr?“
„Ja, das habe ich.“
„Nun, um ehrlich mit ihnen zu sein -.“ Er stoppte und seufzte schwer, „Ich hätte es wahrscheinlich schon vorher erwähnen sollen, doch einer der Männer ist mein Cousin Jotham. Wir wurden zusammen erzogen, mehr als Brüder als wie Cousins und wir sind zusammen der Navy beigetreten. Ich habe ihm versprochen das ich ihn finden werde und ihn sicher nach Hause bringen werde. Als sie ihn wegschleppten hatte ich nur Zeit ihm zuzurufen. Er weiß das ich Lebe und dass ich alles in meiner Macht tun werde um ihn zu befreien.“
„Warum sagen sie mir das O´Brian? Glauben sie das es ihm größere Bedeutung gibt, nur weil er mit ihnen verwandt ist? Nehmen sie an, das ich entschlossener darin bin sie zu befreien, nur weil er darunter ist?“ Adam hob eine Augenbraue, als ob er überrascht darüber war dem anderen Offizier diese Frage stellen zu müssen.
„Nein. Ich wollte nur das sie wissen das, was immer sie sich entscheiden zu tun -.“ O´Brian stoppte, „Ich muss mein Versprechen an Jotham halten.“
„Natürlich müssen sie das, ich verstehe das nur zu gut. Ich habe einen jüngeren Bruder der andauernd in Schwierigkeiten gerät. Mein anderer Bruder und ich mussten ihn immer herausholen, also kann ich gut verstehen wie sie sich fühlen. Aber sie müssen daran denken das wir hier unser Land repräsentieren und wenn wir zu hastig reagieren, kann das falsch verstanden werden und Legrand in die Hand spielen.“ Er spitzte seine Lippen und zog seine Augenbrauen etwas hoch, „Wenn mein Bruder unter diesen Männern wäre, würde ich alles in meiner Macht tun um ihn zu befreien, glauben sie mir.“
Wieder nahm er seine Uhr aus der Tasche und kontrollierte die Zeit. Zufrieden bat er den Fahrer schneller zu fahren, damit sie nicht zu spät kommen würden und als sie die Kutsche verließen schlug die Glocke, in der Stadt, vier Uhr.
Die Männer des Gouverneurs waren bereits da und trugen die Kisten voller Gold auf ihre Wagen. Die PIcaroons, ein gezeichneter Haufen von Männern, wurden in Ketten gelegt und von der Miliz in einer Reihe aufgestellt, die ihre Musketen benutzten um ihren Befehlen Nachdruck zu verleihen. Als Adam und O´Brian auf den Offizier mit dem höchsten Rang zugingen, der auf sie zu warten schien, riefen einige der angeketteten Männer ihnen flehend zu.
„Captain Cartwright, Captain Cartwright -.“ Rief einer von ihnen und trat aus der Reihe um auf Adam zuzugehen, „Bitte Sir, haben sie Mitleid. Sprechen sie für mich und lassen sie mich frei. Ich diene freiwillig auf ihrem Schiff, Sir. Ich wurde vor einigen Monaten von Salvadore gefangen genommen und wurde gezwungen mit diesen Männern zu arbeiten. Ich bin nicht wie die…ich flehe sie an Sir.“
„Wo immer sie herkommen, es hilft nichts. Sie haben freiwillig mit ihnen zusammengearbeitet, denn ich weiß genau das kein Pirat oder Picaroon etwas tun muss, wenn er es nicht will. Wenn sie nicht mit ihren Regeln einverstanden gewesen wären, hätten sie sie als Sklave verkauft oder getötet.“ Adam schüttelte seinen Kopf, „Es tut mir leid, aber sie haben mein Schiff und meine Männer angegriffen und sie waren auch beteiligt am Tod von Captain Hargreaves und seinen Männern. Wenn ich sie nach Amerika bringen würde, müssten sie dort vor Gericht, es gibt also keinen Grund das unvermeidliche hinauszuzögern.“
„Wissen sie was sie mit uns tun -.“ Rief ein anderer Mann aus, „Wissen sie das?“
Adam seufzte und ging weiter. Er wusste sehr gut was geschehen würde mit den Männern die angeklagt wurde und für schuldig befunden wurden. Sie würden gehängt werden und ihre Körper geteert und dann würde man sie in Käfige stecken und aufhängen, so dass jeder sehen konnte das Gerechtigkeit gewaltet hatte. Er ging weiter, bis er dem Offizier gegenüberstand, der ihm höflich salutierte und ihm einen Brief mit einem großen roten Siegel übergab.
„Wo sind meine Männer?“ fragte er den Offizier kalt, während er den Brief aufriss.
„Wir haben sieben Männer hergebracht, Captain Cartwright.“ Antwortete der Offizier und machte eine Geste zu einer Gruppe Männer, die in der Nähe von Jacob Brown standen und einigen anderen Seemännern der Redoubt.
„Nur sieben? Was ist mit den anderen Männern?“
„Der Brief erklärt es, Sir. Wer bin ich um Fragen zu stellen?“ und er Mann zuckte mit den Schultern und wartete auf eine Antwort oder ein Kommentar von Adam, der immer noch den Brief las.
Adam sagte eine Weile nichts, sein Gesicht war unlesbar, als er den Brief wieder zusammenfaltete und in die Tasche seines Jacketts steckte.
„Danken sie dem Gouverneur in meinem Namen, Captain. Ich sehe es gibt nichts mehr zu tun. Wir werden unser Schiff und die Esperanza sichern und mit der Abendflut hinausfahren. Bitte danken sie ihren Vorgesetzten.“ Und er nickte dem Offizier kurz zu, als Zeichen der Verabschiedung und ging weg.
O´Brian eilte zu den sieben Männern und ging von einem zum anderen, auf der Suche nach seinem Cousin. Doch er war nicht unter ihnen, noch konnte einer der Männer ihm etwas über Jotham sagen. Sie selbst waren, trotz der kurzen Zeit in Sklaverei, dreckig, zerlumpt und abgemagert. Einer der Männer konnte sich kaum auf den Beinen halten und kollabierte auf dem Weg zum Boot. Jacob trug ihn an Bord und legte ihn vorsichtig auf den Boden.
„Ist ihr Cousin dabei?“ fragte Adam O`Brian, der seinen Kopf schüttelte und sich durcheinander umsah. „Ich verstehe -.“ Sagte der Captain und trat in das Boot, um sich zu seinen Männern und die sieben geretteten zu setzen. Zögernd setzte O´Brian sich neben ihn.
Das Boot legte ab und die Männer ruderten mit aller Kraft um zur Redoubt zu fahren. Die Sonne brannte immer noch heiß, obwohl der Abend nahte. Bald würde die Dunkelheit einbrechen. Als sie sich immer weiter vom Land entfernten hatte O´Brian das Gefühl das er seinen Cousin nie wiedersehen würde.
Kapitel 34
Jacob Brown musste sich ducken, damit er sich nicht den Kopf am Türrahmen anschlug, als er die Kabine von Adam betrat. Sein Captain beugte über seinem Schreibtisch und überflog einige Papiere die vor ihm lagen. Er sagte nichts zu Jacob, sondern sah auf eine große Landkarte, die aufgeschlagen auf einem Stuhl lag. Er hob sie hoch und legte sie über die anderen Papiere, bevor er mit seinem Zeigefinger eine Route darauf entlangfuhr. Er stoppte und drehte sich zu Jacob.
„Nun, denn Jacob, sind die Männer die wir mitgebracht haben an Bord?“
„Die Ärzte untersuchen sie Sir. Ich wollte ihnen nur mitteilen das ein weiterer unserer Männer gestorben ist, als Folge des Kampfes mit der Esperanza. Oh, und der Mann den ich an Bord getragen habe…er ist auch gestorben.“ Jacob rieb sich das Kinn, „Der Doc sagt er muss ein schwaches Herz gehabt haben oder was Anderes und konnte die Hitze nicht ertragen.“
„Wirklich?“ Adam zog eine Grimasse, „Ich hätte gedacht, wenn er die Hitze an Bord des Schiffes, in der Midshipmans Unterkunft ertragen kann, könnte er das überall. Aber es ist trotzdem eine Schade.“ Er sah wieder nach unten auf die Landkarte, wie in Gedanken versunken, bevor er wieder zu Jacob aufblickte, „Ich gehe am besten zu ihnen. Es gibt ein paar Fragen die ich ihnen stellen möchte.“
„Ich nehme an sie haben vor die anderen vier Männer von der Insel zu befreien, Captain?“
„Warum? Was würden sie tun, wenn sie Captain wären, Jacob?“ Adam war gerade dabei seine Tunika zuzuknöpfen und stoppte und sah nachdenklich zu dem großen Mann.
„Oh, fragen sie am besten nicht, Sir. Ich würde wahrscheinlich hingehen und den ganzen Platz in Stücke schießen.“ Jacob Brown grinste von Ohr zu Ohr.
„Nun, das wäre eine Art mit der Sache umzugehen, nehme ich an.“ Sagte Adam mit einem leichten Lächeln.
Sie verließen die Kabine und als er sah wie sein Steward auf sie zukam, bat Adam ihn seine Offiziere und Mr O´Brian in seiner Kabine zu versammeln. Dann machte er sich auf den Weg zu der Krankenstation, in der man sich um die verletzten Männer der Redoubt kümmerte, so wie um die 8 Männer von der Avenger. Jeder Mann der konnte, stand auf und salutierte.
Adam sah alle nacheinander an, sagte ein paar Worte zu seinen eigenen Männern als er vorbeiging und wünschte sich sie könnten unter anderen Bedingungen versorgt werden, denn die Krankenstation eines Schiffes war nie ideal. Dann ging er auf die 8 Männer zu.
„Willkommen an Bord der Redoubt Gentlemen. Wer ist der Senior Offizier hier?“
„Das bin ich Sir.“ Ein dünner rothaariger Mann trat nach vorne und salutierte.
„Ihr Rang?“
„Midshipman, Sir. Name Hathaway.“
„Wie fühlen sie sich jetzt?“
„Ich bin in Ordnung Sir. Ich musste nur dort raus und mich etwas ausruhen. Sobald ich etwas geschlafen und etwas Anständiges gegessen habe, kann ich wieder zurück an die Arbeit, Sir. Die meisten von uns werden das -.“ Und er sah zu den anderen Männern, die zustimmten.
Adam sah zu dem Doktor, der zustimmend nickte. Adam begutachtete sie wieder und trat näher an sie heran.
„Warum wurden nur 9 von ihnen zurückgeschickt und nicht alle die von der Avenger waren?“
„Keine Ahnung.“ Hathaway zuckte mit den Schultern, „Ich habe versucht das herauszufinden, aber es macht keinen Sinn. Eine Sache jedoch, Captain, der Besitzer der Plantage ist ein großer Mann, Legrand. Er hasst Amerikaner ganz besonders. Er ermutigte die Aufseher darin uns bei jeder Gelegenheit zu demütigen…das ist was Maher umgebracht hat. Sie haben ihn ausgepeitscht und ihn in der Mittagssonne hängen lassen, so dass die Fliegen an ihn herankamen. Wenn ich eine Pistole gehabt hätte, ich wüsste nicht wen ich zuerst erschossen hätte, den Aufsehe oder Maher.“
„Captain?“ ein anderer Mann trat nach vorne, „Thomasin, Midshipman.“
„Nur zu – was haben sie zu sagen?“ fragte Adam ruhig.
„Nur das die vier Männer, über die sie vorher gesprochen haben – sie wurden vor zwei Tagen von der Plantage weggebracht. Ich habe gesehen wie der Aufseher und zwei Wachen sie vom Feld geholt haben. Sie wurden in einen Wagen gesteckt und weggebracht. Ich habe nicht gesehen das sie zurückgebracht worden sind.“
„Sie haben das nicht gewusst?“ fragte Adam den Midshipman Hathaway.
„Thomasin erwähnte es Sir, aber es liefert immer noch keinen Grund warum sie nicht mit uns zurückgeschickt worden sind. Außer sie sind Tod.“
Adam runzelte die Stirn und sagte nichts. Er deutete Hathaway an ihm zu folgen, dankte den anderen Männern und verließ die Krankenstation, gefolgt von dem Midshipman.
Als sie zu seiner Kabine zurückkehrten waren seine Offiziere und O´Brian bereits da und standen auf um ihn zu grüßen. Er ging sofort zu seinem Schreibtisch und zeigte darauf.
„Mr Hathaway, wo wurden sie gefangen gehalten?“ fragte er und trat dann zurück, während Hathaway auf die Karte sah und nach einiger Zeit deutete er auf ein Gebiet, das Adam dann mit einem Stift markierte. Dann kalkulierte er etwas und sah dann zu seinen Offizieren.
„Es scheint als ob unsere vier vermissten Männer vor ein paar Tagen von der Plantage weggebracht worden sind. Sie sind nie dorthin zurückgekehrt.“ Er sah zu O´Brian, der deutlich blass wurde. „Nun, dank Mr Hathaway, können wir genau bestimmen wo die Plantage ist, hier…“ er zeigte auf die Markierung auf der Karte, „Was bedeutet das diese Bucht hier…“ er fuhr mit dem Finger über die Karte zu der Küstenlinie, „der Platz für uns ist die Redoubt zu verlassen und zu versuchen sie zu finden. Die Bucht, das habe ich heute bemerkt, hat ein dichtes Gestrüpp und bietet uns genug Schutz um nicht entdeckt zu werden. Ich denke nicht das wir uns dort auf Dauer verstecken können, doch, es sein denn Legrand traut uns nicht, wenn wir wegfahren und beobachtet jede Bucht und Lagune der Insel, können wir darauf hoffen das uns die Zeit reicht.“
„Wenn er misstrauisch ist, wäre das nicht der erste Ort, an dem er nach uns sucht?“ fragte Fletcher nachdenklich.
„Das stimmt.“ Adam nickte, „Ich habe gesagt das ist wo wir die Redoubt verlassen…“ er lächelte, stoppte als ein Klopfen an der Tür zu hören war und der Steward mit Erfrischungen, für sie, eintrat. „Keine Angst Gentlemen, ich weiß genau worüber sie sich Sorgen machen und habe nicht die Absicht das Legrand die Redoubt so leicht findet.“
„Wann gehen wir?“ fragte Fletcher und sah nachdenklich auf die Karte und dann zu seinem Captain.“
„John, sie bleiben hier. Ich brauche sie damit sie das Kommando über die Redoubt, in meiner Abwesenheit, übernehmen.“
„Aber -.“
„Und der Doktor skalpiert mich, wenn ich sie mitnehme, obwohl ihre Wunden noch nicht verheilt sind.“ Adam fuhr fort, dann drehte er sich mit einem leichten Stirnrunzeln weg. Er hatte die Blicke bemerkt die zwischen seinen Offizieren hin und hergingen, als er skalpieren erwähnt hatte. Manchmal vergaß er das diese Männer der Nachwuchs aus den besseren Häusern in den Vereinigten Staaten waren und dass sie noch nie einen echten Indianer gesehen hatten in ihrem Leben und Skalpieren war ein Begriff den man in der guten Gesellschaft nicht verwendete.
„Ja Captain, natürlich.“ Stimmte Fletcher, mit weicherem Tonfall zu.
„Haben sie keine Ahnung warum Legrand meinen Cousin weggebracht hat, Hathaway?“ fragte O´Brian seinen Offizierskollegen, der den Kopf schüttelte,
„Es tut mir leid, O`Brian, das weiß ich nicht.“
„Mr Hathaway, sie kehren besser zur Krankenstation zurück und während sie das tun, bitten sie den Steuermann sofort zu mir zu kommen.“ Sagte Adam kurz und sah dann wieder auf die Papiere.
Als die Türen sich schlossen, zuckte er mit den Schultern,
„Ich habe das Logbuch der Esperanza gelesen und einige persönliche Papiere, die Salvadore zurückgelassen hat. Es scheint als ob Legrand und der Gouverneur Hand in Hand mit ihm arbeiteten und ihren Anteil an Salvadore´s Raubzügen erhielten. ES würde diesen Inseln sehr gut tun, wenn wir ein bisschen hier aufräumen.“ Er hörte auf zu reden als Jacob eintrat, „Mr Brown, ich möchte das sie die Koordinaten hier und hier setzen -.“ Er zeigte auf die Karte, „und bringen sie die Redoubt so nahe sie können an die Küste. Ich gebe ihnen später weitere Instruktionen.“
„Wann fahren wir Sir?“
Adam lächelte,
„Vor fünf Minuten, Mr Brown.“ Antwortete er in einem Tonfall das Brown ihn überrascht ansah.
„Mr Fletcher, würden sie bitte alles in die Wege leiten das die beiden toten Matrosen beerdigt werden, sobald wir von der Küste weg sind. Mr O´Brian, sie wollen uns sicher auf unserer kleinen Erkundung begleiten.“
„Ja, bitte Captain.“
Adam lächelte. Er wusste, wenn er an O´Brians Stelle wäre und es wäre Joe oder Hoss die gefangen worden wären, wo auch immer Legrand sie hingebracht hatte, wäre er genauso eifrig.
Kapitel 35
Jacob Brown steuerte das Schiff zu den Koordinaten, die der Captain ihm gegeben hatte. Unterwegs ankerten sie, um die beiden toten Matrosen zur letzten Ruhe zu schicken. Bevor sie in den Ozean geschickt wurden, sprach der Captain ein Gebet. Tote Männer an Bord eines Schiffes, wurden als schlechtes Omen betrachtet, von Matrosen die, wie O´Brian zuvor bemerkt hatte, alle abergläubisch waren.
Dann setzte die Redoubt wieder ihre Segel, gefolgt von der zerstörten Esperanza, die mit ein paar Mann, unter Hathaways Befehl, besetzt war. Der Ozean war eine ölig, schwarze Masse, die wie Diamanten funkelte, während der Mond auf sie herabschien. Es war eine ruhige Fahrt, entlang der Küste zu der Lagune und die beiden Schiffe blieben so dicht wie möglich am Ufer.
„Anker werfen.“ Kam der gedämpfte Befehl.
„Anker werfen!“ war die stille Antwort.
Man hörte ein platschen, als der Anker auf das Wasser traf und dann, innerhalb von Minuten kam der Ruck, als die Kette des Ankers stramm wurde und der Anker sich auf dem Meeresboden festhakte.
Jacob drehte sich um Adam anzusehen, der auf ihn zukam,
„Mr Brown, erinnern sie sich an die Befehle die ich ihnen gegeben habe?“
„Sicher Captain. Sobald sie am Ufer sind fahre ich zu der Lagune S.W Ost von hier. Dort gibt es eine Einbuchtung in der die beiden Schiffe liegen können.“
„Sehr gut. Legrand ist nicht dumm, das hat er bewiesen, indem er sich so lange hier aufhält. Es ist möglich das die ganze Sache eine Falle ist, um die Esperanza zurückzuholen und zusätzlich die Redoubt.“
„Und Schande über die ganze amerikanische Flotte zu bringen.“
„Eine gute Erkenntnis Jacob, sehr gut.“ Adam lächelte in der Dunkelheit und legte eine Hand auf Jacobs Schulter. „Es tut mir leid dass sie uns nicht begleiten können, Jacob. Ich hätte jemanden wie sie brauchen können.“
„Danke Sir.“ Sagte Jacob mit überraschter Stimme und als Adam sich wegdrehte um zu gehen, salutierte der große Mann, mit noch größerem Respekt.
Ja, dachte Adam, er hätte Jacob gerne in seiner Nähe gehabt. Auch wenn Jacob es wahrscheinlich nicht als Kompliment gesehen hätte, wenn er ihm erklärt hätte das der einzige Grund dafür der war, das er Hoss so ähnlich war. Adam seufzte schwer. Mit Hoss an seiner Seite hatte er sich immer Zuversichtlich gefühlt das er alles gewinnen konnte. Hoss war wie ein – nun ja – ein Bollwerk. Ein Schild. Er lächelte in sich hinein und machte sich auf den Weg zu dem Boot, an dem die Männer auf ihn warteten. Jacob mag körperlich wie Hoss sein, doch da hörten die Ähnlichkeiten auf.
Es dauerte nicht lange die Strickleiter in das Boot hinunterzuklettern. Dann ruderten die Männer mit großer Kraft durch das Wasser. Die beiden Boote – O´Brian kommandierte das andere – glitten schnell, wie zwei Pfeile und so leise wie Schlangen durch das Gewässer.
Sie befestigten die Boote und versteckten sie senkrecht, zwischen den großblättrigen Pflanzen. Die Flut rollte heran und würde bald ihre Fußspuren und die Spuren ihrer Boote verwischen. Leise und heimlich, schlüpften sie in die Wildnis, die sich in der Nähe des Strandes befand.
Sie bewegten sich schnell durch den dichten Wald, bis sie schließlich am Rand der Plantage ankamen. Hier ließ Adam einige Männer als Wachen zurück, um sicher zu stellen das ihr Weg zurück zu den Booten geschützt war.
„Denken sie daran, wenn jemand vorbeikommt, verletzen sie sie nicht, doch stellen sie sicher, dass sie ruhig sind und dass sie keinen Alarm auslösen können.“ Flüsterte Adam mit ernster Stimme.
Dann gingen sie in Richtung der Plantage und betraten sie. Als sie das erste Gebäude erreichten, bückten sie sich tief nach unten und sammelten sich. Wieder postierte Adam einige Männer, zeigte auf verschiedene strategische Punkte, an denen sie sich versteckt halten sollten und gab ihnen dieselben Anweisungen wie zuvor. Es gab nichts was er weniger wollte, als unschuldige Opfer von Legrand zu verletzen oder Alarm auszulösen von seinen Wachen oder seinen Aufsehern.
Der neue Tag war angebrochen und mit ihm verließen die Arbeitskräfte ihre Hütten und machten sich auf den Weg in die Zuckerrohrfelder. Man konnte Stimmen hören von Männern und Frauen, die sich auf den Weg zu ihrer Arbeit machten. Hinter der Wand eines Gebäudes duckten sich die Matrosen und warteten darauf das sie in die Ferne verschwanden.
Die Aufseher kamen als nächstes, einige ritten auf Pferden und hielten ihre Peitschen zusammengerollt in ihren Händen, als sie den Arbeitern folgten. Einige gingen an nebenher, als Wachen, bewaffnet mit Gewehren, als ob sie erwarteten jeden Moment von einer unbekannten Quelle angegriffen zu werden.
Adam winkte seine Männer zu sich.
„Die Wachen kamen aus dem großen Gebäude an der linken Seite. Ich bezweifle das alle bereits weg sind. Es ist wahrscheinlich der beste Zeitpunkt um hineinzugehen und herauszufinden ob sie uns Informationen über unsere Männer geben können. Drei von ihnen, kommen mit mir. Mr O´Brian, bleiben sie hier mit den Männern und halten sie sich versteckt. Machen sie keinen Ärger, egal was sie sehen oder hören in meiner Abwesenheit.“ Er sah dabei besonders O´Brian an, von dem er nicht wusste ob er die nötige Geduld in einer solchen Situation aufwies. Seine Männer waren geprüft in der Zeit in der sie unter ihm dienten, doch O´Brian…er hob seine Augenbrauen und erhielt ein zögerndes Nicken als Antwort von dem anderen Mann.
Die vier Männer schlichen zu dem größeren Gebäude. Nachdem sie es erreicht hatte, zeigte Adam ihnen an das hier warten sollten, während er sich umsah. Er blieb nahe an der Wand und ging zu einem Fenster und hob seinen Kopf um hineinzusehen.
Es befanden sich sechs Männer in dem großen Raum. Einige spielten Karten, ein anderer lehnte am Türrahmen und ein weiterer schien zu schlafen. Man konnte leise Stimmen hören. Nach einigen Momenten und nachdem niemand mehr dazukam, kehrte Adam zu den drei Männern zurück.
„Bleiben sie in meiner Nähe. Ich gehe hinein und sie folgen mir sofort. Jackson, da ist ein Mann auf der linken Seite der Tür, halten sie ihn davon ab mich zu erwischen. Sind sie bereit?“
Sie nickten und folgten ihrem Captain, der in das Gebäude eintrat, mit seiner Waffe in der Hand und bevor einer der Männer reagieren konnte, hatte Jackson den Mann an der Tür auf den Lehm bedeckten Boden geworfen und die anderen beiden Matrosen traten ein, ihre Gewehre drohend auf die Männer in dem Raum gerichtet.
„Jackson, bleiben sie an der Tür, stellen sie sicher das niemand hier hereinkommt. Wenn jemand kommt lassen sie ihn das Gebäude betreten, entwaffnen sie ihn und bewachen sie ihn.“ Befahl er. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit den Männern zu die wie Schafe gruppiert in der Ecke des Raumes standen. In ihren Augen konnte man deutlich die Angst sehen. „Spricht jemand von ihnen Englisch?“ fragte er in fließendem Spanisch.
Niemand antwortete, doch Adam hatte diejenigen bemerkt die angemessen auf die Antwort reagierten, so das er annahm das sie etwas von der englischen Sprache verstanden, also sprach er sie an.
„Vier amerikanische Matrosen. Wo sind sie? Hat Legrand sie?“
„Immer noch keine Antwort. Einer von Adams Männern trat nach vorne, mit seinem Gewehr im Arm.
„Wollen sie das ich sie ein wenig herumschlage, Captain?“ und er spuckte auf den Boden um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.
Zwei Männer schluckten schwer und Adam für Meadows auf die beiden, der die beiden aus der Gruppe holte und sie vor Adam brachte, der andeutete das das ausreichte, soweit es das herumschlagen betraf.
„Die vier amerikanischen Matrosen, wie wir – wo sind sie?“
Die beiden Männer sahen ihn an, dann einander und schüttelten ihre Köpfe. Adam senkte seinen Blick und runzelte die Stirn.
„Es ist eine Schande das sie nicht verstehen was ich sage, Meadows.“ Seufzte er.
„Yeah, eine große Schande, Captain. Soll ich…?“
„Nein, nein…“ Adam hob eine Hand und spitzte seine Lippen, „Ich habe daran gedacht, dass die armen Kerle wahrscheinlich nicht viel verdienen. Legrand ist ein Mann, der sich das beste heraussucht. Diese Männer bekommen sicher nur, dass was sie zum Überleben brauchen. Ich war bereit sie zu bezahlen…“ er nahm etwas Geld aus seiner Tasche und begann einige der Münzen zu zählen.
Der Blick von Gier in den Augen von allen Männern sagte mehr als tausend Worte. Einer der beiden Männer vor Adam, von denen Adam überzeugt war das er Englisch sprach, streckte nun die Hand aus und sah ihn mit flehenden Augen an.
„Capitano,“ sagte er, „Vier Matrosen – Amerikaner – si, wir kennen sie.
Aus der Ecke kam ein Ruf eines Mannes Still zu sein, doch Meadows hielt das Gewehr in seine Richtung und er drückte sich gegen die Wand. Adam gab dem anderen Mann eine Goldmünze.
„Vier Amerikaner – Legrand hat sie zu großem Haus auf dem Hügel gebracht.“
„Sind sie immer noch dort?“ fragte Adam und holte eine weitere Münze hervor, die er ihnen zwischen Zeigefinger und Daumen entgegenhielt,
„Si, sie gehen dort nie weg. Legrand hat großes – sie sagen – Loch unter dem Haus.“
„Werden sie bewacht?“
„Si, immer.“
Adam legte die Münze in die Hand des Mannes. Er sah sie nachdenklich an, bevor er seine nächste Frage stellte.
„Sind sie noch am Leben und geht es ihnen gut?“
„Meine Frau, sie kocht für sie. Vier Männer noch am Leben.“ Der Mann nickte.
„Kommen sie mit uns um uns zu zeigen wo das Loch im Boden ist?“
Der Mann machte ein paar Schritte zurück, seine Hände waren auf seinen Brustkorb gepresst. Der andere Mann nickte.
„Ich bringe sie. Sie geben mir Geld?“
„Sobald wir dort sind und mehr, wenn wir die Männer sicher dort herausgeholt haben.“
Er nickte wieder und drehte sich zu seinem Kumpel und sprach mit ihm in seiner Muttersprache, in der sich genug spanisch befand, so das Adam ungefähr verstand um was es ging. Adam drehte sich zu Meadows,
„Fesseln sie diese Männer und knebeln sie sie. Sorgen sie dafür, dass sie keine Schwierigkeiten machen. Feuern sie nicht ihre Waffe ab, wenn sie das tun kommen alle über uns, wie eine Herde Buffalo.“
Meadows nickte, nicht sicher was eine Herde Buffalo damit zu tun hatte, aber er verstand die Bedeutung. Adam schlüpfte aus dem Gebäude und kehrte zu O´Brian und den anderen Männern zurück, mit der Wache an seiner Seite.
Das Geräusch von Fußtritten, ließ sie zurück in den Schatten schleichen. Adam flüsterte dem Wachmann zu das es besser für ihn wäre sich so natürlich wie möglich zu benehmen, sonst wäre es schlimmer für ihn. Aus dem Schatten heraus beobachteten sie wie ein dicklicher Mann in ihre Richtung kam, anhielt um etwas zu ihrem Mann zu sagen und dann weiterging.
„Sie kommen, folgen sie mir jetzt.“ Flüsterte ihr Führer und sie folgten ihm dicht auf und legten ihr ganzes Vertrauen in ihn und seine Liebe für Geld.
Kapitel 36
Die kleine Gruppe von Männern folgte ihrem Führer dich auf dem Fuß. Sie hielten sich in den Schatten, dicht an der Wand des Gebäudes. Einmal liefen zwei Aufseher herum zur Rückseite eines Gebäudes mit Gewehren und Macheten bewaffnet. Als sie die Matrosen bemerkten warfen sie ihre Gewehre zu Boden und einer machte einen mutigen Versuch seine Machete zu benutzen. Beide Männer wurden von Adams Männern überwältigt und mit ihren eigenen Schärpen gefesselt und geknebelt. Zu diesem Zeitpunkt versammelte Adam seine Männer um sich, während er mit einer Hand ihren Führer an seinem Hemd festhielt.
„Ich bin nicht glücklich damit,“ murmelte er, „Diese zwei Männer hatten keine Ahnung wie man ein Gewehr benutzt, sie haben sie noch nicht mal sicher gehalten. Ich habe das Gefühl das Legrand auf uns wartet und hat dementsprechend seine bewaffneten Männer bereit.“
„Was glauben sie, wie sehr wir ihm vertrauen können?“ fragte O´Brian, und zeigte auf ihren Führer der, nachdem er merkte das die Aufmerksamkeit auf ihm lag, versuchte zu fliehen.
„Nun, Ich habe mein Vertrauen mehr in seine Liebe nach Geld gesetzt, als andere.“ seufzte Adam und schubst den Kerl von sich und in die Arme von Zweien seiner Männer. Er nahm seinen Taschenkompass heraus und prüfte ihre Position sorgfältig, dann schüttelte er den Kopf und steckte sie zurück in seine Tasche, „Aus Salvadores Notizen heraus ist Legrands Haus im Osten, er führt uns weg davon.“
Der Führer schauderte zurück, faltete seine Hände zusammen um zu betteln.
„Ihre Frau -“ sagte Adam langsam zu ihm, und der Mann nickte verzweifelt, während seine Augen sich vor Angst weiteten. „Sie haben gesagt das sie in der Küche des Hauses arbeitet. Ist das wahr?“
„Es ist wahr, ich schwöre es bei ihrem Leben.“ stotterte er.
„Wie ist ihr Name?“
„Eurydice.“
Die Männer sahen einander an, denn es war ein Name der mehr mit Mythen und Schiffen verbunden wurde, als mit einer Frau in diesem Teil der Welt, wo sie sich gerade befanden.
„Eurydice was?“
„Rodney.“
„Sehr gut.“ Adam signalisierte seinen Männern sich um den Führer zu kümmern, die, obwohl er flehte als ob sein Leben davon abhing, ihn im Handumdrehen fesselten und knebelten und in den Graben zu den beiden anderen Männern rollten.
„Okay.“ sagte Adam leise, „Wir müssen uns jetzt auf unsere Instinkte verlassen. Kommen sie -“ und nahe an der Wand des Gebäudes bleibend huschten sie in die Richtung nach Osten, die Adams Kompass angegeben hat.
Legrands Haus war wie er selbst, großtuerisch und übergroß. Aus der Richtung in die sie ihr Führer geführt hatte, konnte es nicht leicht gesehen werden, da die Hügel in die es gebaut wurde es gut versteckte. Doch sobald sie es entdeckt hatten, war es kaum zu glauben das sie es übersehen hatten.
Es schien als ob Stunden vergangen waren seit sie die Boote verlassen und das Haus gefunden hatten. Ein Blick auf seine Uhr versicherte Adam das noch nicht so viel Zeit vergangen war wie er befürchtete. Er sah hoch zum Himmel und die Sonne schien unablässig und hell wie immer.
Sich versteckt haltend beobachteten die Männer die Bewegungen der Leute im Haus. Überall waren Wachen, hielten ihre Gewehre und Macheten und hielten gewissenhaft Ausschau. Adam verzog das Gesicht und O´Brian flüsterte
„Glauben sie das sie Jotham und die anderen als eine Art Druckmittel benutzen?“
„Möglich. Ich kann mir nur nicht vorstellen warum.“ flüsterte Adam zurück.
„Sie haben gesagt er will ein Schiff haben, vielleicht unser Schiff um die Esperanza zu ersetzen.“
„Ja, aber warum? Ich meine, ich weiß wie sehr er in den Sklavenhandel mit Salvadore hier verstrickt war, und er wird die Esperanza ersetzen wollen, aber er ist nicht dumm. Er würde eine Menge Dinge gefährden.“ er stoppte, sie konnte von ihrem Versteck aus deutlich die Einfahrt zu dem Haus sehen, und nun kam eine Kutsche an, gezogen von vier prachtvollen, weißen Pferden.
Sie kauerten sich und beobachteten wie der Gouverneur und eine Frau, ohne Zweifel seine Ehefrau, aus dem Gefährt stiegen und die Treppe zum Gebäude hochgingen. Es dauerte nicht lange bis sie ins Innere traten.
„Wir können nicht noch mehr Zeit verschwenden.“ sagte Adam, „Bleiben sie hier.“
„Wo gehen sie hin?“ rief O´Brian, und packte seinen Arm.
Aber Adam legte einen Finger auf seine Lippen und zeigte mit einer Handbewegung das sie unten bleiben sollen.
Dann, auf lässige Art verließ er ihr Versteck und schlenderte auf das Gebäude zu. Niemand von ihnen trug seine Uniform, sie waren in Zivilkleidung. Adam würde anfänglich keine Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken, es sei denn die Wachen währen besonders neugierig und hätten bemerkt das er die Statur und das Auftreten eines Mannes hatte, das in dieser Gegend nicht üblich war.
Er lief zu der Gruppe von Jungen, die im Dreck scharrten und eine Art von Jack spielten. Er sprach zu einem von ihnen und zog eine Münze hervor. Er bat das Kind Eurydice Rodney schnell zu holen, denn ihr Ehemann ist krank geworden. Nicht unbedingt die Unwahrheit, denn Mr Rodney würde eventuell mit starken Kopfschmerzen aufwachen.
Der Junge biss auf die Münze, nickte nachdem er sie eingesteckt hatte, und rannte zur Rückseite des Gebäudes. Die anderen Jungen sprangen herum und baten auch um Arbeit, alles um auch eine Münze zu bekommen. Aber Adam ermahnte sie ruhig zu sein und mit ihrem Spiel weiterzumachen. Er wiederum suchte Schutz und Schatten an der großen Mauer die die Stufen des Hauses stützten. Er sah hoch zur Sonne. Die Zeit verging, langsam vielleicht, aber zwangsläufig.
Kapitel 37
Es gibt Zeiten im Leben in denen die Situation so ist das, wenn nichts getan wird, die Möglichkeiten vorbeiziehen und nichts daraus gewonnen wird. Adam fühlte sich in einer solchen Situation als er, aus ihrem Versteck heraus, über den Platz zu dem Haus sah und sich fragte wie sie es erreichen konnten, ohne gesehen zu werden. Er hatte zuerst die Idee abgelehnt einfach über den Platz zu gehen, doch es dauerte nicht lange bis er realisierte das die Wachen zu sehr damit beschäftigt waren nichts zu tun.
Wie so viele Inselbewohner nahmen diese Eingeborenen ihre Pflichten mit solcher Leichtigkeit, dass man sich wunderte wie sie in einer geordneten Armee geführt wurden. Adam hatte beobachtet das viele von ihnen ihre Gewehre an der Stelle zurückgelassen hatten, an der sie hätten sein sollen, um sich zusammenzutun, um eine Partie Würfel zu spielen, oder einfach herumstanden und sich unterhielten. Es mag in Legrands Gedanken zu sein das es einen Angriff der Amerikaner in irgendeiner Art geben würde, aber es war offensichtlich, dass der Ernst der Situation den Männern nicht bewusst war.
Natürlich, als der Gouverneur und seine Lady in ihrer Kutsche angefahren kamen, waren sie mehr als eifrig in Hab Acht Stellung zu gehen und zeigten sich sehr fähig ihre Gewehre und Macheten zu handhaben. Sie hatten das mit viel Lärm getan und Aufmerksam heischend, doch sobald dass Paar das Gebäude betreten hatte drehte sie sich um für die wichtigeren Dinge in ihrem Leben.
So bestand wirklich wenig Risiko für den Captain als er aus seinem Versteck trat, sich mit den Kindern unterhielt und dann Deckung an der Wand der Stufen suchte. Nicht weit von ihm wuchsen Bäume und Büsche in Fülle und warfen einen dunklen Schatten, der dazu half seine Gegenwart zu verheimlichen.
Er war so versteckt das O´Brian in Panik geriet. Als die Minuten verstrichen wurde er sehr ruhelos und nervös, und machte eine Bewegung als ob er die Einfahrt überqueren wollte um den Captain zu suchen. Sein Arm wurde sofort gepackt, von einem der Marines die sie begleiteten.
„Es tut mir leid, Mr O´Brian, sie bleiben am besten hier. Der Captain sagte zu warten bis er zurückkommt um uns unsere Befehle zu geben was wir als nächstes tun sollen.“
„Ich weiß, aber da wir ihn nicht sehen können woher sollen wir wissen was wir als nächstes tun sollen? Was ist, wenn ihm etwas passiert ist? Wie sollen wir das Wissen? Können sie ihn sehen?“ O´Brians Stimme stieg ab als er von einem Gesicht zum anderen sah.
„Nein, aber die Wachen auch nicht, so wie er es haben möchte. Nun, seien sie geduldig, Sir.“ er sagte es nicht, aber O´Brian konnte es fast hören…´wie ein kleiner Junge´.
Er sank zurück und wartete. Seine Handflächen begannen zu schwitzen und er merkte das sein Herz begonnen hatte schneller zu schlagen. Die anderen Männer blieben ruhig, sagten nichts und warteten.
Plötzlich gab es ein Rascheln in den Büschen und jeder von ihnen erstarrte und griff nach seinen Waffen oder Messern, dann entspannten sie sich als Adam mit einer jungen Frau auftauchte. Er hielt sie fest mit einem Arm und seine Hand lag über ihrem Mund.
„Hier, Jackson, nehmen sie sie. Lassen sie sie keinen Ton machen. Sie kämpft wie eine Katze und hat Krallen und Zähne um es zu beweisen.“ Adam lächelte als er sie zu Jackson stieß, der sofort seine Hand auf ihren Mund legte. Adam nahm ein Taschentuch und band es um seine Hand, legte dann einen Finger auf seine Lippen als er zu der Frau sah.
„Eurydice, hören sie mir zu. Ihr Ehemann ist in Sicherheit und gesund, aber ob das so bleibt liegt bei ihnen. Verstehen sie was ich sage?“
Sie nickte, ihre Augen wurden zu Schlitzen und sie beobachtete ihn mit Verachtung. Sie wehrte sich immer noch, doch jetzt war es mehr der Versuch zu zeigen das sie nicht freiwillig hier war, was auch immer sie vorhatten. Ihr langes dunkles Haar fiel über ihre Schultern und eine Träne lief ihre Wange hinunter. Adam fühlte Mitleid mit ihr, aber in der Situation in der sie sich befanden, gab es nicht viel das er tun konnte um ihr die Angst zu nehmen, denn ihm war sehr wohl bewusst das ihre Anwesenheit sie ängstigte.
„Ihr Ehemann hat uns erzählt das vier Amerikaner im Haus sind. Da drüben…“ er machte eine Handbewegung zu dem Gebäude und sie sah in die Richtung des Hauses und nickte, „Er sagte sie wüssten wo sie versteckt gehalten werden. Sie arbeiten in der Küche, ja?“
Sie nickte und schob die Hand des Matrosen zur Seite,
„Mein Ehemann? Haben sie ihn verletzt?“
„Ich habe ihnen bereits gesagt, er ist in Sicherheit. Aber seine Sicherheit hängt von ihrer Hilfe ab.“
Sie rieb sich langsam das Handgelenk, und ihr Gesicht wurde nachdenklich als sie von Adam zu O´Brian und dann den anderen Männern blickte. Dann nickte sie,
„Ich weiß wo sie sind. Was geben sie mir wenn ich sie zu ihnen führe?“
Adam lies das Geld in seiner Tasche klirren und sie nickte.
„Ich bringe sie zur Küche. Sie folgen mir und ich bringe sie dann zu den vier Amerikanern.“
Adam nickte und sah zu O´Brian,
„Sie kommen mit mir. Jackson, sie nehmen die Männer und bringen die Kutsche und die Pferde zur Küchentür.“
„Was meinen sie, Captain?“ fragte Jackson verwirrt, „Die Kutsche und die Pferde?“
„Sie haben sie gesehen, oder nicht? Der Gouverneur kam mit ihnen an.“
„Ja, aber -“
„Aber was?“ seufzte Adam ungeduldig.
„Pferde, Captain?“ Die Männer sahen sich unsicher an.
„Wir haben nie mit Pferden zu tun gehabt, Sir. Wir sind Matrosen. Wie lenken sie die Dinger überhaupt?“
Adam schüttelte den Kopf und sah zu O´Brian,
„Sie gehen besser mit ihnen, O´Brian.“
„Nein,“ O´Brian schüttelte den Kopf, „Nein, Sir, Ich meine, wenn sie nichts dagegen haben würde ich lieber mit ihnen gehen.“
„Sie verweigern den Befehl?“ sagte Adam, hob seine Augenbrauen und spitzte seine Lippen als ob er nicht glauben konnte was er hörte.
„Sie könnten mich brauchen, Sir. Sie können nicht alleine reingehen.“ flehte O´Brian und sah zu den anderen Männern, „Sie können mit den Pferden umgehen, oder nicht? Jemand von ihnen?“
„Es ist okay für sie zu tun als ob es das natürlichste auf der Welt sei, Sir,“ sagte einer der Männer ziemlich ärgerlich, „Aber sie und der Captain sind es gewöhnt unter diesen Kreaturen zu sein, da sie einige Zeit Landratten waren. Die Sache ist, wir waren unser ganzes Leben auf See und auch wenn wir an Land waren, bin ich nie in die Nähe eines Pferdes gekommen.“
„Hab sie in der Straße gesehen, sozusagen,“ fügte ein anderer hinzu.
Adam hob wieder die Brauen,
„Genug von dem Unsinn, sie verschwenden Zeit und verweigern den Befehl. Gehen sie jetzt und bringen sie die Kutsche zur Küchentür. Es interessiert mich nicht wie sie es tun, aber – tun sie es.“
Die Männer nickten und krochen durch das Unterholz. Dann sah Adam zu O´Brian, nickte wie zur Bekräftigung zu dem was als nächstes passierte, und nahm Eurydice am Arm und ging zurück zur Einfahrt.
Eurydice war eine hübsche Frau und war sich dieser Tatsache wohl bewusst. Sie stolzierte als sie zur Küche ging. Zwei gutaussehende Männer im Schlepptau war eine gute Erfahrung und der Gedanke daran, dass sie der Retter ihres Ehemannes war, würde sie diesem später unter die Nase reiben. Dann natürlich war da noch das Geld. Sie hatte die Münze gesehen die der Junge bekommen hatte, nur um ihr eine Nachricht zu bringen. Also dachte sie, wie viel mehr Geld sie wohl bekommen würde, und für was? Nur um sie zu den Amerikanern zu führen. So einfach.
Eine Wache an der Tür winkte ihr zu und sie winkte zurück. Er beugte sich vor, nahm ihr Kinn und sie schlug lachend seine Hand zur Seite und machte eine Handbewegung zu ihrer Eskorte. Sie gingen durch die Küche, die sich in normaler Unordnung befand, denn das Mittagessen wurde gerade vorbereitet. Eine große Frau rief etwas zu Eurydice und sie rief etwas zurück, das mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen wurde.
Von der Küche aus wurden die beiden Männer einen dunklen Korridor entlanggeführt, einige Stufen hinunter, wo eine Wache an der Wand lehnte. Er rollte seine Zigarette, sein Gewehr war 10 Schritte von ihm entfernt. An einem Tisch sitzend und dreckige Karten verteilend war eine andere Wache. Sein Gewehr lehnte an der Wand. Als sie an den beiden Männern vorbeigingen rief einer davon Eurydice etwas zu und sie antwortete indem sie den Kopf zurückwarf, was die beiden Männer zum Lachen brachte. Adam nahm eines der Gewehre als er daran vorbeikam. Eine Aktion die die beiden Männer nicht bemerkten.
Sie gingen mehr Stufen hinunter, dann drehte Eurydice sich um und zeigte auf eine große Holztür. Sie warf ihr dunkles Haar zurück und lächelte.
„Amerikaner hier drin. Jetzt gehe ich.“
„Nein, sie bleiben.“ antwortete Adam.
„Nein, ich gehe. Sie sagen, wenn ich helfe die Amerikaner zu finden, sie geben mir Geld und lassen meinen Ehemann frei.“ und sie hob ihr Kinn und öffnete ihre Hand.
„Ich habe gesagt, wenn sie uns helfen würden sie etwas Geld bekommen und ihr Ehemann würde nicht verletzt werden. Nun, reinkommen war leicht. Jetzt müssen wir raus und wir brauchen ihre Hilfe.“ Adam lächelte, doch seine Augen waren dunkel mit Ärger. Denn die Zeit ran ihnen davon und sie verschwendeten mehr davon.
„Nein, sie geben mir jetzt Geld.“
„Wenn wir von hier weg sind,“ antwortete Adam, „Lieben sie ihren Ehemann, Eurydice?“
„Manchmal,“ sie warf wieder ihren Kopf und zuckte die Schultern.
„Es ist verschlossen,“ flüsterte O´Brian.
„Natürlich,“ antwortete Adam, „Eurydice, gehen sie zurück und holen sie die Schlüssel.“
„Nein. Dieses Schwein da oben will mich küssen und anfassen. Er ist ein Schwein. Er schwitzt wie ein Schwein. Sie wollen Schlüssel, sie gehen.“
Adam sah zu O´Brian und nickte zu den Stufen. O´Brian stieg die Stufen hinauf und betrat zögernd die Kammer, wo die beiden Wachen nun hitzig diskutierten.
O´Brian verstand die Sprache nicht, doch er konnte durch die Gesten und die Mimik erkennen das der Verlust des Gewehres das Gesprächsthema war. Während sie damit beschäftigt waren, sah er sich nach den Schlüsseln um und war erleichtert sie auf dem Tisch liegen zu sehen. Er trat vor um nach ihnen zu greifen, als eine der Wachen sich umdrehte und ihm etwas zurief.
Er erstarrte und drehte sich zu den beiden Männern. Er zeigte auf seinen Mund und gurgelte `argh argh´ und dann zu seinen Ohren, und hoffte sie würden Glauben er sei taubstumm. Die Wache ging auf ihn zu und sprach zu ihm, und wieder schüttelte O´Brian den Kopf und deutete auf seine Ohren und seinen Mund.
Der Wachmann schubste ihn ein paarmal bis O´Brian an der Wand stand. In diesem Moment trat er dem Mann kräftig gegen das Schienbein, das diesen zum Taumeln brachte, bis ein kurzer Kinnhaken ihn zu Boden fallen ließ.
Der andere Wachmann schrie und wollte nach dem anderen Gewehr greifen, nach dem auch O´Brian griff um aus der Kammer heraus zu kommen. Es gab ein kurzes Gerangel darum, bis O´Brian erfolgreich das Gewehr aus der Hand des Mannes genommen hatte und ihm damit auf den Kopf schlug. Wie sein Kumpan viel er zu Boden mit lautem Knall.
Adam kam, sah was passierte und nahm die Schlüssel an sich, als er die Gelegenheit dazu hatte. Er fand den richtigen Schlüssel für das Schloss und öffnete die Tür, nicht zu einem Loch im Boden, sondern einem feuchten, dunklen Verlies. Es dauerte eine Weile den richtigen Schlüssel zu finden der zu den Schlössern der Kette passten mit denen die Männer an Eisenringen festgehalten wurden. Dann als er ihn gefunden hatte, waren sie schnell befreit.
Sobald die übliche Begrüßung stattgefunden und O´Brian seinen Cousin umarmt hatte, sagte Adam ihnen was als nächstes zu tun war und sie eilten aus ihrem Gefängnis davon. Einer der Wachmänner erlangte das Bewusstsein wieder und Adam befahl sie in die Zelle zu sperren. Er zählte auf Eurydice, dafür zu sorgen sie eventuell frei zu lassen.
Sie gingen ohne Probleme zurück zur Küche. Die Wache an der sie auf dem Korridor vorbeiliefen nahm an das die Wachen die Gefangenen woanders hinbrachten und nach ein paar anzüglichen Bemerkungen zu Eurydice, die das Flirten genoss und die Gefahr durch die sechs Männer komplett ignorierte.
In der Küche rief die große Frau Eurydice erneut etwas zu, die darauf antwortete das sie bald zurück sei. Die große Frau kam und blockierte ihren Weg und verlangte, in ihrer Muttersprache, zu wissen was vor sich ging. Warum kamen sechs kräftige Männer durch die Küche? Warum hatten die Gefangenen keine Ketten? Ihre Fragen, laut ausgesprochen, weckte das Interesse von zwei anderen Küchenhilfen die rüberkamen und Adam einen Schubs gaben und ihn aufforderten ihm zu sagen wer er war, da er ihm nicht bekannt vorkam.
All diese Fragen wurden in der Muttersprache gestellt und so schnell, dass Adam ihre Bedeutung nur erahnen konnte. Er stieß die Küchenhilfe in den Magen mit dem Ellbogen und beendete es mit einem Schlag des Gewehrs an die Brust. Eurydice begann zu schreien, denn ihr Geld und ihr Ehemann waren in Gefahr und die große Frau nahm ein großes Messer das zum ausweiden von Fischen benutzt wurde.
O´Brian kümmerte sich um die andere Küchenhilfe, als er die große Frau, mit hoher Geschwindigkeit, auf sich zukommen sah, mit dem Messer in ihrer ausgestreckten Hand, bereit jeden niederzustechen der ihr in die Quere kam. Sie schrie wie ein aufgespießtes Schwein und sah aus wie eine Walküre auf dem Kriegspfad. Adam war ihr am nächsten und der möglichste Kandidat um von ihr niedergemetzelt zu werden. Aber er schaffte es ihren Angriff abzuwehren, sie am Handgelenk zu greifen, nach hinten zu stoßen so dass sie zu Boden fiel, wobei ihr der Rock über den Kopf rutschte.
Die sechs Männer eilten nun zur Tür. Adam und O´Brian schwenkten die Gewehre, in der Hoffnung das es die beiden Männer davon abhalten würde anzugreifen. Eurydice rief ihnen nach. Ihr schrilles Wimmern nach Geld war lauter als der restliche Krach zusammen. Als er sich an der Tür umdrehte warf Adam einige Münzen in die Küche, dass so ein Durcheinander brachte als sie alle zu Boden gingen, so dass sie in der Lage waren den restlichen Weg ohne Verfolger zu machen.
Die Kutsche mit den weißen Pferden wartete auf sie und die Tür zur Kutsche wurde geöffnet.
„Nach oben zu mir,“ kommandierte Adam zu O´Brian. Als er zum Sitz des Fahrers kletterte wurde er konfrontiert mit dem verängstigten und verwirrten Kutscher des Gouverneurs.
„Tut mir leid, Captain. Sie haben gesagt wir sollen die Kutsche herbringen, egal wie, und er war das einzige was mir einfiel.“ rief Jackson.
„Nun, wir brauchen ihn jetzt nicht mehr.“ antwortete Adam und schubste den Mann von seinem Sitz, während Jackson nach unten kletterte und sich auf das Trittbrett des Postillions, am Ende der Kutsche stellte.
Die Pferde fingen an zu laufen sobald Adam die Zügel nahm und der Wagen kam mit einer Geschwindigkeit zur Bewegung die die Freiheit schneller näherkommen ließ als erwartet. Hinter ihnen gab es Verwirrung, als man zunächst Schreie und Flüche hörte, denen dann Gewehrschüsse folgten.
Nach unten, in Richtung des gehämmerten Eisentores, raste der Wagen mit Adam an den Zügeln, mit solcher Zuversicht die möglicherweise niemand außer er selbst zu schätzen wusste. Die Wachen des Tores standen anfangs in Habachtstellung. Sie erwarteten den Gouverneur und seine Lady zu sehen, doch als sie die Gewehrschüsse hörten und den Lärm, der immer mehr anstieg, bemerkten sie, dass etwas Ungewöhnliches vorging, so dass sie versuchten das Tor zu schließen um die Kutsche am durchfahren zu hindern.
Es war jedoch zu spät und die Kutsche kam unbeschadet durch. Mehr Gewehrschüsse wurden gefeuert und nun schossen O´Brian und Jackson, der Adams Gewehr genommen hatte zurück, mit sehr viel höherer Treffsicherheit als die Männer die sie Verfolgten.
Doch niemand konnte diese weißen Pferde aufhalten, obwohl sie eine schwer beladene Kutsche ziehen mussten. Der Weg führte abwärts und die Geschwindigkeit war berauschend. Es erinnerte Adam an die Zeit als er die Zugpferde der Ponderosa zu höchstmöglicher Geschwindigkeit angetrieben hatte, wenn er die Möglichkeit dazu hatte.
Er hielt an einer strategischen Stelle an, kletterte nach unten, öffnete die Tür zu den Männern, die sich beeilten auszusteigen und in den dichten, immergrünen Dschungel zu rennen, der die Sicht auf die See verdeckte. Jetzt machten sie sich, in großer Eile, auf den Weg zu der Stelle wo die Boote versteckt lagen und sobald sie da waren zogen sie die Boote aus ihren Verstecken.
Aus dem Unterholz kamen die Matrosen, die Adam an verschiedenen Stellen postiert hatte, um zu helfen die Boote frei zu machen. Sie drückten gegen die Seiten der Boote, die tiefe Furchen in dem Sand schafften, als die Boote in Richtung Wasser glitten.
Als der Bogen des ersten Bootes das Wasser berührte schien als ob Männer von allen Seiten her auftauchten. Gewehre wurden abgefeuert und Kugeln flogen über ihre Köpfe. Es gab Schreie und Rufe von ihren Verfolgern die so schlimm waren wie indianische Kampfrufe, an die Adam sich erinnerte und er drängte seine Männer sich zu beeilen oder sie wären verloren.
„O´Brian, sie wissen wo die Redoubt versteckt ist.“ rief er zu dem anderen Offizier, „Beeilen sie sich zu ihr zu kommen und dann Segel nachhause zu setzen. Los Männer, beeilen sie sich jetzt.“
Mehr Schüsse wurden abgefeuert und nun drehte sich Adam und feuerte zurück, hinter ihm tat Jackson das gleiche während er zur selben Zeit in das Boot sprang, das nun auf dem Wasser schwamm. Adam befand sich jetzt knietief im Wasser und wollte gerade ins Boot springen als er fiel. Seine Finger verloren den Halt an der Seite des Bootes und um ihn herum wurde das Wasser rot.
Jackson beugte sich über den Rand um ihn zu greifen und fiel selbst, als ihn eine Kugel in die Brust traf. O´Brian schrie zu ihnen stärker zu rudern und sie schrien zurück.
„Der Captain, Sir, der Captain ist Gefallen.“
„Beeilen sie sich,“ rief O´Brian, „Oder wir werden alle getötet.“
Daran gewöhnt Befehle zu befolgen nahmen die Männer die Ruder und ließen die beiden Körper, die in den Wellen vor Legrands Insel schwammen, zurück.
Kapitel 39
Adam Cartwright öffnete seine Augen und sah den nebligen Umriss eines Gesichts vor seinen Augen der auf ihn heruntersah. Er konnte Zigarrenrauch riechen, es war stark und ungemütlich nahe. Schmerz fuhr durch ihn hindurch mit Wellen von kaltem Schweiß. Er biss die Zähne zusammen und schloss wieder seine Augen, in der Hoffnung das er irgendwie in der Lage war den Augenblicken die nun kommen würden, zu entfliehen.
„Captain Cartwright?“
Eine zärtlich, warme Stimme flüsterte in sein Ohr und noch einmal öffnete er die Augen. Verengte sie, in einem Versuch alles und jeden genau zu erfassen. Ein großer Mann, Fett, mit schmieriger blässlicher Haut sah auf ihn herab, mit einer Zigarre zwischen den gelben Zähnen. Perlen von Schweiß bildeten sich auf seiner Braue und glitzerten durch seinen Bart und sein geöltes Haar.
„Nun Mr Cartwright. Willkommen zurück unter den Lebenden.“
Adam schloss seine Augen wieder und drehte den Kopf weg. Er fühlte sich unglaublich schwach und der Schmerz floss immer noch konstant durch seinen Körper. Eine Hand schüttelte ihn an der Schulter, nicht grob, aber genug um ihn dazu zu bringen laut zu stöhnen.
„Lassen sie ihn, Legrand. Können sie nicht sehen das er Schmerzen hat.“
Es war eine andere Stimme, die von einiger Distanz kam, aber ihm bekannt vorkam. Adam öffnete seine Augen wieder und drehte seinen Kopf in die Richtung. Er sah durch Smog, der durch den Zigarrenrauch verursacht wurde genauso wie die visuelle Einschränkung durch seine Verletzung.
„Ah, er erkennt ihre Stimme, Gouverneur.“ sagte Legrand und trat einige Schritte zurück, „Nun, vielleicht sollten sie herkommen und mit ihm sprechen. Sagen sie ihm, dass er ein sehr böser Junge war und wenn er jetzt nicht kooperativ ist, ist es möglich, dass er sein Heimatland nicht mehr wiedersieht.“
„Legrand -“ aus diesem einen Wort klang Protest, oder vielleicht Verzweiflung heraus.
„Denken sie daran, Gouverneur, sie haben einen Titel, aber der bedeutet nichts ohne das ich als ihre rechte Hand danebenstehe. Nun denn, kommen sie her und sprechen sie mit ihm.“
Adams Sicht klärte sich jetzt und er sah den großen Mann zurücktreten um durch den Mann, den er am Vortag kennengelernt hatte, ersetzt zu werden. Er wartete darauf das der Mann zu reden begann.
„Captain Cartwright, wir müssen wissen wo ihr Schiff ist? Es ist wichtig das wir es finden und wenn sie wissen -“
„Gehen sie weg,“ rief Legrand ungeduldig, „Was tun sie? Sie sprechen mit ihm als ob sie ein Bettler sind?“
Der wirkliche Gouverneur der Insel trat nun vor Adam, und schnippte mit seinen Fingern jemandem außerhalb Adams Sichtfeld zu. Sofort wurde Adam von Armen, von hinten, gepackt und er wurde aufrecht auf das Sofa gesetzt auf dem er lag. Die Bewegung war brutal, und brachte stechende Schmerzen die ihn nach Luft ringen ließen, aber er biss die Zähne zusammen damit er nicht aufschrie. Er atmete tief ein, und mit etwas Schwierigkeiten setzte er sich gerade hin, und schüttelte die Hilfe desjenigen, der hinter ihm stand ab.
„Was wollen sie Legrand?“
„Zum einen ihren Dank.“ antwortete der fette Mann, zog wieder an seiner Zigarre und sah Adam kalt durch den Rauch hindurch an. „Wir haben ihr Leben gerettet. Sie hätten mit ihrem Freund zusammen im Wasser ertrinken können und niemand hätte es gemerkt oder sich dafür interessiert. Wir bringen sie her und verschwenden unsere Pflege an sie…“ er wedelte mit der Hand durch die Luft in einer Geste, als ob er diese Undankbarkeit nicht verstehen könne.
„Nun, danke dass sie mir das Leben gerettet haben.“ antwortete Adam ruhig. „Also? Warum haben sie es getan?“
„Sie sind nicht hier um MIR Fragen zu stellen. Ich bin derjenige der Fragen hat. Sie kommen hierher und dringen in mein Haus ein, stehlen die Kutsche meines Gastes, bedrohen meine Diener….wie können sie es wagen, Sir.“
„Wie können sie es wagen amerikanische Seemänner gefangen zu nehmen. Wie können sie es wagen einen Witz aus meiner Bitte zu machen sie freizulassen.“
„Ihre Bitte? Ihre Forderung? Glauben sie, weil sie sie Amerikaner sind können sie hierherkommen und Forderungen an mich stellen? Ich kümmere mich nicht um Amerikaner, die so viel von sich denken, dass sie auf unsere Insel kommen und Forderungen an uns stellen.“
„Ich habe keine Forderungen gestellt bis sie meine Männer genommen haben. Mein Schiff hat ihr Meer von einem Aasfresser, einem Dieb befreit, der ihre Leute terrorisierte. Ihre Leute haben mehr verdient als sie ihnen geben. MEINE Leute hätten Dank verdient anstatt von IHNEN gefangen gehalten zu werden!“
„Das -“ Legrand zuckte sie Schultern und wedelte mit seiner Hand durch die Luft. „Das sind seine Lügen. Er macht Beschuldigungen gegen uns, Gouverneur. Wie alle Amerikaner verdreht er die Wahrheit.“
„Ich habe ihnen die Schätze von Salvadores Schiff gegeben. Ich habe ihnen seine Männer gegeben. Was ist daran die Unwahrheit?“ fragte Adam, und lehnte sich etwas vor. Der Schmerz kroch nun langsam durch seine Nerven und lies ihn sich immer schwächer fühlen.
„Da waren noch andere Dinge auf Salvadores Schiff. Sie haben mir nicht alles gegeben.“
Adam lächelte langsam und lehnte sich zurück gegen die Kissen, kurzfristig gaben sie ihm etwas Unterstützung.
„Und warum wollen sie mein Schiff?“ fragte er leise.
„Weil es mir gefällt es zu haben. Wenn ich etwas haben will, greife ich danach und nehme es mir. Das ist alles was sie wissen müssen. Wo ist es?“ Legrand senkte seinen Kopf um seine Gefangenen näher zu begutachten.
„Ich weiß es nicht.“ Adam versuchte die Schultern zu heben, es gelang ihm nicht ganz.
„Denken sie ich bin ein Idiot?“ fauchte Legrand und er trat zurück.
Bevor Adam verstand was passierte schlug die Hand des Mannes ihn ins Gesicht, er fühlte das Brennen als etwas die Haut an seinen Lippen aufriss und plötzlich schmeckte er Blut.
„Ich weiß es immer noch nicht.“ antwortete Adam.
Legrand wollte wieder zuschlagen als der andere Mann eingriff und sie packte. Er sah den fetten Mann missbilligend an, bevor er sich zu Adam drehte.
„Captain, das hier tut mir leid, aber wir müssen wirklich wissen wo ihr Schiff ist. Sie haben keine Ahnung wie wichtig das ist.“
„Nein, vielleicht nicht, aber selbst wenn, ich kann ihnen nicht sagen wo mein Schiff ist und sie sollten auch nicht von mir erwarten das ich es ihnen erzähle.“
„Sie sind sehr dumm -“ sagte Legrand kalt.
„Dann sagen sie mir den Grund warum sie es brauchen.“ antwortete Adam, und legte eine Hand auf die Stelle seines Körpers die am meisten schmerzte. Er war überrascht Blut an seinen Fingern zu spüren. Einen Moment versuchte er sich daran zu erinnern was passiert war, und wie durch einen Nebel erinnerte er sich daran wie er durch das Wasser zum Boot watete, „Wie viel Uhr ist es?“ fragte er mit tiefer Stimme.
„Es ist drei Uhr.“ sagte der Gouverneur, „Wir haben sie vom Strand hergebracht. Sie wären beinahe ertrunken und die Verletzung in ihrer Schulter blutete heftig. Legrand hat einen Arzt der sich um die Arbeiter hier kümmert, er war da um zu sehen ob es ihnen gut genug geht um unsere Fragen zu beantworten.“
Adam sah von einem zum anderen und schüttelte dann den Kopf,
„Ich weiß nicht wo das Schiff jetzt ist,“ er seufzte, sein Kopf fiel zurück, seine Augen schlossen sich und die Farbe wich langsam aus seinem Gesicht.
„Bringen sie diesen bescheuerten Doktor wieder her.“ schrie Legrand, schritt zu seinem Schreibtisch und zog an einem Glockenstrang.
„Er könnte sterben,“ sagte der Gouverneur. „Warum können sie nicht akzeptieren das er ihnen die Wahrheit erzählt?“
„Weil er lügt. Das ist was sie tun – diese Amerikaner, sie lügen die ganze Zeit.“ und er zog wieder an dem Glockenstrang.
„Ich glaube nicht das er lügt,“ protestierte der andere Mann, „Ich denke er sagt ihnen die Wahrheit. Er wollte die Uhrzeit wissen, nicht wahr?“
„Was hat das damit zu tun?“
„Vielleicht wusste er wo es ist, als er hier wegging, aber jetzt, um 3 Uhr, weiß er es nicht. „Das bedeutet…“
„Ah – das bedeutet das er wusste das sie ohne ihn weg segeln?“ Legrand hielt inne und schüttelte dann seinen Kopf, „Glauben sie ich bin dumm? Glauben sie sie würden ohne ihren Captain hier weggehen?“
In dem Moment wurde die Tür geöffnet und einige Männer kamen in den Raum. Ein Mann, nüchtern gekleidet und leicht als Arzt erkannt, ging um sich um Adam zu kümmern, während die anderen beiden Männer an den Schreibtisch herantraten.
„Nun? Was ist das Problem“ Haben sie das Schiff gefunden?“
„Nur die Esperanza und sie steht in Flammen.“ kam die Antwort, auf solch ängstliche Weise, dass er sich fragte was die anderen Nachrichten waren. „Da war kein anderes Schiff. Nichts.“
„Es muss da sein -“ schrie Legrand und schlug mit der Faust auf den Schreibtisch.
Die beiden Männer sahen sich an, schüttelten ihre Köpfe und zogen sich hastig zurück als ihnen eine Welle von Beschimpfungen entgegen geschrien wurde.
„Wir müssen einen anderen Weg finden,“ murmelte der Gouverneur, der zu Legrands Seite ging und dabei den Doktor und seinen Patienten beobachtete, „Wenn es kein Schiff gibt -“ er machte eine Geste der Hoffnungslosigkeit.
„Er weiß wo das Schiff ist,“ antwortete Legrand und ging wieder zu Adam der wieder das Bewusstsein erlangte nach der Behandlung durch den Arzt.
„Erzählen sie es mir, Captain, wo ist das Schiff jetzt? Wo haben sie es um diese Zeit heute erwartet?“ er beugte sich nahe zu ihm, sah tief in die Augen des jüngeren Mannes.
„Juan Cuevier.“ flüsterte Adam, mit einem tiefen Seufzer, „Ich habe O´Brian den Befehl gegeben das Schiff zu Juan Cuevier zu bringen…“
Die beiden Männer stellten sich aufrecht und sahen sich an. Der Gouverneur wurde blass, und seine Schultern fielen zusammen, während Legrand nur ungläubig Adam anstarrte. Er entließ den Arzt sofort, der aus dem Zimmer eilte, in die Sicherheit seines zu hause. Legrand näherte sich wieder Adam,
„Sie kennen Juan Cuevier?“ fragte er bitter.
„In Salvadores Logbuch. Er hat Tagebuch geführt. Es war alles da…was sie geplant haben und wie sie es tun wollten. Aber – ich musste meine Männer zuerst zurück holen -“ Adam berührte vorsichtig seine Wunde. Der Doktor hatte sie gut versorgt und sie fühlte sich besser an. Er sah zu Legrand hoch, „Ich weiß nicht warum sie diesen tiefen Hass haben, gegen alle amerikanischen Dinge, Legrand. Aber ich kann ihnen versprechen…sie werden kein amerikanisches Schiff dafür benutzen zu tun, was sie vorhaben und sie werden nicht erreichen was sie und Salavadore geplant haben. Es ist vorbei für sie, Legrand, all die Jahre die sie diesen Menschen gestohlen haben, sie versklavt haben, sie terrorisiert haben. Es ist vorbei.“ er wand sich dem Gouverneur zu, der zurückgetreten war, mit einer Hand über dem Herzen und der anderen über dem Mund. „Es tut mir leid für sie, Sir, aber für sie ist es auch vorbei.“
„Meine Frau -“ rief der Mann, „Meine Frau. Wir können immer noch von hier entkommen.“
„Nein. Es tut mir leid – aber wir haben ihre Kutsche genommen.“ Adam sah zur Wand, wo eine große goldene Uhr, in der Form einer Sonne die Zeit anzeigte. „Ich nehme an das sie jemanden bitten können ihnen einen Wagen zu leihen -“ schlug er vor.
Kapitel 40
Juan Cuevier war ein großer, dünner Mann. Sein vorzeitig ergrautes Haar und seine eingefallenen Wangen und die Ringe unters einen Augen zeigte allzu deutlich die schweren Zeiten die er durchgemacht hat. Er saß an seinem Schreibtisch als O´Brian vor ihn gebracht wurde und er hob müde seinen Kopf um ihn zu betrachten,
„Ich habe Captain Adam Cartwright erwartet,“ sagte er trocken, „Wer sind sie?“
„Lieutenant O´Brian vom Schiff Avenger, Sir. Unser Schiff wurde von der Esperanza, unter dem Kommando von Perez Salvadore, zerstört.“
Die Augen des Mannes blitzten auf, bei dem Namen Salvadore, und er stand auf um
O´Brian gegenüberzutreten.
„Nun, wo ist Salvadore?“
„Tot. Captain Cartwright hat uns gerettet und die Esperanza verfolgt. Sie brennt nun auf dem Meer.“
„Und wo ist Captain Cartwright?“
O´Brian schluckte und er blinzelte schnell, bevor er mit ehrfürchtiger Stimme sagte,
„Tot, Sir.“
Cuevier senkte einen Moment lang seinen Kopf aus Respekt für den Verstorbenen und seufzte dann,
„Nun, das sind keine guten Nachrichten. Was haben sie mir sonst zu erzählen?“
„Captain Cartwright gab mir den ausdrücklichen Befehl, dass ich ihnen das hier übergeben soll, Sir.“ und O´Brian übergab dem Mann ein Päckchen. „Es wurde in Salvadores Kabine gefunden. Captain Cartwright hat gesagt ich soll es ihnen geben und ihnen meine Hilfe anbieten falls sie sie brauchen bei dem was sie vorhaben.“
„Sehr gut.“ Cuevier nahm das Päckchen und sah dann zu O´Brian, „Es tut mir leid um ihren Captain, aber Zeiten wie diese fordern immer Opfer. Bitte, wenn sie in meinem Vorzimmer warten würden. Ich schicke ihnen jemanden mit Erfrischungen während ich die Dokumente lese.“
O´Brian verbeugte sich höflich, verließ den Raum und hörte wie Cuevier jemanden anwies sich um den Offizier zu kümmern. Er ging zu einem Fenster und betrachtete die Aussicht, doch er konnte die Schönheit nicht sehen. Alles was er sah war die Szene das er zwei Männer sterbend zurückgelassen hatte. Wenn er nur Captain Cartwright nicht versprechen hätte müssen, das egal was passiert…selbst wenn er sterben sollte…O´Brian schüttelte den Kopf. Matrosen gewöhnten sich an den Tod, dem Verlust von Kameraden. Aber manchmal gab es jene, die mehr als nur Kameraden wurden, die eine Verbundenheit schafften. O´Brian senkte den Kopf und seufzte.
Er wurde durch das Geräusch von Fußtritten gestört und sah auf. Eine junge Frau kam und hielt ein Tablett mit etwas zu Essen und zu Trinken. Sie lächelte und stellte das Tablett auf einen Tisch und lies ihn dann wieder allein, mit seinen Erinnerungen an einen tapferen Mann.
Er war fünfzehn Minuten alleine, als ihm Aktivitäten um ihn herum bewusstwurden. Türen wurden zugeschlagen und Männer eilten Vor und Zurück. Männer in Uniformen schritten zu Cueviers Büro, voll Selbstbewusstsein und dem Wissen, als ein Diener an ihn herantrat und ihn bat sich den anderen im Büro seiner Exzellenz anzuschließen.
Den dünnen Mann umgab jetzt eine nervöse Stimmung. Sein Gesicht war gerötet mit Aufregung und Leidenschaft. Er stand, groß und gerade, und sein gräulicher Bart schien vor Energie zu strotzen, während seine Augen nicht mehr so müde aussahen wie zuvor, sondern mit Vorfreude leuchteten, wie bei Männern die sich auf einen Krieg vorbereiteten.
Mr O´Brian, lassen sie mich ihnen mein Kriegskabinett vorstellen…“ rief er und machte eine Geste zu den sechs Männer die sich mit O´Brian im Raum befanden. „die Papiere die sie mir gebracht haben, haben mir alles gegeben das ich wissen muss über Legrands Pläne und Methoden. Gentlemen -“ er drehte sich um sie anzusprechen, die Vorstellung der Personen hatte er scheinbar vergessen, „Es scheint als ob Legrand vorhatte ein amerikanisches Schiff in seine Gewalt zu bringen so das Salvadore es benutzen konnte um den Kampf mit und zu eröffnen. Wir hätten angenommen das die Amerikaner uns den Krieg erklärt hätten, anstatt die Verhandlungen für bessere Geschäftsbedingungen zwischen unseren Völkern aufzunehmen und uns dabei zu helfen die Picaroons und die Sklavenhändler zu vertreiben.
„Wenn wir da zurückgeschlagen hätten, wären die Amerikaner informiert worden das wir auf eines ihrer Schiffe gefeuert hätten, während sie ihrer Pflicht nachgekommen waren, mit uns zu verhandeln. Kurz gesagt – wir wären vernichtet worden.“ er zuckte die Achseln, „Was hätten wir gegen die Amerikaner tun sollen. Ein paar vergebliche Momente von sinnloser Schlachterei.“
„Was ist mit dem Gouverneur, Eure Exzellenz? Und Legrand?“ fragte ein Mann, mit einer Vielzahl von Medaillen an seiner Brust.
„Nun. Wir wissen das Gouverneur Emmanuel nur eine Marionette von Legrand ist, oder nicht? Also ist es keine Überraschung für uns das er in diese Machenschaften verstrickt ist, obwohl das Ergebnis daraus der sinnlose Tod von vielen seiner eigenen Leute bedeutet. Jetzt, müssen wir unseren Kampf gegen Legrand nicht mehr länger im Dunkel führen. Unser Kampf kann nun offen sein und zu guter Letzt können wir Legrand und Emmanuel entfernen und unserem Volk geben was es verdient. Frieden und Wohlstand.“
Es gab ein Murmeln von Zustimmung nach dieser Deklaration. O´Brian fühlte sich ein bisschen außer seinem Element, als ob er mitten in etwas hineingezogen wurde, dann realisierte er das er tatsächlich in etwas Größeres geraten war, als er sich zuerst vorstellen konnte. Er räusperte sich,
„Sir, gibt es etwas das wir tun können?“
„Nein, junger Mann.“ Cuevier lächelte und trat zu O´Brian, mit sanften Blick auf dem Gesicht, „Nein, aus diplomatischen Gründen ist es besser wenn ihre Männer und ihr Schiff friedlich im Hafen bleiben. Das ist eine Angelegenheit die mein Volk unter sich regeln muss. Sollten wir Versagen -“ er hielt inne nahm einen tiefen Atemzug, „aber wir werden nicht Versagen. Kommen sie. Wir haben Dinge zu erledigen.“
O´Brian trat zurück und beobachtete, wie ein Käfig, mit einer Taube darin, zu Cuevier gebracht und auf seinen Schreibtisch gebracht wurde. Er nahm den Vogel heraus und brachte einen kleinen Zylinder an dessen Fuß an und nachdem er das Fenster geöffnet hatte schickte er ihn in den Wind. Jeder im Raum, auch O´Brian, sah ihr nach wie sie flog.
„Wir haben Leute innerhalb Legrands Lager die als seine Bediensteten arbeiten. Sie warten nur auf ein Signal um loszulegen. Das -“ er machte eine Handbewegung zum Fenster „enthält das Signal. Wenn unsere Streitkräfte Legrand erreichen, werden unsere Leute alles getan haben was nötig ist. Bald,“ er hielt inne und sah zu seinen Offizieren, „bald werden wir die Friedenstauben loslassen. Jetzt, Gentlemen, lassen sie uns unsere Pläne machen. Mr O´Brian, darf ich sie verabschieden und wir werden uns bald wiedersehen.“
Adam Cartwright fand es mit jedem Moment der vorbeiging schwerer seine Augen offen zu halten. Die Spannung zwischen Emmanuel und Legrand war so stark, das die Luft zwischen ihnen zu platzen drohte. Er war nun nicht mehr in der Lage zu verstehen was sie sagten, denn sie redeten in ihrer Muttersprache. Doch der Ärger, der Hass war deutlich in ihrer Stimme zu hören.
Er lehnte gegen die Kissen und fragte sich warum er sich so Elend und schwach fühlte. Er hatte in der Vergangenheit so viele Kugeln abbekommen, aber er konnte sich nicht daran erinnern sich je so schwach gefühlt zu haben. Er musste sehr viel Blut verloren haben. Er schloss die Augen. Es schien als ob die Dunkelheit ihn wieder nach unten ziehen wollte und er erinnerte sich an das Gefühl mit dem Gesicht ins Wasser zu fallen und wie das Wasser seine Nase und Mund füllte. Er erinnerte sich an das fast angenehme Gefühl sich dem Tod hinzugeben, als er aufhörte zu kämpfen.
Es gab einen Knall. Sein Gehirn registrierte einen Pistolenschuss, doch seine Augenlider blieben fest verschlossen. Er wollte einfach hinweggleiten, es war so einfach loszulassen und sich um nichts zu kümmern. Er konnte an Pa denken….
„Wachen sie auf, sie Dummkopf.“ schrie eine wütende Stimme in sein Ohr und eine Hand schüttelte ihn am Arm, dass ihm den Schmerz durch den Körper trieb und ihn nach Atem ringen ließ.
Er zwang sich die Augen zu öffnen und sah Legrand auf ihn herabschauen. Sein Gesicht war verzerrt mit Wut, mit Hass und seine Augen blutunterlaufen. Adam blinzelte und schüttelte seinen Kopf, er hob seinen Arm mit großen Schwierigkeiten. Sein ganzer Körper war träge, sein Gehirn schien nicht richtig zu funktionieren. Er fragte sich ob er betrunken war, doch er verwarf den Gedanken, da er nichts zu trinken bekommen hatte.
Er wurde von Legrand und einem anderen Mann auf die Beine gezogen, aber nicht dem Gouverneur. Er sah aus den Augenwinkeln heraus den Körper eines Mannes auf dem Teppich liegen und sein Gehirn sagte ihm das es Gouverneur Emmanuel war, der offensichtlich den Streit verloren hatte.
„Lassen sie mich in Ruhe,“ sagte er und er konnte hören das seine Stimme lallte und der versuch die beiden Männer von sich zu stoßen war plump und unwirksam.
„Halten sie den Mund, sie Schwein von Amerikaner. Oder ich schließe es für sie.“ fauchte Legrand.
Die Tür schloss sich, wie es Adam vorkam, mit einem sehr lauten Schlag. Er fragte sich ob jemand im Gebäude das gehört hatte. Er wehrte sich noch einmal gegen die Hände die ihn festhielten.
„Lassen sie mich in Ruhe, lassen sie mich hier sterben.“ murmelte er.
„Sie sterben, wenn ich es sage. Jetzt seien sie still und bewegen sie sich.“ Legrand gab ihm einen weiteren brutalen Stoß der mehr Schmerzen durch seinen Körper trieb, doch s half ihm etwas von dem Nebel zu vertreiben der seine Reflexe taub machte, so dass er nun besser gehen konnte ohne zu stolpern.
Eine Tür öffnete sich und sie waren außerhalb des Gebäudes. Adam war sich nicht sicher wo genau sie waren doch Legrand und der andere Mann schubsten ihn vorwärts, so dass er die Dinge nun verschwommen wahrnahm. Die frische Luft half dabei seinen Kopf klar zu machen und er merkte das er klarer denken konnte. Er ging in Gedanken die Dinge durch die gesagt wurden von Legrand und Emmanuel als auch von ihm und er erinnerte sich das die Panik eingesetzt hatte in dem Moment als er Juan Cuevier erwähnte.
„Was glauben sie was Cuevier jetzt vorhat, Legrand?“ fragte mit normaler Stimme und der fette Mann stoppte und drehte sich zu ihm, sein Gesicht voller Hass.
„Wenn Cuevier weiß was ich vorhatte, wenn er die Dokumente als Beweise hat, dann gibt es nichts was er jetzt nicht tun würde.“ er ließ Adams Arm los und sah in das Gesicht des Captains, „Was weiß Cuevier?“
„Oh, was auch immer und alles was Salvadore in seinen Tagebüchern geschrieben hat. Sie sollten nie einem Dieb vertrauen. Aber sie sollten das wissen, da sie einer der größten Diebe in der Südsee sind. Salvadore wusste das er ihnen nicht vertrauen kann, Legrand, also schrieb er alles auf, damit, wenn alles schief geht er die Papiere zu Cuevier bringen kann oder vielleicht zu einem anderen fremden Land, damit die sich um sie kümmern.“
„Sie sprechen sehr mutig, Captain. Wir werden sehen wie mutig sie sind wenn wir hier weggehen und ich sie an Bord meines Schiffes habe.“
Die beiden Männer beeilten sich um durch das dichte Unterholz zu kommen und zogen Adam mit sich. Überall war eine fast unnatürliche Stille. Adam stolperte mit ihnen, der Schmerz arbeitete wie Stimulanz zu seinem Gehirn so das, obwohl, geschwächt vom Blutverlust und Schock sein Gehirn alles um ihn herum wahrnahm.
Legrand hielt an und gab einen lauten Pfiff von sich. Männer kamen aus den Büschen und brachten eine Barkasse, in die Adam gestoßen wurde. Als das Boot zu Wasser gebracht wurde, mit Legrand auf den Ruderbänken vor ihm, hörten sie Pistolenschüsse. Alle Männer an Borde drehten die Köpfe in Richtung von Legrands Haus und der Plantage. Es gab nun andere Geräusche. Der unangenehme Klang von Leuten die sich ein Gefecht lieferten.
„Es scheint als wenn sie rechtzeitig raus gekommen sind.“ Adam gratulierte Legrand, „Sie kennen Cuevier offensichtlich sehr gut um zu wissen das er so etwas arrangieren kann, so schnell nachdem er Salvadores Papiere erhalten hat.“
„Ich hätte nicht gedacht das er so schnell handeln kann -“ sagte Legrand mürrisch und zog eine Pistole aus der Tasche seiner Jacke.
„Sie wissen wie sie sie benutzen müssen, oder? Oh, natürlich wissen sie das. Ich nehme an sie waren es der den Gouverneur getötet hat.“ stichelte Adam.
„Halten sie ihren Mund.“ fauchte Legrand, „Oder sie finden heraus wie gut ich damit umgehen kann.“
Das Boot war jetzt im Wasser und die Männer ruderten los. Adam sah sich um, und sah einige Meilen entfernt ein Schiff auf den Wellen. Es war nicht sehr groß aber gut genug gebaut um eine gute Geschwindigkeit zu erreichen. Er legte eine Hand auf seine Wunde, die wieder angefangen hatte zu bluten.
„Warum wollten sie Amerika in diesen Krieg mit Cuevier hineinziehen?“ fragte er ruhig. „War es nur weil sie Amerika so sehr hassen?“
„Cuevier ist mein Halbbruder.“ sagte Legrand plötzlich, kurz nachdem Adam gesprochen hatte, als ob er Zeit zum nachdenken gebraucht hatte „Er war der Sohn einer Amerikanerin. Ich war der Sohn einer Sklavin. Er hatte alles. Ich hatte nichts.“
Adam zuckte mit den Schultern, als ob das Privatleben des Mannes ihn nicht interessierte. Er sah hinaus zu dem Schiff und überlegte wie er es schaffen konnte das Schiff zu übernehmen und sie in eine schöne Bucht zu segeln und etwas zu angeln. Er schüttelte den Kopf und wunderte sich ob er Halluzinationen bekam.
„Sir, sir…“ schrie einer der Männer aufgeregt und deutete mit dem Finger und sie drehten sich und sahen Rauchwolken aufsteigen, aus der Richtung wo das Haus stand.
„So bald? So schnell?“ ächzte Legrand.
„Ich nehme an Cuevier hat einige Männer bei ihnen eingeschleust. Das gab es schon früher wenn ich mich richtig erinnere. Ja, ein Art Trojanisches Pferd,“ er lachte auf, wenn auch freudlos. „Nichts neues unter der Sonne wie das gute Buch sagt.“
„Wollen sie still sein!“ fauchte Legrand „Oder ich werfe sie über Bord als Mittagessen für die Barrakuda.“
„Entschuldigung,“ Adam schwenkte mit der Hand und seufzte, „Ich denke die Drogen die der Doktor mir gegeben hat, mache mich eine wenig durcheinander. Bitte fahren sie mit ihrer Geschichte fort. -“ er zwang sich interessiert auszusehen.
„Was für eine Geschichte? Mein Leben? Pah, Was bringst. Glücklicherweise hab ich genug Gold versteckt um zu der Insel zurück zu kehren und genug Männer die loyal zu mir sind.“ Legrand drehte sich um zu dem Schiff zu sehen und nickte. Sie hatten einen guten Vorsprung. „Wir werden bald auf meinem Schiff sein.“
„Warum hassen sie Amerikaner so sehr?“ fragte Adam nochmal „Wegen ihrer Stiefmutter?“
„Sie war nicht meine Stiefmutter. Nur die Mutter von Cuevier. Warum hasse ich Amerikaner? Weil sie die macht haben Männer wie meinen Halbbruder zu unterstützen und ihm zu helfen.“
„Sie sind ein wohlhabender Mann. Sie könnten ihrem Volk nützen. Sie brauchen Amerikas Hilfe nicht.“
„Das ist was ich auch glaube, aber nicht Cuevier. Er will Handelsabkommen mit ihrem Land treffen und dann wird er auf sie angewiesen sein. Dann werden sie all unseren Wohlstand von uns nehmen, wie die meisten wohlhabenden Staaten. Ich war in Amerika. Ich habe gesehen wie sie in den großen Städten sind. Aber jetzt hatten sie ihren eigenen Krieg und sie sind geschwächt. Jetzt wär ein guter Zeitpunkt gewesen sie in einen Krieg hineinzuziehen und sie weiter zu schwächen.“
Adam sagte nichts dazu und beobachtete wie Legrand mit seiner Pistole spielte. Er fragte sich warum der fette Mann ihn nicht im Staatszimmer zusammen mit dem Gouverneur erschossen hatte. Vielleicht um ihn als Geisel zu benutzen? Er wunderte wie lange es dauern würde bis Legrand realisierte wie unwichtig er war, im Ganzen gesehen, und das er ersetzbar war. Wie lange würde er dann noch Leben?
Es gab jetzt mehr Spektakel von der Insel, die sie gerade verlassen hatten. Gewehre wurden auf sie abgefeuert, obwohl sie außer Reichweite waren und die Schüsse waren eine Verschwendung von Zeit und Munition.
„Dummköpfe.“ fauchte Legrand, „Dummköpfe, jeder von ihnen.“ er stand im Boot auf und schüttelte die Fäuste der Masse entgegen die sich am Strand angesammelt hat, einige von ihnen brachten Boote zu Wasser um sie zu verfolgen. „Dummköpfe ihr alle. Ihr werdet herausfinden das es sich nicht lohnt mich zu bekämpfen. Ihr werdet alle bezahlen. Ihr werdet alle bezahlen, glaubt mir.“
„Setzen sie hin, verdammt.“ befahl Adam und zog an Legrands Hose, „Sie werden das Boot zum kippen bringen wenn sie weiter so rumtänzeln.“
Legrand zog das Bein weg, beleidigt das der Feind ihn angefasst hatte. Er zog sich zurück und schwenkte zur selben Zeit seine Pistole zu Adam. Er feuerte und der Rückstoß ließ ihn die Balance verlieren. Das Boot schwankte und kippte und sendete alle ins Wasser.
Kapitel 41
Adam hatte keine Zeit darüber nachzudenken wohin die Kugel gegangen war als das Boot umkippte und er ins Wasser fiel das ihn hinunterzog. Das erste was ein Seemann tat wenn es den Anschein hat das das Schiff untergeht ist, sich die Stiefel und die schwere Kleidung auszuziehen, doch mit diesem unvorhersehbaren Ereignis fiel es Adam schwer das zu tun, während er weiter nach unten sank.
Mit seinen Füßen schaffte er es seine Stiefel loszuwerden und kämpfte dann darum die Oberfläche zu erreichen. Seine Verletzungen behinderten ihn natürlich in allem was er jetzt tun musste, obwohl der Auftrieb des Wassers ihm dabei half mit einem Arm nach oben zu schwimmen.
Beim Erreichen der Oberfläche wischte er sich das Wasser aus den Augen und sah sich um. Er konnte die Schreie der Männer um ihn herum hören und er merkte das, was ihm eine lange Zeit vorkam während er sank, in Wirklichkeit nur ein kurzer Moment war. Einige Männer bemühten sich zu dem umgedrehten Boot zu schwimmen und ein unheilvoller roter Fleck breitete sich unter dem Unglücklichen aus den die Kugel getroffen hatte, die Legrand so leichtsinnig abgefeuert hatte.
Adam sah sich vorsichtig um. Legrand musste irgendwo sein, zwischen den Gestalten die um ihn herum schwammen. Er trat einige Augenblicke Wasser um sich nach dem fetten Mann umzusehen, aber es gab kein Zeichen von ihm. Er wollte jetzt etwas positives tun und drehte sich in Richtung Boot das die Männer nun erreicht hatten und wieder versuchten aufzurichten.
Er schwamm zu ihnen und seine Hand hatte gerade das Holz berührt als eine Stimme ein Wort schrie das kein Seemann hören wollte….“Hai“
Der Geruch von Blut. Der rote Fleck der sich langsam durch das Wasser zog, ein Rufzeichen für jedes Raubtier auf See.
Die Männer schrien nun und schwammen jetzt verzweifelt zum Boot, alle hatten dieselbe Absicht es wiederaufzurichten so dass sie einsteigen konnte und den Haien nicht als Vorspeise zu dienen. Adam hatte das selbe Gefühl der Angst. Immerhin, er war ein verwundeter Mann und das Blut das aus seiner Wunde kam war eine offene Einladung für einen Hai. Er drückte, mit den anderen Männern gegen das Boot und zu ihrer Erleichterung kippte es wieder um.
Legrands Gesicht war das erste was sie sahen, aber als sie bemerkte das seine dunklen Augen leblos zum Himmel starrten und seine Lippen blau waren, taten sie was ihnen ihr Instinkt sagte unter diesen Umständen und sie schoben ihn aus dem Weg so, dass das Boot sich ohne Behinderung drehen ließ.
Adam wollte mit einer Hand nach ihm greifen als er an ihm vorbeitrieb bevor er realisierte das es schwer genug werden würde mit nur einer Hand ins Boot zu kommen. Mit gemischten Gefühlen ließ er Legrand auf den Wellen treiben während er versuchte mit den anderen Männern in das Boot zu kommen. Hände wurden zur Hilfe gereicht und Körper wurden anschließend ins Boot gehievt. Jetzt saßen die Männer still und stumm da und warteten.
Von dem Schiff, das auf sie wartete schien eine Menge Lärm und Aufregung zu kommen. Hände zeigte und Stimmen schrien. Alle zeigten an was ihnen nur zu offensichtlich war. Ein Rudel von Haien, mit dunklen Flossen, schnitt durch das Wasser, schwammen schnell auf sie zu.
Alle redeten durcheinander als die Männer im Boot begannen panisch zu werden. Adam beobachtete mit fasziniertem Horror als die Haie näher und näher kamen.
„Ruhe. Ruhe jetzt.“ schrie er und hob seine Hand in einer Geste die Ruhe befahl.
Alles was sie tun konnte war sitzen und warten. Von den Rudern waren nur sechs übrig und wenn sie sie benutzten würde die Bewegung und der Klang durch das Wasser vibrieren und ihre Gegenwart verraten. Er behielt seine Hand oben und sah sie an, als ob er jeden dazu zwingen würde die Ruhe zu behalten. Sein eigenes Herz raste. Er hatte schon Haie zuvor gesehen und hatte erlebt wie sie eine Bahn durch 20 Männer geschnitten hatten die ins Meer geschleudert wurden. Nur zwei hatten unverletzt überlebt und niemand von ihnen konnte erklären warum sie unverletzt blieben.
Genauso hatte er Haie gesehen die vorbei schwammen als ob sie ihre Gegenwart nicht wahrnehmen würden und die älteren, erfahrenen Seemänner sagten, sie waren offensichtlich nicht hungrig. Nun, wenn das jetzt der Fall wäre, betete Adam, vielleicht gab es dann noch Hoffnung für sie.
Es waren jetzt nur zwei tote Männer im Wasser, Legrand und der Mann den er erschossen hatte. Mit faszinierter Angst und Horror beobachteten die Männer im Boot wie die Haie auf sie zu kamen. Vier von ihnen schoben die toten Männer aus dem Weg und machten sich auf den Weg in Richtung Boot. Einer öffnete seinen gezackten Kiefer und zog den erschossenen Mann in die Tiefe des Meeres und sofort folgten drei weitere was in einem Futterstreit endete , der die Aufmerksamkeit der ersten vier weckte, die sich langsam drehten um die Gelegenheit für eine Mahlzeit wahr zu nehmen.
Der folgende Futterstreit in dem blutigen Wasser schaukelte das Boot hin und her, so dass sich alle an den Ruderbänken festhalten mussten um nicht rauszufallen. Adam war sich mehr als je zuvor dem Schmerz in seiner Schulter bewusst, doch so sehr er seine Augen wegdrehen wollte, von dem Spektakel das vor ihm geschah, fand er es unmöglich es zu vermeiden. Er hielt sich mit seiner guten Hand so fest wie möglich am Boot als ob sein Leben davon abhing und betete zu Gott das die Haie, der Alptraum bald vorüber war.
Legrands Körper wurde gedreht und in den Wellen herumgeschleudert die durch das Kämpfen der Haie im Wasser entstanden. Jetzt sahen die Männer wie der Körper nach unten gezogen wurde und eine Blutspur trieb nach oben gefolgt von Legrand der wie ein Korken im Wasser hüpfte. Er ging wieder nach unten und es gab keinen Zweifel das die Haie bei ihrem zweiten Gang angekommen waren.
Adam drehte sich weg. Der Anblick machte ihn krank und er fühlte wie sein Kopf weh tat. Er hatte in seinem Leben viele schreckliche Dinge gesehen, Dinge die ihn selbst jetzt in seinen Träumen verfolgten. Aber das hier war zu abwegig für die menschliche Natur.
Das Boot schaukelte. Einige Männer schrien in Panik und von dem Schiff, auf das sie zutrieben kamen verzweifelte Schreie die denen im Boot Gesellschaft leisteten. Das Boot sträubte sich, wurde umher gedreht, und von rechts nach links geschleudert. Adam sah das blutige Gebiss eines Hais, weit offen, nur einen Fuß von ihm entfernt und er schloss die Augen. Das war es nun wie alles endete und so weit weg von zu hause.
Nach einer Minute öffnete er die Augen. Blut färbte das Wasser und etwas das einmal zu Legrand gehört hatte trieb zur Oberfläche. Die Haie waren weg. Weg in der Tiefe des Ozeans und das Boot war stabil, schaukelte leicht vor und zurück als ob nichts passiert war.
Jetzt gab es Ausrufe von Freude und die Eingeborenen Seemänner zeigten ihre Erleichterung in solchem Überschwang das das Boot fast wieder zum kentern brachte. Adam konnte nur seinen Kopf in die Hand legen und Gott danken. Die einzigen Opfer der Haie waren bereits tot, und erlitten deshalb keine Schmerzen. Der Horror war vorbei.
Hände griffen nach unten, zu jenen aus dem Boot die erfolgreich die Strickleiter nach oben geklettert waren, die an der Seite des Schiffes herunter hingen. Adam, der es gewohnt war an der Takelage, der großen Schiffe auf denen er gedient hatte hoch zu klettern, schaffte es nach oben und war dankbar für die Hände die ihn an Bord zogen.
Barfuß, seine Wunde blutete mäßig und tropfnass, fühlte er sich weit von dem Offizier entfernt, der sein eigenes Schiff am Anfang des Tages verlassen hatte. Nun da alle Männer des Bootes an Deck waren sahen sie ihn an und ihrer Erscheinung nach war es offensichtlich, dass sie sich nun wunderten wer er war und was genau seine Rolle in dem Geschehenen war.
„Wer ist der Captain dieses Schiffes?“ fragte er, seine tiefe Stimme laut genug um Autorität auszustrahlen aber weich genug um nicht arrogant und überheblich den Eingeborenen gegenüber zu sein, die von Natur aus unterwürfig aber Stolz waren.
„Ich.“ kam die Antwort.
Ein großer, junger Mann, offensichtlich wohlerzogen, kam auf ihn zu. Er trug, überraschenderweise eine weiße Uniform, mit so viel Gold verziert, das es mit dem scheinen der Sonne, nach einer Weile in den Augen wehtat ihn anzusehen.
„Ich bin Adam Cartwright von dem amerikanischen Schiff Redoubt. Ich muss mit ihnen Privat reden.“
„Sie sind der Captain des amerikanischen Schiffes? Ah, ich hab sie vor nicht mal einer Stunde im Hafen gesehen. Eine schönes Schiff, Captain.“ er reichte seine Hand „Ich bin Captain Enrico Fernandez.“
Adam nickte, schüttelte die dargebotene Hand und folgte dem jüngeren Mann still in seine Privatquartiere. Es war spärlich möbliert. Verglichen mit der Kabine von Salvadore war dieser Offizier praktisch arm. Adam fand einen Stuhl und setzte sich dankbar. Er sah zu Fernandez und wolle gerade sprechen als Enrico eine Hand hob um ihn zu stoppen.
„Ich bin kein Dummkopf, Captain. Ich sehe was dort vor sich geht -“ Er drehte seinen Kopf in die Richtung, wo Legrands Plantage war, „und ich habe gesehen was mit Legrand passiert ist. ES war lang überfällig, aber jetzt, zum Schluss, können wir sagen das wir zum frei von dem Parasiten sind der das Blut aus seinem Volk gezogen hat.“
„Sind sie also auf der Seite von Cuevier?“ fragte Adam ruhig und der Captain lächelte als er ein Glas Port für seinen Gast einschenkte, das er ihm reichte, bevor er sprach.
„Captain Cartwright, wissen sie wie viele Gouverneure und Präsidenten wir in den vergangenen drei Jahren hatten? Mit Legrand aus dem Weg kann sich die Lage beruhigen und wir haben eine ordentliche Regierung -“ er verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf „Das Wort fällt mir nicht ein, aber vielleicht ist es möglich das Cuevier, der ein anständiger Mann ist, so wie mutig wieder etwas Harmonie und Stabilität in unser Land bringen kann.“ wieder stoppte er und schüttelte entsetzt den Kopf, „Es tut mir leid, Captain, ich vernachlässige meine Pflichten als Gastgeber. Ich sehe sie sind verletzt -“ und sofort läutete er eine Glocke und der Steward trat umgehend in das Zimmer, „Bringen sie sofort den Arzt her.“
Adam hob eine Augenbraue und lächelte leicht. Er musste seltsam aussehen in seiner schmutzigen, blutbeschmierten und nassen Kleidung, keine Schuhe und nicht gekämmt. Er wollte sprechen als der Raum sich drehte und Enrico schrumpfte auf Stecknadelgröße zusammen, bis das Licht aus war und er von Dunkelheit umgeben war.
Kapitel 42
O´Brian sah zu als das Segelschiff in den Hafen einfuhr. Er lehnte an der Seite der Redoubt und dachte über die Ereignisse der vergangenen Tage nach, als er die ankommenden weißen Segel bemerkte die anmutig auf ihn zufuhren und er dachte wie wunderschön sie doch aussah in dem klaren, blauen Wasser. Er dachte darüber nach ob er sie begrüßen sollte als er realisierte das sie ein Signal zur Redoubt sendete und mit seinem Teleskop am Auge las er es aufmerksam.
„Mr Brown, kommen sie her und lesen sie das -“ rief er aus. „Sagen sie mir ob es das sagt was ich denke das es sagt?“
Jacob Brown verließ seinen Platz am Ruder und nahm das Teleskop des Offiziers. Nachdem er die Signale gedeutet hatte zog er voll Freude den Atem ein und gab einen Jubelschrei von sich.
„Wenn sie gelesen haben das der Captain lebt, Sir -“
„Das habe ich, Brown.“ O´Brians Augen tanzten mit Erleichterung und Aufregung, „Das habe ich.“
„Meine Güte, Sir. Es geht das Gerücht in der Flotte um das Captain Cartwright mehr Leben hat als eine Katze und jetzt, sicher, ich glaube es.“
„Was haben sie sonst noch gelesen?“
„Wir sollen ein Boot mit seiner Uniform herüberschicken.“
„Gut, das habe ich auch gelesen. Lassen sie die Männer das Boot zurecht machen -“ er hielt inne und senkte den Kopf, „Und bitten sie Mr Fletcher das er zu mir an Deck kommen soll.“
Jacob nickte, legte seinen Zeigefinger an seine Braue und eilte sich die Bitten O´Brians zu erfüllen. Es dauerte nicht lange bis Fletcher an der Seite von O´Brian stand.
„Mr Fletcher, Captain Cartwright ist sicher und wohlauf auf dem anderen Schiff. Er hätte gerne seine Uniform herübergeschickt. Ich entschuldige mich dafür falls ich meine Stellung überschritten habe. Ich habe einen Moment lang vergessen das ich nicht zu dieser Schiffsmannschaft gehöre und überschritt meinen Rang.“
„Wir haben den selben Rang, O´Brian.“ sagte Mr Fletcher leise, „und Captain Cartwright hat sie mit Pflichten betraut, oder nicht? Davon abgesehen, gehören sie zu keiner anderen Mannschaft, oder?“ er lächelte und sah zu dem anderen Schiff hin, „Sie ist ein schönes kleines Schiff. Ich kann mir vorstellen das sie eine schöne Geschwindigkeit hat. Ich frage mich wie der Captain ihr begegnet ist?“
„Sie sagen in der Flotte er hat mehr Leben als eine Katze.“ murmelte O´Brian und wiederholte Browns frühere Worte und Fletcher lachte.
„Das ist eine faire Zusammenfassung unseres Captains.“ Fletcher stimmte zu und richtete dann seine Aufmerksamkeit darauf den Steward anzuweisen die Kabine des Captains für dessen Rückkehr bereit zu machen und seine Uniform an Deck zu bringen um sie zu dem anderen Schiff zu bringen.
Der Steward und Fletcher, als Erster Offizier der Redoubt, verließen das Schiff nicht lange danach und wurden bald zu Enricos Kabine geführt. Der Steward ging zum Schlafbereich der Kabine, wo Adam in der Lage war sich zu erholen und sich zu waschen nach der Untersuchung des Doktors. Trotzdem sah der Steward alarmiert aus über den Zustand in dem der Captain sich befand und leise half er ihm in seine Uniform.
Er machte eine weitaus bessere Figur als er in Enricos Kabine trat. Gutaussehend in seiner Uniform und mit seinem verletzten Arm in einer Schlinge, sah Adam die beiden Offiziere an und lächelte,
„Nun, Captain. Ich denke es ist Zeit das wir unseren Abschied nehmen. Darf ich ihnen und ihrem Land allen Erfolg wünschen.“ sagte er mit seiner tiefen Stimme und er hielt ihm seine Gute Hand für einen Händedruck entgegen.
„Es tut mir leid dass sie schon gehen, Captain Cartwright. Vielleicht werden wir wieder treffen?“
„Vielleicht.“ antwortete Adam, und dann atmete er tief ein, „Cuevier wird gute Offiziere wie sie brauchen um Stabilität in ihr Land zu bringen, das wissen sie, oder nicht?“
„Mein Land -“ Enrico schüttelte den Kopf, „Ich glaube nicht das es weiß was Stabilität ist, wenn sie sie kriegt werfen sie sie weg wie einen überfüllten Esel.“
„Dann braucht es vielleicht Männer wie sie und Cuevier wie sie sie am besten zu ihrem Vorteil nutzen können. Danke für ihre Hilfe, Captain.“
Enrico salutierte dem verletzten Mann und folgte ihm dann zum Deck von wo aus er beobachtete wie die drei Amerikaner die Leiter hinunter stiegen zur Barkasse. Der spontane Jubel der Matrosen als sie ihren Captain auf der Leiter sahen ließ Adam erröten und den Offizier über ihm ihn, beneiden.
O´Brian hatte den Rest der Crew versammelt um den Captain zu begrüßen als er an Bord des Schiffes kam. Wieder gab es Jubel, den Adam mit einem Lächeln akzeptierte und dankbar die Hand hob. Er drehte sich zu O´Brian und lächelte,
„Alles lief okay wie ich annehme?“ fragte er.
„Ja. Aber er bat uns nicht einzugreifen.“ antwortete O´Brian mit gehobener Augenbraue.
„Wenn das so ist werden wir das nicht tun. Mr Fletcher, machen sie die Männer den Hafen zu verlassen.“
„Wo gehen wir hin, Sir?“ fragte Fletcher als er Adam in dessen Kabine folgte.
Adam stoppte einen Moment und lächelte dann,
„38.90505N,77.01616W“ kam die Antwort als er die Tür zu seiner Kabine aufmachte.
„In Ordnung, Sir.“ Fletcher nickte und drehte sich, stoppte und sah dann zurück zu seinem Captain, der sich vorsichtig auf einen Stuhl hinter seinem Schreibtisch setzte. Er lächelte und nickte wieder, bevor er die Kabine verließ und die Tür leise hinter sich schloss.
Endlich alleine beugte Adam seinen Kopf und stützte ihn auf seine Hand. Über sich konnte er die Schritte der Matrosen hören und durch dir Tür die gedämpften Stimmen der Offiziere als sie ihre Befehle gaben. Er wurde sich jetzt der Erschöpfung bewusst die durch seinen Körper ging. Langsam öffnete er sein Jackett und legte es ab, bevor er seine Krawatte lockerte. Dann lehnte er sich zurück und schloss die Augen als er dem Geräusch lauschte wie die Segel entfaltet wurden, das leichte Platschen als der Anker hochgezogen wurde. Er erkannte Browns Stimme wie er die Koordinaten wiederholte die Fletcher ihm gab und das Lachen als er erkannte wohin sie fuhren.
Adam seufzte und atmete langsam aus. Wenn jemand ihn gefragt hätte was er jetzt gerne tun würde, würde er ihm er das er am Ufer des Lake Tahoe sitzen wollte, mit Hoss an der einen Seite und Joe an der anderen. Die Sonne würde auf sie herab scheinen und Hoss wäre barfuß mit einer Schnur an seinem großen Zeh und dem anderen Ende im Wasser treibend um zu angeln. Joe würde von seiner letzten Liebe erzählen. Es wäre perfekt. Einfach perfekt.
Kapitel 43
Das Päckchen kam zusammen mit der Post. Hoss fühlte wie sein Herz schneller schlug als er Adams Handschrift erkannte und er schüttelte das Päckchen kräftig. Es war an seinen Pa adressiert und Hoss fragte sich ob er Ben dazu überreden konnte es zu öffnen bevor sie zu Hause waren. Er tat alles in die Satteltasche und legte sie sich über die Schulter, dankte Sam Gubbins höflich und ging zur Tür.
„Hey Hoss,“ Sam hörte auf am Ende seines Bleistifts zu kauen. „Ist es richtig was über Joe erzählt wird?“
„Über Joe? Was ist mit ihm?“ fragte Hoss und sah Sam mit einem scharfen Blick an.
„Darüber das er unbedingt die Ponderosa verlassen will?“
„Wer hat dir das erzählt?“ wollte Hoss wissen und nahm eine abwehrende Haltung ein, als ob er sich auf einen Kampf vorbereitete.
„Ich kann mich gerade nicht daran erinnern. Aber es muss wahr sein, weil ich ihn selbst darüber reden gehört hab.“
„Wenn du weißt das es wahr ist, warum hältst du mich an und fragst mich.“ sagte Hoss und ohne eine Antwort abzuwarten öffnete er die Tür und ging auf die Straße und knallte die Tür hinter sich zu, denn Sam Gubbins hasste es wenn die Leute das taten.
Er hielt an und sah die Straße rauf und runter. Wie viele, fragte er sich, wussten das Joe sein zu Hause verlassen wollte. Oh sicher, es wurde seit einiger Zeit zu Hause nicht mehr erwähnt, aber der Junge strahlte die Rastlosigkeit aus. Es gab nichts was Hoss sagen konnte um seine Meinung zu ändern. Soweit es Joe betraf, vertrieb er sich nur die Zeit und jetzt wo die Stadtleute es wussten, blieb nicht mehr viel Zeit bevor er ging. Hoss schob seinen Hut nach hinten und kratzte sich am Kopf und fragte sich ob es etwas gab das Joe von seinem Vorhaben abhalten konnte.
Er grübelte jetzt schon so lange darüber nach, das es war als würde er eine voll befahrene Straße in seinem Gehirn besuchen. So viele verschiedene Pläne und Ideen hatte er ausgearbeitet, nur um sie gleich wieder zu verwerfen. Immer aus dem gleichen Grund, weil Joe glücklich aussah. Tatsache war, das musste Hoss zugeben, jetzt wo Pa und er selbst darüber Bescheid wussten, schien Joe glücklicher zu sein, wie schon lange nicht mehr.
Im Bucket of Blood Saloon sah Candy auf, als sich die Flügeltüren öffneten und Hoss eintrat. Candy sah sofort das etwas Hoss aufgeregt hatte. Das sonst so fröhliche Lächeln war ersetzt durch einen weit-entfernten Blick von Unglauben und Entsetzen, den Candy in der letzten Zeit oft bemerkt hatte.
„Ist etwas nicht in Ordnung, Hoss?“
„Nein.“ Hoss nahm das Glas Bier und trank einen Schluck, „Sollte es?“
„Nein, wenn du es sagst, Hoss.“ Candy lächelte, „Ich habe deinen Pa oder Joe nirgendwo gesehen. Hast du sie gesehen?“
„Noch nicht.“ antwortete Hoss grimmig und sah in den Spiegel hinter der Theke.
Vor gar nicht langer Zeit, wenn er in den Spiegel gesehen hätte, wäre da ein großer Mann in Schwarz neben ihm gestanden oder hätte es sich an einem der Tische bequem gemacht. Da wäre der gelockte Jugendliche, mit dem breiten Grinsen und den leuchtenden Augen auf der anderen Seite gewesen. Der Freude und Spaß ausstrahlte. Ja. Hoss senkte den Kopf, Freude und Spaß. Sie gehörten zusammen soweit es Joe betraf. Jetzt schien es, als ob das einzige was ihm Spaß machte war, darüber nachzudenken von hier weg zu gehen und alles hinter sich zu lassen. Es fiel Hoss schwer das zu verstehen und er sah wieder in den Spiegel und sah das besorgte Gesicht seines Freundes.
„Ich denke nur nach.“ sagte er schnell.
„Ja, sicher. Das sehe ich.“ antwortete Candy und bestellte noch einmal für jeden ein Bier.
„Tatsache ist. Ich habe darüber nachgedacht, das es noch nicht so lange her ist als Adam zusammen mit Joe hier bei mir gestanden hat und wir darüber gesprochen haben was wir als nächstes tun. Es wird nicht mehr lange dauern da bin es nur ich…“
„Und Ich…“ Candy lächelte und schlug Hoss warmherzig auf den Rücken.
„Ja, ich schätze, bis du dich entscheidest weiter zu ziehen.“ seufzte Hoss schwer.
„Schau Hoss, so etwas passiert immer wieder, weißt du. Kinder werden Erwachsen und wollen das Nest verlassen.“
„Ich nicht.“
„Nein, nicht jedes Kind, aber die meisten. Wenn du sie gehen lässt, werden sie mehr als wahrscheinlich wieder zurückkommen.“
„Wenn sie einen schönen sicheren Job annehmen, wie in einem Büro irgendwo im Osten, wo ihnen keine Gefahr droht. Da ist Adam auf dem Ozean und den Gezeiten ausgesetzt und jetzt will Joe die neuen Gebiete erkunden, voll von Indianern, von denen er nichts weiß.“
Tom, der Barkeeper lehnte sich zu ihnen über den Tresen.
„Also ist es wahr? Joe verlässt die Ponderosa.“
„Ja, vielleicht, irgendwann.“ murrte Hoss.
„Ich hab vor einiger Zeit das Gerücht gehört das er geht, aber er kommt immer noch regelmäßig. Also dachte ich es war wirklich einfach nur ein Gerücht. Du weißt wie Gerüchte in einer Stadt wie dieser herumgehen.“ Tom nickte mit dem Kopf und seufzte dann, „Es wird nicht dasselbe hier sein ohne Joe. Es war schlimm genug als Adam gegangen ist, doch er war immer der Typ von dem man es erwartet. Das konnte man nicht von Joe sagen. Er schien immer beständig zu sein, so wie du Hoss.“
„Ja, sicher, das weiß ich.“ Hoss leerte sein Glas und seufzte.
Es war nicht fair. Zu viele Menschen in der Stadt wussten es und zu viele Menschen wollten ihn wissen lassen das sie es wissen. Hoss hatte genug. Er sah zu Candy.
„Wenn du meinen Pa und Joe siehst, sag ihnen ich bin nach Hause geritten.“
Candy nickte. Hoss nahm seine Satteltasche und ging aus dem Saloon, wie ein Mann mit einer großen Last auf den Schultern. Candy und Tom sahen sich an.
„Er ist nicht glücklich darüber, oder?“ sagte Tom.
„Das, mein Freund, ist eine Untertreibung.“ antwortete Candy, dann nahm er seinen Hut und folgte seinem Freund aus dem Saloon.
„Es gibt keinen Grund für dich mit mir nachhause zu kommen, Candy. Geh und genieße deine Freizeit. Ich glaube ich brauche Zeit für mich selbst.“
„Du hast bald viel Zeit das zu tun, Hoss. Warum bleibst du nicht und wartest auf Joe und deinen Pa?“
Hoss runzelte die Stirn und schüttelte dann den Kopf.
„Nein, verdammt. Ich fühle mich einfach zu Elend um hier zu bleiben.“ er stampfte zu seinem Pferd.
Die Satteltasche, die die Post und das Päckchen enthielt schlugen gegen seine Schulter als er ging. Sein Kopf war gesenkt und seine Augen blickten traurig.
Joseph Cartwright hatte sich entschieden seinen Vater, Candy und Hoss nicht in die Stadt zu begleiten. Er wollte für ein paar Stunden alleine sein. Es gab Dinge über die er nachdenken musste, die seine Zukunft betrafen. Dinge über die er so lange nachgedacht hatte, das er nicht mehr klarsah. Er ritt langsam durch die großen Ponderosa Pinien zum Grab seiner Mutter, das vor so langer Zeit hier angelegt wurde.
Er kam jetzt nicht mehr so oft her. Er konnte sich nicht einmal an das letzte Mal erinnern als er sie das letzte Mal besucht hatte. Sie kamen als Familie jedes Jahr an ihrem Todestag und legten Blumen auf das Grab. Doch sein Kommen alleine, wurde weniger.
Das Grab sah aus wie immer und er saß an der Stelle wo er immer saß und starrte auf den See.
Es war so ruhig und so friedlich. Der See schimmerte blau und silbern. Kein Wunder das sie es so sehr geliebt hatte. Er stand auf und nahm seinen Hut ab. Er drehte sich zum Grab.
„Die Sache ist Ma, ich muss einfach gehen. Ich sage ich gehe und ich habe es bereits seit Wochen gesagt und trotzdem bin ich immer noch hier. War es so auch für dich? Du hast New Orleans für ein neues Leben hier verlassen. Aber du warst glücklich hier, oder nicht? Du hast es nicht für eine Minute bereut? Ich kann mich an dein Lachen erinnern.“ er stoppte und rief sich die Erinnerung ins Gedächtnis zurück, einer jungen Frau die ein so herzliches Lachen besaß, „Erinnerst du dich wie du Pa dazu gebracht hast mit dir zu tanzen und wie er nein gesagt hat, er könne nicht tanzen und du hast gelacht und ihm gesagt er soll aufhören Lügen zu erzählen vor den Kindern.“
Joe setzte sich wieder und pflückte eine Blume. Er ließ sie in seinen Fingern kreisen und starrte auf den See.
„Weißt du, Ma. Es war so schwer Hoss zu sagen das ich gehen will. Er versteht es nicht. Ich denke er hat es irgendwie bei Adam verstanden weil Adam schon mal weg war und Pa sagt er hat die Seefahrt im Blut. Aber was für einen Grund kann ich angeben, außer dass ich wegwill.“
Er legte die Blume auf den Grabstein und las die Worte die dort standen, als ob er sie nie zuvor gesehen hätte. Dann setzte er sich und stütze die Ellbogen auf den Knien ab und legte seinen Kopf in die Hände.
„Ich kann es Hoss Millionen Mal erklären, aber er wird es nicht verstehen. Ich kann die richtigen Worte nicht finden, weißt du. Ich kann es nicht mal mir selbst erklären. Es ist nur ein Gefühl. Als wenn mich jemand von hier wegzieht. Ma, was kann ich tun um es einfacher für Hoss zu machen?“ seufzte er.
„Du musst nichts erklären,“ murmelte Hoss und trat aus dem Schatten hervor, „Ich weiß nicht warum du gehen willst, weil du du bist und ich ich bin.“ Hoss verzog das Gesicht, „Aber ich weiß das Menschen gehen müssen und ihr Leben um andere Dinge aufbauen müssen, als zu hause. Es tut mir Leid, Joe, wenn ich es dir schwerer gemacht habe. Das wollte ich nicht. Ich weiß das tun musst was du dir vorgenommen hast. So ist das Leben.“
Joe sagte darauf nichts, aber stand auf und ging auf seinen Bruder zu.
„Ich wusste nicht das du hier bist, Hoss.“
„Da bin ich sicher. Sonst hättest du nicht so offen mit dir selbst geredet.“ grinste Hoss.
„Ich habe nicht mit mir selbst geredet.“ antwortete Joe und sah zum Grabstein.
Hoss sagte dazu nichts, immerhin, war er nicht aus demselben Grund hierhergekommen wie Joe?“ Er lächelte und gab seinem kleinen Bruder eine herzliche Umarmung, die dieser erwiderte.
„Lass uns nachhause gehen. Adam hat Pa ein Päckchen geschickt und ich sterbe fast vor Neugier um zu wissen was drin ist.“
„Klingt interessant.“ Joe lächelte und hob seinen Hut auf. „Irgendwelche Post für mich`“
„Keine die nach Parfüm riecht, falls du das meinst?“ kam die belustigte Antwort.
Sie gingen zusammen weg, jeder versteckte seine eigenen Gefühle hinter Humor. Es war als ob sie plötzlich nicht mehr wussten was sie sagen sollten.
Kapitel 44
Ben saß bereits in seinem Bürobereich, als er hörte, das seine Söhne zurückkamen. Er hielt einen Moment inne und lauschte, mit gehobenen Kopf, nach den Fußtritten auf der Veranda und seufzte dann zufrieden auf. Er hatte schon so viele Jahre diesen Fußtritten gelauscht – dem herum hüpfen von kleinen Jungen Stiefeln, dem flüstern von Babyfüßen, die barfuß waren – er lächelte und wand sich wieder seinen Büchern zu.
In dem blauen Stuhl, so lange der Lieblingsplatz seines Ältesten Sohnes, saß Candy und las ein Buch das er vor fast einem Jahr begonnen hatte zu lesen, und er war bis jetzt bei Kapitel 9 angelangt. Er hörte auch auf zu lesen und wartete bis die beiden Brüder das Haus betreten hatten, als er an die Stimmung dachte in der Hoss vor einigen Stunden im Saloon war.
„Hi, Pa. Candy.“ Hoss kam zuerst ins Haus und legte seinen Hut ab und schnallte seinen Pistolengurt ab. Er trat zurück damit Joe eintreten konnte. „Ich hab die Post gebracht, Pa. Adam hat dir was geschickt. Es ist hier in der Satteltasche.“ und er legte die Satteltasche auf das Sofa, „Gibt es Kaffee?“
„Auf dem Tisch.“ sagte Ben, verließ seine Bücher und gab der Post den Vorrang. Ein Päckchen von Adam? Wie aufregend! Er rieb sich in Erwartung die Hände. „Ich frage mich was er uns geschickt hat?“
„Du wirst es nicht erfahren bevor du es geöffnet hast.“ kicherte Joe, und er warf das Päckchen zu seinem Vater, der es fing. „Von wo ist der Poststempel?“
„Washington D.C. Und es ist noch nicht so lange her. Gibt es noch andere Briefe von ihm?“ Ben sah auf um Joe anzusehen und lächelte als Joe die Post durchsuchte.
„Hier ist einer für Hoss, ungefähr 18 Monate alt, mit dem Poststempel von British Honduras. Warst du jemals dort, Pa?“ er sah seinen Vater an und Ben schüttelte den Kopf. „Einer für dich, Pa, aber er muss etwa -“ er kniff die Augen zusammen. „Mann, der war überall bevor er endlich hierher kam. Wir haben mittlerweile schon andere Briefe von ihm bekommen, seit diese geschrieben worden ist. Zwei für mich -“ er wedelte fröhlich mit ihnen „die anderen Briefe sind von wem auch immer!“ er zuckte die Schultern, grinste und setzte sich auf das Sofa.
„Irgendwas für mich?“ fragte Candy, und fragte sich ob es vielleicht möglich war, dass es einen Brief von Ann gab, irgendetwas das ihm Hoffnung gab, aber Joe schüttelte den Kopf und sagte leise ´nein, tut mir leid`
Joe las den ältesten am meisten mitgenommenen Brief von seinem Bruder. Er lächelte an einigen Stellen und sah an anderen ernst aus. Er öffnete den anderen Brief und sah auf zu seinem Vater.
„Willst du das Päckchen nicht aufmachen, Pa?“
„Ja, komm schon, Pa. Öffne das Päckchen.“ drängte Hoss, sein eigener Brief steckte sicher in der Tasche seines Hemdes.
Ben lächelte, und nahm dann das rote Wachsiegel ab und begann die Schnur aufzumachen, was die jüngeren Männer nur noch ungeduldiger werden ließ, aber er war ein alter Seemann und nichts wurde verschwendet. Er sah sie mit leuchtenden Augen an als er das Papier entfernte,
„Lieber Pa, Hoss und Joe
Es tut mir leid das dieser Brief so kurz ist. Ich bin in Washington D.C. Und gerade von der Südsee zurückgekehrt. Berichte darüber, was dort geschehen ist, sind offenbar zur Admiralität durchgesickert und einen Tag nachdem wir angelegt hatten, wurde mir befohlen den Präsidenten zu treffen. Also ging mit Zweien meiner Offiziere, die zusammen mit mir in den Berichten erwähnt wurden, und wir haben den Präsidenten Mr Andrew Johnson, getroffen.
Es scheint als ob um 1861 Präsident Lincoln befahl das Medaillen für und Tapferkeit verliehen werden und somit schicke ich euch hier was Mr Johnson mir gegeben hat. Ich möchte das du sie bekommst, Pa.
Die Redoubt ist aufgefüllt und ich verlasse morgen den Hafen. Kaum Zeit um sich auszuruhen. Mein erster Offizier, wurde zum Captain befördert und wird auf einem neuen Schiff, der Barracuda, dienen. Er ist von den Segelschiffen zu den neuen modernen Stahlschiffen übergegangen. Der Admiral hat mir gesagt, dass wenn ich zurückkomme, ich eine Beförderung erhalten werde, aber das wurde mir nur unter uns gesagt.
Ich glaube die Zeit der Segelschiffe geht zu Ende. Im Namen des Fortschritts gehen wir von Schönheit und Anmut zu Geschwindigkeit und Aggressivität. Wie auch immer, ich schweife ab und meine Zeit läuft ab.
Ich sende dir Pa, Hoss und Joe meine Zuneigung und versichere euch das ich euch alle sehr vermisse.“
Für einen Moment herrschte Stille und dann öffnete Ben langsam die erste Box und fand, in lila Samt eingehüllt, die Ehrenmedaille des Kongresses. Sie sahen sie sich mit Ehrfurcht an und sahen sich dann an.
„Ich frage mich was mein großer Bruder getan hat um die zu bekommen?“ pfiff Joe und traute sich kaum zu atmen.
„Zum Glück wissen wir das er überlebt hat, was immer es war, die meisten dieser Medaillen werden nach dem Tod verliehen.“ sagte Ben und schloss langsam den Deckel der kleinen Box.
„Irgendwie schön, oder?“ grübelte Hoss und nahm sie von seinem Vater und öffnete den Deckel um nochmal einen Blick drauf zu werfen. „Wird um den Hals getragen, huh? Und schaut, sein Name steht auf der Rückseite.“
„Sie wurden 1862 eingeführt.“ sagte Candy und sah sie sich mit Respekt an als Hoss sie ihm gab, „Der Anker zeigt das es für die Navy ist.“ er gab sie Ben zurück, „Sie müssen sehr stolz auf ihn sein, Sir.“
„Ja, das bin ich.“ sagte Ben ernst, „Sehr sogar.“ er sah auf und lächelte. Er sah zu Joe und Hoss, „Ich bin stolz auf alle meine Söhne. Das war ich immer.“
„Hey, Pa. Du musst sie Hop Sing zeigen -“ rief Joe und lächelte breit als Ben zu Hop Sing in die Küche ging.
Das Lächeln verschwand als Ben außer Sichtweite war und Joe ging zu dem großen Kamin und sah in das Feuer.
„Das macht alles hier ziemlich klein, oder nicht?“ bemerkte er.
Candy und Hoss sahen sich an, hoben die Brauen und seufzten. Candy zuckte die Schultern.
„Nun, ich denke das kommt darauf an wie du es betrachtest, Joe. Ich denke niemand wird die Ponderosa als klein bezeichnen.“
„Nein, ich schätze nicht.“ Joe nahm den Schürhaken und begann das Holz zu verteilen. „Ich habe nur gemeint -“
„Wir wissen was du gemeint hast, Joe. Du musst es nicht schon wieder aussprechen.“ sagte Hoss, und mit einem Seufzen entschuldigte er sich, das er nach oben gehen wolle und Adams Brief in Ruhe lesen wollte, obwohl die Nachrichten nicht mehr aktuell waren.
„Er versteht es nicht.“ murrte Joe und sah seinem Bruder nach.
„Nein, das tut er nicht, nicht mehr als du nicht verstehst warum er hierbleiben will.“ Candy lächelte leicht, „Joe, du redest schon so lange darüber, glaubst du es ist deinem Bruder fair gegenüber ihn im unklaren zu lassen was du vorhast? Die ganze Stadt redet darüber, weißt du? Was denkst du wie er sich fühlt wenn die Leute ihn darauf ansprechen?“
„Ich habe nicht gedacht das die Leute in der Stadt über meine Pläne Bescheid wissen.“ Joe warf einen besorgten Blick in Richtung Treppe, Ich schätze ich sollte beginnen etwas zu tun anstatt nur darüber zu reden.“ er sah wieder hinunter zum Feuer, „Ich war noch nie zuvor in meinem Leben ohne Pa, Adam und Hoss. Ich glaube ich zögere so lange weil ich mir nicht sicher bin ob ich es tun kann.“
„Ein Mann kann alles erreichen, wenn er nur fest davon überzeugt ist.“ antwortete Candy leise, „Dein Bruder hat das bewiesen, oder nicht?“
Joe nickte gedankenvoll. Er wollte nicht erwähnen das Adam sich sehr von ihm unterschied und das dessen Entscheidung nicht aus einem Impuls heraus kam, so wie sein eigener. Er sah Ben an, der wieder in den Raum gekommen war, mit der Box in seiner Hand und einem Lächeln auf dem Gesicht.
„Pa, ich hasse es es gerade jetzt zu erwähnen, aber ich denke ich sollte wirklich Pläne machen zu gehen.“
Ben stoppte und starrte Joe an und dann zu Candy und dann sah er sich im Zimmer um.
„Wo ist Hoss?“ fragte er mit tiefer Stimme.
„Er wollte Adams Brief in seinem Zimmer lesen.“
„Nun gut. Ich denke wir sollten uns über deine Pläne unterhalten wenn wir alle zusammen sind, Joseph.“ und er ging zu seinem Arbeitsbereich.
Sie hörten wie die Tür des Safes geöffnet und wieder geschlossen wurde. Adams Medaille war nun sicher weggeschlossen und wartete auf seinen Besitzer.
Kapitel 45
„Mein lieber Bruder Hoss,
Es gibt so viel was ich in diesem Brief sagen möchte, aber aus irgendeinem Grund kann ich nicht die richtigen Worte finden, wie ich sie sagen soll. Ich habe Briefe von Pa und Joe gelesen die andeuten das Joe vorhat die Ponderosa zu verlassen. Es kann sein, das zu der Zeit wenn du diesen Brief erhältst, er bereits weg ist, oder vielleicht seine Meinung geändert hat und bleibt.
So weit weg und mit der schwierigen und unregelmäßigen Kommunikation, ist es schwer zu wissen was passiert oder warum. Nun, vielleicht verstehe ich das warum –
Es gibt keinen Grund dich zu fragen wie du dich fühlst. Ich kann mich an den Abend erinnern als die Reardons auf der Ponderosa waren nachdem Joe angeschossen wurde Ich hätte alles dafür getan um die Uhr an diesem Tag zurückzudrehen, damit das nicht passiert wäre, doch es ist, und ich denke es hat mir bewusst gemacht wie frustriert ich mit dem Leben dort war. Ich kann mich erinnern das ich Thoreau zitiert habe, und du hast geduldig zugehört und dann ausgedrückt wie du über die Ponderosa denkst, über daheim. Du hast wahre Poesie gesprochen, Hoss, ich denke dein Herz hat aus die gesprochen.
Joes Herz spricht nicht so, Hoss. Das wird es nie. Das ist warum, wenn er vorhat zu gehen, du zurücktreten und ihn gehen lassen musst. Wenn ich zurückkomme, Hoss, bin ich überzeugt davon das ich ihn dort antreffe. Er hat französisches Blut in sich, er ist ein Romantiker, er ist eine Masse von Gegensätzen und er ist ein junger Mann. Es ist Zeit für ihn nach draußen zu gehen und sich zu testen, ohne uns.
Sei geduldig mit ihm, Hoss. Sei auch sanft mit dir selbst. Gib dir keine Schuld oder denke das du vielleicht etwas falsch gemacht hast, weil er so fühlt – es hat nichts mit dir zu tun in diesem Zusammenhang. Was es mit dir zu tun hat ist, das alles was du für ihn getan hast und was du für ihn warst, der Grund sein wird das er wieder heim kommt.
Kümmer dich um Pa für mich, Hoss. Schreib zurück sobald du kannst. Ich fahre jetzt in die Südsee und ich weiß nicht wann ich zurück bin. Ich hoffe dein Brief erreicht mich bald..
Dein Bruder für immer
Adam“
Hoss seufzte und las den Brief nochmal. Er war vor so langer Zeit geschrieben und doch war es so zeitnah. Er steckte ihn in den Umschlag zurück und legte ihn unter sein Kissen. Später, nach dem Abendessen würde er ihn nochmal lesen.
Das Essen war angenehm. Sie unterhalten sich über einige Dinge die in Adams anderen Briefen standen, und Candy bemühte sich die Stimmung leicht zu halten, wohl wissend das Joe mit sich haderte ihnen seine Entscheidung mitzuteilen.
Hop Sing hatte ein besonderes Essen zubereitet zu Ehren von Adams Medaille und Hoss überraschte sie alle damit das er mehr als wie die Tage zuvor. Es brachte Ben dazu sich zu fragen ob Hoss der Meinung war das Joe nicht gehen würde, das er sich nun entspannen konnte da alles so blieb wie immer. Er sah ab und zu zu Candy um zu sehen ob der junge Mann ähnliche Gedanken hatte, aber Candy war zu sehr mit reden beschäftigt und Witz zu machen.
„Pa – kann ich jetzt reden?“ sagte Joe als sie die Mahlzeit beendet hatten und stand auf um mit den anderen vor den Kamin zu gehen.
„Ja, Sohn, sag was du zu sagen hast.“ sagte Ben leise und setzte sich in den roten Ledersessel und sah zu Hoss.
„Geht es darum das du uns verlässt?“ fragte Hoss, und blinzelte und schluckte schwer.
„Ja, Hoss.“
„Dann solltest du es am besten sagen, oder nicht?“ antwortete Hoss und setzte sich auf das Sofa.
„Nun, ich schätze das sollte ich. Ich habe es so lange aufgeschoben das du vielleicht gedacht hast ich habe es vergessen. Tatsache ist das ich mich entschieden habe Ende des Monats zu gehen.“
„Das ist in zwei Wochen.“ sagte Candy ruhig.
„Ja, das ist richtig. Es ist die beste Zeit zu reisen…“ antwortete Joe schnell und er sah zu Hoss, „Glaubst du nicht, Hoss?“
„Sicher ist es.“ antwortete Hoss „Ich nehme an du hast deine Route geplant, huh?“
Joe nickte, er biss sich auf die Lippe und drehte sich um zu seinem Vater zu sehen, der nachdenklich auf die Obstschüssel blickte als ob sie die Antworten auf alle Fragen des Universums hätte.
„Pa? Ist das in Ordnung mit dir?“
Ben sah in die besorgten Augen und nickte. Er erinnerte sich daran als der junge Mann ein Kind war, besorgt über Hausaufgaben und ihn hilfesuchend ansah. Als er ein kleiner Junge war der gerade festgestellt hat das er laufen konnte…er erinnerte sich an so viel als er nun in das Gesicht des jungen Mannes blickte voll Stolz. Er nickte wieder.
„Es ist in Ordnung, Sohn. Du musst tun was du für richtig hältst.“ und er lächelte obwohl sein Herz schwer in seiner Brust schlug.
„Am besten holst du die Karten und zeigst uns wo du hin willst, Shortshanks.“ sagte Hoss und stand auf.
„Ja, sicher, ich will -“ Joe stand auf und ging zum Schreibtisch, wo er die Karten holte, „Natürlich, du musst realisieren das viele von den Karten nicht auf dem neuesten Stand sind. Neue Gebiete werden überall erschlossen, also müssen überall neue Grenzen gezogen werden -“
Ben folgte ihnen und hörte zu. Er konnte hören, wie eine andere eifrige Stimme auf verschiedene Punkte auf einem alten Globus deutete, den sein Vater behalten hatte, und wie sie aufmerksam zuhörten, mit ihren Köpfen begeistert nickten, und ihm auf den Rücken schlugen. Außer seine Mutter, sie strich ihm über den Kopf, als ob er ein Baby wäre, und sie befürchtete ihn nie wieder zu sehen. Dann war er gegangen, fühlte sich als ob er Flügel hätte und sein Herz schlug vor Begeisterung. Es war ein nicht endender Kreis, einer der für immer rundherum ging.
Später, als er alleine war, saß er beim ausgehenden Feuer, und versuchte sich daran zu erinnern was Joe ihnen genau erzählt hatte. Er zog an seiner Pfeife ohne sie anzuzünden. Er wollte nur nachdenken. Das knarren einer Stufe ließ ihn Aufsehen und sah Hoss der auf ihn zukam.
„Immer noch angezogen, Hoss?“ Ich dachte du würdest inzwischen schlafen.“
„Nee, es gibt Dinge die mich beschäftigen.“
„Du meinst Joe?“
„Ja, das stimmt. Geht es dir dabei gut, Pa?“ Hoss begutachtete seinen Vater aufmerksam. Er wollte sicher gehen das sein Vater ihm die Wahrheit sagte.
„Nun, Hoss, ich würde Lügen wenn ich sagen würde das ich glücklich darüber bin. Wie schon vorher zu dir gesagt habe, ein Kind ist nur eine Leihgabe für die Eltern. Joe muss jetzt erwachsen werden…und wir müssen ihn loslassen.“
Hoss nickte. Das war was Adam geschrieben hatte. Er seufzte und setzte sich in den Stuhl gegenüber seinem Vater.
„Das war eine schöne Medaille die sie Adam gegeben haben, nicht wahr, Pa?“
Ben lächelte, nickte und seufzte. Als er in das Feuer starrte fragte er sich wo sein ältester Sohn jetzt war, all diese Meilen auf See. War er sicher? Würde er nachhause kommen?
55.56süd und 67.19 west liegt Kap Horn. Geliebt und gehasst von Matrosen seit vielen Jahren, seit seiner Entdeckung im 17. Jahrhundert, den Männern war die einzigartige gefährliche Passage bewusst. 1400 Fuß steile Felsen, die von der See emporragten und der Ozean bewegte sich wie einem Sturm. Die Strecke von Wasser, zwischen Kap Horn und den Diego Ramirez Inseln war über 60 Meilen weit aber die schlechten Wetterbedingungen in diesem Gebiet machten sie unberechenbar und gewaltsam.
Trotz der schlechten Wetterbedingung war die Strecke um das Horn die bevorzugte Route von New York nach San Francisco, besonders seit der Zeit des Goldrausches 1840. Welle, höher als 65 Fuß wurden beobachtet von denen die die Reise überlebt hatten, und die die es geschafft hatte gehörten zu der höheren Klasse der Seemänner, den Kap Hornern.
Adam Cartwright hatte das Kap zweimal umfahren während seiner Karriere in der Navy. Einmal in der Redoubt unter seinem eigenen Kommando. Jetzt in einem Konvoi von acht Schiffen kämpfte er wieder gegen dieses Aggressive Element.
Früher am Tag hatten sie ein Rudel Wale gesehen, ein wunderschöner Anblick und einer der die Männer dazu gebracht hatte zur Seite zu laufen. Es war nicht das erste Mal das wunderschöne Säugetiere gesichtet wurden, aber jedes Mal ging einem das Herz auf bei der Erhabenheit und Würde wie sie durch die Wellen glitten.
Der Wind war nicht mehr so stark und die Männer fragten um Erlaubnis ein Boot ins Wasser zu lassen und einen mit der Harpune zu fangen, doch der Captain erlaubte es ihnen nicht. Zuerst gab es unzufriedenes Gemurmel, doch das änderte sich in Dankbarkeit, als das Horn sie massiv durchschüttelte.
Die acht Schiffe kämpften sich nach vorne. Jeder Mann auf seinem Schiff glaubte der einzige zu sein der so etwas durchmachte und sie beteten das der Sturm aufhörte und ihr Schiff wieder in ruhiges Gewässer fuhr.
Adam, in Zeiten wenn seine Männer und sein Schiff in Gefahr waren, verließ nie die Brücke. Er war nie ein Offizier der nur an der Seite stand und Befehle gab, er griff ein wenn es etwas zu tun gab wenn er sah das niemand anderes da war. Für seine Männer galt er als einer der besten Offiziere in der Flotte und als ein Mann der später zur See kam als die meisten, wurde seine Bekanntheit oft verglichen mit einem Meteor am Firmament.
Jacob Brown kämpfte seit einiger Zeit mit mehreren Männern ein 12 Zoll Tau zu bergen bevor es sich im Propeller des Bollwerks verhedderte. Sie kämpften gegen die Macht des Windes und des Regens, dem Hagel und dem Schnee der ihnen entgegenschlug und die Männer wurden von Seite zu Seite geschleudert. Der große Mann verlor seinen halt und wollte sich am Tau festhalten, das zerriss und so schnell aufrollte das es sein Bein aufriss.
Adam, der bereits auf dem Weg war zu helfen, griff eine Axt, die glücklicherweise noch an Ihrer Stelle war und schlug kräftig gegen das Tau. Seine Männer, die das Problem des Steuermanns und den Versuch des Captains den Mann zu befreien, erkannten verließen ihre Posten um zu helfen, so das innerhalb weniger Minuten Brown vor dem sicheren Tod bewahrt wurde.
Der Schmerz seiner Verletzung versetzte ihn in Bewusstlosigkeit und er lag auf dem Deck das voll Wasser und seinem Blut war.
Adam wies einige Männer an den Steuermann auf die Krankenstation zu bringen, während er mit den anderen Männern daran arbeitete das kaputte Tau aufzurollen, so dass es nicht mehr hin und her flog und noch mehr Matrosen verletzte. Es war unter normalen Bedingungen schon eine schwere Aufgabe, doch jetzt, während sie gegen das Wetter kämpften brauchten sie sechs Männer um die Arbeit zu erledigen.
Zwei Tage vergingen bevor sie in ruhigeres Gewässer kamen und jeder Mann auf seinem Schiff fühlte sich wie ein Held. Zwei Schiffe wurden verloren. Es gab keine Anzeichen davon wie sie verschwunden sind. Jedes Schiff hatte seinen eigenen Kampf ums Überleben geführt und als der Kampf vorbei war sahen sie sich erleichtert um, das sie verschont geblieben waren und traurig über den Verlust der beiden Schiffe und den hunderten von Männern die den Kampf gegen das Horn verloren hatten.
Jacob Brown öffnete die Augen als ihn eine Hand an der Schulter berührte. Nachdem er eine Weile blinzelte um seine Sicht zu klären, sah er das Gesicht des Captains der auf ihn herab sah und lächelte.
„Sie haben mir das Leben gerettet, Sir.“ sagte er leise und reichte seine, mit Schwielen überzogene, Hand dem jüngeren Mann der sie warmherzig schüttelte.
„Ich und sechs andere Jacob,“ antwortete Adam mit einem Lächeln „Wie fühlen sie sich?“
„Froh am Leben zu sein, Sir.“ sagte Jacob mit unbestreitbarer Wärme in seinen Worten, „Ich habe gehört wir haben zwei Schiffe verloren.“
„Die Vigilant und die Scott.“
„Gute Schiffe, Sir. Ich habe mal mit Captain Marriott auf der Vigilant gedient. Aber das passiert oft wenn ein Konvoi das Horn bekämpft und es ist unmöglich ihnen zu helfen wenn jeder um sein eigenes Leben auf seinem Schiff kämpft.“
Adam nickte und sah sich um, zu den anderen Männern die verletzt wurden. Jacob reichte mit der Hand nach dem Arm seines Captains,
„Ich habe gehört wir haben einige Männer verloren, Sir?“
„Ja. Zwei Männer wurden über Bord gespült, was nicht bemerkt wurde bis es zu spät war. Crewman Willets starb an seinen Kopfverletzungen.
„Ah, er hatte sechs Kinder, Sir.“ seufzte Jacob „Das ist kein Leben für einen verheirateten Mann, Sir.“
Adam lächelte nur und wollte aufstehen als Jacob seinen Arm noch fester griff,
„Captain, ich werde nicht vergessen was sie für mich getan haben. Sie haben mir das Leben gerettet und auch meinem Bein. Wenn sie nicht gewesen wären hätte dieses Tau mein Bein abgerissen. Ich werde das nicht vergessen, Sir und ich schwöre, sollten sie jemals Hilfe brauchen, pfeifen sie einfach nach mir.“
„Ich erinnere mich daran das sie mir das schon mal versprochen haben, Jacob.“ sagte Adam lächelnd und schüttelte dem Mann die Hand. „Seien sie dankbar das unsere Männer so diszipliniert sind, das eine Axt da war wo sie sein sollte zur Zeit als sie am meisten gebraucht wurde.“
Er trat von Jacob Brown zurück und widmete sich den anderen Männern zu, die wie er wusste, dankbar waren für ein paar persönliche Momente mit ihrem Captain. Jacob Browns Versprechen war vergessen während der Zeit. Aber es war ein Versprechen das eines Tages eingelöst wurde.
Es herrschte ein unangenehmer Geruch in der Krankenstation, der sich nicht vermeiden lies, wenn man die beengten Zustände berücksichtigte, so ging er dankbar wieder ans Deck in die frische Luft. Es dauerte nicht lange bis O`Brian an seiner Seite stand, und wie sein Captain stand er gerade, mit den Händen hinter dem Rücken gefaltet, die Augen zur See.
„Woran denken sie, Sir?“ fragte O´Brian schließlich.
„Oh, na ja -“ Adam zuckte die Schultern und grinste Verlegen, „Ich denke an meine Familie.“
„Das hab ich auch getan, Sir. Ich denke es wird nicht viele geben die das heute nicht tun.“
Adam nickte und seine Augen trübten sich ein bisschen als er an die vielen Witwen und Waisenkinder dachte die das Ergebnis diese tragischen Reise sein würden.
„Nun, Mr O´Brian, sind sie vorher schon um das Horn gefahren?“
„Nein, Sir.“
„In diesem Fall, gehören sie jetzt zu einer Elite, da sie ihre erste Fahrt überlebt haben. Das bedeutet sie können jetzt einen Ohrring an ihrem linken Ohr oder an ihrer Brust tragen. Wussten sie das?“
„Einige Männer haben mir das gesagt, Sir, und auch das ich jetzt gegen den Wind urinieren kann.“ O´Brian grinste.
„Ja, aber machen sie keine Gewohnheit daraus,“ Adam lachte, „Sie mögen ein Kap Horner sein, aber der Wind hat immer noch seine eigenen Regeln und keinen Respekt.“
O´Brian lächelte und sah in den Horizont. Er seufzte schwer und sah dann wieder zu seinem Captain. Eventuell gab es jetzt ein paar weiße Strähnen in seinem schwarzen Haar, die noch nicht da waren als sie sich das erste Mal getroffen hatten. Vielleicht waren seine Augen tiefer in ihren Augenhöhlen versunken und vielleicht lächelte er nicht mehr so viel wie früher, doch immer noch sah er einen gutaussehende, stolzen und resoluten Mann vor sich. Ein Mann von dem er Stolz sagen konnte, Captain, oh mein Captain
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Vielen Dank, Cony, für die Übersetzung dieser Geschichte. Ich hoffe, alle, die es lesen, genießen es .. gut gemacht.
Thank You Krystyna. It was fun to do 🙂